Bitte um Rat: Rentenversicherung von 2004 kündigen / stilllegen?

  • Hallo Community,

    ich habe mir eben folgendes Video von Finanztip angeschaut.

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    youtu.be


    Ich stelle meine Fragen nun direkt am Anfang und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen, was ich hier am besten machen soll, da ich mir total unsicher bin.

    Denn mein Versicherungsvertreter hat als erste Aktion eine Mail an die Allianz geschrieben und die aktuellen Daten angefordert, im gleichen Zuge meinte er das monatliche Geld können wir viel besser einsetzen und hatte da sofort tolle Ideen, die er mir andrehen wollte.

    Meine Fragen:

    (1) Kündigen und Geld woanders einsetzen?

    (2) Beitragsfreistellung und den Vertrag so laufen lassen?

    (3) Ich habe zwar schon gesucht, aber bin nicht so wirklich fündig geworden welche zusätzlichen Kosten bei Kündigung noch auf mich zukommen würden.

    (4) Welche Steuern würden denn bei Kündigung anfallen?

    Vertrag isst ja nur bei laufen lassen bis Rentenantritt steuerfrei.

    (5) Die Allianz hat noch etwas geschrieben von "bei Kündigung Bewertungsreserven von 410,13€".

    Das kann ich auch überhaupt nicht einschätzen was das bedeutet.

    (6) Liege ich mit meiner Tendenz richtig, oder hättet ihr mir bitte (obwohl ihr keine Finanzberatung macht) einen Rat oder Gedankenanstoß, dass ich hier eine Entscheidung treffen kann (die ich irgendwann mal nicht bereuen werde)?


    => Nun weiß ich eben nicht was ich tun soll und bin hin und her gerissen.

    => Meine Tendenz geht ganz stark zu kündigen und das Kapital anders einsetzen.


    Nachfolgend noch ergänzende Infos zu meinen Gedanken und der Excel.

    Vor kurzem habe ich mir lustigerweise meine steuerfreie Renten-Versicherung durchgerechnet und in einer Excel aufgestellt (anbei die PDF dazu).

    Dies hat sich echt gut nun mit dem zuvor erwähnten Video überschnitten, da ich mich mit meinen 42 Jahren zwar viel zu spät mit meinen Finanzen beschäftigt habe (seit Anfang 2024, also mit 40 J.), aber besser spät als nie und es ist ja dann doch noch nicht zu spät.

    Die Versicherung habe ich damals abgeschlossen, weil es so gehyped wurde, dass man sich das noch sichern sollte bevor das Gesetz geändert wird.

    Also zur Allianz gegangen und einen Vertrag mit 5% Beitrags-Dynamik abgeschlossen.

    Die Dynamik habe ich aber immer wieder ausgesetzt, da mir der Beitrag zu viel war und mein Gehalt nicht im gleichen Maße gestiegen ist.

    Ich habe nun alle Beiträge nachgeforscht und in der Excel aufgeführt (hier waren teilweise Beitragsreduzierungen durch Weiterbildung enthalten und Aussetzen der Dynamik).

    Die grauen Zahlen in den Jahresspalten ab 2026 sind natürlich die zukünftigen Beiträge.

    Da sieht man auch schön, dass ich ab 2043 (kurz vor der Rente) dann auch irrsinnige 311€ an Monats-Beitrag zahlen müsste.

    (=> Und dann kommen lt. dem Schreiben der Allianz da am Ende nur witzhafte 86.345€ Garantiekapital raus.)


    Gelbe Zeile mit "Summe Beiträge" habe ich alle Beiträge aus dem darüber stehenden Jahr zusammengerechnet.

    Darunter dann die Jahresbeiträge immer zusammengezählt, welche bisher eingezahlt wurden.

    Ich habe dann noch eine Annahme getroffen in den sandfarbenen Zeilen, wenn ich die Beiträge in einen ETF eingezahlt hätte.

    Dann 5% Zuwachs pro Jahr auf die Beiträge gerechnet (standardmäßig 7% Zuwachs minus Standard-Inflation 2%).

    Hier habe ich den Vorjahresbeitrag inkl.5% Zuwachs vom Vorjahr genommen, die Jahresbeiträge vom Folgejahr zwei Zeilen drüber dazugerechnet und auf diese Summe wiederum 5% aufgeschlagen.

    (=> Da sieht man am Ende auch schon wieder ganz schön, aber sehr schmerzhaft, dass ich quasi knapp 16.000€ an die Allianz verschenkt habe.)

    Drunter sieht man die Gesamt-Summe der Beiträge, die eingezahlt wurden inkl. denen, die bis 2044 noch kommen würden und ausgegraut sind (inkl. Dynamik).

    Stolze 71.236,49€ wären das an Beiträgen und dann kommt aber nur 86.345€ als Garantiekapital raus (den Prozentsatz im Schnitt will ich mir lieber nicht ausrechnen).

    Darunter ist der von der Allianz angegebene Betrag, wenn ich den Vertrag zu Ende Februar gekündigt hätte.

    Hier wurde der Hinweise gegeben, dass auf die Gewinne evtl. dann doch Steuern gezahlt werden müssten.

    Ich habe dann mal angenommen, dass ich die Versicherung kündigen würde, die 23.056€ nehme, auf meine beiden ETFs 70/30-verteilt einzahle und dann einfach so liegen lasse (absichtlich die 129,29€ Sparplan-Erhöhung rausgelassen).

    Dies käme ja im Grunde gleich mit Beitragsfreistellung bei der Allianz.

    => Falls ich richtig gerechnet habe, dann käme ich auf über das 1,5-fache an Summe für das Jahr 2044.


    So das wars.

    Hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen.

    Gerne kann ich euch auch meine Excel hochladen.


    Grüße Tobias

  • meinte er das monatliche Geld können wir viel besser einsetzen

    Moin Tobias-K.

    Willkommen im Forum.

    Wieso meint der Verkäufer wohl wenn er von deinem Geld spricht das wir es viel besser einsetzen können?

    Weil er dann einen gehörigen Batzen davon abbekommt.

    Du kannst selber gut genug auf dein Geld aufpassen und brauchst so eine Versicherung nicht.

    Streiche das Wort Berater aus deinem Wortschatz im Bezug auf Allianz. Da gibts nur Finanzprodukteverkäufer. Die bezahlst du und das geht von deiner Rendite ab.

    Wenn du schon mit einem 70/30 Portfolio investierst mach einfach weiter damit und kündige die Versicherung und stecke dein Geld ohne Umwege direkt in die Anlageklasse Aktien.

    Zu den Steuern musst du dir keine Gedanken machen da diese ja nur auf Gewinne z7 zahlen wären. Das Steuersparargument ist Vertriebssprache und nur in ganz wenigen Fällen gibt es einen kleine Steuervorteil, aber dafür muss ein extrem günstiges Versicherungsprodukt her damit die Kosten nicht den Steuervorteil auffressen. Dieses Produkt wirst du bei den meisten Versicherungen nicht finden.

    Zu 1. Ja kündigen



    Zu 6. mach deine Finanzen selber, ohne Versicherungsprodukt. Schaffst du schon.


    Viel Erfolg mit deinen Finanzentscheidungen.

  • Organischer Mist wird nach langer Zeit zu Dünger mit dem man Pflanzen düngen kann mit dem diese gut wachsen können.

    Bei Finanzprodukten bleibt Mist leider Mist, da hilft längeres warten nicht.
    Die Kosten vernichten den Zinseszins bei solchen Produkten. Nur trauen sich die Besitzer diese Produkte oft nicht die Reißleine zu ziehen, weil sich damit ja einen Fehler ihrer früheren Entscheidung eingestehen müssten.

    Wer Zweifel hat rechnet einfach selbst nach und entscheidet dann Anhand der Zahlen.
    Das Gefühl seine Finanzen selbst in der Hand zu haben und niemand für schlechte Entscheidungen verantwortlich machen zu können ertragen allerdings nicht alle Menschen. Wem du die Schuld gibst, dem gibst du die Macht.

    Der Renditerechner für Lebensversicherungen von Zinsen Berechnen ist z.b ein ganz brauchbares Werkzeug um seine Finanzen selber in Hand zu nehmen. Excel funktioniert auch.
    Rendite einer Kapitallebensversicherung


    Viel Erfolg beim nachrechnen.

  • Guten Morgen,


    vielen Dank erst Mal für eure Antworten.

    britty

    Der Finanzrechner von Horst spuckt folgende Ergebnisse aus:

    Ergebnis

    ?

    Restlaufzeit bis Vertragsablauf:

    18 Jahre, 0 Monate

    ?

    Szenario:

    A. Weitere Beitragszahlung
    bis Vertragsablauf
    B. Keine weitere
    Beitragszahlung

    ?

    Aktueller Rückkaufswert:

    23.056,00

    Euro

    23.056,00

    Euro

    ?

    Weitere Einzahlungen:

    43.647,00

    Euro

    0,00

    Euro

    ?

    Ablaufleistung:

    86.345,00

    Euro

    36.637,00

    Euro

    ?

    Gewinn:

    19.642,00

    Euro

    13.581,00

    Euro

    ?

    Rendite:

    2,225

    % p.a.

    2,606

    % p.a.


    => Das bildet ziemlich genau das ab, was ich in meiner Excel oben als PDF angehängt ausgerechnet habe.

    => Wenn ich nun kündigen würde und mein Geld in einen ETF stecke mit angenommenen 5% (inflationsbereinigt), keine weiteren Beiträge in den ETF einzahlen würde, dann käme das ja einer Beitragsfreistellung gleich.
    Wenn Du nun die die Berechnung in der PDF anschaust, dann kommt rechts unten dafür ein Betrag von 55.487€ zustande und die Allianz gibt mir hier 36.637€ an.

    Diese hatte ich eingangs auch beschrieben, dass ich hier auf das 1,5-fache an Kapital am Ende käme.

    Horst Talski

    Danke für deine Erklärungen, das gibt mir Sicherheit, dass ich mit meiner Einschätzung richtig liege.

  • Ich hatte auch so ein ähnliches Produkt bei der Generali, auch mit Dynamik. Hab mir auch eine Excel gebastelt aus den ganzen Jahresabrechnungen und das Ergebnis war leider sehr ernüchternd. Hab dann auch noch relativ lange überlegt und dann irgendwann die Kündigung geschrieben und das Kapital, ca. 11.000€, in mein Depot geschoben.

    Es war ein sehr befreiendes Gefühl nicht mehr an irgendeinem Vertrag zu hängen, den man im Grunde nicht versteht, aber dennoch jeden Monat bezahlt. Jetzt kann ich meine Sparrate selber bestimmen, Geld entnehmen oder Geld einzahlen, wie ich will. Ich habe jetzt auch letztes Jahr so mit allen möglichen Verträgen verfahren und werde dieses Jahr auch noch einen alten vL Vertrag kündigen und ins Depot schieben.

    Du hast noch min. 20 Jahre bis zur Rente, da kann das Depot noch schön wachsen. Tu es:thumbup:

  • Bevor du Entscheidungen triffst, würde ich dir empfehlen, dich noch etwas schlauer zu machen, was denn die konkreten Folgen dieser Entscheidungen sind (tust du ja hiermit schon ein wenig) und was dein Ziel ist.

    Unter anderem würde mir persönlich noch Infos fehlen: Was für finanzielle Auswirkungen hat a) Beitragsfreistellung und b) Kündigung, sowohl jetzt im Moment der Umsetzung, als auch in der Zukunft (Rentenbezug).

    Dabei wäre u.a. auch wichtig, was die Prognose des Gesamtkapitals ist. Ich hab in deinem Threat jetzt nur etwas vom Garantiekapital gelesen. Kommt da ggf. noch nicht garantiertes (Fonds)Kapital oben drauf? Und wenn ja, wie sieht dafür die Prognose aus?

    Diese Fragen kannst du sicherlich mit dem Vertragspartner klären.

    Was du für dich selber klären musst (Stichwort "Ziel"): willst du Vermögenszuwachs (inkl. Verlustrisiko) oder willst du finanzielle Sicherheit und prognostizierbare Einkommensströme?

  • Was sagt denn dein Vertrag zur Rentenphase, also kannst du dann über das ganze Kapital frei verfügen oder wird es zwangsweise in eine (lebenslange?) Rente umgewandelt? Wenn Rente, gibt es Informationen darüber, wie hoch der Rentenfaktor ist, also wie hoch deine monatliche Rente pro 10.000 Kapital ausfallen würde?

  • Ich hatte eine, die 35 EUR pro 10.000 garantiert hatte. Nach 14 Jahren habe ich es mir auszahlen lassen, es gab genau die Garantiesumme. Hab nichts weiter ausgerechnet, bin damit fein. Es war eine fondsgebunden KLV, für mich Einstieg in Aktieninvests. Nun wächst das Kapital im Depot.

  • bin damit fein

    das ist die Hauptsache!

    Und ja, auch mein Bauch und meine Risikobereitschaft wäre für Kündigen und selbst investieren, schon allein, weil ich ungern andere an meinen Entscheidungen und meiner Verantwortung mitverdienen lasse.

    Aber zum einen sollte das Bauchgefühl wenn möglich "objektiviert" werden und man seine Entscheidung auf Faktenbasis treffen (die für jeden Vertrag anders aussieht) und zum anderen soll es ja unterschiedliche starke Risikoaversionen geben.

  • Tobias-K.
    So wie ich es sehe handelt es sich um eine kapitalbildende Lebens- bzw. Rentenversicherung (KLV) und keine fondsbasierte Rentenversicherung. Ist das richtig?
    Ich habe so eine KLV im zarten Alter von 18 ebenfalls abgeschlossen (1990). Allerdings noch zu deutlich besseren Konditionen als 2004 (Garantiezins 3,5%).

    Und natürlich wurden mir auch tolle Prognosen präsentiert wir sich meine KLV so entwickeln würde. Nun ja, dass hat bekanntermaßen überhaupt nicht geklappt. So um 2018 herum, habe ich mir dann Gedanken darüber gemacht, wo ich mit meinen Finanzen so stehe, wo ich hin will und wie ich dieses Ziel erreichen kann.
    Ende 2019 erfolgte dann der Einstieg in ETF.

    So um 2020/21 habe ich dann endgültig entschieden meine KLV kostenoptimiert weiter zu führen. Ich habe die Dynamik aufgekündigt und die Zahlungsweise auf von monatlich auf jährlich umgestellt. Meine KLV läuft jetzt noch bis 2031 und liefert mir eine garantierte steuerfreie Rendite von 2,8x% p.a.
    Mit etwas Glück und unter Berücksichtigung des Schlussbonus könnte nachher sogar eine 3 vor dem Komma stehen. Rechnen tue ich damit aber nicht!
    Meine KLV macht den größten Anteil meines 'sicheren' Vermögensanteils aus. Immerhin müsste ich bei einer Anlage in Tages- oder Festgeld mind. eine Rendite von 3,82% p.a. bekommen um die KLV zu schlagen.
    Wenn ich aber noch > 20 Jahre Zeit gehabt hätte, wäre meine Entscheidung wohl anders ausgefallen und ich hätte die Versicherung gekündigt und das Geld auch in mein ETF-Depot investiert. Im Nachhinein, hätte ich das 2020 auch machen sollen. Aber nachher ist man bekanntlich immer klüger!

    Nun zu Deinen Optionen.
    Du könntest zunächst mal prüfen lassen, ob Deine Versicherung eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthält. Das war bei diversen Verträgen, die in den Jahren 1994-2007 der Fall. Dann könntest Du die ganze Versicherung widerrufen!
    Die Verbraucherzentrale HH bietet eine kostenpflichtige Prüfung an:
    Widerspruch: Rechnen, prüfen, Geld zurückholen | Verbraucherzentrale Hamburg
    Das würde ich zumindest als erstes angehen!

    Versicherung beitragsfrei stellen. Bei Beitragsfreistellung liegt die Rendite Deiner Versicherung lt. Deinem Screenshot bei 2,606 % p.a. Und das steuerfrei da Altvertrag.
    Wenn Du das Geld aus der Versicherung in Tages- oder Festgeld anlegen wolltest, bräuchtest Du mindestens eine Rendite von 3,54% p.a. um die Versicherung zu schlagen. Und wenn wirklich die Zinsen wieder in solche Regionen steigen sollten, kannst Du die Versicherung immer noch kündigen.
    Den freiwerdenden Monatsbeitrag investierst Du dann zukünftig in einen ETF. Kann man durchaus machen, wenn man ein solch sicheren Vermögensteil benötigt (und sei es nur für den guten Schlaf!).

    Versicherung Kündigen und das Geld in einen Aktien-ETF investieren. Du hast noch mind. 18 Jahre Anlagehorizont. Wie hoch war in der Vergangenheit die Wahrscheinlichkeit in 18 Jahren eine Rendite < 3,5 % p.a. zu erzielen?
    Mir ist kein Zeitraum bekannt in der das auf 18 Jahre nicht geklappt hätte.
    Ist und bleibt aber ein gewisses Risiko und mit den Schwankungen die es im ETF geben wird, muss man klar kommen. So ein Aktien-ETF ist eine ganz andere Risikoklasse wie eine Kapitallebensversicherung.

    ..., im gleichen Zuge meinte er das monatliche Geld können wir viel besser einsetzen und hatte da sofort tolle Ideen, die er mir andrehen wollte.

    Das solltest Du auf keinem Fall tun! Es ist Dein Geld, also kümmere Dich selbst darum. Hier im Forum findest Du kompetente Hilfe in fast allen Fragen!

    Noch ein Tip: Besorg Dir das Buch 'Ihre Finanzen fest im Griff' von Prof. Hartmut Walz. (2. Ausgabe). Kostet nicht viel und danach hast Du eine brauchbare Basis für Deine zukünftigen Finanzentscheidungen!

  • (4) Welche Steuern würden denn bei Kündigung anfallen?

    Vertrag isst ja nur bei laufen lassen bis Rentenantritt steuerfrei.

    Steht das irgendwo im Kleingedruckten des Vertrags, oder ist das immer so?
    Ich stehe aktuell vor der gleichen Thematik (LV vor 2004 abgeschlossen) und überlege ob ich sie zurückkaufe um das Guthaben plus weitere Raten besser in einen ETF zu stecken.

    Sollte die Auszahlung vor Ablauf der Versicherung aber nicht steuerfrei sein, hätte sich die Überlegung ja auch schon wieder erledigt, weil dann ja erstmal bummelige 19% Steuern vom aktuellen Vertragsguthaben bzw. der Rendite abgezogen werden würden, die der ETF dann erstmal on top reinholen müsste.

  • Für Kapitallebensversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, gilt:
    Die Auszahlung ist steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre lief, davon mindestens fünf Jahre Beiträge eingezahlt wurden und die vertraglich vereinbarte Todesfallsumme mindestens 60% der Beiträge beträgt.
    Das gilt im Prinzip auch für Rentenversicherungen, die die Option einer einmaligen Kapitalabfindung bieten.

    PS: Man sollte auf jedem Fall vor der Kündigung prüfen lassen, ob man den Vertrag nicht wegen einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung komplett Widerrufen kann.

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    www.finanztip.de
  • Ein Widerruf erscheint mir merkwürdig von der Logik her, dann würde ich doch nur meine gezahlten Beiträge zurückbekommen und nicht die erwirtschaftete Rendite?

    Ein Widerruf ist zumeist finanziell vorteilhafter für Dich.
    Der Vertrag würde in dem Fall komplett rückabgewickelt, so als wenn er nie zustande gekommen wäre.
    Du würdest alle Abschlussgebühren zurück erhalten. Die Versicherung konnte über die Jahre mit Deinem Geld arbeiten. Dafür muss die Versicherung Dir einen finanziellen Ausgleich zahlen.
    Insgesamt bringt ein Widerruf zumeist mehr Geld als die Kündigung. Daher versuchen die Versicherungen auch zusehends gegen den Widerrufsjoker vorzugehen bzw. das auszusitzen.

    Einzig die reinen Risikokosten (also den Todesfallschutz der Lebensversicherung) darf die Versicherung Dir in Rechnung stellen. Und das sind nur ein paar Euro im Jahr!

  • und liefert mir eine garantierte steuerfreie Rendite von 2,8x% p.a.

    Hallo monstermania, ich befürchte, da freust du dich zu früh. Mit dem Jahressteuergesetz 2024 hat der Gesetzgeber klargestellt, dass auch Renten aus privaten RV von vor 2005 versteuert werden und zwar nach § 22 Nr. 1 EStG (Ertragsanteilsbesteuerung).

    Das BFH-Urteil von 2021 (nachdem diese Renten steuerfrei sind und analog der Kapitalauszahlung zu behandeln sind) wurde durch das Jahressteuergesetz 2024 ausdrücklich überholt.

  • Hallo monstermania, ich befürchte, da freust du dich zu früh. Mit dem Jahressteuergesetz 2024 hat der Gesetzgeber klargestellt, dass auch Renten aus privaten RV von vor 2005 versteuert werden und zwar nach § 22 Nr. 1 EStG (Ertragsanteilsbesteuerung).

    Das BFH-Urteil von 2021 (nachdem diese Renten steuerfrei sind und analog der Kapitalauszahlung zu behandeln sind) wurde durch das Jahressteuergesetz 2024 ausdrücklich überholt.

    Ich habe ja gar keine Rentenversicherung, sondern eine Kapitallebensversicherung.;)
    Und auch bei einer alten Rentenversicherung von vor 2005 kann man i.d.R. auch die Option einer einmaligen Kapitalabfindung statt der Rentenzahlung wählen.

    Ansonsten ist so eine Regelung mal wieder der beste Beweis dafür, dass man weder einer Versicherung noch dem Staat trauen darf, wenn es heißt: Sichern Sie sich die heutigen Steuerregeln für die Zukunft! :rolleyes:

    PS: Und dich freue mich nicht. Es ist nur aus heutiger Sicht das 'kleinere' Übel die Versicherung weiter laufen zu lassen. Weit besser wäre es gewesen, wenn ich ab 1990 das Geld in Aktien der Allianz investiert hätte. :D

  • sondern eine Kapitallebensversicherung. ;)

    Meintest du dann mit "steuerfreie Rente", dass du eine Kapitalauszahlung aus der KLV bekommst, die du dann quasi selber "verrenten" kannst? Oder hat deine KLV eine Verrentungsoption?

    Und auch bei einer alten Rentenversicherung von vor 2005 kann man i.d.R. auch die Option einer einmaligen Kapitalabfindung statt der Rentenzahlung wählen.

    ja, das geht und dann ist diese Kapitalabfindung wohl auch immer noch steuerfrei.

  • Meintest du dann mit "steuerfreie Rente", dass du eine Kapitalauszahlung aus der KLV

    Aha,
    Missverständnis.
    Ich schrieb: "...bis 2031 und liefert mir eine garantierte steuerfreie Rendite von 2,8x% p.a."

    Von Rente habe ich nirgends was geschrieben. ;)
    2031 bekomme ich mindestens Summe X steuerfrei aus meiner KLV ausgezahlt. Und das ergibt eine Rendite von 2,8x% p.a. (steuerfrei), auf das vorhandene Kapital und die 5 Einzahlungen (Jahresbeiträge) die ich bis 2030 noch leisten werde.