Wie mit fondsbebundener Lebensversicherung (steuerfrei) verfahren?

  • Ich muss aufgrund aktueller Entwicklungen das Thema hier nochmal aufmachen:

    Die Zurich teilte mir in einem Schreiben relativ nebenbei (es ging hauptsächlich um die Beantwortung meiner Fragen zu Kostenstruktur, Beitragsfreistellung etc.) mit:

    "Bei Ihrem Vertrag haben wir eine Umschichtung in das konventionelle Guthaben vorgenommen"

    Bedeutet das jetzt, da die Umschichtung wohl nach dem "Einbrechen" der Aktienkurse geschah, ich entsprechend diesen Verlust gar nicht mehr aufholen kann oder zumindest keine annähernd gute Rendite im Vergleich zu meinem ETF Depot herausholen, wenn mein Kapital jetzt nur noch mit 2,75% vor Abzug der Kosten verzinst wird?

  • Wen willst du mit diesem Sparplan der als „Lebensversicherung“ verkauft wird absichern wenn du keine Kinder hast?

    Hast du dir schon mal ausgerechnet wo die 10% Dynamik hinführt wenn du den Vertrag so weiterlaufen lässt?

    Die Dynamik sofort kündigen, was an der Steuerfreiheit nichts ändert. LV Fondspolicen galten damals eine seriöse Altersvorsorge, zumal privaten Rentenversicherungen wegen des Risikos eines langen Überlebens schlechter kalkuliert wurden. Durch die Dynamisierung geht die Versicherung in jedem Jahr von einem neuen Vertrag aus. Zudem steigt das zu versichernde Todesfallrisiko. Die Zurich gilt als teuer.

  • Wir haben genau die gleiche PRV bei der Zurich und auch mit Abschluss 2004 😃


    Da hat der gute Deutsche Bankberater den Großeltern für seine Enkel eine PRV angedreht, mit BU.

    Da ich mich schon vor geraumer Zeit darum gekümmert habe:

    1. Schon lange die Dynamisierung herausgenommen
    2. Umgestellt auf: 20% Goldman Sachs Emerg. Markets Equity und 80% DWS ESG Akkumula TF
    3. Der quartalsweise Beitrag von knapp 200 € wird von Zurich praktisch nur noch in den Garantie gepackt, die aber immerhin mit 2,75% verzinst wird.
    4. Die aktuell mit Excel berechnete Rendite (interner Zinsfuss) aller bisherigen Einzahlungen und aktuellem Rückkaufwert beträgt immerhin 4,55 %. Und die wäre steuerfrei bei Einmalauszahlung.
    5. Leider weist Zurich auf den jährlichen Standmitteilungen nicht die prozentualen Kosten aus. Günstig ist natürlich anders.
    6. Insofern lassen wir das als Baustein der Altersvorsorge weiterlaufen
  • Bedeutet das jetzt, da die Umschichtung wohl nach dem "Einbrechen" der Aktienkurse geschah, ich entsprechend diesen Verlust gar nicht mehr aufholen kann oder zumindest keine annähernd gute Rendite im Vergleich zu meinem ETF Depot herausholen, wenn mein Kapital jetzt nur noch mit 2,75% vor Abzug der Kosten verzinst wird?

    Die Zurich muss die vereinbarte Garantie sicherstellen.

    Daher wird ab Zeitpunkt X die Einzahlung für die Garantie benutzt und ggf. auch aus den Fonds umgeschichtet. Das musste ich auch erst durchringen.

    Die Umstellung war schon vor über 10 Jahren.

    Aktuell beträgt der Anteil Garantieguthaben 40% und Fondsanlage 60%.

    Prozentual sinkt die jährliche Zunahme am Garantanteil und liegt aktuell bei 13%. Vor 10 Jahren waren das noch 40%…

  • Der Vertrag wurde damals über meinen Onkel (zu der Zeit Banker, hatte allerdings nichts mit Versicherungen zu tun) mit meinen Eltern abgeschlossen. Dass meine Frau und ich keine Kinderplanung haben, war damals natürlich noch gar nicht absehbar :)


    frag doch mal den Onkel, ob er dir die Provision vom Abschluss und v.a. die jährlichen Dynamisierung weitergibt oder wenigstens einen Teil.

    Hast du mit dem Onkel mal über das Produkt gesprochen. Er war in jedem Fall mit der Zurich und Deutschen Bank der größte Gewinner…

  • Der quartalsweise Beitrag von knapp 200 € wird von Zurich praktisch nur noch in den Garantie gepackt, die aber immerhin mit 2,75% verzinst wird.

    Da wird es jetzt sogar noch wilder bei mir:
    Ich habe vorgestern lange mit der Zurich telefoniert.. Und die gute Dame hat dann mit ihrem Abteilungsleiter gesprochen und dann sehr peinlich berührt zugegeben, dass im letzten Schriftstück ein Fehler unterlaufen sei, denn es gäbe bei meinem Vertrag gar keine Verzinsung des garantierten Guthabens.
    Wie viel umgeschichtet wurde, konnte sie mir auf der anderen Seite aber auch nicht sagen, und auch nicht genau wann. Das heißt, ich darf jetzt auf den Stand von Ende März (machen sie ja nur monatlich) warten, um zu sehen, wo der Rückkaufswert liegt.

    Zum 01.03. lag er bei 62k€, ich befürchte aktuell wohl deutlich darunter.
    Je nach Anteil der jetzt im Sicherheitsbaustein liegt durch die Umschichtung werde ich den Verlust auch nicht mehr rausholen können.

    Hast du mit dem Onkel mal über das Produkt gesprochen. Er war in jedem Fall mit der Zurich und Deutschen Bank der größte Gewinner…

    Das habe ich falsch beschrieben. Mein Onkel war bei der Deutschen Bank (im Bereich Privatkredite). Sein Kollege hat meinen Eltern dann die Versicherung verkauft. Mein Onkel hatte damit also gar nichts zu tun. Ich glaube niemand, außer dem Verkäufer, und nun zum Glück mittlerweile mir, kannten sich mit der Thematik dieser Versicherungen aus und waren "geblendet" von dem Buzzword "steuerfrei". (War ich auch, bis ich mich in diesem Forum angemeldet habe ;)

  • Die angesprochene Garantie war (und ist) ein weiteres Problem dieser Verträge. Weil sich die Umlaufrendite gegen 0 % entwickelte, konnte man aus Sicht der meisten Versicherung auch nicht mit der günstigen Entwicklung des Fondswertes argumentieren. Die Todesfallleistung durfte zudem auch nicht beliebig verringert werden (Cosmos bot 10% an), da das Finanzministerium wenigstens 60% forderte. Das galt dann auch rückwirkend, was nicht häufig ist. Insgesamt war die Konstruktion, natürlich ohne die Dynamik, aus der Sicht von vor über 20 Jahren gut. Die Zurich hatte allerdings hohe interne Kosten.

  • Die Zurich hatte allerdings hohe interne Kosten.

    Zu denen man allerdings auch nicht viel erfährt. In einem zweiseitigen Schreiben erklären sie, welche und warum es Kosten gibt. Werte geben sie aber nicht an.

    Außer für die Abschlusskosten. Diese betragen 4% (in meinem Fall 1.620€ listen sie auf, allerdings nicht, wie sich der Wert zusammensetzt, bzw. wovon 4%)

    Zudem bei jeder Dynamik (die bis auf ein paar Ausnahmen fas jedes Jahr gemacht wurde) nochmal 4% von der Differenz des alten Beitrags zum neuen Beitrag. Ob damit einmalig die monatliche Beitragssumme oder die des gesamten Jahres gemeint ist, schreiben sie nicht. Ich befürchte letzteres :/

  • Die aktuell mit Excel berechnete Rendite (interner Zinsfuss) aller bisherigen Einzahlungen und aktuellem Rückkaufwert beträgt immerhin 4,55 %. Und die wäre steuerfrei bei Einmalauszahlung.

    Das aber nach Abzug der Kosten, oder? Kommt mir sonst doch etwas niedrig vor.

    Ich habe es jetzt aktuell nicht nachgerechnet, aber von den Kursentwicklungen waren die Fonds nicht schlecht.
    So hat sich das Guthaben meines Vertrags alleine vom 01.01.2026 zum 01.03.2026 von 58k€ auf 62k€ entwickelt..

  • Also unsere Verträge und das ganze Set Up klingt so ähnlich.

    Ich rate dir dringend, hier nochmal nachzuhaken:


    bei uns

    Du wirst lachen, genau dieser Passus steht auch in dem Schreiben, welches ich jetzt auf Nachfrage bekommen habe:

    Am Telefon erfolgt dann allerdings die Entschuldigung und die Aussage, dass man mit dem verantwortlichen Mitarbeiter, der mir den Text geschickt hat, ein ernstes Wort sprechen würde, da ich diese Kondition in meinem Vertrag nicht hätte.

    Da werde ich wohl mal die alten Vertragsunterlagen wälzen müssen, wenn ich mal wieder zuhause bin.

    Wieder einmal bewahrheitet sich: keine Geschäfte mit der Familie.

    Vielleicht hat dein Onkel dennoch Zugriff auf den damaligen super Spezi…

    Zugriff bestimmt. Wobei er jetzt auch schon etwas länger in Rente ist.

    Wo ich mir aber zu 100% sicher bin, dass mein Onkel meine Eltern (die damals den Vertrag bei seinem Kollegen unterschrieben haben) nicht wissentlich hat ins offene Messer laufen lassen, bzw. sich auf unsere Kosten bereichern wollte. Gut möglich, dass er sogar selber so einen Vertrag hat.

  • Am Telefon erfolgt dann allerdings die Entschuldigung und die Aussage, dass man mit dem verantwortlichen Mitarbeiter, der mir den Text geschickt hat, ein ernstes Wort sprechen würde, da ich diese Kondition in meinem Vertrag nicht hätte.

    Ist ja spaßig…bekanntlich haftet die Firma immer für ihren „Erfüllungsgehilfen“ .

  • Auf Heller und Pfennig kann es wohl keiner genau berechnen. Ich tendieren dazu, den Vertrag (ohne Dynamik) zum frühestes möglichen Zeitpunkt abzurufen, also nicht zu kündigen. So schlecht sind die Fonds nicht und wenn die Gesellschaft in Zukunft bessere anbietet kann man meist switchen. Solche Altlasten haben viele und einige hat es deutlich härter erschwischt.

  • Auf Heller und Pfennig kann es wohl keiner genau berechnen.

    Absolut. War für mich auch nur wichtig zu verstehen, ob die PRV negativ, um die 0% oder doch höher rentiert.

    Und zumindest bei uns ist das ein eher kleiner Baustein zur Schließung der Rentenlücke.

    Saidi erwähnt ja immer wieder, dass er seine PRV „platt“ gemacht hat.

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