Rentenbeginn mit 63 ohne Abschläge, Jahrgang 1968

  • Naja, ich kenne schon (meist jüngere) Leute mit guter akademischer Ausbildung und gutem Einkommen, die sich sagen, dass sie nur 32 statt 40 Stunden arbeiten wollen. Das Netto Einkommen sinkt dabei ja nicht linear, in diesem Fall hilft die Steuerprogression und sie sagen sich dass ihnen das auch prima zum Leben reicht und sie an Freizeit gewinnen, was ihnen viel mehr wert ist.

    Solche Leute gibt es zweifellos auch und es dürfte von manchen recht kurzsichtig sein, die produktiven Jahre nicht zu nutzen. Dennoch ist es nicht verurteilenswert, andere Ziele im Leben zu haben. Solange sie anderen nicht auf der Tasche liegen, finde ich nichts verwerfliches daran. Ob zugleich der Wunsch nach mehr Familienarbeit besteht, wird man als Außenstehender nicht unbedingt erkennen können. Damit geht ja kaum einer hausieren.

    Schwieriger wird die Beurteilung, wenn es um Kranken- und Pflegeversicherung geht. Hier kann man sich mit einer Teilzeitbeschäftigung zumindest teilweise aus der Solidarität stehlen. Aber das tun andere ja auch (Beamte, Gehalt über der Beitragsbemessungsgrundlage, Selbständige, Kammerberufe, etc.)

  • Naja, ich kenne schon (meist jüngere) Leute mit guter akademischer Ausbildung und gutem Einkommen, die sich sagen, dass sie nur 32 statt 40 Stunden arbeiten wollen. Das Netto Einkommen sinkt dabei ja nicht linear, in diesem Fall hilft die Steuerprogression und sie sagen sich dass ihnen das auch prima zum Leben reicht und sie an Freizeit gewinnen, was ihnen viel mehr wert ist.

    [...]

    An Rentenbeiträge denkt dabei niemand, heute 30 Jährigen hat man so sehr eingetrichtert, dass sie eh keine gesetzliche Rente bekommen werden, dass es sowieso keine Rolle spielt.

    Wenn man deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, führt Teilzeit noch nichtmal zwingend zu weniger Rente.

    Als ich 30 war, wäre es nie eine Option gewesen freiwillig in Teilzeit zu gehen und bewusst Geld gegen Freizeit zu tauschen. Auch wäre es damals der absolute Karrierekiller gewesen.

    Die Zeiten ändern sich.

    Ja. Aber selbst wenn es der absolute Karrierekiller ist - vielleicht möchte jemand auch gar keine Karriere machen.

  • Wenn man deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, führt Teilzeit noch nichtmal zwingend zu weniger Rente.

    Ja. Aber selbst wenn es der absolute Karrierekiller ist - vielleicht möchte jemand auch gar keine Karriere machen.

    Ja, stimmt beides.

    In den 80/90ern wäre es nie eine Frage gewesen, da hätte wirklich niemand die Karriere abgelehnt. Das ist der große Unterschied der Generationen.

  • In den 80/90ern wäre es nie eine Frage gewesen, da hätte wirklich niemand die Karriere abgelehnt. Das ist der große Unterschied der Generationen.

    Zum Glück ändern sich Lebensmodelle. Dass Väter sich zunehmend an der Care Arbeit beteiligen, sehe ich zumindest positiv. Und unterm Strich wird in Teilzeit sogar mehr gearbeitet als ohne.

    32 + 32 > 40 +0
    20 + 32 > 40 + 0
    etc.

    Davon abgesehen war man in den 80ern froh überhaupt einen Job zu bekommen, da konnte man kaum wählerisch sein.

  • Ja das war so, können sich viele heute nicht vorstellen.

    Ich erinnere mich an extrem überfüllte Hörsäle mit Sitzplatz auf dem Boden. Und danach ebenso viele Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt. Aber Teilzeit?

    Ich finde vieles heute ja auch besser, wenn auch nicht alles.

  • Ich kann mich noch gut daran erinnern das meine Klassenkameraden jubelnd durch die Klasse gelaufen sind weil sie nach 50 Bewerbungen endlich einen Ausbildungsplatz bekommen haben.

    Jo... und ich habe einen genommen, den ich dämlich fand und der lächerlich bezahlt war, nur damit ich einen hatte... (1983) - den gibt es übrigens schon lange nicht mehr.