Cash-Puffer in Rente

  • Okay, das ist schon eine sehr risikoscheue Herangehensweise. Wie Du es schreibst, dass ist sehr individuell.

    Ich werde 5 Jahre plus etwas Puffer (20-30K) bereithalten, falls einer von uns beiden früher verstirbt, sodass der Zurückbleibende mindestens 5 Jahre überbrücken kann, ohne an den risikoreichen Teil zu müssen.

    Achim Weiss hat es in einem anderen Faden beschrieben. Ca. 5-6 Jahre Finannzlücke bereit haben. In guten Börsenjahren Puffer auffüllen und in schlechten den Puffer verzehren Kiss - keep it simple and stupid.

  • Achim Weiss hat es in einem anderen Faden beschrieben. Ca. 5-6 Jahre Finannzlücke bereit haben. In guten Börsenjahren Puffer auffüllen und in schlechten den Puffer verzehren Kiss - keep it simple and stupid.

    Ehre, wem Ehre gebührt. Diese Idee stammt von Nikolaus Braun. Ich habe seinen mehrteiligen Blog-Beitrag gerade wieder mal gelesen und mich gefreut, wie treffend und prägnant er seinen Vorschlag beschreibt.

  • Ehre, wem Ehre gebührt. Diese Idee stammt von Nikolaus Braun. Ich habe seinen mehrteiligen Blog-Beitrag gerade wieder mal gelesen und mich gefreut, wie treffend und prägnant er seinen Vorschlag beschreibt.

    Wobei er völlig zu recht sagt, dass dies nicht das Optimum in Bezug auf maximale Entnahme ist aber sehr wohl ein Weg, wie die meisten beruhigt und entspannt den Ruhestand erleben können. Finde seinen Artikel auch absolut lesenswert, weil er ein wenig weg geht vom klein-klein vieler Überlegungen.

  • Wobei er völlig zu recht sagt, dass dies nicht das Optimum in Bezug auf maximale Entnahme ist aber sehr wohl ein Weg, wie die meisten beruhigt und entspannt den Ruhestand erleben können. Finde seinen Artikel auch absolut lesenswert, weil er ein wenig weg geht vom klein-klein vieler Überlegungen.

    Der beschriebene Weg ist für die Meisten sehr gut handelbar. Vielleicht nicht das Optimum, aber einfach gut.

  • Wobei er völlig zu recht sagt, dass dies nicht das Optimum in Bezug auf maximale Entnahme ist aber sehr wohl ein Weg, wie die meisten beruhigt und entspannt den Ruhestand erleben können. Finde seinen Artikel auch absolut lesenswert, weil er ein wenig weg geht vom klein-klein vieler Überlegungen.

    Wenn man ohnehin genug hat, braucht man kein Optimum. Zufriedenheit braucht die Spitze nicht.

    Hier im Forum schreiben reichlich Leute, die Sicherheitsbaustein auf Sicherheitsbaustein stapeln und fragen, ob sie vielleicht noch mehr Sicherheit erreichen können, wenn sie obendrauf nochmal einen Sicherheitsbaustein stapelten (und natürlich 0,1% des Depots in Bitcoin für die Rendite).

    Diese Art Leute ist stets hell entsetzt, wenn ich schreibe, daß ich auch im Ruhestand bei meiner Aktienquote bleiben will, allen Lebensphasenmodellen zum Trotz.

    Das ist doch ein guter Ansatz: Man sollte als Richtschnur wissen, wieviel man typischerweise für sein Leben ausgibt. Man sollte auch wissen, was typischerweise für Reisen dazukommt. Man sollte wissen, was man jetzt verdient und im Ruhestand an Einkommen zu erwarten hat. Also sollte man auf Sicht einiger Jahre taxieren können, wieviel Entnahme man aus seinem Vermögen brauchen wird. Legt man diesen Betrag mal 60 dann auf ein festverzinstes Konto, sollte man 5 Jahre einigermaßen sicher sein.

    Sicherheit ist weitgehend Illusion. Leben ist Wandel. Die einzige Sicherheit dieses Lebens möchte ich so schnell überhaupt nicht haben, nämlich die Sicherheit, mich dereinst von diesem Erdenleben verabschieden zu müssen. Das ist wirklich 100% sicher.

  • Ich bekomme immer einen Schüttelfrost wenn ich dieser Begriff lese.


    Ich bin der Meinung, dass dieser Begriff gefährlich und schädlich ist.

    Finde ich nicht. Das heißt ja auf Deutsch nichts anderes als „stumpf durchziehen“ o.ä. Also einmal gesetzte Prinzipien, quasi die „Strategie“, konsequent verfolgen. Wo siehst du denn die Gefahr?

  • Das Ding taugt auch für "mit Volldampf gegen die Wand laufen". Ich mag den Begriff auch nicht, weil damit im Kontext von Finanzforen häufig gemeint ist, Altpositionen loszuwerden, egal was es kostet. Hauptsache man hat am Ende nicht mehr als x Zeilen im Depot. Ich bevorzuge eine Sichtweise, die etwas behutsamer vorgeht.

  • Das Ding taugt auch für "mit Volldampf gegen die Wand laufen". Ich mag den Begriff auch nicht, weil damit im Kontext von Finanzforen häufig gemeint ist, Altpositionen loszuwerden, egal was es kostet. Hauptsache man hat am Ende nicht mehr als x Zeilen im Depot. Ich bevorzuge eine Sichtweise, die etwas behutsamer vorgeht.

    Dein Kommentar hat mit dem Kontext, in dem ich kiss verwendet habe, nichts zu tun. Hier ging es um Entnahme nicht um irgendwelche Assets.

  • Ich bekomme immer einen Schüttelfrost wenn ich dieser Begriff lese.


    Ich bin der Meinung, dass dieser Begriff gefährlich und schädlich ist.

    Du verstehst „KISS“ einfach falsch.


    „Stupid“ heißt nicht dumm, sondern unnötig kompliziert.

    Gerade bei Geld ist Komplexität oft kein Vorteil, sondern ein Risiko: höhere Kosten, schlechtere Transparenz, mehr Fehler. KISS heißt nicht „nicht nachdenken“, sondern nicht komplizierter machen als nötig.

    Gefährlich ist weniger Einfachheit, gefährlich ist der Glaube, dass komplexe Lösungen automatisch besser sind.

  • Dein Kommentar hat mit dem Kontext, in dem ich kiss verwendet habe, nichts zu tun. Hier ging es um Entnahme nicht um irgendwelche Assets.

    Zunächst war Dein Kommentar nicht auf die Entnahme beschränkt. Der Kontext wird aber klar wenn man weiter zurück geht in der Diskussion. Meine Antwort war exemplarisch. Aber nehmen wir Dein Beispiel für die Entnahme.

    KISS: Für x Jahre möge man einen Puffer anlegen, den man in guten Jahren aus dem Aktienteil auffüllt und in schlechten Jahren nicht auffüllt.

    Kritik:
    - Dabei wird nicht berücksichtigt, welche Einkünfte das Depot produziert sondern schlicht das Vielfache des Jahresverbrauchs als Puffer vorgesehen. Das ist für manche Depots viel zu viel und für andere sehr wenig.
    - In langjährigen Krisen, wird diese Vorgehensweise wegen mangelnder Flexibilität auf der Ausgabenseite häufig in riskante Bereiche führen, bei denen das Depot sich nicht mehr ausreichend erholen wird

    Es steht natürlich jedem frei, es einfach zu gestalten und manche mögen auch nicht das nötige Verständnis haben, um anders zu handeln. Aber KISS ist in der Regel nicht die optimale Vorgehensweise, oft genug nicht einmal in der Nähe. Nikolas Braun hat in seinem Blog daher zusätzliche Sicherheitsbausteine eingefügt, die umgekehrt aber die Entnahmehöhe negativ beeinflussen.

  • Ich bekomme immer einen Schüttelfrost wenn ich dieser Begriff lese.


    Ich bin der Meinung, dass dieser Begriff gefährlich und schädlich ist.

    Für meinen Teil bekomme ich zwar weder "Schüttelfrost" noch denke ich, daß dieses Prinzip (KISS) per se sprich automatisch "gefährlich" und "schädlich" ist.

    Unfraglich (hoch) problematisch ist aber eine mangelnde oder gar fehlende adäquate Anpassungsfähigkeit. Eine oder eher "der" Grundpfeiler der Evolution übrigens. Das gilt für die "privaten Finanzen" auf der Mikroebene bis hin zu geopolitischen Strategien der Obrigkeit (so denn eine realistische Strategie überhaupt vorhanden ist ...) auf der Makroebene - wie leider seitens Deutschlands und der EU schon länger und aktuell verstärkt zu "bewundern" ist.

    „Stupid“ heißt nicht dumm, sondern unnötig kompliziert.

    "Man soll Dinge so einfach wie möglich halten - aber nicht einfacher"

    Könnte von einem der größten Geister aller Zeiten stammen sprich Albert Einstein.

    Gerade bei Geld ist Komplexität oft kein Vorteil ...

    Geld im Fiat-Money-System und dem Umgang der Staaten und staatlichen Notenbanken damit ist per se und im Allgemeinen eine "komplexe" Angelegenheit, einzelne Währungen sind das ebenso und noch viel mehr gilt dies für Währungsexperimente (Beispiel: Europäische Einheitswährung via Währungsunion (Euro)). Dazu reicht schon ein Blick auf die Historie solcher reihenweise gescheiterter Versuche von Währungsunionen.

    Gefährlich ist weniger Einfachheit, gefährlich ist der Glaube, dass komplexe Lösungen automatisch besser sind.

    Dem ist fraglos so. Umgekehrt gilt aber leider das Gleiche.

    Erst recht dann, wenn eine persönlich solide, robuste und resiliente Finanzaufstellung prioritär ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Sovereign (11. Januar 2026 um 14:24)

  • Zunächst war Dein Kommentar nicht auf die Entnahme beschränkt. Der Kontext wird aber klar wenn man weiter zurück geht in der Diskussion. Meine Antwort war exemplarisch. Aber nehmen wir Dein Beispiel für die Entnahme.

    KISS: Für x Jahre möge man einen Puffer anlegen, den man in guten Jahren aus dem Aktienteil auffüllt und in schlechten Jahren nicht auffüllt.

    Kritik:
    - Dabei wird nicht berücksichtigt, welche Einkünfte das Depot produziert sondern schlicht das Vielfache des Jahresverbrauchs als Puffer vorgesehen. Das ist für manche Depots viel zu viel und für andere sehr wenig.
    - In langjährigen Krisen, wird diese Vorgehensweise wegen mangelnder Flexibilität auf der Ausgabenseite häufig in riskante Bereiche führen, bei denen das Depot sich nicht mehr ausreichend erholen wird

    Es steht natürlich jedem frei, es einfach zu gestalten und manche mögen auch nicht das nötige Verständnis haben, um anders zu handeln. Aber KISS ist in der Regel nicht die optimale Vorgehensweise, oft genug nicht einmal in der Nähe. Nikolas Braun hat in seinem Blog daher zusätzliche Sicherheitsbausteine eingefügt, die umgekehrt aber die Entnahmehöhe negativ beeinflussen.

    Das diese Herangehensweise nicht das Optimum ist haben wir bereits festgestellt. Ich denke aber, dass es für ganz viele in der deutschen Bevölkerung eine gangbare Lösung ist.

    Für meine Frau wäre es das zumindest und darum wird es recht vielen gehen. Wenn einer nachbleibt und wenig bis keine Ahnung von Finanzen (und auch kein Interesse zeigt) ist diese Methode einfach und stumpf. Geld, das ich nicht habe, kann ich nicht verbrauchen.

  • Das diese Herangehensweise nicht das Optimum ist haben wir bereits festgestellt. Ich denke aber, dass es für ganz viele in der deutschen Bevölkerung eine gangbare Lösung ist.

    Genau das unterschreibe ich nicht. Eine unflexible Vorgehensweise wie diese ist in lang dauernden Krisen gefährlich! Alternativ brauchst Du extrem hohe Puffer, was nur in Verbindung mit einem großen Vermögen funktioniert. Keine Lösung für die breite Masse.

  • Man kann Bücher füllen zum Thema [Entsparen im Alter].

    Mag sein, daß man zum Thema Bücher füllen kann, aber offensichtlich tun das wenige Leute. Ich könnte keinen einschlägigen Titel nennen. Du etwa?

    Aber die beiden von Dir genannten Links sind für meine Verhältnisse wirklich gut.

    Leseempfehlungen zur Einführung:

    Kapitalverbrauch im Alter

    Beck Geld anlegen und davon leben

    Stichwort zum googeln SORR oder Renditereihenfolgerisiko (sequence of return risk)

    Berücksichtigt man die Tatsache, daß das dort Genannte kein Kochrezept ist, das man sklavisch im Detail nachvollziehen soll, sondern eine allgemeine Richtschnur, dann sind beide Herangehensweisen praktisch identisch - ok: Die beiden Autoren sind miteinander auch gut befreundet und dürften ähnlicher Meinung sein.

    Ob man nun den (Zusatz-)Finanzbedarf für 5 Jahre auf einem Tagesgeldkonto hält, oder nur den Bedarf für 1 Jahr und dazu dann 3 Jahre Festverszinsliches, dürfte Jacke wie Hose sein.

  • Mag sein, daß man zum Thema Bücher füllen kann, aber offensichtlich tun das wenige Leute. Ich könnte keinen einschlägigen Titel nennen. Du etwa?

    Ich gebe zu, ich habe zu dem Thema kein einziges Buch gelesen. Es gibt aber eine ganze Reihe von teils englischsprachigen Blogs und dazu auch eine Reihe von Fachartikeln aus denen ich mir mein Wissen zusammen gesucht habe. Finanztip und Finanzfluss kann man in dem Kontext weitgehend vergessen, aber auch was ich bei Kommer gelesen habe hat mich nicht ansatzweise überzeugt. Die kratzen alle nur an der Oberfläche und haben bis heute nicht begriffen, dass Ausschütter vorteilhaft sind. Selber denken bleibt einem nicht erspart, wenn man es gut hinbekommen will.

    Die beiden von mir genannten einfachen Strickmuster sind besser als nichts und ohne Vertiefung in die Materie leicht umzusetzen für angehende Rentner. Die fallen beide unter das Etikett "KISS".

    Zuletzt war es kein großer Unterschied, ob man Tagesgeld oder Festverzinsliche verwendet hat und natürlich kann man in entsprechenden Phasen das substituieren. Je nachdem was gerade lukrativer ist, nimmt man nur Tagesgeld oder man mischt Festgeld-/Anleiheleitern hinzu oder Fonds mit entsprechenden Laufzeiten oder GEFA Entnahmepläne. Was man nicht machen sollte sind Langläufer oder Fremdwährungsanleihen. Da wird das Risiko zu groß.


    EDIT: Muss mich korrigieren, ich habe vor ca. fünfzehn Jahren ein kleines Booklet zur dynamischen Entnahme gelesen, als das selbst in Frugalistenkreisen noch ein Fremdwort war. Das wäre aber nicht geeignet, irgendetwas im Sinne einer Einführung zu dem Thema oder annähernd umfängliches.

  • Hallo zusammen,

    ich werfe hier noch die hervorragenden Artikel von Georg von https://www.finanzen-erklaert.de/ in den Ring. Georg ist ein Profi beim Thema historische Simulationen, SoRR, Entnahmestrategien (sichere Entnahmerate, "4%-Regel", glide-path, Cash-Zelt,...). Falls dieser Blog auch bei "Finanzgenies" oder "Koryphäen" noch nicht, oder nur teilweise bekannt, dann lohnt es sich, diese Beiträge zu studieren. Sind schon anspruchsvoll, Zahlennerds (wie ich) kommen hier auf ihre Kosten.