Depot-Check: Aggressiv & Jung – Passt das so?

  • Moin zusammen,

    ich bin ein junger Anleger, habe einen langen Anlagehorizont und kann Schwankungen aussitzen.

    Ich möchte mein Depot offensiv aufbauen und habe mir folgende Aufteilung für mein Gesamtportfolio überlegt:

    * 65% Welt-ETF: FTSE All-World (Vanguard)

    * 10% Nasdaq 100: Als technologielastiger Satellit

    * 15-20% Einzelaktien & Spekulation:

    Allianz, ASML, Novo Nordisk, Crowdstrike, Howmet Aerospace, IVU Traffic, KSB, D-Wave Quantum, Ørsted, Infineon.

    * 10% Krypto: (50% BTC, 30% ETH, je 10% SOL/XRP).

    Meine Fragen dazu:

    1. Macht die Auswahl der Einzelaktien im Zusammenspiel mit dem Core-ETF und den Satelliten für euch Sinn?

    2. Würdet ihr die 10% Nasdaq so lassen oder eher in Small Caps (z. B. Russell 2000 oder MSCI World Small Cap) oder Emerging Markets (EM) stecken?

    3. Thema Gold (z. B. Xetra-Gold / Euwax Gold II): Haltet ihr das als 10%-Beimischung für sinnvoll oder ist das in meinem Alter eher eine reine Performance-Bremse?

    4. Was haltet ihr von dem Ansatz, 10% vom Gesamtportfolio in Anleihen als „trockenes Pulver“ zu halten, um bei einem Crash günstig Aktien nachzukaufen? Mir ist klar, dass ich dafür Abstriche beim Nasdaq oder den Einzelaktien machen müsste – lohnt sich dieser Trade-off für Privatanleger?

    Freue mich auf eure Meinungen!

  • Kater.Ka 26. Dezember 2025 um 17:20

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Ich empfehle grundsätzlich, das Portfolio möglichst nur über die Aktienquote zu steuern, nicht jedoch über die Auswahl oder Übergewichtung einzelner Komponenten des Aktienteils. Also statt Einzelaktien oder einzelner Teilsegmente wie Nasdaq o.ä. nimmst du einfach den Welt-Aktienmarkt (bspw. ein Vanguard FTSE All-World oder ein SPDR MSCI ACWI IMI) und diesen so hoch wie deine Risikotragfähigkeit und -toleranz es zulassen. Das wäre dann bei dir eben 100%. Wenn dir das noch nicht aggressiv genug ist, ist es rationaler den gesamten Welt-Aktienmarkt moderat zu hebeln, aber wirklich nur moderat bis ca. Faktor 1,2.

    Gold und Anleihen würde ich dann vorläufig komplett weglassen.

    Und bei Krypto würde ich mich auf Bitcoin only beschränken.

    Just my 2 Cents

  • NotRealCrisPat willkommen im FTForum, wenn du das mit deinem Geld so machen möchtest, dann mach. Es sind deine Anlagen, also deine Verantwortung, ob das dieser oder jener anders machen würde hilft dir da nicht weiter. Was tatsächlich besser läuft, weiß man wenn es um Kasse machen geht. Ich habe in jüngeren Jahren auch viel experimentiert und bin jetzt, als fast Rentner, seit Jahren mit einem weltweiten ETF unterwegs und sehr zufrieden damit, meine Einzelaktien haben nicht so viel Rendite gebracht wie der ETF, wichtig ist immer wann man wieviel entnehmen möchte bzw muss, danach sollte jede Anlage aufgebaut werden.

  • Krypto ist Zocken. Einmalkauf, als "Lotterielos" liegenlassen wäre auch eine Variante.

    Für deine Aktien und den Nasdaq ein Zweitdepot für Experimente. Damit der Vanguard FTSE unangetastet bleibt.

    Meine Erfahrung ist auch, dass der FTSE auf Jahre gesehen die bessere Rendite als Einzelaktien bringt.

    Wieso die Tech-Einzelaktien, wenn du doch den Nasdaq ETF hast? Klumpenrisiko (US-)Technik, die ja auch schon im Vanguard ETF enthalten ist.

    Gold wenn überhaupt ein kleines bisschen, was an Wert gewinnen kann. Es brachte in vielen Jahren keinen Ertrag.

  • NotRealCrisPat

    vorab der guten Ordnung halber: Ich bin nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen (investiere seit gut 50 Jahren aktiv u. a. in Aktien und Immobilien).

    In dem Kontext

    habe einen langen Anlagehorizont und kann Schwankungen aussitzen.

    hast Du das prüfen und/oder neutral ermitteln lassen - oder selbst festgestellt ? Und das mit den "Schwankungen aussitzen" in praxi schon mal gemacht bzw. bewiesen ?

    Für meinen Teil empfehle ich stets im Einzelfall sowohl auf die objektive Risikotragfähigkeit als auch die subjektive Risikobereitschaft sprich individuelle Risikotoleranz besonderes Augenmerk zu legen. Daraus ergibt sich nämlich die passende - und dauerhaft durchhaltbare - Asset-Allocation sprich Gewichtung ("risikoarme" vs "risikoreiche" Anlageklassen).

    In meinem Portfolio sind nur Direktanlagen vertreten. Kenne aber genug Leute, die das eine machen (ETFs) ohne das andere (Direktanlage sprich Einzelwerte) ganz zu lassen und ebenso Leute, die sich nur noch auf ETFs als Anlagevehikel konzentrieren.

    Am Gold scheiden sich (oftmals) die Geister. Von völlig überflüssig bis unverzichtbar reicht da das Spektrum. Für meinen Teil sehe und halte ich Gold nicht als Investment sondern als "Versicherung", allerdings spätestens seit Ende der 90er (Euro-Experiment) als unverzichtbare.

    Ähnlich sieht es in meinem Umfeld mit Anleihen aus. Ähnlich auch mit dem Vorhalten strategischer Liquidität.

    Meines Erachtens muß Dein Depot oder Portfolio zu Dir passen - und nicht zu der Meinung Dir "fremder Dritter". Notfalls lieber noch etwas einlesen, damit Du dann weißt, warum Du tust, was Du tust. Ist erfahrungsgemäß auch der "Compliance" den eigenen Finanzplan betreffend dienlich.


    Paragraph Eins - jeder macht eins


    Gute Entscheidungen wünsche ich Dir und viel Erfolg dabei !

  • Nur am Rande aber in dem Kontext

    Ggf. kannst Du Dir eine Unze Gold als schicke Münze holen

    Für meinen Teil mußte ich Gold - egal, ob eine Unze Goldmünzen oder Kilobarren - immer kaufen ... ? Wo kann man die einfach holen ... ?

    Und wenn es um "schick" geht: Wäre da nicht Goldschmuck zu präferieren ... ?


    Dir weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • * 10% Nasdaq 100: Als technologielastiger Satellit

    * 15-20% Einzelaktien & Spekulation:

    Allianz, ASML, Novo Nordisk, Crowdstrike, Howmet Aerospace, IVU Traffic, KSB, D-Wave Quantum, Ørsted, Infineon.

    Der Witz ist ja, dass es genug Evigenz dafür gibt: Am Ende schlägt dieser Gestaltungsdrang wahrscheinlich nicht den Markt.

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