Riester kündigen

Kündigung der Riester-Rente nur selten sinnvoll

Martin Klotz
Finanztip-Experte für Vorsorge
01. Juni 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Kündigst Du die Riester-Rente, werden alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile von Deinem Erspartem abgezogen. Das Rest-Guthaben bekommst Du zurück.
  • Es gibt Alternativen zur Kündigung: Beitragsfreistellung und Wechsel des Riester-Vertrags.
  • Kündige nur, wenn keine der Alternativen infrage kommt. Nutze dazu unser Mus­ter­schrei­ben.

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So gehst Du vor
  • Bei einem finanziellen Engpass solltest Du zunächst Guthaben aus Sparbüchern, Giro- oder Tagesgeldkonten nutzen.
  • Stelle Deinen Vertrag beitragsfrei, wenn Dein Guthaben nach einigen Jahren geringer als die eingezahlten Beiträge und Zulagen ist. Die Beiträge solltest Du stattdessen in eine flexible Altersvorsorge, wie einen ETF-Sparplan, stecken.
  • Hoffst Du auf bessere Renditechancen, dann kann der Wechsel in einen Riester-Fondssparplan Sinn machen. Finanztip empfiehlt die Uniprofirente Select (mit Uniglobal II).

Mit einem Riester-Vertrag sorgst Du für das Alter vor und wirst auch noch mit staatlichen Zuschüssen und Steuervorteilen belohnt. Doch vielleicht bist Du aktuell unzufrieden und überlegst zu kündigen: Du ärgerst Dich über die hohen Kosten, die niedrigen Zinsen oder Du benötigst einfach das Geld aus dem Vertrag.

Unser Rat: Die Kündigung der Riester-Rente sollte Deine letzte Wahl sein, denn die Nachteile überwiegen in den meisten Fällen. Prüfe vorher die Alternativen wie Beitragsfreistellung und Vertragswechsel.

Wann solltest Du eine Riester-Rente kündigen?

Deine Riester-Rente solltest Du nicht überstürzt kündigen. Denn in den meisten Fällen kommt Dich die Kündigung teuer zu stehen. Die gesamte staatliche Förderung plus Abschlusskosten gehen Dir verloren. Doch es gibt andere Optionen: Du kannst Beiträge aussetzen oder den Vertrag wechseln.

Du bekommst nur den Rückkaufswert

Kündigst Du die Riester-Rente, musst Du hohe Einbußen verkraften. Du bekommst nur den Rückkaufswert erstattet. Der Rückkaufswert besteht aus dem Geld, was Du selbst bespart hast, erwirtschafteten Zinsen und Überschüssen.

Doch Verwaltungs- und Bearbeitungsgebühren bekommst Du nicht zurück, die wurden vorher schon von Deinem Sparguthaben bezahlt. Darüber hinaus musst Du auch die gesamte staatliche Förderung zurückzahlen. Von den Zulagen profitierst Du nur, wenn Du den Vertrag bis zum Ende durchziehst. Hast Du die Steuervorteile bei der Riester-Rente genutzt, dann musst Du auch diese wieder an den Staat zurückzahlen.

Ein Beispiel: Du hast einen Riester-Fondssparplan abgeschlossen. Neben Abschlusskosten werden laufende Fondskosten und Depotgebühren fällig. Du zahlst den Höchstbetrag von 2.100 Euro im Jahr in den Vertrag. Nach fünf Jahren hast Du 10.500 Euro im Vertrag angespart.

Wenn Du jetzt kündigst, erhältst Du jedoch deutlich weniger zurück. Vom Vertragsguthaben abgezogen werden die staatlichen Zulagen (875 Euro) und Steuervorteile (etwa 2.300 Euro). Am Ende bekommt Du von den 10.000 Euro noch rund 7.000 Euro ausbezahlt – also etwa 70 Prozent der Vertragssumme.

Im schlimmsten Fall – bei hohen Kosten und einer negativen Wertentwicklung des Vertragsguthabens – riskierst Du sogar, dass die Steuervergünstigungen, die Du zurückzahlen musst, das Vertragsguthaben übersteigen. In dem Fall solltest Du keinesfalls kündigen, sonst musst Du Geld nachzahlen.

Dann macht eine Kündigung Sinn

Du solltest eine Kündigung nur erwägen, wenn folgende Punkte allesamt zutreffen:

  1. Du benötigst kurzfristig das Geld aus dem Riester-Vertrag.
  2. Du hast keine sonstigen Rücklagen, etwa auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto.
  3. Du hast keine Familienangehörigen oder Freunde, die Dir mit einem Privatkredit aushelfen können.
  4. Du hast so viel Guthaben im Vertrag angespart, dass auch nach Abzug aller Kosten, Zulagen und Steuervorteile die benötigte Summe übrig bleibt.

Kündigen bei Privat­insolvenz

Bist Du verschuldet oder hast sogar Privat­insolvenz angemeldet? Solange Dein Geld auf dem Riester-Konto ist, dürfen Gläubiger sich nicht daran bedienen. Dein Riester-Konto steht unter Pfändungsschutz. Anders ist es, wenn Du den Vertrag kündigst und Dir das Geld auszahlen lässt: Dann ist es durchaus möglich, dass Gläubiger Dein Geld pfänden, um Deine Schulden zu tilgen.

Wie kündigst Du die Riester-Rente?

Führt kein Weg an der Kündigung vorbei, dann halte Dich an unsere vier Schritte zur Kündigung und nutze unser Mus­ter­schrei­ben:

Erster Schritt: Auszahlungssumme anfragen

Frag Deinen Versicherer in einem ersten Schritt nach der aktuellen Auszahlungssumme, bevor Du Deine Kündigung rausschickst. Auch in Deinem Versicherungsschein sollte die Summe hinterlegt sein. Vergewissere Dich unbedingt, dass Du mit der aktuellen Sparsumme die Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen kannst.

Zweiter Schritt: Kündigungsfrist prüfen

In einem zweiten Schritt schaust Du in Deinen Riester-Vertrag nach der Kündigungsfrist. Bei den meisten Anbietern kannst Du die Riester-Rente mit einer Frist von sechs Wochen zum Monatsende kündigen. Möchtest Du beispielweise zum 31. Juli 2022 aus Deinem Vertrag raus, dann musst Du bis zum 19. Juni 2022 gekündigt haben.

Dritter Schritt: Kündigungsschreiben

Verschicke in einem dritten Schritt das Kündigungsschreiben an Deinen Versicherer. Bei vielen Versicherern geht das per E-Mail. Manchmal bestehen Versicherer aber noch auf einen Brief. Schau dazu einfach in Deinen Riester-Vertrag oder frage bei Deinem Versicherer nach. Entscheidest Du Dich für den postalischen Weg, dann solltest Du auf ein Einwurfeinschreiben setzen.

Nutze für Deine Kündigung unser Mus­ter­schrei­ben:

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Vierter Schritt: Auflösung Deines Kontos und Auszahlung

In einem vierten Schritt nimmt Dein Riester-Anbieter Kontakt mit der Zentralen Zulagenstelle (ZfA) auf, die ausrechnet, wie viele Zulagen und Steuern sie zurückfordert. Diesen Betrag zieht der Riester-Anbieter vom Vertragsguthaben ab und überweist den Rest auf das angegebene Konto. Vom Kündigungsschreiben bis zur Überweisung können bis zu zwei Monate vergehen.

Welche Alternativen zur Kündigung gibt es?

Benötigst Du das Geld aus dem Riester-Vertrag nicht dringend, sondern bist vielmehr mit Deinem Vertrag unzufrieden – zum Beispiel über die Entwicklung Deines Sparguthabens oder weil Du Deinen Riester-Bausparvertrag nicht mehr brauchst? Dann gibt es bessere Möglichkeiten als die Kündigung, und zwar folgende:

Entweder lässt Du die Riester-Rente beitragsfrei stellen. Dann zahlst Du ab sofort nichts mehr ein und sparst stattdessen mit einem anderen Vertrag ohne staatliche Förderung flexibel weiter, zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan.

Oder Du wechselst mit Deiner Riester-Rente zu einem anderen Anbieter. Dazu nimmst Du das aktuelle Vertragsguthaben mit und überträgst es auf einen neuen Riester-Vertrag. Welche der beiden Möglichkeiten am ehesten für Dich infrage kommt, erklären wir Dir in den nächsten Abschnitten.

Riester-Vertrag verkaufen

Eine Lebens- oder Ren­ten­ver­si­che­rung kannst Du an einen Anbieter auf dem sogenannten „Zweitmarkt für Lebensversicherung“ verkaufen. Davon ausgeschlossen sind allerdings staatlich geförderte Versicherungen, sprich: Eine Riester-Rente kannst Du nicht verkaufen. Möchtest Du Deine Versicherung also endgültig loswerden, bleibt Dir nur der Weg der Kündigung.

Wann solltest Du die Riester-Rente ruhen lassen?

Bist Du unzufrieden, weil Deine Riester-Rentenversicherung so teuer ist? Manche Versicherer verlangen so hohe Gebühren, dass nach einigen Jahren weniger Geld im Vertrag steckt, als Du einbezahlt hast. Ist das auch bei Dir der Fall, dann lautet unsere Empfehlung: den Vertrag ruhend stellen – also keine weiteren Beiträge mehr zu zahlen (Beitragsfreistellung). Den Vertrag als solchen lässt Du aber laufen.

Durch die Stilllegung bekommst Du zwar zukünftig keine Zulagen und Steuervorteile mehr für Deinen Riester-Vertrag. Deine bereits erwirtschafteten Zulagen und Steuervorteile kannst Du aber behalten. Dadurch, dass Dein Vertrag stillgelegt wird, verhinderst Du, dass weitere Kosten Dein Erspartes mindern.

Der größte Vorteil ist die Geld-zurück-Garantie (Beitragsgarantie): Du bekommst also in jedem Fall das zurück, was Du eingezahlt hast. Hat Dein Versicherer einfach schlecht gewirtschaftet, dann muss er Dir zum Ende der Ansparphase Dein Guthaben wieder auffüllen. Durch die staatlichen Zulagen und Steuervorteile hast Du dann auf jeden Fall ein wenig Rendite mit der Riester-Rente erzielt.

In der Regel kannst Du Deinen Anbieter jederzeit darüber informieren, nichts mehr in die Riester-Rente einzahlen zu wollen. Prüfe in Deinem Vertrag, ob Dein Anbieter eine bestimmte Mitteilungsfrist verlangt.

Beiträge anderweitig anlegen

Die Beiträge, die Du nun monatlich einsparst, solltest Du anderweitig investieren, um am Ende nicht auf eine Zusatzrente zu verzichten. Du kannst zum Beispiel einen Riester-Vertrag mit besseren Renditechancen abschließen – den Fondssparplan. Bedingt durch die Niedrigzinsphase und Beitragsgarantie lässt sich allerdings nur schwer vorhersagen, ob Du tatsächlich mehr Rendite als bei der klassischen Riester-Rentenversicherung erhältst.

Bessere Renditeaussichten hast Du mit einem flexiblen ETF-Sparplan. Der bringt auch ohne Riester-Förderung eine ordentliche Rendite. Wie Du das am besten hinbekommst, erklären wir in unserem Ratgeber zum ETF-Sparplan.

Mehr dazu im Ratgeber Riester-Fondssparplan

  • Ein Fondssparplan bietet bessere Chancen auf eine Aktienrendite.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Uniprofitrente Select (Fonds: Uniglobal II)

Zum Ratgeber

Mehr dazu im Ratgeber ETF-Sparplan

Zum Ratgeber

Egal, ob Riester-Fondssparplan oder ETF-Sparplan: Bei beiden gilt, dass die Chance auf eine gute Aktienrendite umso höher ist, je länger Du ansparst. Bei Riester geben die Anbieter zum Teil eine Mindestspardauer vor. Beim ETF-Sparen solltest Du den Großteil Deines Ersparten ebenfalls 15 Jahre, besser länger, angelegt lassen, um Verlustrisiken zu minimieren.

Hast Du keine 15 Jahre mehr bis zur Rente, kannst Du ETF-Guthaben auch schrittweise in die Rente überführen, Dir also monatlich kleinere Raten auszahlen lassen. Wie das funktioniert, erklären wir genau im Ratgeber Auszahlplan.

Wann lohnt es sich, den Riester-Vertrag zu wechseln?

Manchmal kann sich auch der Wechsel in einen anderen Riester-Vertrag lohnen: Möchtest Du noch etwas mehr Rendite mit der Riester-Rente herausholen oder brauchst Du Deinen Wohn-Riester nicht mehr und möchtest in einen Fondssparplan wechseln? In der Regel kannst Du einmal das Produkt kostenfrei wechseln, ohne dass Dir Zulagen und Steuervorteile verloren gehen.

Dann kannst Du wechseln

Du darfst während der gesamten Riester-Laufzeit einmal in ein anderes Produkt wechseln. Hierbei bist Du völlig frei: Du kannst von der Riester-Rentenversicherung zum Fondssparplan wechseln oder Dein Geld aus einem Wohn-Riester in eine Riester-Rente stecken.

Wann sich ein Wechsel lohnt

Vielleicht hat Dein Riester-Vertrag schon ein paar Jahre auf dem Buckel und Dein Guthaben ist mehr wert ist als die bis dato eingezahlten Beiträge und Zulagen. In dem Fall hast Du schon etwas Rendite geschafft und die Abschlusskosten bereits abbezahlt. Bist Du trotzdem mit der weiteren Wertentwicklung Deines aktuellen Guthabens unzufrieden, kann sich der Wechsel zu einem Fondssparplan lohnen.

Dein Guthaben ist dabei geschützt: Wechselst Du mit einem Vertragsguthaben, das die Beitragsgarantie übersteigt, ist dieses Übertragsguthaben automatisch Dein neues Garantieguthaben. Gewinne, die Du bisher erzielt hast, schreibst Du so also fest. Das gleiche gilt allerdings auch für Verluste.

Ob bei einem Wechsel der Riester-Rente eine echte Chance auf mehr Aktienrendite besteht, hängt dabei von Deiner Vertragsform ab.

Beispiel 1: Du hast eine klassische Riester-Rentenversicherung mit einem Garantiezins von mehr als 2 Prozent. Dies ergibt in Zeiten niedriger Zinsen zusammen mit der Förderung insgesamt eine vernünftige Rendite. Der Vertrag erfüllt insofern seinen Zweck. Ein Wechsel zu einem günstigen Fondssparplan dürfte sich nur lohnen, wenn Du genügend Zeit mitbringst: Du solltest noch mindestens 20 Jahre weiter im Fondssparplan ansparen. Ansonsten legt auch der Riester-Fondsanbieter so vorsichtig an, dass Du keinen Vorteil gegenüber der Ren­ten­ver­si­che­rung erzielst.

Beispiel 2: Du hast eine fondsgebundene Riester-Rentenversicherung ohne garantierte Verzinsung und bist mit der Aktienrendite unzufrieden. Das mag auch daran liegen, dass Du möglicherweise einen teuren, aktiv gemanagten Aktienfonds besparst. Frage Deinen Anbieter in diesem Fall zuerst, ob Du auf günstigere Aktien-Indexfonds (ETFs) umsteigen kannst – das würde die laufenden Kosten mindern. Hast Du einen Vertrag aus den 2000er Jahren und bleibt das Zinsniveau auch weiterhin niedrig, ist nicht gesagt, ob Du mit einem Fondssparplan am Ende mehr herausbekommst.

Das Angebot an Riester-Fondssparplänen hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Günstige Riester-Fondssparpläne ohne hohe Abschlusskosten bekommst Du bei:

Uniprofirente Select (mit Uniglobal II)
Riester-Fondssparplan der Volks- und Raiffeisenbanken
  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Aktienquote bis zu 100 Prozent mit dem Uniglobal-II-Fonds
  • dynamisches Modell: Aktienquote wird laufend individuell angepasst
  • gute Finanzkraft des Anbieters
Nur beim Anbieter abschließbar

Hast Du nur noch wenige Jahre bis zur Rente, dann ist ein Wechsel nur selten möglich. Dein Vertrag ist wenig interessant für andere Anbieter, denn sie haben nicht mehr genug Zeit, Dein Geld gewinnbringend anzulegen. Hast Du schon eine gute Rendite erwirtschaftet, solltest Du Dein Guthaben sichern. Frage in dem Fall bei Deinem Anbieter nach, ob er Dein Guthaben in sichere Fonds umschichten kann.

Das musst Du beim Wohn-Riester beachten

Du hast einen Riester-Vertrag abgeschlossen, möchtest nun aber doch lieber ein Eigenheim kaufen oder neu bauen? In dem Fall kannst Du Dein Riester-Guthaben für die Finanzierung der selbst bewohnten Immobilie nutzen. Konkret kannst Du das Riester-Guthaben als Eigenkapital beim Immobilienkredit einbringen oder Du verwendest es beispielsweise für Notar- oder Maklerkosten.

Die Zulagen und Steuervorteile, die Du bereits erhalten hast, musst Du nicht zurückzahlen. Der Betrag, den Du aus Deinem Riester-Vertrag entnommen hast, wird allerdings auf einem fiktiven Wohnförderkonto eingebucht. Bist Du in Rente, musst Du den Endbetrag dann nachversteuern. Wie dies genau funktioniert, liest Du in unserem Ratgeber zum Wohnförderkonto.

Umgekehrt kann es auch der Fall sein, dass Du zum Beispiel einen Riester-Bausparvertrag abgeschlossen hast, mit dem Ziel, eines Tages eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen. Wenn Du am Ende feststellst, dass Du doch lieber zur Miete wohnen möchtest, kannst Du ebenfalls die Riester-Vertragsform wechseln und das Guthaben beispielsweise auf einen günstigen Riester-Fondssparplan übertragen.

Wie funktioniert der Wechsel bei der Riester-Rente?

Möchtest Du bei der Riester-Rente zu einem anderen Anbieter wechseln, stellen die meisten Anbieter einige Voraussetzungen an Deinen Vertrag. Bei Deinem alten Vertrag musst Du auf die Wechselfrist achten.

So gehst Du beim Wechsel vor

Zunächst einmal zeigst Du dem neuen Anbieter an, dass Du wechseln möchtest und fragst nach den Voraussetzungen für eine Aufnahme. Riester-Anbieter sind nicht verpflichtet, Dich als Wechsler anzunehmen. Häufig verlangen sie, dass folgende Punkte gegeben sind:

  • Du hattest und hast nicht vor, unmittelbar nach dem Wechsel Vertragsguthaben zu entnehmen, um damit eine Immobilie zu finanzieren.
  • Es hat keinen Versorgungsausgleich nach einer Scheidung gegeben.
  • Das Übertragkapital ist nicht höher als ein bestimmter Betrag. Den genauen Höchstbetrag solltest Du beim neuen Anbieter erfragen.
  • Die meisten Anbieter verlangen eine Mindestvertragslaufzeit von mehreren Jahren.

Beachte: Vor dem Wechsel solltest Du Deinen alten Anbieter unbedingt fragen, welche Kosten für den Anbieterwechsel entstehen.

Neuen Vertrag abschließen

Hast Du Dich für einen neuen Anbieter entschieden und erfüllst die Voraussetzungen, dann geht es so weiter: Mit dem neuen Anbieter schließt Du einen Riester-Vertrag ab. Dazu benötigst Du ein Formular, das Du entweder herunterladen oder telefonisch oder per E-Mail beim Anbieter anfordern kannst. Bei manchen Anbietern kannst Du sogar alles digital abwickeln und per Computer-Maus unterschreiben.

Informiere den neuen Anbieter darüber, dass Du Dein Riester-Guthaben aus Deinem Altvertrag mitnehmen möchtest. Wichtig ist, dass Du dem Anbieter alle nötigen Informationen lieferst, zum Beispiel den Namen des alten Anbieters und Deine Vertragsnummer.

Dein alter Vertrag wird gekündigt

Dein alter Vertrag muss nun abgewickelt werden. Ab diesem Zeitpunkt wird oft der neue Anbieter für Dich tätig. Er nimmt Kontakt mit dem Altanbieter auf und lässt sich alle wichtigen Vertragsdaten übermitteln. Beide Anbieter – neu und alt – treten dann in Austausch mit der Zulagenstelle und informieren darüber, wohin die Zulagen künftig fließen sollen.

Achtung: Frage unbedingt nach, ob sich der neue Anbieter um die Kündigung Deines Altvertrags kümmert. Wenn nicht, musst Du Deinen Vertrag mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende kündigen. Teile dem alten Anbieter mit, dass er Dein Guthaben auf das neue Konto übertragen soll.

Einige Tage nach Quartalsende sollte dann der Depotübertrag erledigt sein. Der neue Riester-Anbieter kümmert sich darum, dass Du in den drei Monaten Bearbeitungszeit keine weiteren Beiträge in den alten Vertrag einzahlst.

Diese Riester-Rente passt zu Dir

  • Unsere Anbieter-Empfehlung für eine Riester-Rentenversicherung: Hannoversche (Tarif AV1).
  • Unsere Anbieter-Empfehlung für einen Riester-Fondssparplan: Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für einen Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethome

Zum Ratgeber

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