Noch was zum Thema Wegzugsbesteuerung und der Aussage man sollte größere Summen auf mehrere ETFs aufteilen, um diese zu umgehen.
Die Wegzugsbesteuerung wird uns sehr wahrscheinlich betreffen, da wir mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Ausland ziehen werden. Wir haben trotzdem alles in einem ETF. Ich denke man sollte das Thema differenziert betrachten. Zunächst ist es grundsätzlich keine gute Idee, Anlageentscheidungen primär von steuerlichen Überlegungen abhängig zu machen. Das geht häufig schief, weil es den Blick auf das Wesentliche verstellt.
Hinzu kommt, dass man, je nach Zielland, oft besser fährt, sämtliche Positionen zu verkaufen, die Steuern zu entrichten, das Kapital zu transferieren und im Zielland neu anzulegen. Schlicht deshalb, weil es dort häufig steueroptimierte oder einfachere Systeme gibt (z.B. Kap.Ert.Steuer) und es für Steuerberater und Finanzämter deutlich einfacher ist, mit lokalen Depotbanken und deren Dokumentation zu arbeiten. Es könnte auch andere Regularien geben, die für das Wohnsitzland anders zu bewerten sind (z.B. Quellensteuern). Auch hier gilt für mich: KISS is King.
Zu diesem Thema gibt es zahlreiche Foren, in denen Expats aus erster Hand berichten. Die Materie ist ziemlich komplex und viele sind damit bereits unsanft auf die Nase gefallen. Vor allem wenn sie irgendwann wieder nach Deutschland zurückkommen.
Außerdem darf man nicht vergessen: In der Regel spart man keine Steuern, sondern profitiert lediglich von einem Steuerstundungseffekt. Die Steuer fällt irgendwann trotzdem an (in den meisten lebenswerten Ländern auf jeden Fall). Das wird in diesem Forum häufig falsch interpretiert. Der einzige Ausnahmefall wäre ein dauerhafter Wegzug in ein echtes Steuerparadies ohne spätere Rückkehr.