Motivation schwindet

  • Hallo,

    ich habe ein Luxusproblem... Ich investiere schon lang und hatte immer das Ziel gut für die Rente aufgestellt zu sein. Soweit das alle Statistiken und Berechnungen zulassen habe ich das Ziel mittlerweile erreicht und seit dem geht meine Motivation leider stark runter weiter zu machen. Mein größtes Problem ist, dass ich dabei investiere aber immer davon ausgehe erst in 30 Jahren was davon zu haben. Das dann unter dem Hintergrund dass das später zwar nochmal nett ist aber nicht zwingend erforderlich...

    So ohne klare Ziele fällt es mir also schwer das sinnvoll zu betreiben und ich Frage mich ob es hier auch andere gibt die an diesem Punkt sind und etwas den Faden verloren haben?

    Habt ihr z. B. umgestellt und angefangen in andere Dinge zu investieren die euch früher schon ein gutes Gefühl vermitteln?

    Ich komm immer wieder an den Punkt in Dividenden ETFs zu investieren. Die sind zwar steuerlich unattraktiver aber der Gedanke, dass das Jahr für Jahr etwas mehr wird und damit auch Jahr für Jahr die Notwendigkeit eines bestimmten Einkommens durch Arbeit weniger wird gefällt mir schon sehr... Da kommen mir Gedanken, dass ich ggf. bei gleichem verfügbaren Einkommen zu heute ggf. 1 Tag in der Woche weniger arbeiten muss weil die Dividende das kompensieren kann. Eine Sache auf die ich dann nicht 30 Jahre warten muss sondern ggf. nur 5-10 Jahre, bzw. einfach einen viel greifbareren Horizont erreiche.

    Es gibt von Finanzfluss ein Video in dem verschiedene ETF-Arten verglichen werden. Glaube das war mit 4 fiktiven Personen die in Thesaurierend, Dividenden, und Mischmodelle investieren. Leider finde ich das nicht mehr denn für mich wäre interessant wie groß der Unterschied wirklich ist und ob das für mich eine Größe ist die mich davon abhält es nicht zu tun..

  • Ich komm immer wieder an den Punkt in Dividenden ETFs zu investieren.

    mache ich hier schon länger, also in ausschütende etf varianten zu investieren, so viel unterschied macht es steuerlich gesehen nicht. und wenn der faktor motivation bei dir dafür spricht, kann man das problemlos auch machen.

  • Also wenn du schon 30 Jahre vor der Rente genug angespart hast, nun dann gib doch das Geld einfach nun für schnelle Autos, Drogen und Frauen aus. Und den Rest kannst du einfach verprassen.


    Aber hast du auch die Inflation und Lohn Steigerungen mit eingeplant?

  • Dass ich finanziell gut aufgestellt bin und die Rentenlücke (mind. Rente) gut übersteige.

    Du sprichst davon, dass du schon lange investierst, aber erst in 30 Jahren etwas davon hast. Das passt in meinen Augen nicht ganz zusammen.

    Wie groß ist deine Rentenlücke? Wie groß ist dein Depot? Wie stellst du dir dein Leben in der Rente vor? Eigenheim? Mieter?

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • In den letzten Monaten hab ich einiges mehr für Lifestyle ausgegeben aber gemerkt dass das auch kein sinn stiftendes Modell ist. Daher einfach unsinnig. Letztlich hab ich das Geld also über

    Du könntest deine Arbeitszeit reduzieren und (mehr) ehrenamtlich arbeiten. Das erhöht die Zufriedenheit (meist) deutlich. Oder du eröffnest hier im Forum einen Thread in dem du über deine (privilegierte) Situation berichtest. Das ist auch sehr interessant...(;)).

  • Ist doch schön für dich.

    Dann gönn dir jetzt was, reduziere die Arbeitszeit und lebe mehr. Mach mehr Unternehmungen und Reisen. Schau was du schönes mit mehr Freizeit machen kannst. Mach mehr Sport, investiere die Zeit in Fitness und Gesundheit.


    Mein Ziel ist so viel zu sparen das ich tendenziell fast mit dem Arbeiten aufhören könnte wenn ich wollte. In paar Jahren will ich aber meine Arbeitszeit bereits drastisch reduzieren, was kein Problem ist, da derzeit eh gut 50% meines Gehalts in die Sparrate fließt.

  • Soweit das alle Statistiken und Berechnungen zulassen habe ich das Ziel mittlerweile erreicht und seit dem geht meine Motivation leider stark runter weiter zu machen. Mein größtes Problem ist, dass ich dabei investiere aber immer davon ausgehe erst in 30 Jahren was davon zu haben.

    So ohne klare Ziele fällt es mir also schwer das sinnvoll zu betreiben und ich Frage mich ob es hier auch andere gibt die an diesem Punkt sind und etwas den Faden verloren haben?

    Für mich als jungen Anleger wäre es sehr spannend deine Investmentreise zu lesen. Du hast in der Zeit bestimmt vieles an der Börse mitgemacht, durchgestanden, geändert und trotzdem dein Ziel nicht fallen gelassen (welches du nun erreicht hast).

    Es gibt bestimmt viele, welche in einer ähnlichen Situation sind und von deiner Reise lernen können. Falls du willst, könntest du uns deine Reise, deine Situation und deine Depotaufstellung beschreiben, vorstellen, erläutern. Schau dir mal diesen Beitrag an:

    Desperados71
    22. Februar 2026 um 18:26
  • Du könntest deine Arbeitszeit reduzieren und (mehr) ehrenamtlich arbeiten. Das erhöht die Zufriedenheit (meist) deutlich.

    Wollte ich auch vorschlagen!

    Wenn du zuviel Geld hast (also Rentenlücke bereits geschlossen und kein höherer Lifestyle angestrebt), dann ist vielleicht das nächste Ziel deine Lebenszeit zu optimieren :)

    Wenn deine Arbeit auch deine Berufung ist, dann hast du wirklich Glück, dann spende einfach das 'überflüssige' Geld für Dinge, die dir am Herzen liegen!

    Ansonsten könntest du deine Arbeitszeit so reduzieren, dass dein Gehalt nicht höher ist als was du wirklich brauchst und die gewonnene Freizeit in Dinge investieren, die dir wichtig sind. Das kann ein Ehrenamt sein, aber auch z.B. sportliche Ziele oder einfach mehr Zeit mit der Familie :)

    Denn sparen ist kein Selbstzweck und Geld immer nur ein Mittel um andere Ziele zu erreichen.

  • Wenn das Dein einziges "Problem" ist, dann erstmal Glückwunsch. Kann mich den Vorrednern nur anschließen: LEBE, wie auch immer das für Dich ausschaut.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Nachtrag: Wenn du deine Arbeitszeit signifikant reduzierst bitte bedenken, dass du dann auch weniger in die GRV einzahlst, was deine Rentenlücke vergrößert.

    Da muss man mal für sich nachrechnen wieviel Teilzeit mam sich wirklich leisten kann.