Tagesgeldanteil zu hoch?

  • Moin zusammen

    Ausgangslage: Angestellt, 56 Jahre.

    Im Depot liegen ca. 160.000€ ETFs und Aktien, auf den Tagesgeldkonten 140.000€ (vierteljährliches Bankhopping eingeschlossen :) )
    Monatlich wandern 1000€ in einen All World ETF und 500€ aufs TG.
    Im Umfeld sagt man mir, dass mein Tagesgeldanteil zu hoch ist und ich lieber 1500€ in den All World stecken sollte...

    Meinung dazu?

  • Wie hoch ist deine Rentenlücke? Wenn auf dem Tagesgeldkonto mehr ist, als diese Rentenlücke für 10 Jahre abzudecken ohne ans Depot zu gehen, dann ist es zu hoch.

    Oder wenn Du eine besonders hohe Rendite in den nächsten 10 (?) Jahren bis zur Rente erreichen willst, ja dann ist es zu hoch.

  • Meinung dazu?

    Ich stimme Deinem Umfeld zu. Mir wäre das auch viel zu viel Geld auf Tagesgeldkonten.
    Die Frage ist aber einzig, wie Du das siehst!? Dein Umfeld und ich spielen bei Deiner Entscheidung keine Rolle! Du musst Dich mit Deiner Geldanlage wohl fühlen.

    Es geht bei der Entscheidung ja auch gar nicht um eine Erhöhung der Sparrate in den FTSE All World und damit einer Erhöhung des Aktienteils. Ich würde aber nur meine Liquiditätsreserve im Tagesgeld halten und darüber hinaus gehende Summen in einen Geldmarkt-ETF oder einen ETF auf kurzlaufende Staatsanleihen investieren. Dann braucht man auch nicht alle paar Monate mit dem Geld hoppen.

  • Was ist denn das für ein „All-World“ ? Alles in einem das Geld ?


    Ich hab mal mit
    MSCI WORLD (60K€)
    EM und Small Caps (10K€) als Beimischung gestartet. Diese lasse ich einfach liegen.

    und bespare nun ausschließlich den FTSE All-World ((50K€) )

    Rest 40K€ sind Einzelaktien.


    tja Hauskauf... Die Bude ist bezahlt, aber wir wollen evtl. wieder zurück in die Heimat ziehen. Wobei ich hin und hergerissen bin wieder zu kaufen. Wir haben keine Kinder und die undankbare Brut meines Bruders soll den Mist später nicht bekommen :)

  • Im Umfeld sagt man mir

    Was das "Umfeld" sagt oder was "man" sagt sprich Dritte sagen - ist diesbezüglich, meines Erachtens jedenfalls, ohne Belang oder zumindest sekundär.

    Entscheidend ist Deine persönliche Asset-Allocation (Gewichtung "risikoarme" vs "risikreiche" Anteile) aufgrund Deines (hoffentlich vorhandenen) persönlichen Finanzplans (Altersvorsorge, Ruhestandsplanung, Rentenlücke) erstellt auf Basis Deiner persönlichen objektiven Risikotragfähigkeit und Deiner persönlichen subjektiven Risikobereitschaft sprich Risikotoleranz.

    Eine allgemeingültige Faustformel ist mir diesbezüglich unbekannt. Zudem wüßte ich auch nicht, wie eine solche Faustformel die Besonderheiten und Unterschiede jedes Einzelfalls abbilden sollte.

  • Durch Bankhopping lag ich in der letzten Zeit immer über den Geldmarkt Zinsen....

    Das finde ich total in Ordnung, macht ja auch irgendwie Spaß.

    Zum Thema Sparquote kann man schlecht etwas sagen, wenn man nicht weiß, worauf die 140.000 Euro warten und wie dein Risikoprofil aussieht. Momentan ist deine Risikoarm-risikoreich-Verteilung ja knapp 50/50 mit Tendenz zur langsam steigenden Aktienquote. Ich persönlich würde entweder sogar einen weiteren Teil der Zinsanlage in Aktien-ETFs stecken oder zumindest tatsächlich die Sparrate komplett auf den ETF umlenken. Aber, wie gesagt, das ist alles eine Frage des Risikoprofils.

  • Durch Bankhopping lag ich in der letzten Zeit immer über den Geldmarkt Zinsen....

    Jeder hat seine Hobbys.

    Ich nehme an, Du hast das mal korrekt durchgerechnet oder Du hast es immer geschafft, das Geld bereits am Folgetag nach dem Ablauf der Kundenlockungsphase beim nächsten Institut auf dem Konto zu haben.

    Dazu das Risiko, dass doch mal mit einer Bank etwas passiert und nur 100k€ abgesichert sind.

    Da ich, selbst 7 Jahre vor Rentenbeginn, andere Hobbys habe und auch keine exzessiven Ausgaben anstehen, wären für mich die 140k€ im Tagesgeld viel zu viel. Aber jeder hat andere Prioritäten, ein anderes Sicherheitrsbedürfnis usw.

    Für mich wären auch 10 Jahre Rücklage für die Rentenlücke auf dem TG zu viel. Kommt es zu Rentenbeginn extremst schlecht (wie die letzten 60 Jahre nicht, also minus 50% konstant über 10 Jahre), dann kann ich zur Not meine Entnahme etwas reduzieren oder meine Gewissheit umsetzen, dass meine Rentenlücke, unabhängig vom Markt, dynamisch ist. Mehr wie 3-5 Jahre Rücklage wird da bei mir nicht auf dem TG liegen, ggf. aufgestockt um bereits bekannte, hohe Einmalausgaben in den nächsten 5 Jahren.

    Aber selbst, wenn ich aktuell keine hohen Ausgaben absehen könnte und zur Rente 140k€ auf dem TG haben wollte,, wäre das für mich kein Grund, nicht heute Geld in den Aktien-ETF umzuschichten und die Sparrate aufs TG zu erhöhen.

    Immerhin stehen noch mind. 84.000€ an Sparrate für den ETF an (7 Jahre mit 1000€ je Monat). Warum nicht einen großen Teil davon (z.B. 50%) sofort vom TG aus umschichten und dann "nur" noch 500€ in den ETF und 1000€ ins TG sparen? Das könnten immerhin ca. 10k€ Überrendite ergeben gegenüber Deinem aktuellen Vorhaben (6% Rendite zu 3%).

    Wenn Dir aber die Schwankungsgefahr des ETF zu hoch ist, wird das nichts. Und rechnest Du gar morgen (bzw. direkt nach der Umschichtung) mit einem Börsencrash, ist Deine Strategie sogar besser.