Wohnung Kaufen oder Investieren?

  • Hallo liebe Forumsfreunde,


    Jetzt ist es soweit und es hat auch mich (fast) erwischt: Wir haben die Möglichkeit, eine Wohnung zur Eigennutzung in unmittelbarer Umgebung zur unserer aktuellen Mietwohnung (Großstadt, Innenstadtlage) zu kaufen.


    Unsere Ausgangslage ist so:


    Vermögen

    800k Depot (ca. 170k Gewinn)

    100k Tagesgeld

    25k Cash / Giro

    =~ 925k - 50k Steuern ~= 875k

    ––––


    Einkommen netto:

    6,5k Partner 1

    2k Partner 2

    0,5k Kindergeld

    = ca. 9k


    ——


    Wohnung (laut Gutachter)


    Marktwert 850k

    Sanierungskosten 150k

    Kaufnebenkosten 60k

    = 1.060.000


    —

    Frage in die Runde: Wie viel würdet ihr finanzieren, wie viel würdest ihr direkt als Eigenkapital zahlen? Wir haben eine erste Runde mit Interhyp gedreht und haben eine erste Tendenz, sind uns aber noch unschlüssig. Von 20/80, 50/50, 20/80 ist alles drin. Freue mich über Rückmeldung, danke!

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  • Jetzt ist es soweit und es hat auch mich (fast) erwischt: Wir haben die Möglichkeit

    Hat es denn euch beide auch erwischt oder lediglich dich?


    Erst einmal wäre es gut zu wissen, wie hoch zB die WRG-Umlage ist. Dann die Frage, ob das Gutachten belastend ist. Dem entsprechend würde ich dann auf jeden Fall einen Puffer einplanen, auch eben bei der Finanzierung.


    Ihr habt die Wohnung ja sicherlich besichtigt. Was sagt euer Bauchgefühl, sind die Fenovierungskosten plausibel?


    Gut eine Million ist natürlich kein Pappenstiel. Wie geht es euch generell damit, so viel Geld zu investieren.

  • Angenommen Ihr wollt die Wohnung wirklich, wie hoch dürfte die Rate denn sein? Ihr solltet idealerweise in 20-25 Jahren mit der Finanzierung durch sein.

    Wenn Deine gesamte Altervorsorge im Depot steckt, wäre es natürlich gut, den Depot-Inhalt möglichst ungestört arbeiten zu lassen bzw. die Entnahme möglichst schnell wieder aufzufüllen.

    Aus den Zahlen müsstet Ihr zurückrechnen, wie sehr Ihr das Depot für die Erziehung heranziehen wollt bzw. müsst.

  • Hier fehlen ein paar Infos, nach denen ja schon gefragt wurde.

    Da ihr relativ viel EK habt, kann ich die Zinsen schlecht einschätzen und ihr solltet mal ein paar Kombinationen anfragen.

    Grundsätzlich versucht man bei Eugennutzung möglichst wenig Kredit aufzunehmen. Sollten es 4% Zinsen sein, bringt euch jeder eingesetzte Euro 4% steuerfrei sichere "Rendite'. Zusätzlich drückt jeder weitere eingesetzte Euro die Gesamtzinsen.

    Ich würde 4% sichere, steuerfeie Rendite einem ETF vorziehen und daher bis auf 100 k Sicherheitspuffer den Rest als EK mitbringen.

  • Hängt hauptsächlich davon ab wie viel Jahre ihr noch bis zur Rente habt, weiterhin wie sicher die Jobs sind und ob weitere Kinder geplant sind. Momentan sind die Zinsen bei 4%, das muss man mit einem ETF nach Steuern erst einmal erreichen. Wie hoch ist denn momentan eure Miete und was bleibt danach zum Leben übrig? Das ist immer ein guter Anhaltspunkt. Weiterhin müsst ihr die Zeit während der Sanierung mit einer Doppelbelastung rechnen, diese dauert häufig deutlich länger als geplant. Egal wie ihr es angeht, der Kredit sollte vor der Rente abbezahlt sein. Entscheidend ist natürlich auch, dass beide Partner das Vorhaben vollumfänglich unterstützen und mit eventuellen Einschränkungen umgehen können. Sollte dem so sein, würde ich den Kredit so gering wie möglich halten und die geringere monatliche Belastung nutzen um die Altersvorsorge wieder aufzufüllen. Was natürlich auch immer noch nicht bedacht wird, ist das die geplante Sanierung schnell mal größere Kosten verursacht als man ursprünglich gedacht hat.

  • Ich rechne mal etwas grob:

    600000€ Eigenkarital (500k€ ETF plus 100k€ Festgeld), Rest (460000€) mit 3,8% Tilgung über 18 Jahre Volltigen (rund 3000€ im Monat). Zinskosten (bei angenommenen 4% Zins) dann rund 186000€,also Gesamt rund 646000 in den 18 Jahren die Ihr bezahlen müsstet.

    Die restlichen 300000 im ETF werden (wenn sie nicht weiter bespart werden) bei angenommenen 5% Rendite in 18 Jahren rund 440000€ Zinsen erwirtschaften (minus rund 80000€ Steuern dann 360000€ netto).

    Das heisst du hättest in 18 Jahren ein schuldenfreis Eigenheim und wieder die fast 800000€ auf deinem ETF Depot (allesdings kein Festgeld mehr).

    Was die Rechnung noch etwas positiver macht, die aktuell für uns unbekannte Miete kann der Tilgung hinzugerechnet werden.

  • Ich sehe es wie Newb and Dave Ramsey. So viel wie es geht direkt in die Immo stecken und dann den Kredit möglichst schnell tilgen. Ob Preis der Immo gerechtfertigt ist kann ich natürlich nicht einschätzen. Wie viel zahlt ihr denn überhaupt momentan für die MIete und wie groß ist die jetzige Wohnung im Vergleich?

  • Lage, Lage, ,Lage.

    Recherchieren wie Makler und Immobilienportale ähnliche Wohnungen bewerten.

    Die Renovierung, Sanierung zukunftssicher? Ein Architekt/Bauingenieur, der auf Sanierung spezialisiert war, hatte bei Gelegenheit gesagt, er würde raten, eine neue Wohnung zu kaufen.

  • rzf9bgw-jyt@vgd4CWP , der guten Ordnung halber: Bin nur Finanz-Laie, wenn auch ein an solchen Themen Interessierter mit zudem ein bißchen eigenen Erfahrungen (in u. a. Aktien und Immobilien investiere ich seit > 50 Jahren). Überflogen habe ich nur Deinen Beitrag Nr. 1.


    Ohne weitere (persönliche) Angaben - neben den reinen Objektdaten - wie Familienstand, Familienplanung, Alter, subjektive Risikobereitschaft (Risikotoleranz) usw. dürfte es mit konkreten und validen Empfehlung schwierig werden.

    Zu dem "usw." gehört aus meiner Sicht auch zwingend der Plan zur Altersvorsorge und der diesbezüglich bereits erreichte Status und/oder der zu erwartende Status.

    Aus meiner Sicht stellt selbst genutztes Wohneigentum eine Melange dar aus "Konsum/Lebensstil" einerseits und "Vermögensaufbau/Altersvorsorge" andererseits. Mit im Einzelfall (sehr) unterschiedlicher Gewichtung der beiden genannten Elemente.

    Vor dem Hintergrund sollte daher ein solches Projekt ("Wohnungskauf zwecks Eigennutzung") stets als integraler Bestandteil des eigenen Finanzplans inkl. desselben zur Ruhestandsplanung gesehen werden.

    Nur am Rande aber in dem Kontext: Je nach persönlicher Risikobereitschaft (Risikotoleranz) dürfte neben der Zinskondition die Finanzierungskonstruktion zumindest ebenso bedeutsam sein.

    Nur ein Aspekt aus diversen, aber nicht unbedeutend: Halte es für einen erheblichen Vorteil, daß ihr die Mikrolage bereits aus eigenen Erfahrungen bestens kennt ("in unmittelbarer Umgebung zu unserer aktuellen Mietwohnung").


    Dir/Euch gute Überlegungen und danach ebensolche Entscheidungen ... !

  • Hat es denn euch beide auch erwischt oder lediglich dich?


    Erst einmal wäre es gut zu wissen, wie hoch zB die WRG-Umlage ist. Dann die Frage, ob das Gutachten belastend ist. Dem entsprechend würde ich dann auf jeden Fall einen Puffer einplanen, auch eben bei der Finanzierung.


    Ihr habt die Wohnung ja sicherlich besichtigt. Was sagt euer Bauchgefühl, sind die Fenovierungskosten plausibel?


    Gut eine Million ist natürlich kein Pappenstiel. Wie geht es euch generell damit, so viel Geld zu investieren.

    1. Wir wollen gemeinsam ein Gebot abgeben, insofern beide, ja.
    2. Monatliche Umlage (Instandhaltungsrücklage + Betriebskosten) sind ca. 600 EUR
    3. Die Wohnung ist unserer Ansicht nach in einem okayen, aber 20 Jahre nicht renovierten Zustand. Insofern halten wir die grobe Schätzung des Gutachters nicht für überzogen.
    4. Ja, ist viel Geld. Aktuell steckt der Großteil im diversifizierten, aber schwankenden Depot. Da haben wir keine schlaflosen Nächte drüber. Wenn dann wäre eher die Frage, ob wir eine so grosse Konzentration in einem Asset haben wollen.

  • Angenommen Ihr wollt die Wohnung wirklich, wie hoch dürfte die Rate denn sein? Ihr solltet idealerweise in 20-25 Jahren mit der Finanzierung durch sein.

    Wenn Deine gesamte Altervorsorge im Depot steckt, wäre es natürlich gut, den Depot-Inhalt möglichst ungestört arbeiten zu lassen bzw. die Entnahme möglichst schnell wieder aufzufüllen.

    Aus den Zahlen müsstet Ihr zurückrechnen, wie sehr Ihr das Depot für die Erziehung heranziehen wollt bzw. müsst.

    Jau. Wir haben aktuell 9k netto. Zumindest mein Job ist ziemlich sicher und wird eher mehr. "Wohlfühlrate" liegt so bei 2,4k + 0,6k Wohngeld. Da müssten wir bei 20 Jahren Laufzeit laut "Chatty" rund 650k Eigenkapital aufbringen und 400k finanzieren. Da hätten wir dann noch rund 200k über, die arbeiten können oder Puffer sind, falls uns die Sanierung um die Ohren fliegt.

  • Lage, Lage, ,Lage.

    Recherchieren wie Makler und Immobilienportale ähnliche Wohnungen bewerten.

    Die Renovierung, Sanierung zukunftssicher? Ein Architekt/Bauingenieur, der auf Sanierung spezialisiert war, hatte bei Gelegenheit gesagt, er würde raten, eine neue Wohnung zu kaufen.

    Die Infos zu Lage haben wir alle bereits vom Gutachter und durch eigene Recherche. Es ist eine sehr gute Innenstadtlage in einer Großstadt.

    Was meinst du mit Zukunftssicherheit der Sanierung?

  • Danke für deinen Input.

    Die Sherlocks oben haben meinen Familienstand ja bereits extrapoliert :) Familienplanung soweit abgeschlossen. Risikobereitschaft verteilt sich so: Ich war 20+ Jahre selbstständig und entsprechend risikofreudig, jetzt Führungskraft im Konzern, meine Frau ist eher sicherheitsorientiert. Als Paar treffen wir uns nun irgendwo in der Mitte. Altersvorsorge Plan steht – unser jetziges Depot würde bei durchschnittlicher Entwicklung ausreichen, um unseren gesamten Finanzbedarf im Alter zu decken ohne weiter etwas einzuzahlen. Der Wohnungskauf würde uns vorrangig ermöglichen als Familie in einer großen Wohnung in unserer direkten Nachbarschaft wohnen zu bleiben. Sanierte Wohnungen in der Ordnung kosten hier zur Miete mittlerweile 3 - 3,5k / Monat.

  • Wenn bei Dir Rentenansprüche (ggf. bAV) hinzukommen, dann lastet ja nicht ganz so viel Druck auf dem Depot.

    Von der Rechnung würde ich zunächst mit möglichst wenig Depoteinsatz planen und schauen, wie dann die Finanzierung ausschaut, dann die Szenarien durchgehen und ggf. mit mehr Depoteinsatz planen, bis eine Variante gefunden ist, mit der sich alle wohlfühlen.

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