Riester - immer wieder Riester...:-(

  • Hallo Community,

    Ich bespare seit 2003 einen Debeka Riestervertrag, bin aber nicht sicher ob ich das für die restlichen 4 Jahre bis zu meiner Pensionierung bzw. Auszahlphase der Riesterrente noch weiterführen soll.

    Ich überlege den Vertrag beitragsfrei zu stellen und die derzeitige Sparrate von 100€/Monat auf mein Tagesgeldkonto zur Erhöhung des Notgroschens zu packen, denn der ist aktuell nicht groß genug.

    Hier ein paar Daten aus der jährlichen Debeka Riester-Information zum 31.12.2024

    Garantiertes Kapital zum 31.12.2023 = 34.000€

    Eigenbeiträge +1.200€

    Grundzulagen +109€

    Abschluss/Vertriebskosten -2€

    Verwaltungskosten-73€

    Gutgeschriebene Garantiezinsen + 1128€

    Gutgeschriebene Überschussbeteiligung +12€

    Garantiertes Kapital zum des Vertrages zum 31.12.2024 = 36.403€

    Wie kann ich denn die Rendite/den Zinssatz ausrechnen?

    Wenn ich weiterspare wie bisher wird laut Vertrag eine Rentenzahlung von ca. 260€ erfolgen.

    Was würde für eine Weiterbesparung des Vertrages sprechen und was für eine Beitragsfreistellung mit Umschichtung der 100€ zusätzliche Sparrate aufs Tagesgeldkonto?

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  • Mit den Zahlen komme ich überhaupt nicht mit. Warum besparst du das laufend ?

    Warte doch mal das neue Gesetz zum Altersvorsorgedepot ab. Vielleicht ist ja das Auszahlen über 20 Jahre eine Option.

    Ohne richtige Zahlen (die auch plausibel sind) kann man nichts anfangen.

  • Hmm, das sind 1:1 die Zahlen aus der Jahresübersicht der Debeka - wenn die schon nicht plausibel sind...
    Ich bespare den Vertrag monatlich seit 2003, weil ich was zusätzlich für meine AV tun wollte und mir der Vertrag damals als das dafür richtige Produkt "verkauft" wurde.

  • Ja, nur anhand dieser Zahlen lässt sich schlecht eine Urteil fällen.

    Tomarcy hat es ja schon gesagt: Aktuell befindet sich das "Altersvorsorgedepot" im Gesetzgebungsverfahren. Warte mal ab, was sich da tut und halt dich auf dem Laufenden. Finanztip informiert dazu auch umfangreich. Ggf. kannst du den alten Riestervertrag ins AV-Depot überführen.

    Bis dahin die Zeit nutzen, um mal Inventur beim Riester zu machen. Dann vielleicht mit aktuellen Zahlen zum 31.12.2025. Summe der Eigenbeiträge über die ganze Vertragslaufzeit ermitteln oder erfragen. Also wieviel eigenes Geld steckt da in Summe drin?

    Und parallel bei der Zulagenstelle abfragen, wie hoch die Summe der staatlichen Zulagen und die Steuerermäßigung des Vertrages ist.

    ZfA-Riester | Anfrage auf Auskunft zu vorhandenen Zulagen und Steuerermäßigungen

    Die Infos sind wichtig, um beurteilen zu können, wie groß bei der Variante "Kündigung" die Rückzahlung der Förderung wäre und wieviel Euro du damit auf die Hand bekommst.

    Und wie hoch der Rentenfaktor ist, wäre auch noch gut zu wissen, für die Beurteilung der "Qualität" des Vertrages.

  • Moin Ochwatt ,


    wie alt bist du? Du könntest deinen Riestervertrag schon mit 60 auszahlen lassen.

    Anhand deiner spärlichen Zahlen lässt sich das nur schwer abschätzen und man müsste mehr über deine finanzielle Gesamtsituation wissen um dir kluge Ratschläge zu geben.

    Es scheint so zu sein das du einen recht ordentlichen Rentenfaktor bei deiner Riesterrente hast. Das würde für eine Rentenzahlung sprechen.

    Solltest du einen zu kleinen Notgroschen haben würde ein ansparen des Tagesgeldes eine notwendige Entscheidung sein.

    wie hoch ist die aktuelle garantierte Rentenhöhe bei Beitragsfreistellung?
    Wie sieht’s mit anderen möglichen Rentenzahlungen im Alter aus?

    Vielleicht kannst du die aktuelle Standmitteilung hier hochladen und deine persönlichen Daten schwärzen. Dann kann man deine Riesterrente besser beurteilen.


    Du kannst die Rente auch beitragsfrei stehen lassen und erst deinen Notgroschen aufstocken.

    Bei Rentenbeginn wäre auch eine fördunschädliche 30%ige Entnahme erstmal deinen Notgroschen auffüllen.

    Noch viele Fragen, aber bleib dran das lohnt sich für dich deine Finanzen zu ordnen.

  • So alte Verträge haben manchmal recht gute, also noch sehr hohe, Rentenfaktoren. Das wäre ein wichtiger Parameter zur Beurteilung. Und vielleicht findest du noch Informationen, wie "hart" dieser Rentenfaktor ist und wie der sich ggf. über die Vertragslaufzeit verändert hat.

  • Kleiner Tipp:


    Nicht ins Zitat schreiben.


    Dann kannst du mal anfragen wie hoch deine jetzige Rente ist und wie hoch die förderunschädliche Auszahlung von 30% ist. Kann allerdings sein das bei deinem alten Vertrag nur 25% förderunschädlich ausbezahlt werden können.

  • Kleiner Tipp:


    Nicht ins Zitat schreiben.


    Dann kannst du mal anfragen wie hoch deine jetzige Rente ist und wie hoch die förderunschädliche Auszahlung von 30% ist. Kann allerdings sein das bei deinem alten Vertrag nur 25% förderunschädlich ausbezahlt werden können.

    Stellt sich die Frage: warum da jetzt noch Geld einzahlen ?

  • Lass dir von der Debeka ein schriftliches Angebot kommen zum sofortigen Rentenbezug und förderunschädlicher Teilauszahlung.

    Deine Rente müsste eigentlich ab 60 ausbezahlt werden können mit entsprechender Förderunschädlicher Teilauszahlung.

    Mit der Teilauszahlung könntest du deinen Notgroschen aufstocken und die Rente sofort beziehen.

    Beide Zahlungen erhöhen deine Steuerlast und so wirst du nächstes Jahr Steuern nachzahlen dürfen.
    Deine zusätzliche Steuerlast könntest du mit einem Steuerrechner abschätzen.

    Beitragsfrei kannst du die Rente sofort stellen wenn du nicht mehr einzahlen magst.


    Viel Erfolg mit deinen Finanzentscheidungen .,

  • Angebot einholen, aber noch warten mit der Umsetzung. Und zwar warten auf die Regelungen zur Überführung von Riester-Verträgen ins Altersvorsorgedepot. Im Altersvorsorgedepot soll es neben der Option lebenslange Rente (bei Riester Pflicht und ein ordentlicher Renditekiller) auch den Auszahlplan bis zum Alter von 85 Jahren geben. Heißt dein angespartes Kapital wird dir komplett ausbezahlt. So zumindest der jetzige Stand der Diskussion.

  • Also, ich habe gerade noch mal den Vertrag studiert, aber noch keinen Kontakt zur Debeka aufgenommen.

    Ich konnte herausfinden, dass es jedes Jahr 3,25% Garantiezins auf die Einzahlungen und staatl. Zulagen gibt plus Überschuss- und Fondsanteile (aber die stehen zusammen aktuell bei einem Gesamtwert von nicht mal 1.000€).

    Die Abrufphase (sprich Auszahlungsbeginn) ist möglich vom 1.12.2024 bis 1.12.2029.

    Eine förderunschädliche Auszahlung in Höhe von 30% wurde mir in 2025 von Debeka proaktiv angeboten, aber bisher von mir nicht angenommen.

    Einen Rentenfaktor haben ich im Vertrag leider nicht gefunden, aber folgende Angaben auf dem letzten mir vorliegenden Auszug für das Jahr 2024:

    Wenn ich zum 01.01.2025 die Rentenauszahlung starten würde (zum 31.12.2024 würde ich aus dem vorliegenden Kapital von 42.327€ genau 217€ Rentenzahlung bekommen. Ergibt das einen Rentenfaktor von 217/42.237 = 0,051, also 51?

    Mein aktueller Plan:
    Warten auf das neue Altersvorsorgedepot und dann entscheiden ob ich A)dahin wechsle (laut Riestervertrag kostenlos möglich) oder B) zu Beginn 2027 (dann startet meine Altersteilzeit und mein Steuersatz sinkt) 30% auszahlen lasse und dann die Rentenauszahlung beginne...

    Ist das ein sinnvoller Plan?

    • Hilfreichste Antwort

    Ja, klingt gut.

    Der Rentenfaktor ist ziemlich hoch (aber für das Alter des Vertrages plausibel). Nach 16,3 Jahren hättest du, rein nominal, das Kapital ausgezahlt bekommen.

    Wenn du älter wirst, also die Rente länger als 16,3 Jahre beziehst, machst du sozusagen "Gewinn".

    PS: beitragsfrei stellen kannst du es ja trotzdem sofort

    PPS: was würde aus deiner Sicht noch dafür sprechen, den Vertrag ins Altersvorsorgedepot zu überführen? Der Auszahlplan bis 85 Jahre? Ich überlege nur, dass du bestimmt jünger als 69 Jahre bist, richtig? Dann wäre meiner Ansicht nach die lebenslange Rente mit dem Rentenfaktor 51 besser. Wie gesagt, du hättest nach 16,3 Jahren dein Kapital ausgezahlt bekommen, also vor dem 85 Lebensjahr. Und würdest lebenslang die Rente bekommen. Was ich noch nicht weiß, ist, wie die Regelungen beim Auszahlplan sind, falls der Bezieher dann vor dem 85. Lebensjahr verstirbt. Aber ich vermute stark, dann geht der Rest des Kapitals an seine Erben.

  • Ich konnte herausfinden, dass es jedes Jahr 3,25% Garantiezins auf die Einzahlungen und staatl. Zulagen

    Vorsicht mit dieser Aussage. Das wird leider oft missverstanden. Der „Garantiezins“ ist tatsächlich ein Rechnungszins (auch Höchstrechnungszins genannt). Der "Garantiezins" gilt nur für den Sparanteil deiner Beiträge und wird nach Abzug von Kosten (Abschluss-, Verwaltungs-, Vertriebskosten) angewendet. Er wird versicherungsmathematisch zur Berechnung der garantierten Leistung verwendet (z. B. der späteren Rente).

    Deshalb ist er ein Rechnungszins, kein „echter“ Kontozins wie bei einem Sparkonto.

    Aber man kann den Zusammenhang herstellen: hoher "Garantiezins" --> hoher Rentenfaktor

  • Was ist denn hier eigentlich mit dem Abzug für die Versicherungsleistung, die die Zeit von 85 bis zum Lebensende abdecken muss?
    Wird da ein Abschlag vorgenommen, der vielleicht dort noch gar nicht erkennbar ist?

  • Laut früherer Aussage von Debeka wir die Rente lebenslang in gleicher Höhe gezahlt, die 85 Jahre Grenze existiert da quasi nicht. Hatte ich explizit nach gefragt.

  • Ochwatt 17. März 2026 um 20:43

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Wird da ein Abschlag vorgenommen, der vielleicht dort noch gar nicht erkennbar ist?

    Das ist nur bei Fondsriestern der Fall.

    Ochwatt hat eine Riesterrenteversicherung.

    Also der Rentenfaktor von 51 ist nicht verkehrt. Da würde ich nicht auf das Altersvorsorgedepot hoffen.

    Ob du Rente sofort beginnen lässt und die 30% Sofortauszahlung jetzt noch versteuerst oder bis zu deiner Teilzeit Anfang nächsten Jahres wartest musst du dir mal mit einem Steuerrechner ausrechnen.

    Man kann auch die Steuerlast wieder senken wenn man denn Beiträge in die Gesetzliche Rente einzahlt. So würde theoretisch die 30% Auszahlung „Steuerneutral“in die Gesetzliche Rente überführt.

    Musst du dir mal ausrechnen und die Rentenzahlungen hättest du bei jetzigem Beginn ja auch schon.

    Mit Einkommensteuerrechner vom BMF kannst du ein bisschen Rechnen.
    Mal mit 30% Auszahlung und die Monate Rente mal mit verringertem Gehalt nächstes Jahr.

    https://www.bmf-steuerrechner.de/ekst/eingabeformekst.xhtml


    Viel Spaß beim Rechnen und dir kluge Finanzentscheidungen.

  • Das ist nur bei Fondsriestern der Fall.

    Hast du da mehr Hintergrundinfos zu?

    Frage für einen Freund. 8) Der einen Fondriester hat. In dessen Vertrag (aus 2003, Rentenfaktor 49 auf das Garantiekapital, RF 47 auf das Fondskapital) ist laut seiner Aussage auch nichts zu finden von einem Abschlag. Auch da steht nur "lebenslang".

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