Frage zum Übertrag vom Union Riester zum AV-Depot

  • Ich habe seit Ende 2005 den Riester mit Union-Inverstment Uni Global (erste Version) bespart und der hat sich ja erfreulicherweise überdurchschnittlich entwickelt (im Vergleich zu anderen Riester). Derzeit sind da alles in allem rund 100.000 € drin. Ich habe noch rund 9 Jahre vor mir bis zur Rente.

    Ich frage mich, was jetzt eigentlich bei einem Übertrag zum künftigen Altersvorsorge-Deport passiert. Werden da "nur" die Euros übertragen und davon werden dann Aktien entsprechend dem aktuellen Wert gekauft und der ETF startet mit der Wertentwicklung von da aus. Oder werden die Aktien übertragen und die Wertentwicklung läuft so weiter wie bisher also ausgehend von den ersten gekauften Aktien usw. (ich vermute mal, das dies nicht der Fall ist).

    Die Frage die dahinter steht: Könnte es sein, dass es besser wäre im alten Riester zu bleiben, weil die Wertentwicklung besser sein wird, weil da schon so viele "alte" Aktienanteile drin sind, während im neuen Depot eben nur neue "teure" Aktien drin sein können. Sollten sich die Aktien künftig eher langsam nach oben entwickeln, könnte das beim Übertrag ins neue AV-Depot ja stärker auswirken als mit dem alten Riester-Deport.

    Wird irgendwie klar, was ich meine?

  • Das Forum wird Anfang 2027 sicherlich aus allen Nähten platzen, wenn es darum geht, alte Riester-Verträge ins neue AV-Depot zu "konvertieren" ...

    Es gibt viele unterschiedliche Anlageformen im Riester-Universum. Es wird also keine pauschale Empfehlung geben, sondern man wird immer den individuellen Einzellfall prüfen müssen.

    Eventuell wird es möglich sein, das bisherige Guthaben im Riestervertrag inkl. Zulagen und Erträge aufzulösen und das Geld im neuen AV-Depot neu zu investieren. Das halte ich 8-9 Jahre vor Renteneintritt evtl. für eine Kamikaze-Aktion, da man jegliche Sicherheiten / Beitragsgarantien etc. aus dem Riester-Vertrag verliert. Schlechte Börsenjahre vor der Rente könnten dann bösere Folgen nach sich ziehen als der Riester-Vertrag an sich.

    Einen einigermaßen gut gelaufenen Riester-Vertrag also einfach so zu killen, also das Geld zu liquidieren und ins AV-Depot zu übertragen, sollte daher sehr gut und je nach Einzelfall abgewogen werden.

    Eventuell ist es für manche doch besser, den Vertrag bestehen zu lassen und ggf. kurz vor Renteneintritt förderschädlich zu kündigen oder die 30% Auszahlung vorzunehmen.

    Abwarten, Tee trinken und dann ganz in Ruhe und nach professioneller Expertise - bspw. hier im Forum- handeln.

  • Einen einigermaßen gut gelaufenen Riester-Vertrag also einfach so zu killen, also das Geld zu liquidieren und ins AV-Depot zu übertragen, sollte daher sehr gut und je nach Einzelfall abgewogen werden.

    Zumindest bleibt auch die sterbenslangweilige Option, diese ganzen Gewinne quasi in einem extrem sicheren Vertrag zu parken und dann bis 85 auszahlen zu lassen.

  • Zumindest bleibt auch die sterbenslangweilige Option, diese ganzen Gewinne quasi in einem extrem sicheren Vertrag zu parken und dann bis 85 auszahlen zu lassen.

    Stimmt - das wird wohl für viele der größte Vorteil sein. Also dass man das Kapital aus dem Riester-Vertrag vielleicht komplett wieder rausbekommt, ohne über 100 Jahre alt werden zu müssen.

  • Mal abwarten wie das mit der ganzen Umschreibung von Riesterverträgen dann so läuft.

    Ich könnte mir gut vorstellen das du bei Buchgewinnen im Riestervertrag darauf Steuern bezahlen darfst wenn du diese in andere Wertpapiere im AV-Depot übertragen kannst.

    Aber das ist alles Zukunftsmusik und wenn es wieder Spekulatius im Supermarkt zu kaufen gibt wissen wir vielleicht ein wenig mehr.

    Füße still halten und wenn´s dann genaue Info´s gibt in Ruhe und ohne Hektik entscheiden wie du weiter vorgehst.

    Freu dich erstmal das dein Riester so gut gelaufen ist und hoffe mal das Union jetzt nicht anfängt in absolute Renditekillerpapiere zu investieren.

  • Okay, danke Euch. War auch nur erstmal so ein Gedanke, weil das AV-Depot ja eben die Möglichkeit bieten soll, alles bis 85 Jahre auszahlen zu lassen statt einer lebenslangen Versicherung. das wäre ja schon attraktiver. Es ist ja noch Zeit.


  • Du ( Darwin) hast du mit deinem Widerspruch bei Union Investment sicherlich die gute Lösung gefunden. Ich habe leider nicht widersprochen und die sichere Variante gewählt.

    Hab den Vertrag seit 1995 und gerade Anfang des Jahres, meine Abrechnung, im wahrsten Sinne des Wortes , bekommen.

    Bei einem Eigenanteil von 35 k habe ich den tollen Wertzuwachs von 730€. Es erschlägt mich gerade. Die Zulagen und Steuerermäßigungen belaufen sich auf 9400€.

    Hätte ich mich bloß früher mit der Materie auseinandergesetzt. Bitter, viel Lehr-oder soll ich sagen Leergeld.

  • Sei froh das du noch im Plus bist. Der Vertrag von meiner Schwester ist mehrere tausend Euro im Minus und wartet jetzt Beitragsfrei auf ihren 60igsten Geburtstag bis dahin muss das Geld wegen der Garantie wieder da sein.
    Bei jetziger Kündigung und Wiederanlage der mikroskopisch kleinen Auszahlung müsste dieses Geld eine zweistellige Rendite erzielen um auf das Garantiekapital zu kommen. So geht Altersvorsorge in Deutschland. 🥺

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