Wohnung Kaufen oder Investieren?

  • Danke für deinen Input.

    Gerne geschehen.

    Familienplanung soweit abgeschlossen. Risikobereitschaft verteilt sich so: Ich war 20+ Jahre selbstständig und entsprechend risikofreudig, jetzt Führungskraft im Konzern, meine Frau ist eher sicherheitsorientiert. Als Paar treffen wir uns nun irgendwo in der Mitte. Altersvorsorge Plan steht – unser jetziges Depot würde bei durchschnittlicher Entwicklung ausreichen, um unseren gesamten Finanzbedarf im Alter zu decken ohne weiter etwas einzuzahlen.

    Das klingt solide bis gut.

    Ein intensiver Blick in die letzten drei bis fünf Protokolle der Eigentümergemeinschaft sowie auf die erreichte Instandhaltungsrücklage sollte dennoch obligatorisch sein.

    Der Wohnungskauf würde uns vorrangig ermöglichen als Familie in einer großen Wohnung in unserer direkten Nachbarschaft wohnen zu bleiben.

    Das war bereits meine Vermutung.

    Sanierte Wohnungen in der Ordnung kosten hier zur Miete mittlerweile 3 - 3,5k / Monat.

    Das war bereits mein Verdacht (um die Formulierung "Befürchtung" zu vermeiden).

    Die Preise hier "vor Ort" sind ganz ähnlich - größere Wohnungen in guten, innerstädtische Lagen betreffend. Soll es ein Neubau, sanierter (Stil)Altbau oder in einem der Wohnhochhäuser (höheres Stockwerk mit Blick) sein - ggf. auch noch mehr ...

    Wenn dann wäre eher die Frage, ob wir eine so grosse Konzentration in einem Asset haben wollen.

    Für mich als Freund (eher Fan) der Diversifikation gut (eher bestens) nachvollziehbar.

    Da ich zum einen schon Senior bin und zum anderen auch berufsbedingt in sehr vielen Ländern unterwegs war ...:

    Die Haltung zu dem Thema ("selbst genutztes Wohneigentum" und "Entschuldung desselben bzw. Restschuld") hat hierzulande aber erst recht international eine sehr große Bandbreite. Das reicht von der Haltung "Wer (noch) Schulden hat, kann niemals frei sein" (selbst wenn es nur ein sehr kleiner Betrag in Relation zum Marktwert der Immobilie ist) bis hin zu Menschen, die mit einer Restschuld von < 50% abwärts des Verkehrswerts der Immobilie gut leben und schlafen können (und nicht selten daneben noch ein Depot haben und pflegen ...) oder die sogar bei gestiegenem Marktwert des Hauses die Hypothek entsprechen erhöhen (siehe USA).

    In so manchen Ländern gehörte das (Letzteres - sprich mit einer gewissen Restschuld leben) sogar (fast) zu den Usancen (beispielsweise in der Schweiz, Niederlande, Schweden, Dänemark, USA). Teilweise liegt das auch an anderen steuerlichen Regelungen als hierzulande und/oder auch an einer anderen Grundeinstellung. Ob das aktuell immer noch so ist, weiß ich nicht. Auch könnten die (sehr) restriktiven Regelungen der im März 2016 hierzulande implementierten EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie (EU-WIKR) die Situation (sprich diese früheren Möglichkeiten) eventuell eingeschränkt bzw. beschnitten haben (bei vermieteten Objekten und entsprechendem finanziellem Hintergrund akzeptieren die Banken - nach wie vor - andere "Spielregeln"). Bei einer in den Ruhestand hineinlaufenden Finanzierung müssen jedenfalls im Rahmen der sogenannten "Kreditwürdigkeitsprüfung" die Ruhestandseinkünfte für die sogenannte "Kapitaldienstfähigkeit" dann auch als Rentner ausreichend gegeben sein

    Aus meiner Sicht - siehe schon hier -

    Nur am Rande aber in dem Kontext: Je nach persönlicher Risikobereitschaft (Risikotoleranz) dürfte neben der Zinskondition die Finanzierungskonstruktion zumindest ebenso bedeutsam sein.

    und neben dem § 489 BGB (einseitiges Sonderkündigungsrecht des Darlehensnehmers nach 10 Jahren mit 6-monatiger Kündigunsfrist ohne Vorfälligkeitsentschädigung (VFE)) - bieten die heute üblichen vertraglichen Sondertilgungsmöglichkeiten (wie 5 oder 10% per annum der anfänglichen Darlehenssumme) eine gute Stellschraube, um da Spielräume und Flexibilität reinzubringen (abhängig von der Entwicklung des Einkommens, des Depots und der Inflation).

    Es könnte (Konjunktiv) beispielsweise eine Vorgehensweise sein, das Depot (nur) so einzubringen (aufzulösen), daß eine der typischen Hürden für eine akzeptable sprich relativ attraktive Zinskondition geknackt wird (wie 80, 70 oder 60 Prozent-Finanzierung) und das restliche Depot (inkl. Inflation) weiter für sich "arbeiten" zu lassen und parallel bei Bedarf auch noch die Sondertilgungsmöglichkeit in der Hinterhand zu haben (je nach Dauer der vereinbarten Zinsfestschreibung zusätzlich auch noch die Möglichkeit des § 489 BGB).

    Je nach persönlicher Risikobereitschaft (Risikotoleranz) kann vor dem Hintergrund an verschiedenen Stellschrauben gedreht und Varianten durchgerechnet werden.

    Last but not least gilt aber:

    "Paragraph Eins - jeder macht Seins"

    sprich Ihr müßt und sollt Euch mit dem gewählten Modell (Finanzierungskonstruktion) wohlfühlen und leben - nicht fremde Dritte in einem Internet-Forum.


    Euch weiter gute Gedanken und dann ebensolche Entscheidungen ... !

  • Au weia! Ist das alles nicht irre teuer? Euer Kaufpreis auch. Wo ist das denn?

    Siehe Nr. 1 Abs. 1

    (Großstadt, Innenstadtlage)

    Oder Nr. 22

    Die Preise hier "vor Ort" sind ganz ähnlich - größere Wohnungen in guten, innerstädtische Lagen betreffend. Soll es ein Neubau, sanierter (Stil)Altbau oder in einem der Wohnhochhäuser (höheres Stockwerk mit Blick) sein - ggf. auch noch mehr ...

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