Riester-Banksparplan

Kaum Angebot fürs einfache Riester-Sparen

Sara Zinnecker
& Co-Autor
Stand: 11. März 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Riester-Banksparplan ist eine einfache und kostengünstige Art zu riestern.
  • Sparer zahlen monatlich in den Vertrag ein und erhalten eine Verzinsung, die sich an einem Referenzzins orientiert.
  • Allerdings liegen diese Zinsen zurzeit praktisch bei null. Außer den Beiträgen landet also nur noch die Riester-Zulage auf dem Konto.
  • Außerdem ist es schwer geworden, an einen solchen Vertrag zu kommen. Es gibt nur noch zwei Angebote, die bundesweit erhältlich sind. Dazu kommen sechs lokale Angebote.
  • Bei laufenden Verträgen erhöhen manche Banken die Gebühren oder ändern den Zins. Teilweise prüfen Gerichte, was zulässig ist.
So gehen Sie vor
  • Schließen Sie einen Banksparplan dann ab, wenn Sie sich mit einem einfachen Riester-Vertrag vor allem die Förderung sichern wollen.
  • Wollen Sie dagegen sicher eine selbst bewohnte Immobilie kaufen, eignet sich ein Riester-Darlehen oder ein Riester-Bausparvertrag.
  • Suchen Sie nach besseren Renditechancen, ist ein Riester-Fondssparplan die beste Wahl. Empfehlenswert sind die rabattierte DWS Toprente oder das Angebot von Fairr.
  • Riester-Banksparpläne bieten die Sparkassen Holstein (online) und Niederbayern-Mitte (nach Beratung) bundesweit an. Fragen Sie auch bei Ihrer Sparkasse oder Volksbank vor Ort.
  • Will die Bank die Konditionen ihres laufenden Vertrags nachträglich ändern, sollten Sie zunächst nicht zustimmen. Die Bank kann Ihnen nicht kündigen.

Im Riester-Universum führt das einfachste Riester-Produkt ein Nischendasein: Nur etwa jeder 20. Riester-Vertrag ist ein Banksparplan. Viel mehr werden es wohl auch nicht mehr: Seit 2017 bieten kaum noch Banken den Sparplan an. Im Niedrigzinsumfeld lohnt sich das Geschäft für viele Banken nicht mehr. 

Welche Vor- und Nachteile hat ein Riester-Banksparplan?

Der Riester-Banksparplan hat gegenüber den anderen Riester-Arten, etwa der Riester-Rentenversicherungen oder dem Fondssparplan, einige Vorteile. 

  1. Er ist einfach: Der monatliche Riester-Beitrag fließt komplett vom ersten Tag an in den Sparplan. Die Höhe des Guthabens ist jederzeit einsehbar. Die Verzinsung ist meist variabel und orientiert sich an den Guthabenzinsen für Sparguthaben.  
  2. Er ist günstig: Anders als bei der Riester-Rentenversicherung fallen keine Abschlussgebühren an. Der Vertrag lohnt sich daher auch für Sparer, die nur noch 10 oder 15 Jahre bis zur Rente haben.
  3. Sie bleiben flexibel: Wenn Sie noch nicht genau wissen, ob Sie in ein paar Jahren bauen wollen, ist der Banksparplan ebenfalls eine passende Option. Sie können Ihr angespartes Guthaben ohne Abschläge zum Beispiel für den Erwerb von Wohneigentum entnehmen. 

Sind Sie allerdings bereits sicher, dass Sie später ins Eigenheim wollen, passt ein Riester-Bausparvertrag noch besser. Denn dann können Sie später mit ihren Riester-Beiträgen Ihren Baukredit zurückzahlen. Ein Riester-Darlehen (Wohn-Riester) eignet sich dann, wenn Sie sofort in eine geförderte Eigenheim-Finanzierung starten wollen. 

Kaum Renditechancen

Der Nachteil: Mehr als die sogenannte Förderrendite – also die Rendite, die Sie aufgrund der staatlichen Zulagen und Steuervorteile erzielen – gibt es beim Banksparplan im derzeitigen Niedrigzinsumfeld nicht. Besonders profitiert, wer mehrere Kinder hat (viele Zulagen) oder wer sehr gut verdient (Steuervorteil). Allerdings gilt dies natürlich auch für die anderen Riester-Formen. Mehr zur Förderung lesen Sie weiter unten

Die Sparverzinsung bei Banksparplänen hingegen liegt bei null oder nahe null. Bei einigen Sparkassen erhalten Kunden Bonuszahlungen ab einer gewissen Anzahl an Jahren, die sie sparen. Doch auch diese bringen – auf die Laufzeit umgerechnet – wenig. 

Denken Sie also vor allem dann darüber nach, einen Riester-Banksparplan abzuschließen, wenn Ihnen die Vorteile des Banksparplans – also etwa die Verständlichkeit und Flexibilität – wichtig sind. Informieren Sie sich im Zweifel über andere Riester-Formen.

Wo gibt es noch Riester-Banksparpläne?

Riester-Banksparpläne werden traditionell von Volksbanken und Sparkassen vertrieben. Überregional gibt es hier für Neukunden aber kaum mehr Angebote: Die zehn von uns im Februar 2016 untersuchten Banken hatten bis spätestens Ende 2016 den Vertrieb eingestellt. Darunter auch die langjährige Finanztip-Empfehlung, die Volksbank Gronau-Ahaus.

Seit April 2017 bietet die Sparkasse Holstein wieder einen Banksparplan an, den Kunden deutschlandweit und online abschließen können. Die Mainzer Volksbank hatte zum April 2017 den Banksparplan für Kunden aus dem Geschäftsgebiet wieder im Programm, stellte diesen aber Anfang Dezember 2018 endgültig ein.

Das wurde aus den überregionalen Riester-Banksparplänen

AnbieterKommentar
Deutsche Skatbank/
VR Alteburger Land
eingestellt im Dezember 2016
Förde Sparkasseeingestellt zum Jahresende 2016
VB Gronau-Ahauseingestellt zum 30. November 2016
VR Genobank Fuldaeingestellt zum Jahresende 2016
Kreissparkasse Halleeingestellt zum Jahresende 2016
Rostocker VR Bankeingestellt zum Jahresende 2016
Sparda Bank Hannovereingestellt zum 1. Oktober 2016
Sparkasse Gelsenkircheneingestellt zum Jahresende 2016
Mainzer Volksbankeingestellt zum 1. Dezember 2018
Sparkasse Holsteinbietet den Sparplan seit April 2017
überregional online an

Quelle: Anbieter (Stand 14. Dezember 2018)

Hier können Sie Riester-Banksparpläne vor Ort abschließen

Die überwiegende Anzahl Banken hat mittlerweile auch den regionalen Vertrieb von Riester-Banksparplänen eingestellt. In ihrer Untersuchung vom Oktober 2017 zählt die Stiftung Warentest acht Banken mit Angeboten für Kunden aus dem Geschäftsgebiet. 

Im Dezember 2018 waren es noch sieben: die Sparkassen in Aachen, Bamberg, Donauwörth und Pforzheim Calw, die Sparkasse Niederbayern-Mitte sowie die Kreissparkassen Northeim und Verden.

Warum sich Anbieter zurückziehen

Zum einen konnten die Banken wegen der anhaltend niedrigen Marktzinsen mit den Kundengeldern nicht so viel Geld verdienen wie in der Vergangenheit. Gleichzeitig bieten alle Banken andere Riester-Formen (wie Rentenversicherungen oder Bausparverträge) an, die deutlich einträglicher sind. Teilweise haben Banken für ihre Kunden mit Riester-Banksparplan daher Gebühren eingeführt.

Zum anderen schreibt der Gesetzgeber seit Anfang 2017 vor, dass Anbieter von staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen Kunden beim Neuabschluss ein detailliertes Produktinformationsblatt (PIB) aushändigen müssen. Im PIB enthalten sein müssen unter anderem die effektiven Kosten des Produkts und eine Einschätzung des Risikos für den Kunden. Die Erstellung eines PIBs war den verbliebenen Anbietern offenbar zu aufwendig und teuer.

Welche anderen Riester-Verträge gibt es?

Interessieren Sie sich für einen Riester-Vertrag, sollten Sie prüfen, ob andere Riester-Sparformen infrage kommen.

Die flexibelste der verbleibenden Varianten ist der Riester-Fondssparplan. Riester-Sparen mit Fonds bietet die Chance auf eine etwas bessere Rendite als andere Riester-Formen, denn ein Teil der Beiträge ist in Aktien angelegt. Auch beim Riester-Fondssparplan sind die eingezahlten Beiträge garantiert. Finanztip empfiehlt die Fondssparpläne von Fairr oder die rabattierte Form der DWS Toprente, die ohne Ausgabeaufschlag für die Fondsanteile auskommt. Wie beim Banksparplan sind die Anfangskosten also besonders niedrig.

Die Riester-Rentenversicherung ist eine mögliche Lösung für alle, die schon jetzt sicher wissen wollen, wie viel Rente sie später einmal erhalten. Ein Riester-Bausparvertrag sichert dagegen niedrige Zinsen in der Zukunft. Ist das Bauspardarlehen ausgezahlt, dienen die Riester-Beiträge dazu, den Baukredit wieder zu tilgen.

Der Riester-Bausparvertrag ist also eine sinnvolle Lösung für Riester-Sparer, die absehbar in sieben bis zehn Jahren Geld in ihr Eigenheim investieren möchten. Wer nicht baut, zahlt allerdings im Vergleich zum Riester-Banksparplan zu viel, denn am Anfang fällt eine Abschlussgebühr an; die Sparzinsen sind ebenfalls sehr niedrig.

Für Sparer ab 55 Jahren ist die Förderrendite drin

Für Kunden, die nur noch zwölf oder weniger Jahre bis zur Rente haben, ist es derzeit schwer. Rentenversicherungen kommen für sie nicht infrage, da die Anbieter oft eine höhere Mindestlaufzeit voraussetzen. Die Anbieter brauchen oft 15 Jahre oder länger, um diese Anfangskosten wieder zu verdienen und die Beiträge sicher bereitstellen zu können.

Von den empfohlenen Fondssparplänen nimmt Fairr Neukunden an, die noch zwölf Jahre bis zur Rente haben. In dem Fall gibt es eine Aktienquote von 61 Prozent (Stand: Dezember 2018). Bei der Uniprofirente Select können Kunden noch bis vier Jahre vor Rentenbeginn einen Riester-Fondssparplan abschließen. Auch hier ergibt sich die Rendite dann aber ausschließlich über die Zulagen und Steuervorteile, nicht über die Sparverzinsung. Denn vom Beitrag fließt kurz vor Laufzeitende so gut wie nichts mehr in Aktienfonds. 

Was sollten Sie tun, wenn Sie einen Riester-Banksparplan haben?

Haben Sie in der Vergangenheit bereits einen Riester-Banksparplan abgeschlossen, dann bleiben Sie dabei – auch dann, wenn die Bank Änderungen der Konditionen ankündigt, Zinsen senken oder Gebühren einführen will. 

Bei neuen Zinsklauseln: Änderungen ablehnen

Manche Banken, darunter die Kreissparkassen Kaiserslautern und Tübingen und die Sparkassen Frankfurt und Lörrach-Rheinfelden, forderten ihre Kunden in den vergangenen Monaten auf, neue Vertragsbedingungen zu akzeptieren. Mit den Anpassungen wären Negativzinsen nicht mehr ausgeschlossen – auch eine Verrechnung von negativen Sparzinsen und Bonuszahlungen wären denkbar. 

Die Verbraucherzentralen hatten die Praxis abgemahnt und haben sich zum Teil auch an Gerichte gewandt. Ob eine Negativverzinsung bei Riester-Verträgen grundsätzlich möglich ist, ist noch nicht geklärt. Unter Umständen ist es jedoch zulässig, dass eine Bank Negativzinsen mit positiven Bonuszahlungen verrechnet, solange die Gesamtverzinsung positiv bleibt. Das Oberlandesgericht Stuttgart prüft den Fall (AZ 234 U 47/18). Zuvor war die Klage vom Landgericht Tübingen abgewiesen worden (LG Tübingen, Urteil vom 29. Juni 2018, Az. 4 O 220/17).

Unser Rat: Sollte Ihre Bank Sie ebenfalls anschreiben und auffordern, neue Zinsbedingungen zu akzeptieren, stimmen Sie dem erst einmal nicht zu. In aller Regel kann die Bank Ihnen nicht kündigen. In der Regel werden Verbraucherzentralen einen Gerichtsentscheid anvisieren. Diesen sollten Sie abwarten. Alternativ können Sie sich, wenn Sie unsicher sind, auch an den Ombudsmann wenden.  

Bei Gebührenerhöhungen: Nicht zustimmen

Die langjährige Finanztip-Empfehlung für den Riester-Banksparplan, die Volksbank Gronau-Ahaus, nahm Ende 2018 einen neuen Anlauf, eine jährliche Verwaltungsgebühr von 10 Euro für Bestandskunden einzuführen. Betroffen sind die Kunden, die bei der ersten Ankündigung der Gebühr Ende 2016 widersprochen hatten.

Wir haben berechnet, dass sich die Rendite des Vertrags auch durch eine solche Gebühr kaum verändert, solange die garantierte – in diesem Fall feste – Verzinsung gleich bleibt. Dennoch ist die Gebühr zumindest strittig und entgegen der Formulierung der Bank haben Sie ein Recht, diese Vertragsänderung abzulehnen. Sie riskieren dabei nichts: Die Bank kann Ihnen einseitig nicht kündigen. 

Ein Leser hat uns aber berichtet, dass die Bank nach einem entsprechenden Schriftwechsel bei ihm darauf verzichtet, die Gebühr zu erheben. Er verwies auf Paragraf 12 Abs. 5 der AGB. Dort wird Kunden ausdrücklich eingeräumt, dass sie Änderungen von sogenannten Hauptleistungen, zu denen eine Kontoführungsgebühr gehört, ablehnen können. Darüber hinaus drohte er mit gerichtlichen Schritten. Dies führte in seinem Fall zum Erfolg. 

Bereits 2016 hatte die Bank versucht, eine derartige Gebühr einzuführen. Damals lauteten die AGB noch etwas anders. Hier konnte ein Schiedsspruch des Ombudsmanns die Einführung der Gebühr zunächst stoppen – zumindest für einige der Kunden, die damals widersprochen hatten. Der Ombudsmann hatte festgestellt, dass der Kunde Vertragsänderungen ablehnen kann und dabei kein Risiko eingeht, denn: Im Vertrag hatte die Bank ein einseitiges Kündigungsrecht explizit ausgeschlossen. 

Alternative: Riester wechseln

Wer sich nicht mit Vertragsänderungen herumschlagen will oder im Lauf der Zeit feststellt, dass er doch lieber mehr Chance auf Rendite haben möchte, kann darüber nachdenken, vom Riester-Banksparplan auf einen Fondssparplan zu wechseln. Zu den Finanztip-Empfehlungen Fairr und der rabattierten DWS Toprente ist ein Wechsel ohne weitere Abzüge möglich.

Übertragen wird in diesem Fall das Bestandsguthaben. Wer also mit einem Guthaben wechselt, das unter der Beitragsgarantie liegt, hat im neuen Vertrag auch nur dieses Übertragsguthaben garantiert. Wer mit einem Guthaben wechselt, das über der Beitragsgarantie liegt, kann dieses höhere Guthaben als neue Garantie festschreiben. 

Mehr dazu im Ratgeber Riester-Fondssparplan

  • Ein Fondssparplan bietet unter allen Riester-Varianten die beste Chance auf eine hohe Aktienrendite.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DWS Toprente Dynamik (über Online-Vermittler), Fairrriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

Zum Ratgeber

Wie funktioniert die Förderung bei Riester?

Selbst wenn die laufende Verzinsung eines Riester-Banksparplans über die gesamte Laufzeit null betragen hat: Am Ende profitieren Sparer von der Rendite, die sich aus den staatlichen Zulagen und Steuervorteilen ergibt.

Zulagen - Sie erhalten pro Person eine Zulage von 175 Euro im Jahr, wenn Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens, maximal 1.925 Euro, im Jahr sparen. Die Zulage ist seit 2018 von 154 auf 175 Euro gestiegen. Für jedes Kind, das nach dem 1. Januar 2008 geboren wurde, erhalten Sie zusätzlich 300 Euro im Jahr. Für Kinder, die früher geboren sind und für die Sie Kindergeld erhalten, zahlt der Staat eine Prämie von 185 Euro pro Kind.

Steuerersparnis - Sie können Einzahlungen in Höhe von maximal 2.100 Euro im Jahr in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend machen. Die 175 Euro Prämie sowie etwaige Zulagen für Kinder werden von den gesparten Steuern allerdings wieder abgezogen. Zudem müssen Sie im Rentenalter die Leistungen aus dem Banksparplan versteuern – im Fachjargon wird das nachgelagerte Besteuerung genannt.

Riester-Förderung der privaten Altersvorsorge

Zulagen

im Jahr

pro Förderberechtigtem175 €
pro Kind (vor 2008 geboren)185 €
pro Kind (2008 oder später geboren)300 €
 Steuervorteil:
maximal geförderter Sparbetrag2.100 €
Höhe Steuervorteil (näherungsweise)

Differenz aus Grenzsteuersatz im Berufsleben
und im Rentenalter, Zulagen werden
mit Steuervorteil verrechnet

So viel bringt die Riester-Förderung

Folgende Tabelle zeigt schließlich, wie viel Rendite allein die Förderung bestimmten Mustersparern über 30 Jahre pro Jahr bringt. Wir tun also einmal so, als würde das Sparprodukt, zum Beispiel der Banksparplan, über die Anlagedauer keine Rendite erzielen. 

Als Profile für Mustersparer haben wir die Fälle gewählt, die besonders viel oder wenig von der Riesterförderung profitieren:  

  • Single, der durchschnittlich viel verdient, also etwa 36.000 Euro brutto pro Jahr.
  • Alleinstehender Besserverdiener, der 70.000 Euro brutto im Jahr verdient.
  • Geringverdiener, der im Jahr brutto 26.000 Euro bekommt und ein Kind hat, das 2014 geboren ist.
  • Alleinerziehendes Elternteil mit drei Kindern, die nach 2008 geboren sind. Die Mutter/der Vater arbeiten in Teilzeit und verdienen 12.000 Euro pro Jahr.
  • Ehepaar mit drei Kindern, die nach 2008 geboren sind. Einer verdient durchschnittlich viel (rund 36.000 Euro pro Jahr), der andere hat kein Einkommen und riestert mit dem Minimalbeitrag von 60 Euro im Jahr mit.

So viel Rendite bringt die Riester-Förderung über 30 Jahre1

Musterfall

Einzahlungen2

nach

30 Jahren

Kontostand

nach

30 Jahren

Rendite durch

Förderung

pro Jahr3

Durchschnittsverdiener, Bruttoeinkommen 36.000 €, keine Kinder29.360 €43.200 €2,37 %
Besserverdiener, Bruttoeinkommen 70.000 €, keine Kinder35.085 €63.000 €3,44 %
Geringverdiener, Bruttoeinkommen 26.000 €, ein Kind (geboren 2014)18.580 €31.200 €3,27 %
alleinerziehendes Elternteil, Gesamteinkommen brutto 12.000 €, drei Kinder (geboren 2009, 2011, 2012)4.495 €25.645 €10,94 %
Ehepaar, einer verdient brutto 36.000 €, drei Kinder (geboren 2009, 2011, 2012)34.852 €66.150 €3,89 %

1 Alle Riester-Sparer zahlen 4 Prozent ihres Einkommens, um die maximale Förderung zu erhalten. Bei Ehepaaren verdient nur einer. Der Verdiener macht den vollen Steuervorteil geltend. Der Partner riestert mit 60 Euro pro Jahr und erhält die Kinderzulagen. Alle Renditen sind Vorsteuer-Renditen.
Mit Einzahlungen sind die Netto-Einzahlungen gemeint, die der Sparer nach Verrechnung von Zulagen und Steuererstattung noch leisten muss. Wir rechnen mit einer Grundzulage von 175 Euro. Sie gilt offiziell ab 2018.
Vereinfachend rechnen wir so, als ob Sparer den Beitrag zur Rentenversicherung bereits heute voll von der Steuer absetzen können. Der absetzbare Beitrag liegt in 2017 eigentlich bei nur 84 Prozent und steigt bis 2030 auf 100 Prozent. Die echte Förderrendite läge somit etwas höher. 
Quelle: Finanztip-Berechnungen (Stand: 9. August 2017)

Am wenigsten lohnt sich Riestern für den Durchschnittsverdiener ohne Kinder, da er weder von einem besonders hohen Steuervorteil noch von Kinderzulagen profitieren kann. Anders beim Besserverdiener: Er kann die relativ hohe Steuererstattung für künftige Beiträge nutzen. 

Am meisten profitieren Geringverdiener mit mehreren Kindern. Hier wirken sich die Kinderzulagen deutlich aus. Über 30 Jahre erzielt der Riester-Sparer pro Jahr mehr als 10 Prozent Rendite. 

Ein Ehepaar, bei dem nur einer verdient, kann ebenfalls gute Renditen aus dem Riester-Vertrag mitnehmen. Der Verdiener erhält eine gewisse Steuererstattung, der andere Partner erhält mit minimalem Einsatz von 60 Euro im Jahr die vollen Kinderzulagen. Gemittelt liegt die Rendite für das Ehepaar bei 3,84 Prozent pro Jahr über 30 Jahre. Hinzu kommen die deutlichen Steuervorteile aus der steuerlichen Zusammenveranlagung, die hier nicht berücksichtigt sind.

Sie zahlen Steuern auf die Rente

Obwohl im Rentenalter die Leistungen, die Sie aus staatlich geförderten Einzahlungen erhalten, steuerpflichtig sind, sparen Sie mit dem Riester-Modell wahrscheinlich Steuern, da Ihr persönlicher Steuersatz im Alter deutlich niedriger sein dürfte als im Berufsleben. Sie zahlen also als Rentner weniger Steuern als Sie zuvor eingespart haben. Die Rendite über die gesamte Laufzeit liegt durch die nachgelagerte Besteuerung aber niedriger als in der Ansparphase.

Ausführliche Informationen mit verschiedenen Fallbeispielen finden Sie in unserem Ratgeber zur Riester-Förderung.

Sofortrente oder Auszahlplan: Was ist besser?

Im Rentenalter erhalten Sie Ihr Guthaben als lebenslange Rente ausgezahlt. Das ist gesetzlich so festgelegt. Die Auszahlung muss spätestens ab dem 85. Lebensjahr über eine Versicherungsgesellschaft laufen, die die lebenslange Rente garantiert. Davor haben Sie Wahlfreiheit, wie Sie Ihr Geld erhalten wollen.

Die lebenslange Verrentung lassen sich die Versicherungsunternehmen meist hoch vergüten. Oftmals werden bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals für die Rente ab 85 zurückgelegt. Falls Sie vor Erreichen dieses Alters  versterben sollten, ist dieser Betrag nicht vererbbar und fällt an die Versicherung. Falls Sie allerdings sehr alt werden, bietet Ihnen die lebenslange Verrentung einen Vorteil.

Bei einem Banksparplan haben Sie die Wahl, wie Sie Ihr Guthaben bis zum 85. Lebensjahr ausbezahlt bekommen. Sie haben diese Möglichkeiten:

Auszahlungsplan mit lebenslanger Rente ab 85 Jahren - Sie erhalten monatlich eine feste Rate von Ihrer Bank. Ab dem 85. Lebensjahr bekommen Sie eine lebenslange Sofortrente von einer Versicherung. Wenn Sie vor Erreichen des 85. Lebensjahres versterben, erhalten Ihre Erben das Guthaben, das sich noch in dem Auszahlplan befindet, nicht jedoch das Geld für die Rente ab 85.

Sofortrente - Sie erhalten ab Renteneintritt eine lebenslange Sofortrente von einer Versicherung. Je nach Angebot können sich die Auszahlungen der Inflation anpassen. Im Todesfall können je nach Vertrag die restlichen Beträge verfallen, die Beiträge zurückgezahlt werden oder die Rente bis zu zehn Jahre an die Erben ausbezahlt werden.

Sparer müssen sich erst einige Monate vor Beginn der Auszahlungen für eine der Methoden entscheiden. Ihre Bank wird Ihnen wahrscheinlich für beide Möglichkeiten ein Angebot unterbreiten. Die Variante Auszahlplan sollte sich dann lohnen, wenn Sparzinsen am Markt über dem aktuellen Garantiezins (2018: 0,9 Prozent) bei Lebensversicherungen liegen. Denn die Fondsgesellschaft kann in dem Fall mehr Kapital renditebringend anlegen. Wir empfehlen Ihnen, mit mehreren Versicherungen zu reden. 

Wir erwarten, dass aufgrund der hohen Zahl von Riester-Verträgen die Unternehmen in den nächsten Jahren dieses Geschäft für sich entdecken und potenziellen Wechslern gute Angebote für eine Auszahlung des Banksparplans unterbreiten.

Diese Riester-Rente passt zu Ihnen

  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für eine Riester-Rentenversicherung: Hannoversche (Tarif AV1) und Huk24 (TarifBRZ24) 
  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für einen Riester-Fondssparplan: DWS Toprente Dynamik über Online-Vermittler, Fairriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic und Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für einen Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethome.

Zum Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Dr. Manuel Kayl

Stand: 11. März 2019


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