Wert der zukünftigen Rentenzahlungen für das Rebalancing der Anlagen und der Rentenvorsorge

  • Hallo.

    Ich möchte zum Einen mein Depot aufräumen (Vermögensbilanz, Aufteilung in sichere bzw. riskante Anlagen, Rebalancing), gleichzeitig aber auch meine Altersvorsorge überprüfen. Welche Rolle spielt die gesetztliche Rente? Die Riester-Rente und die bAV werden ja dem Haben-/Vermögenstopf zugeordnet. Die gesetzliche Rente wird natürlich nicht reichen, aber sie gilt doch als sicher. Und wenn man unterschiedliche Renten mitzählt, wie kann man die mitberechnen bzw. miteinbeziehen da sie in der Regel ja monatlich ausgezahlt werden?

    Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen!

    • Hilfreichste Antwort

    Und wenn man unterschiedliche Renten mitzählt, wie kann man die mitberechnen bzw. miteinbeziehen da sie in der Regel ja monatlich ausgezahlt werden?

    Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen!

    Die Frage eist, was Du bezwecken willst. Geht es Dir darum den Risikoteil in einem Vermögen zu bestimmen?
    Ich betrachte meinen aktuellen Rentenwert als Barwert (bisher erworbenen Rentenpunkte X aktueller Barwert eines Rentenpunkts).
    Das dient mir aber nur als grober Ansatz um den Anteil von sicherem Vermögen vs. Risikovermögen zu bestimmen. So wird dann bei mir einer Risikoquote von aktuell 76% im liquiden Vermögen unter Berücksichtigung der Ansprüche an die GRV und anderer Geldquellen noch ein Risikoquote von 21%.

    Wenn ich meine prognostizierte(n) Rentenzahlungen ab 2035 gemäß der '4%-Entnahmeregel' hochrechne, komme ich auf eine Summe, den ein fiktives Depotvermögen haben müsste um den gleichen Zahlungsstrom zu ermöglichen.
    Beispiel: 2.000€ Bruttorente / Monat -> entspricht dann unter Berücksichtigung der 4%-Regel einem Depotwert von 500.000€

    Ist zwar Beides sehr vereinfacht, reicht mir aber völlig aus um den groben Kurs zu bestimmen.

  • Hallo.

    ...aber sie gilt doch als sicher. ...

    Zumindest gilt die Rente als relativ sicher.

    Es wird wahrscheinlich etwas am System justiert werden müssen, ggf. fällt das Rentenniveau etwas niedriger und/oder das Renteneintrittsalter etwas höher aus, als es nach heutigen Regeln der Fall wäre.

  • ....

    Wenn ich meine prognostizierte(n) Rentenzahlungen ab 2035 gemäß der '4%-Entnahmeregel' hochrechne, komme ich auf eine Summe, den ein fiktives Depotvermögen haben müsste um den gleichen Zahlungsstrom zu ermöglichen.
    Beispiel: 2.000€ Bruttorente / Monat -> entspricht dann unter Berücksichtigung der 4%-Regel einem Depotwert von 500.000€

    Ist zwar Beides sehr vereinfacht, reicht mir aber völlig aus um den groben Kurs zu bestimmen.

    Ganz ähnlich habe ich es auch gemacht. Da ggf. etwas am System (Eintrittsalter und/oder Niveau) durch die Politik in den nächsten Jahren nachjustiert wird, habe ich ich einen noch Sicherheitsabschlag vorgenommen.

  • Danke für den Tipp und die Anregung.

  • Hallo.

    Ich möchte zum Einen mein Depot aufräumen (Vermögensbilanz, Aufteilung in sichere bzw. riskante Anlagen, Rebalancing), gleichzeitig aber auch meine Altersvorsorge überprüfen. Welche Rolle spielt die gesetztliche Rente? Die Riester-Rente und die bAV werden ja dem Haben-/Vermögenstopf zugeordnet. Die gesetzliche Rente wird natürlich nicht reichen, aber sie gilt doch als sicher. Und wenn man unterschiedliche Renten mitzählt, wie kann man die mitberechnen bzw. miteinbeziehen da sie in der Regel ja monatlich ausgezahlt werden?

    Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen!

    Hallo utka,

    mein Ansatz bei der GRV sieht so aus, dass ich mir zum Bewertungsstichtag den Barwert der zukünftigen monatlichen Rentenzahlungen ausrechne. Da stecken natürlich viele Annahmen drin (der größte Stellhebel ist die angenommene Restlebensdauer) und die Berechnung ist nicht trivial, aber ich fühle mich wohl damit.

    Hier ist dieser Ansatz auch mal etwas ausführlicher aus "wissenschaftlicher Sicht" dargestellt:

    DIW Berlin: Rentenvermögen macht Großteil des Vermögens der ärmeren Bevölkerungshälfte in Deutschland aus

  • Ich betrachte meinen aktuellen Rentenwert als Barwert (bisher erworbenen Rentenpunkte X aktueller Barwert eines Rentenpunkts).

    Hi monstermania, kannst du bitte dazu auch noch ein Beispiel machen? Bin gerade etwas verwirrt, was du mit "aktueller Barwert eines Rentenpunkts" meinst. Ich würde deine "schnelle" Methode gerne mal mit meinen Daten anwenden und das Ergebnis dann mit dem Ergebnis meiner "aufwendigen" Methode vergleichen.

  • Das Ergebnis des Vergleichs: die Methode "bisher erworbene Entgeltpunkte mal aktuelle Kosten eines Entgeltpunktes" liefert in meinem Fall das 1,8-fache Rentenvermögen im Vergleich zu der Methode "Barwert der monatlichen zukünftigen Rentenzahlungen" (mit meinen individuellen Daten/Annahmen).

    Ohne Wertung, insbesondere auch ohne Aussage, was "realistischer" ist.

  • Im letzten Jahr kostete ein Punkt ca. 9.392 Euro. Das meint monstermania wahrscheinlich mit Barwert. Also 50 Rentenpunkte entsprächen einem Vermögen von ca. 470k.

    :thumbup:

    Das Ergebnis des Vergleichs: die Methode "bisher erworbene Entgeltpunkte mal aktuelle Kosten eines Entgeltpunktes" liefert in meinem Fall das 1,8-fache Rentenvermögen im Vergleich zu der Methode "Barwert der monatlichen zukünftigen Rentenzahlungen" (mit meinen individuellen Daten/Annahmen).

    Ohne Wertung, insbesondere auch ohne Aussage, was "realistischer" ist.

    Mir ist wichtig, dass ich mir selbst immer mal wieder vor Augen führe, dass es neben dem Depot ein nicht unerhebliches Vermögen vorhanden ist. Egal was ein Herr Trump heute oder morgen verkündet.
    Achtung: Der aktuelle Barwert der Rente ist nicht direkt vergleichbar mit der zukünftig angenommenen Rente. Bei der zukünftigen Rentenhöhe wird ja davon ausgegangen, dass man bis zum Renteneintritt weiter arbeitet und im Schnitt der letzten 5 Jahre verdient.
    Dann müsste man die aktuell erworbene Rentenhöhe ohne weitere Einzahlungen mit dem aktuellen Barwert vergleichen.
    Bei einer angenommenen Bezugsdauer von 20 Jahren Rentenzahlung passt das bei mir ganz gut mit beiden Zahlen (ca. 10K Abweichung).

  • Mir ist wichtig, dass ich mir selbst immer mal wieder vor Augen führe, dass es neben dem Depot ein nicht unerhebliches Vermögen vorhanden ist.

    und das tun ja beide Methoden.

    Hab mir jetzt auch deinen Ansatz besser erklären können. Dahinter steht quasi die Frage "Zu welchem Preis müsste ich den aktuellen Stand der Rentenanwartschaft erwerben?".

  • Achtung: Der aktuelle Barwert der Rente ist nicht direkt vergleichbar mit der zukünftig angenommenen Rente. Bei der zukünftigen Rentenhöhe wird ja davon ausgegangen, dass man bis zum Renteneintritt weiter arbeitet und im Schnitt der letzten 5 Jahre verdient.
    Dann müsste man die aktuell erworbene Rentenhöhe ohne weitere Einzahlungen mit dem aktuellen Barwert vergleichen.

    Hier stolpern meine Gedanken wieder. "Der aktuelle Barwert" ist doch gar kein Barwert im Sinne eines auf den heutigen Tag abdiskontierten Zahlungsstroms, oder? Ich hatte verstanden, dein "aktueller Barwert" ist eigentlich die "heutigen Kosten der Rentenanwartschaft". oder stehe ich wieder aufm Schlauch?

    In der Methode, dich ich anwende, nehme ich auch nur die bis heute erworbenen Rentenansprüche (also auf Basis der bisher erworbenen Entgeltpunkte), nehme an, dass keine weiteren hinzukommen, nehme weiter an, dass sich die Rentenanpassung bei vorsichtigen 1,5% p.a. bewegt, nehme weiter an, dass ich zum frühest möglichen Zeitpunkt in Rente gehe und erst ab dann monatliche Zahlungen erhalte, solange wie es die statistische Lebenserwartung zulässt, immer noch mit 1,5% p.a. angepasst. Den Zahlungsstrom diskontiere ich dann auf den heutigen Tag ab. Nächstes Jahr, unter der Voraussetzung, dass ich dann weitere Entgeltpunkte erworben habe, erhöht sich dann das Vermögen, zum einen aufgrund der zusätzlichen Entgeltpunkte, zum anderen weil ich nicht mehr ganz so lange abdiskontieren muss. Und ggf. noch durch eine veränderte Lebenserwartung und dadurch, dass die tatsächliche Rentenanpassung für das abgelaufene Jahr höher oder niedriger lag als die angenommenen 1,5%.

  • Buntbart
    Ich diskontiere nichts in die Zukunft ab. Weder meinen Rentenanspruch noch meinen Depotwert. Ich gehe vereinfacht davon aus, dass mein heutiger Rentenanspruch auch zukünftig im Rahmen der Inflation steigen wird.

    Der Barwert der Rente dient mir einfach nur als Anhaltspunkt um den 'Wert' meiner Rentenansprüche irgendwie ins Verhältnis zum Depotwert setzen zu können.

  • Genua daher ja meine Verwirrung. Du schreibst immer Barwert, meinst aber keinen Barwert.

    "Der Barwert, auch Gegenwartswert genannt (englisch present value), ist ein grundlegender Begriff aus der Finanzmathematik. Der Barwert ist der Wert, den zukünftige Zahlungen in der Gegenwart besitzen. Er wird durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungen und anschließendes Summieren ermittelt. Daneben gibt es noch den Begriff des versicherungsmathematischen Barwerts, welcher eine Verallgemeinerung des finanzmathematischen Barwerts darstellt."

    Barwert – Wikipedia

  • Ich diskontiere nichts in die Zukunft ab. Weder meinen Rentenanspruch noch meinen Depotwert. Ich gehe vereinfacht davon aus, dass mein heutiger Rentenanspruch auch zukünftig im Rahmen der Inflation steigen wird.

    Vernünftige, lebensnahe Einstellung.
    Gerade im Zahlenbereich gibt es sonderbare Menschen, die zum Beispiel schon ihre abgezinsten Steuern auf Vorabpauschalen des Jahres 2048 ausrechnen.

  • Genua daher ja meine Verwirrung. Du schreibst immer Barwert, meinst aber keinen Barwert.

    "Der Barwert, auch Gegenwartswert genannt (englisch present value), ist ein grundlegender Begriff aus der Finanzmathematik. Der Barwert ist der Wert, den zukünftige Zahlungen in der Gegenwart besitzen. Er wird durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungen und anschließendes Summieren ermittelt. Daneben gibt es noch den Begriff des versicherungsmathematischen Barwerts, welcher eine Verallgemeinerung des finanzmathematischen Barwerts darstellt."

    Barwert – Wikipedia

    Ich bin nur Hauptschüler und kein Mathematiker.;)
    Der Barwert ist für mich, dass Geld, dass ich JETZT aufwenden müsste um meinen heutigen Rentenanspruch zu erwerben.
    Und dieser Barwert ändert sich jedes Jahr. Einmal weil Rentenpunkte teurer werden und ich zusätzliche Rentenpunkte erwerbe.

    Und ob ich je einen Zahlungsstrom aus der GRV erhalte weiß ich noch nicht. Kann ja sein, dass ich mich vor lauter Freude über den nahenden Unruhestand mit meinem Motorrad einen Tag vor Rentenbeginn um einen Baum wickle.