Welche Geldanlage empfehlt Ihr? ETFs?

  • Ich schreibe für meine Freundin, da sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage dazu ist.

    Sie ist Mitte 40 und aufgrund einer Erkrankung (körperlich) schwerbehindert. Sie kann nur minimal arbeiten, bekommt aber zusätzlich noch eine private Rente (sehr gering und auch nicht inflationsgeschützt). Sie lebt sehr sparsam und wir überlegen, wie sie am besten Geld anlegen könnte. Haltet Ihr ETFs da für sinnvoll? Oder was würdet Ihr vorschlagen? Sie hat bis jetzt noch gar keine Erfahrungen, nur Tages- und Festgeld. Danke für Eure Tipps!

  • Kater.Ka 27. Januar 2026 um 18:36

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum!

    Zwei Gedanken dazu:

    1. Ist deine Freundin bezüglich ihrer Schwerbehinderung umfassend beraten und erhält sie gute Unterstützung? Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit dem Sozialverband VdK gemacht.

    Jemanden Dritten zu einer bestimmten Geldanlage zu raten ist immer etwas heikel. Deine Freundin sollte möglichst gut einbezogen werden.

    Haltet Ihr ETFs da für sinnvoll?

    2. Das kann man ohne weitere Angaben zur Lebenssituation (Wohnsituation, Sparguthaben, etc.) und Zielvorstellungen (Geld anlegen mit welchem Ziel?, Anlagehorizont, Risikotragfähigkeit, etc.) so pauschal nicht beantworten. Meine Standard-Empfehlung lautet, sich etwas in die Thematik einzulesen. Empfehlungswert hierzu:

    Saidi Sulilatu: Finanzen ganz einfach.

    oder

    Hartmut Walz: Ihre Finanzen fest im Griff.

    Beide Taschenbücher sind für Einsteiger verständlich geschrieben und kosten jeweils EUR 15.-.

  • Moin Mybargain ,


    Willkommen im Forum.

    Das wichtigste ist ein ausreichender Notgroschen der schnell verfügbar ist.

    Erst danach würde ich langfristig in einen breitstreuenden WeltaktienETF in einem kostengünstigen Depot ansparen.

    Festgeld ist unflexibel und der aktuelle Zins ist nicht wirklich attraktiv.

    Beratung und Hilfe im Sozialverband und Literatur hat ESch ja schon erwähnt.

    Euch gute Finanzentscheidungen.

  • Danke für Eure Antworten!

    Wegen der Behinderung ist sie nicht wirklich optimal versorgt/beraten, aber das ist auch ein schweres Thema, da sie eine sehr seltene Krankheit hat und alle Behörden, Ämter, Unterstützungsangebote/Vereine sie nicht wirklich einordnen können und immer von einem zum nächsten schicken.

    Sie hat derzeit nicht viel, wir hatten an einen Sparplan gedacht mit niedriger Sparrate, auch, weil weder sie noch ich mich mit dem Thema auskennen und sie erst einmal ohne großes Risiko reinkommen möchte. Die Frage ist halt, ob ETFs da das richtige sind. Ich denke schon, dass sie die Kraft hat, nicht ständig ins Depot zu schauen und auch "Krisen" zu überstehen, aber von Natur aus ist sie schon eher eine nicht so ins Risiko gehende Person. Man muss sagen, dass sie krankheitsbedingt auch eine geringere Lebenserwartung hat, auch wenn wir das natürlich alle nicht hoffen.

    Notgroschen ist bei ihr auch schwer einzuschätzen - die gängige Empfehlung von 2-3 Nettolöhnen würde bei ihr nicht so hinhauen, da sie so wenig verdient.

  • Gerade bei geringem Einkommen würde ich den Notgroschen eher großzügig dimensionieren.

    Bei großem Verdienst und entsprechend hoher Sparrate von mehreren hundert Euro pro Monat ist der Notgroschen sehr schnell wieder aufgefüllt, nachdem 500€ für die neue Waschmaschine entnommen wurden.

    Wenn nur 40€ pro Monat gespart werden können, braucht es schon ein ganzes Jahr, um die 500€ wieder auszugleichen.

    Ein Aktien-ETF ist eine langfristige Investition. Kurzfristig muss man das Risiko von Kurseinbrüchen bis 50% aushalten können. Dafür wird man mit einer höheren Durchschnittsrendite als bei Tages- und Festgeld belohnt. Meist wird von 10-15 Jahren Anlagehorizont gesprochen, damit man relativ sicher sein kann, dass es sich trotz zwischenzeitlicher Krise lohnt.

    Was ich nicht einschätzen kann:

    Könnten irgendwann stattliche Leistungen erforderlich werden, wenn kein Arbeiten mehr möglich ist, höherer Pflegebedarf entsteht, die spätere Rente eh unter dem Existenzminimum liegt...? Dann muss alles oberhalb des Schonvermögens verbraucht werden. Evtl lohnt sich dann keine umfangreich angesparte Altersvorsorge.

  • Dann kann sie aber logischerweise auch keinen ETF besparen.

    Ich meinte, dass 2-3 Nettolöhne bei ihr nicht als Notgroschen ausreichen, sondern man da etwas mehr einplanen müsste. Klar, sie kann keine großen Beträge für den Sparplan aufbringen, aber wir denken, dass es eh sinnvoll wäre, erst einmal klein anzufangen, dass sie ein Gefühl dafür bekommt usw.

    Oder macht das Eurer Meinung nach keinen Sinn, einen Sparplan mit bspw. 100 Euro jeden Monat aufzusetzen?

  • Kannst du das bitte mit Zahlen hinterlegen? Wie hoch ist die Differenz zur Grundsicherung?

    Ohne Zahlen kommen wir mit diesen völlig unvollständigen Angaben überhaupt nicht weiter.

    Auch die Schilderung der Situation zwischen den verschiedenen Behörden zeigt, dass hier ein Fall vorliegt, bei dem wohl das ETF sparen, eigentlich nicht im Vordergrund stehen dürfte.

    Zuerst muss eine gute Basis gelegt werden.

  • Ohne Zahlen kommen wir mit diesen völlig unvollständigen Angaben überhaupt nicht weiter.

    Auch die Schilderung der Situation zwischen den verschiedenen Behörden zeigt, dass hier ein Fall vorliegt, bei dem wohl das ETF sparen, eigentlich nicht im Vordergrund stehen dürfte.

    Zuerst muss eine gute Basis gelegt werden.

    Finde ich auch. Ich würde vor jeglicher Überlegung zum Thema Investieren mit dem Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto anfangen. Wenn der voll ist, vergisst sie ihn erst mal und spart auf einem anderen Tagesgeldkonto weiter. In einen ETF sollte möglichst nur Geld, auf das man nicht angewiesen ist.

    Je wohler sie sich damit fühlt (erst mal was einigermaßen sicher zu haben, ist sehr befriedigend), desto mehr kann sie sich (oder ihr euch) zum Thema Geldanlage informieren.