Zur Frage, ob Langläufer ein Sicherheitsbaustein sind: [...]
(B) Wenn ich zu Renteneintritt das aktuelle Zinsniveau als historisch relativ hoch einschätze, und mir eine 10-jährige Anleihe guter Bonität kaufe, die mir konstante Zinszahlungen und 100% Rückzahlung nach 10 Jahren garantiert, dann ist das höchst konservativ im Vergleich zu Tagesgeld, wo ich nicht weiß, welche Zinsen ich in zwei Jahren noch bekomme.
Es ist eine Spekulation, so wie jeder Gedanke an die Zukunft eine Spekulation ist. ![]()
Noch immer gilt für eine sicherheitsorientierte Überlegung, einen Bausparvertrag abzuschließen, bei dem jetzt schon ein Darlehenszinssatz garantiert wird (was auch immer eine solche Garantie wert ist!), der gemessen an aktuellen Verhältnissen niedrig erscheint. Da glaubte der Käufer eines Bausparvertrags im Jahr 2000 (Zinsniveau 5% oder so), er habe mit dem Bausparvertrag ein Super-Geschäft gemacht, der ihm Sollzinsen von 4% garantiert. 15 Jahre später hat er gebaut und das Bauspardarlehen sausen lassen, weil der Marktzins zu der Zeit tiefer war.
Allgemein gilt als konservativ, lange Renten zu kaufen, sich ein bestimmtes Zinsniveau langfristig zu sichern. Solange man die Inflation nicht kennt (und niemand weiß sie für die Zukunft!) fixiert man damit nur einen Summanden der Addition, aber nicht den zweiten und somit auch nicht das Ergebnis. Wir hatten in den Jahren 2022 und 2023 mit 7% und 6% bei Licht besehen nur zwei Nadelstiche. Schon diese beiden aber haben - zack! - Geldvermögen kurz mal um etwa 13% entwertet. Inflation kann auch zweistellig sein oder noch höher. Das haben wir in Deutschland nur schon sehr lange nicht mehr erlebt. Frag einen Türken oder Russen oder Argentinier zum Thema.
Der Deutsche strebt innig nach Sicherheit! Ich halte es für eine wichtige Erkenntnis zu sehen, daß es diese Sicherheit schlichtweg nicht gibt. Das gilt nicht nur für die Geldanlage, sondern für unser aller Leben generell.