Immobilie statt Anleihen ETF

  • Hallo in die Runde,

    Wenn man eine abbezahlte vermietete Immobilie hat, die 30% des investierbaren Kapitals darstellt und man eine Verteilung Aktien/Renten von 70/30 anstrebt, deckt dann die Immobilie schon die 30% ab und alles frei Kapital geht in den Aktien-ETF oder sollte man zusätzlich einen Renten-ETF kaufen?

    VG

    Jo

  • Immobilien sind eine komplett andere Anlageklasse als Anleihen.

    Erstmal solltest du dir Gedanken über die Level 1-Allokation, das heisst, erstmal das Vermögen aufteilen nach "risikoreich" und "risikoarm". Immobilien gehören in den risikoreichen Anteil ;)

    Wenn du also 70/30 bzgl deiner Level1-Allokation machen willst, dann gehört die Immo zu den 70%. Du hast also noch Platz für 40% Aktien im Risikoteil. Den Risikoarmen Teil kannst du dann über Anleihen abbilden.

  • Ich würde die Betrachtung rein auf das investierbare Kapital, sprich Barvermögen abstellen. Eine Immobilie hat in dieser Betrachtung nach meinem Verständnis nichts darin zu suchen.

    Das vorhandenen Kapital ist dann um die Liquidität, die für kurzfristige Anschaffungen vorgesehen ist und um die Notfallreserve (Notgroschen) zu kürzen.
    Die verbleibende Summe kann dann entsprechend der persönlichen Risikoneigung angelegt werden. Eine Anlage kann durchaus in 70% Aktien und 30% Rentenwerten erfolgen, wenn es gewünscht ist, das Risiko zu minimieren oder man entscheidet sich für eine andere Aufteilung.

    Wie dann der jeweilige Aktienanteil aufgestellt wird, ist eine andere Frage. Möglich sind 100% z.B. in einen ETF (ACWI) oder z.B. einen Anteil in Höhe von 70% in einen MSCI World und einem weiteren Anteil 30% in einen Schwellenländer ETF.
    Aber das ist alles eine persönliche Geschmacksache und von weiteren persönlichen Faktoren abhängig, die man hier im Forum keinesfalls beantworten kann, ohne weitere Einzelheiten zu kennen.

  • Wie dann der jeweilige Aktienanteil aufgestellt wird, ist eine andere Frage. Möglich sind 100% z.B. in einen ETF (ACWI) oder z.B. einen Anteil in Höhe von 70% in einen MSCI World und einem weiteren Anteil 30% in einen Schwellenländer ETF.
    Aber das ist alles eine persönliche Geschmacksache und von weiteren persönlichen Faktoren abhängig, die man hier im Forum keinesfalls beantworten kann, ohne weitere Einzelheiten zu kennen.

    Kannst du kurz beispielhaft erläutern, von welchen persönlichen Faktoren und Einzelheiten die Zusammensetzung des Aktienanteils abhängt? Vielleicht gibt es noch andere, die das nicht sehen.

  • Es zählt immer das Gesamtvermögen bei der Level 1 Allokation

    Ich unterscheide für eine Anlage bewusst freies (Geld-)Vermögen und Immobilienbesitz.

    Die Level-1-Allokation (Asset Allocation) ist die grundlegende Aufteilung in risikobehaftete (z. B. Aktienwerte oder ähnliches) und risikoarme Anlagen (z. B. Anleihen, Festgeld und Tagesgeld).

    Unterstellen wir, dein Hauptvermögen besteht aus Immobilien. Das kann, muss aber nicht zwangläufig ein Haus oder eine Wohnung sein, sondern auch Grundstücke etc. zählen dazu.

    Dies führt bei der von dir zitierten Betrachtung "Gesamtvermögen" dazu, dass man dann unter Umständen "freies" Geldvermögen ausschließlich nur noch in sichere Anlagen investieren (kann) muss.

  • Dies führt bei der von dir zitierten Betrachtung "Gesamtvermögen" dazu, dass man dann unter Umständen "freies" Geldvermögen ausschließlich nur noch in sichere Anlagen investieren (kann) muss.

    Nö, kommt ja auf die Allokattion an. Wenn ich 80% Immos habe, und möchte gerne im Level 1 auf 90/10, dann hat man ja noch 10% im risikoreichen Teil frei.

  • Kannst du kurz beispielhaft erläutern, von welchen persönlichen Faktoren und Einzelheiten die Zusammensetzung des Aktienanteils abhängt? Vielleicht gibt es noch andere, die das nicht sehen.

    Für meinen Geschmack würde ich einen ETF-All Country World (ACWI) bevorzugen, denn da habe ich die größtmögliche Streuung. Um Anpassungen (Rebalancing) muss ich mich dann nicht kümmern.
    Grundsätzlich kommt es aber auf die Risikobereitschaft des Anlegers an - weiterhin darauf, wie intensiv sich jemand mit der gewählten Anlage auseinandersetzen möchte. Ich persönlich bin da sehr entspannt (geworden) und schaue nur noch ganz selten auf die aktuelle Wertentwicklung. Ich vertrete die Meinung, dass der "gesamte Heuhaufen" (John Bogle) besser ist, als die "Nadel im Heuhaufen" zu suchen.

    Es gibt viele Stimmen, die den hohen US Anteil in den ETFs kritisch betrachten und als Lösung die Beimischung von anderen ETFs vorschlagen, die keinen oder nur noch einen geringen US-Anteil beinhalten.

    Es gibt Meinungen, dass die sogenannten "Schwellenländer", dazu zählen auch China, Indonesien und Indien stärker zu berücksichtigen seien. Darüber hinaus werden viele Themen ETFs auf bestimmte technische Entwicklungen (z.B. KI, Wasser, Rüstung) oder bestimmte geografische Regionen angeboten.
    Von diesen Themen- und Länderfonds halte ich als passive Anlage persönlich gar nichts, denn das hat in der Vergangenheit zwar zweitweise, aber eben nicht dauerhaft funktioniert.

  • Danke für die Infos!

    Bisher hab ich eine vermietete, abbezahlte Immobilie (in 1a Lage) als sicheren Teil der Geldanlage betrachtet. Auch weil ich sie zu einem Gewissen Grad als inflationssicher betrachte (bei steter Instandhaltungrücköage von 1-1,5%).

    Also so in der Denke von: Hohe Inflation, Zinsen steigen, Aktien fallen, Immobilie bleibt stabil bei 2-3% inflationsgesicherter Rendite.

    Unsicher wird sie wahrscheinlich wegen dem Mietausfallrisiko, richtig?

  • Unsicher wird sie wahrscheinlich wegen dem Mietausfallrisiko, richtig?

    Unter anderem. Aber auch das Schadensrisiko ist dort (wofür du positiver Weise Rücklagen hast). Und natürlich etwas, was die meisten Menschen ignorieren: Der Wert einer Immobilie schwankt so wie ein Aktienkurs. Das vergessen die Menschen bloß, da Immobilien nicht börsengelistet sind und man leider nicht sekündlich den Preis präsentiert bekommt ;)

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