Aktienanleihe auf Bayer AG

  • {Titel durch Mod präzisiert}

    Hallo liebe Forumsmitglieder,

    ich habe vorhin bei ING DiBA Angebot über Anleihe gelesen. Bayer ist ja jetzt wieder bei aufsteigenden Aktienkursen.

    Ich wollte mit 2000 € evtl. einsteigen.

    Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich dieses Angebot richtig beurteile. Bitte gebt mir eure persönliche Einschätzung dazu.

    Vielen lieben Dank!

    Bayer AG

    DE000HM0S901 / HM0S90

    Aktienanleihe Pro mit Barriere

    HSBC Trinkaus & Burkhardt GmbH | Barriere: 80%

  • Kater.Ka 6. Januar 2026 um 11:31

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum.

    Bei dem Produkt handelt es sich nicht um einen Anleihe, sondern ein Derivat, das so ähnlich bezeichnet ist. Bitte dazu das Basisinformationsblatt lesen. https://kid.hsbc-zertifikate.de/DE/DE000HM0S901.pdf

    Persönlicher ggf. fehlerbehafteter Kommentar:

    Vereinfacht gesprochen erhälst Du die Zinszahlung dafür, dass Du das Risiko übernimmst, dass Bayer im nächsten Januar nicht mehr als 20% verloren hat. Falls das doch passiert verlierst Du diesen prozentualen Kursrückgang. Am Kursanstieg bist Du nicht beteiligt. Ferner treten Produktkosten und ein Ausgabeaufschlag auf. Es handelt sich um ein Investment auf einen Einzelwert mit den entsprechenden Risiken, das zusätzlich durch die Derivatestruktur erhöht ist.

  • Kater.Ka 6. Januar 2026 um 11:32

    Hat den Titel des Themas von „Anleihe“ zu „Aktienanleihe auf Bayer AG“ geändert.
  • ...

    Ich wollte mit 2000 € evtl. einsteigen.

    Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich dieses Angebot richtig beurteile. Bitte gebt mir eure persönliche Einschätzung dazu.

    Warum gibst Du nicht zuerst Deine eigene Einschätzung?

    Wer, glaubst Du, kann die Zukunft der Fa. Bayer besser einschätzen? Du oder HSBC Trinkaus & Burkhardt GmbH?

  • Das sind die Vehikel, bei denen die Bank meist doppelt verdient. Erst die Abschlusskosten und dann, wenn der Kurs doch fallen sollte werden die versprochenen Zinsen nicht gezahlt. Rückkauf dann nur mit Verlust oder warten bis zur Endfälligkeit. Oder, wenn es doch gut laufen sollte, wird das Zertifikat von der Bank gekündigt, da für sie Minusgeschäft.
    Ich spreche aus leidvoller (indirekter) Erfahrung, da mein Schwiegervater so was auf Bayer hat. Für 80k gibt es (da die Barriere durchbrochen wurde) 80 Euro Ausschüttung pro Jahr und wir sind immer noch knapp 15% im Minus.

    Lese das Informationsblatt und nur wenn du es komplett verstanden hast und dann immer noch dort anlegen willst, tu es.

  • Wenn Du kein Problem damit hast, dass die 2000€ möglicherweise komplett verloren gehen, dann kannst Du es tun. Ich persönlich würde das Geld stattdessen in einen bewährten weltweit anlegenden ETF stecken.

  • Ich kann dem bisher Geschriebenen nur zustimmen. Ich hatte solche Produkte auf Empfehlung meines damaligen persönlichen "Bankberaters". Leider war damals die Produkt-Information noch keine Pflicht. Ich vermute, dass ich die Finger davon gelassen hätte, wenn ich so genau informiert gewesen wäre. Die ersten Anlagen liefen tatsächlich gut und ich bekam die Rendite. Das veranlasste mich zu weiteren Investitionen und dann liefs leider nicht mehr gut und ich hatte statt guter Rendite schlechte Aktien im Depot. Ein erhebliches Verlustgeschäft. Das hat mich aber dazu gebracht, nicht mehr blind zu vertrauen, sondern nachzuprüfen. Insofern hatte es doch noch was Gutes.

  • Wenn du auf (regelmäßige) Ausschüttungen aus bist, kannst du alternativ in einen High Yield ETF anlegen, z.B. von Vanguard. Da sind dann ca. 3% Ausschüttungsrendite (vor Steuern) bei der ETF-typischen (breiten) Streuung drin. Dann aber täglich verfügbar bei der üblichen ETF-TER und den Einstiegskosten bei deinem Broker. Also zwischen nix, geringer Fixgebühr oder als Sparplan zu den Sparplankosten.

  • Bei dem Produkt handelt es sich nicht um einen Anleihe, sondern ein Derivat, das so ähnlich bezeichnet ist. Bitte dazu das Basisinformationsblatt lesen. https://kid.hsbc-zertifikate.de/DE/DE000HM0S901.pdf

    Noch ein bißchen komplizierter: Eine Aktienanleihe ist eine Kombination einer Nullzinsanleihe mit einer verkauften Put-Option. Für die Anleihe gibt es einen Zins, für den Verkauf der Option gibt es eine Prämie. Beides wird so zusammengemurkelt, daß es scheint, als gäbe es einen hohen Zins für diese Geldanlage:

    Kracht die Börse (und 20% ist kein besonders großer Abstand), bekommt der zinsgeile Sicherheitsanleger den Basiswert ins Depot gebucht und ist fürderhin Aktionär (was er nie sein wollte). Was eine solche Option wert Ist, kann man ausrechnen. Das wird in diesem Fall aber nicht transparent dargestellt, sondern in dem strukturierten Produkt versteckt. Man kann davon ausgehen, daß die verkaufende Bank ein ordentliches Stück für sich abbeißt.

  • Bei dem Produkt handelt es sich nicht um einen Anleihe, sondern ein Derivat, das so ähnlich bezeichnet ist.

    Rechtlich ist es schon eine Anleihe. Aber eben eine strukturierte Anleihe, die ein Derivat (Put short) enthält. Jedes verbriefte Derivat ist rechtlich eine Anleihe, umgangssprachlich auch Zertifikat genannt.

    Das sind die Vehikel, bei denen die Bank meist doppelt verdient. Erst die Abschlusskosten und dann, wenn der Kurs doch fallen sollte werden die versprochenen Zinsen nicht gezahlt. Rückkauf dann nur mit Verlust oder warten bis zur Endfälligkeit. Oder, wenn es doch gut laufen sollte, wird das Zertifikat von der Bank gekündigt, da für sie Minusgeschäft.

    Das ist falsch. Es ist ein Produkt für risikobereite Anleger (auch Zocker genannt), die sich mit Optionen auskennen. Die Zielgruppe ist im BIB genannt.

    Die HSBC ist jedoch kein Zocker, sondern eine durchaus seriöse Bank. Die will keine Risikoposition eingehen, sondern Provision verdienen. Sie wird am Emissionstag das Produkt vollständig hedgen und die eingerechnete Marge vereinnahmen. Ob danach die Aktie steigt oder fällt ist für das Ergebnis der Bank irrelevant.

    Wer, glaubst Du, kann die Zukunft der Fa. Bayer besser einschätzen? Du oder HSBC Trinkaus & Burkhardt GmbH?

    Das ist irrelevant. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Du gegen die Bank spekulierst. Eher hofft die Bank auf einen Erfolg des Produktes, da Du dann das Folgeprodukt kaufen wirst. IdR dürfen Emittenten keine Aktienanleihen auf Basiswerte emittieren, die das Hausresearch negativ bewertet.

  • die 2000€ möglicherweise komplett verloren gehen

    Dazu müsste Bayer komplett pleite gehen.

    Man kann davon ausgehen, daß die verkaufende Bank ein ordentliches Stück für sich abbeißt.

    Das ist das Ziel der Bank. Den Betrag kannst Du ja im BIB oben nachlesen, hier 2,5% für 1 Jahr.

    Insofern ist das Zertifikategeschäft recht transparent. Frage mal einen Autoverkäufer, wo Du seine Marge nachlesen kannst.


    P.S.: Meine Anmerkungen und Richtigstellungen bitte nicht so verstehen, dass mir das Produkt gefallen würde!!

  • Laut Prospekt Minimum 1.077 EUR Auszahlung bei 10.000 EUR Anlagevolumen. Das ist nicht ganz Totalverlust, aber schon nahe dran. Also dann lieber direkt Bayer-Aktien kaufen, wenn ich Vertrauen in diese Firma habe. Da ist wenigstens Substanz dahinter, im Gegensatz zum Derivat, das lediglich eine Wette auf eine mögliche Entwicklung ist.

  • Sie haben wenigstens Immobilien, Patente, Markenrechte, Aufträge, Produkte. Das Derivat hat ... nix.