Wie gut ist deine Betriebsrente?

  • Was nutzt Dir eine 100 % AG-finanzierte Betriebsrente, wenn die Rendite das Vermögen gerade mal nominal erhĂ€lt, nach Inflation ein MinusgeschĂ€ft. Da kommt am Ende nichts bei rum.

    Hier gebe ich aktuell reale Zahlen einer Betriebsrente einer Dame aus einem Pflegeheim bekannt, die ich ehrenamtlich auch betreue: monatlich netto 206,49 Euro als Witwe eines als Rentner verstorbenen ehemaligen Commerzbank-Mitarbeiters, der dort ĂŒber 40 Jahre war.
    Die Rente ist seit der Finanzkrise 2008 nur noch im gesetzlich vorgeschrieben minimalen Rahmen alle drei Jahre erhöht worden.

  • Was nutzt Dir eine 100 % AG-finanzierte Betriebsrente, wenn die Rendite das Vermögen gerade mal nominal erhĂ€lt, nach Inflation ein MinusgeschĂ€ft. Da kommt am Ende nichts bei rum.

    Interessante Sichtweise. Du bekommst also, weil du beim richtigen Unternehmen arbeitest, zusĂ€tzlich(!) zu dem Gehalt Geld von deinem Arbeitgeber oben drauf, das ein anderer, der nicht das GlĂŒck hat, bei einem solchen Unternehmen beschĂ€ftigt zu sein, nicht bekommt. Und dann beschwerst du dich, dass dieses Geld schlecht verzinst ist?

    Hierzu ein einfaches Beispiel. Ich habe wĂ€hrend meines Berufslebens nur bei Unternehmen gearbeitet, die solche bAV-Modelle nicht im Angebot hatten. Da ging maximal Direktversicherung, also ohne jeden AG-Anteil. Da habe ich dann bei FĂ€lligkeit einen Betrag im unteren fĂŒnfstelligen Bereich herausbekommen, da solche Direktversicherungen bei AG-Wechsel nicht ĂŒbertragbar waren. Meine Betriebsrente: exakt null Euro. Meine Frau hingegen arbeitet seit nunmehr 30 Jahren in vergleichbarer Position bei einem bAV-freundlichen Arbeitgeber. Wenn sie demnĂ€chst ebenfalls in Rente geht, wird sie eine monatliche Betriebsrente von ca. 3.000 EUR monatlich erhalten, fĂŒr die sie selbst niemals auch nur einen Cent eingezahlt hat. Sozusagen eine Rendite von unendlich. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie sich jemals ĂŒber eine schlechte Rendite beklagt hĂ€tte.

    Bei der bAV gibt es eben solche und solche. Solche, die den richtigen Arbeitgeber erwischt haben, und solche, bei denen das bei vergleichbarer TĂ€tigkeit nicht der Fall ist. Die einen bekommen mit etwas GlĂŒck eine Einmalzahlung in Höhe von ein paar zehntausend Euro, die anderen eine lebenslange Rentenzahlung, deren Barwert sich auf eine halbe Million Euro oder mehr belaufen kann.

  • Da kann man nur sagen: Augen auf bei der Wahl des Arbeitgebers, wenn einem eine bAV wichtig ist. Eine Direktversicherung hatte immer eine schlechte Rendite, dann lieber auch damals gleich in einen möglichst kostengĂŒnstigen Aktienfonds investiert. ETF gibts ja noch nicht so lange hier in diesem Wirtschaftsraum. HĂ€tte es die gegeben, wĂ€re hier keine Riesterrente angefangen und zu Ende gebracht worden. :)

  • Da kann man nur sagen: Augen auf bei der Wahl des Arbeitgebers, wenn einem eine bAV wichtig ist. Eine Direktversicherung hatte immer eine schlechte Rendite, dann lieber auch damals gleich in einen möglichst kostengĂŒnstigen Aktienfonds investiert. ETF gibts ja noch nicht so lange hier in diesem Wirtschaftsraum. HĂ€tte es die gegeben, wĂ€re hier keine Riesterrente angefangen und zu Ende gebracht worden. :)

    Das kommt immer auf die Betrachtungsweise an. Hat man noch eine Direktversicherung aus alten Zeiten, sind die ErtrĂ€ge steuerfrei und die Verzinsung ist 3,x%. Liegt man abzgl. Kosten bei einer nominellen Rendite von 3%, entspricht das durch die SteuerbegĂŒnstigung real 4%. FĂŒr eine risikoarme Anlage in der heutigen Zeit nicht schlecht.

  • Komplett geisteskrank 3000€ nur an Betriebsrente als "normaler" Angestellter - heftig und herzlichen GlĂŒckwunsch zu einer grandiosen Lebensleistung!

    Trotzdem will und kann ich mich natĂŒrlich ĂŒber meine eigene UnzulĂ€nglichkeit nicht beschweren und bin heute froh, noch halbwegs gesund zu sein, den damaligen Konzern nicht verlassen zu haben und Stand heute trotz der KĂŒrzungen eine monatliche DRV-Rente von etwas ĂŒber 2600 Brutto und zusĂ€tzlich eine Betriebsrente von 2900 zu erhalten.

    Ich befĂŒrchte so etwas wird es fĂŒr heutige Generationen wohl leider nicht mehr geben? :rolleyes:

  • Hier gebe ich aktuell reale Zahlen einer Betriebsrente einer Dame aus einem Pflegeheim bekannt, die ich ehrenamtlich auch betreue: monatlich netto 206,49 Euro als Witwe eines als Rentner verstorbenen ehemaligen Commerzbank-Mitarbeiters, der dort ĂŒber 40 Jahre war.
    Die Rente ist seit der Finanzkrise 2008 nur noch im gesetzlich vorgeschrieben minimalen Rahmen alle drei Jahre erhöht worden.

    Die Commerzbank-Mitarbeiter kamen ausnahmslos in den Genuss der BVV-Mitgliedschaft. Allein diese Zusatzversorgung nach 40 Jahren dĂŒrfte fĂŒr eine Witwe deutlich höher sein als die von Dir genannte Zahl. Es dĂŒrfte somit nur einer von mehreren Bausteinen sein.

    Banker einer Großbank in dieser Zeit haben wohl eine eine sehr auskömmliche Betriebsrente, auch fĂŒr die Witwe. Ausnahme: der Banker hat sich in schon hohem Alter scheiden lassen und die beiden haben erst spĂ€t geheiratet.

  • Allein diese Zusatzversorgung nach 40 Jahren dĂŒrfte fĂŒr eine Witwe deutlich höher sein als die von Dir genannte Zahl.

    Das kann ich dir gerne nachreichen, weil ich gerade den „StĂŒtze-Antrag“ fĂŒr die Dame vorbereite.

    BVV-Rente netto 309,13 Euro. Dazu dann die reine Betriebsrente (s.o) von 206,49 Euro.

  • Naja, das ist ja schon mal NETTO das zweieinhalbfache von dem, was Du im Post oben angegeben hast.

    Ich meinte auch oben die „richtige“ Betriebsrente der Bank. Die BVV habe ich als Versicherung eingestuft. Die wurde (nach alten Unterlage ) in der Finanzkrise und der Niedrigzinszeit auch krĂ€ftig gekĂŒrzt.
    FĂŒr das Pflegeheim reicht es mit GRV trotzdem nicht.

  • Ich meinte auch oben die „richtige“ Betriebsrente der Bank. Die BVV habe ich als Versicherung eingestuft. Die wurde (nach alten Unterlage ) in der Finanzkrise und der Niedrigzinszeit auch krĂ€ftig gekĂŒrzt.
    ....

    Als Commerzbanker war die BVV fĂŒr den Verstorbenen eine Pflichtmitgliedschaft. Da gab es frĂŒher SonderzuschlĂ€ge von bis zu 40%, die aufgrund von schlechtem Anlagemanagement weggefallen sind. Trotzdem eine gute Zusatzversorgung (bei AltvertrĂ€gen hat der AG zwei Drittel des Beitrages ĂŒbernommen, bei neuen die HĂ€lfte).

    ...
    FĂŒr das Pflegeheim reicht es mit GRV trotzdem nicht.

    Das will ich gerne glauben. Selbst bei GRV von ca. 3.000 und Betriebsrenten von ca. 2.000 (solche GrĂ¶ĂŸenordnungen sind selbst im Tarifbereich möglich bei > 40 Jahren) wĂ€re die Witwenrente gesamt maximal bei 3K. Das dĂŒrfte fĂŒr die meisten Pflegeheime als Eigenanteil nicht reichen.

  • Das Problem dĂŒrfte eher sein, dass sich wĂ€hrend ihres Arbeitslebens Arbeitnehmer in Sicherheit wĂ€hnen, um am Ende festzustellen, dass ein niedriger fĂŒnfstelliger Betrag nach fĂŒnfzehnjĂ€hriger Betriebszugehörigkeit nicht geeignet ist, eine RentenlĂŒcke auch nur ansatzweise zu fĂŒllen.

    Selbst fĂŒr meine schlechte BAV bekomme ich jĂ€hrlich eine Mitteilung mit vermutlichem Versorgungskapital, (öfters mal angepasstem) Rentenfaktor und der sich daraus ergebenden monatlichen Rente.

    Hinzu kommt, dass heutige Erwerbsbiographien mit den Möglichkeiten einer bAV nicht kompatibel sind.

    Das ist fĂŒr mich, neben den oft hohen Abschlusskosten, das Hauptproblem.

    Zudem funktionieren Betriebsrenten nicht beim Arbeitsplatzwechsel,

    Sie funktionieren nicht beim Arbeitgeberwechsel. Hat ein Betrieb mehrere Standorte (um einen betriebsinterne Weiterbildung/Entwicklung nicht auch noch als Arbeitsplatzwechsel anzusehen) dann klappt das auch mit der BAV. Und gelegentlich sogar bei einer Betriebs- und MitarbeiterĂŒbernahme.

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