Hauskauf sinnvoll?

  • Hier im Forum der Diversifizierungs-ETF Sparplaner wurde noch nie einer Immobile zugeraten.

    Vermutlich sogar mit Recht, wenn man die rein monetäre Seite betrachtet.

    So streng würde ich das nicht sagen. Aber meiner Rechnung nach macht es mehr Sinn, das Geld für die Immobilie auf einem Tagesgeldkonto versauern zu lassen. Wenn die Miete nichtmal die Kosten für die Zinsen deckt, ist es einfach keine Kapitalanlage mehr, sondern ein Verlustgeschäft

  • Ich könnte zustimmen, wenn es um eine barrierefreie Wohnung in guter Versorgungslage gehen würde, aber ein Haus?

    Vielleicht hat man ja beispielsweise einen Bungalow im Blick - barrierefrei und alles auf einer Ebene inkl. der Garage am Haus ... :)

    Hier im Forum der Diversifizierungs-ETF Sparplaner wurde noch nie einer Immobile zugeraten.

    Zum einen bevorzuge ich - ganz persönlich - die Formulierung ETF-"Sparbüchsen" - zum anderen wäre es eine eigenständige Frage, ob der (ggf. alleinige) Fokus auf nur Aktien(-ETFs) bereits unter Diversifizierungs-Sparplaner zu subsumieren ist.

    "Noch nie" wäre mir zudem eine etwas zu absolut-apodiktische Aussagen. Aber eine signifikante Unwucht contra Wohneigentum und pro ETFs mache ich hier seit geraumer Zeit ebenfalls aus.

    Was mir in anderem Umfeld und Kontext früher schon aufgefallen war: Die ETF-"Sparbüchsen"-Haltung geht oftmals mit einer ausgeprägten und überzeugten Haltung zum Mieterdasein einher.

    Vermutlich sogar mit Recht, wenn man die rein monetäre Seite betrachtet.

    Nach meinen eigenen langjährigen Erfahrungen und auch Beobachtungen ist aber gerade das Thema (Eigenheim im Speziellen und Wohneigentum im Allgemeinen) eben kein "rein monetäres" Thema.

    Oder auch ganz generell:

    Zudem ist das natürlich kein rein "ökonomisches" Thema - sondern so gut wie immer ein Mix aus Lebensstil/Konsum einerseits und Vermögensaufbau/Altersvorsorge andererseits - mit im Einzelfalls (sehr) unterschiedlicher Gewichtung der beiden Aspekte.

    So lange dabei dieser wichtige Aspekt berücksichtigt wird

    Ganz generell im Allgemeinen: Immobilie(n) - ob selbst genutzt oder vermietet - sollte(n) stets ein integraler Bestandteil eines schlüssigen, individuellen und finanziellen Gesamtkonzepts sein.

    inkl. Altersvorsorge und Ruhestandsplanung, vermag ich da per se nix Schädliches oder gar Schlimmes zu erkennen.

  • Option B: Hauskauf (angenommen nach 30 Jahren abbezahlt und bis dahin mit den aus Option A gesetzten Parametern finanziert,

    Du bekommst mit 50.000 EUR Eigenkapital und 400 EUR Rate kein Haus finanziert. 50.000 EUR decken wenn überhaupt die Kaufnebenkosten, das heißt eine 100%-Finanzierung. Dafür liegst du aktuell sogar bei um die 5% Zinsen. Ein Darlehen von z.B. 500.000 EUR hat bei 5% Zinsen und 2% Tilgung eine monatliche Rate von gut 2.900 EUR.

  • Du bekommst mit 50.000 EUR Eigenkapital und 400 EUR Rate kein Haus finanziert.

    Meinte auch nicht 400€ Rate, sondern 400€ plus aktuelle Miete. Die Rechnung sollte als Beispielrechnung unabhängig vom Originalthread sein. Das Beispiel funktioniert auch mit einer aktuellen Miete von 2.500€.

    In meiner Rechnung „vergessen“, ist aber auch noch, dass man neben der Rendite in Form von „nicht mehr Miete bezahlen“ doch noch den Wert der Immobilie hat, die man jederzeit verkaufen kann.

  • doch noch den Wert der Immobilie hat, die man jederzeit verkaufen kann.

    Ein vermietetes Einfamilienhaus ist schwer verkäuflich. Denn Kaufinteressenten sind in der Regel Eigennutzer, die selbst einziehen wollen. Ohnehin sind Immobilien nicht „jederzeit“ verkäuflich und (anders als z.B. Tagesgeld oder Aktien) auch nicht teilweise bei Geldbedarf.

    Ich sehe das gerade selbst in meinem Umfeld nach einem Erbfall. Trotz gefragter Lage lässt sich die geerbte Immobilie nicht so ohne weiteres verkaufen.

  • In meiner Rechnung „vergessen“, ist aber auch noch, dass man neben der Rendite in Form von „nicht mehr Miete bezahlen“ doch noch den Wert der Immobilie hat, die man jederzeit verkaufen kann.

    Wenn man drin wohnt, tut man das in aller Regel nicht. Wenn ein Paar in einem Haus wohnt, und einer von beiden kommt in ein Pflegeheim, wird in aller Regel der andere nicht ausziehen und das Haus verkaufen.

    Geld aus einem Haus bekommt man de facto nur sehr schwer wieder heraus.

  • Moin müsli133,

    Spannende Fragestellung.

    Prinzipiell stimme ich den Gedanken und Rückmeldungen der Vorredner zu.

    Auf der anderen Seite besteht durch das Thema Vermietung ein nicht unerheblicher steuerlicher Vorteil, was die Kaufnebenkosten, Abschreibung, DL Zinsen und damit auch die EK Rendite angeht. Wer weiß, wie sich die Aktienmärkte und Immobilienpreise in den nächsten 15 Jahren entwickeln. Ein Vergleich von so komplexen Investmententscheidungen mit einer „simplen“ 1-ETF Strategie ist m.E erst im Rückspiegel möglich.

    Für mich wäre tatsächlich viel wichtiger abzuwägen und zu bewerten, jetzt eine so große und unflexible Finanzentscheidung zu treffen. Oft kommt es im Leben anders als man denkt (neue berufliche Opportunität, Versorgung der Eltern, Trennung, Krankheit, andere Bedürfnisse…).

    Vor allem diese Aspekte würden für mich gegen eine solche Entscheidung sprechen.

    LG Finanzschlumpf