Raisin sperrt Konto - Mittelherkunft

  • Guten Abend liebe Foristen!

    Ich unterhalte seit Jahren ein Konto bei Raisin (früher Weltsparen). Nachdem ein Aktionsgeld bei einer anderen Bank auslief, habe ich das Konto unlängst wieder etwas gefüllt und mehrere Festgelder angelegt. Als Reaktion kam heute eine Mail, man habe das Konto gesperrt und verlange Herkunftsnachweis.

    Ich bin etwas geschockt, ist mir sowas doch bei allem Tagesgeldgehüpfe noch nie passiert..

    Ca die Hälfte des Geldes stammt aus einem Immoverkauf - ich habe daher mal Auszüge des Kaufvertrages hingeschickt.

    Der Rest ist allerdings erspart und über Jahre an der Börse entstanden; keine Ahnung wie das lückenlos bewiesen werden soll.

    In der Mail droht man mir übrigens eine Kündigung des Kontos an - was dann mit den schon abgeschlossenen Festgeldern passieren würde, wusste auch die Hotline nicht.

    Was haltet Ihr davon? Fühle mich etwas enteignet… dürfen die gleich das Konto lahmlegen..?

    Schönen Abend!

    S.

  • nun ja.. wenn die mir nicht kündigen, laufen die Festgelder ja, da komm ich nicht raus. Interessanter wäre, was passiert, wenn Raisin kündigt, denn die sind zwar nur Vermittler, ohne Konto können m.E. aber auch die Festgelder nicht bestehen.

  • bin gespannt wie lange das dauert. Besonders gute Werbung für den Anbieter finde ich es jedenfalls nicht. Habe einen Artikel gefunden, dass Raisin schon Ärger hatte wegen zu lascher Geldwäscheüberwachung; das ist dann vermutlich das Ergebnis davon.

  • Danke für die Warnung vor dem "Laden"

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Ich unterhalte seit Jahren ein Konto bei Raisin (früher Weltsparen). Nachdem ein Aktionsgeld bei einer anderen Bank auslief, habe ich das Konto unlängst wieder etwas gefüllt und mehrere Festgelder angelegt. Als Reaktion kam heute eine Mail, man habe das Konto gesperrt und verlange Herkunftsnachweis.

    Wer hat welches Konto gesperrt?

    Raisin ist zwar eine Bank, aber in erster Linie eine Vermittlungsplattform. Mit nur einer Identifikation hast du Zugriff auf etliche europäische Banken. Die Kunden von Raisin legen ihr Geld meistens nicht bei der Raisin-Bank an, sondern in Lettland, Zypern oder sonstwo bei einer der Partnerbanken.

    Hat Raisin das Problem oder eine der Partnerbanken? Wenn ja, welche?

    Ich bin etwas geschockt, ist mir sowas doch bei allem Tagesgeldgehüpfe noch nie passiert..

    Dann ist das jetzt das erste Mal.

    In der Mail droht man mir übrigens eine Kündigung des Kontos an - was dann mit den schon abgeschlossenen Festgeldern passieren würde, wusste auch die Hotline nicht.

    Die Kündigung des Kontos dürfte günstig sein für dich, denn in diesem Fall wird die Bank dir dein Geld in jedem Fall zurückgeben müssen.

    Was haltet Ihr davon? Fühle mich etwas enteignet… dürfen die gleich das Konto lahmlegen?

    Sie tun es, wie du siehst. Man müsste Details kennen, wenn man dazu etwas sagen wollte. Wenn du dein Geld als Festgeld angelegt hast, kommst du bis zum Ende der Laufzeit ohnehin nicht dran. In dieser Zeit sollte sich der Geldwäscheverdacht ausräumen lassen.

  • Servus Sealwolf,


    ich habe das bei Scalable Capital hinter mir. Dieses Wort "lückenlos" hat mir auch ziemliches Kopfzerbrechen bereitet, aber versteif dich nicht drauf. Es geht nur darum das du plausibel nachweisen kannst die finanziellen Mittel zu verfügen. Die müssen das machen.

    geb denen einfach was sie wollen und dann hat sich das erledigt. Solltest du dagegen gehen folgt eine Meldung wegen geldwäscheverdacht an das Finanzamt. Dann "darfst" du denen das erklären.

  • Zitat: Wer hat welches Konto gesperrt?

    Die Mail kam von Raisin, man habe „den Zugang gesperrt“. Tatsächlich kann ich mich nicht mehr einloggen.

    Ablauf: ich habe in kurzer Zeit einen sechsstelligen Betrag eingezahlt und mehrere Festgelder abgeschlossen; hat auch geklappt. das letzte stand einige Tage „in Eröffnung“, ich wollte schon nachfragen, was da los ist, dann kam die Mail.

  • das hab ich mich auch gefragt: unabhängig von den Pflichten der Bank, wie plausibel ist denn Geldwäsche in diesem Fall? Und: was bringt es, den Zugang zu sperren, wenn da Festgelder liegen, über die ich sowieso aktuell nicht verfügen kann

  • …wie plausibel ist denn Geldwäsche in diesem Fall? Und: was bringt es, den Zugang zu sperren, wenn da Festgelder liegen, über die ich sowieso aktuell nicht verfügen kann

    Das wissen wir nicht und auch die Bank darf dir keine Auskunft geben, warum anscheinend ein GwG-Verdachtsfall besteht.

    Zu deiner zweiten Frage: Für die Bank stellt sich die Frage gar nicht, da sie einfach dazu verpflichtet ist. Es spielt keine Rolle, wie das Geld angelegt oder gebunden ist.

  • geb denen einfach was sie wollen und dann hat sich das erledigt. Solltest du dagegen gehen folgt eine Meldung wegen geldwäscheverdacht an das Finanzamt. Dann "darfst" du denen das erklären.

    Wobei die Diskussion mit denen einfacher sein dürfte, da sind alle möglichen Infos schon vorliegen haben, z.B über die Höhe des Gehalts, über Kapitalerträge...

  • Wobei die Diskussion mit denen einfacher sein dürfte, da sind alle möglichen Infos schon vorliegen haben, z.B über die Höhe des Gehalts, über Kapitalerträge...

    Im Zeitalter der Abgeltungssteuer dürfte das Finanzamt von den meisten Steuerbürgern keine Informationen über deren Kapitalerträge haben.

  • Sealwolf Vielen Dank für diesen Beitrag, das ist ein wichtiges Thema. Meiner Ansicht nach sollte man bei der Auswahl einer Bank nicht ausschließlich auf die Konditionen achten, sondern auch andere Faktoren berücksichtigen. Für uns spielt zum Beispiel die Möglichkeit einer Filiale sowie ein persönlicher Ansprechpartner eine wichtige Rolle, da sich Anliegen so häufig schneller klären lassen.

    In diesem Zusammenhang sehe ich bei den Vergleichen von Finanztip einen möglichen Schwachpunkt: Der Fokus liegt dort sehr stark auf dem Preis bzw. den Zinsen. Serviceaspekte kommen aus meiner Sicht viel zu kurz. Gerade bei der Entscheidung, einem Institut sein Vermögen anzuvertrauen, halte ich es für wichtig, auch die Erreichbarkeit und die Kapazitäten im Kundenservice im Blick zu haben.

  • da hast Du recht.. ich hatte mein Vorgehen gar nicht so sehr unter „Schnäppchen“gesichtspunkten unternommen.. wenn man über 100k liquide anlegen will, ohne dauernd Konten aktiv wechseln zu müssen, bleibt halt nur die Plattform.. (und Geldmarktfonds). Hatte noch nie von Problemen dort gehört..
    Thema Filialbank: wir haben mal bei der lokalen Sparkasse einen Batzen Bargeld eingezahlt, der (ganz ehrlich) einfach angespart war. Die haben das Konto gekündigt, da hat auch kein Kontakt zum lokalen Ansprechpartner geholfen..

  • Thema Filialbank: wir haben mal bei der lokalen Sparkasse einen Batzen Bargeld eingezahlt, der (ganz ehrlich) einfach angespart war. Die haben das Konto gekündigt, da hat auch kein Kontakt zum lokalen Ansprechpartner geholfen..

    Konntest du die Herkunft nachweisen?
    Ich muss die Banken bei diesem Thema ehrlich gesagt in Schutz nehmen. Bargeldeinzahlungen sind für sie mittlerweile ein echtes Problem. Wenn dort etwas nicht stimmt, bekommen sie von der FIU massiv Druck.

    Die Nachweispflicht liegt eindeutig beim Kunden. Daran kommt man schlicht nirgendwo vorbei.

    In der Praxis gehe ich zu meinem Ansprechpartner, lege die Kopien vor, er scannt alles ein und das Thema ist erledigt. Das dauert fünf Minuten.

    Bei Neobrokern oder ähnlichen Anbietern läuft das dagegen oft über E-Mail oder Upload: erst einreichen, dann drei Wochen warten . . .und am Ende fehlt trotzdem noch irgendetwas....und während der ganzen Zeit müssen sie den Kontenzugriff sperren.

  • Moin,

    keine Panik... 😁 Ab einer gewissen Summe scheint das mittlerweile automatisch zu passieren.

    Ich hatte einen ähnlichen Fall mit TradeRepublic nach einem größeren Aktien Verkauf...

    Eine einfache Email mit der Kopie der Quelle und der Erklärung reichte und alles war OK.

  • Neben diese Problematik, Probleme wegen Geldwäsche Gesetzen) gibt es zunehmend auch ein debanking wegen Inaktivität bzw. mangenden Interesse einer privaten Bank. Hier könnte man einen Minisparplan einrichten, um das zu vermeiden.

  • Konntest du die Herkunft nachweisen?

    Scheinbar hatte ich bisher Glück, egal ob 85T€ zur lokalen Filialbank, oder 200T€ in drei Tranchen zu SC, bisher wollte niemand einen Herkunftsnachweis (den ich aber hätte).

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

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