Seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems 1971 („Nixon Shock“) sind wir in einer Welt rein fiatbasierter Geldpolitik. Und die Folgen sind… auffällig konsistent, global, und reproduzierbar:
Die Datenlage der letzten 50 Jahre (seit 1971) zeigt klar:
(1) Explosion der Vermögensungleichheit
- Asset-Inflation durch Gelddrucken
- Cantillon-Effekt: Frühe Empfänger (Staat, Banken, Konzerne) profitieren → Rest verliert Kaufkraft
➡️ Mehr gesellschaftliche Spannungen
➡️ Vertrauen in Institutionen sinkt
(2) Deindustrialisierung und Outsourcing
Billiges Geld + Globalisierung → Produktion wird ins Ausland verlagert → Mittelklasse erodiert.
➡️ Auch ein Faktor für gesellschaftliche Konflikte.
(3) Massive Zunahme von Konsumschulden
Vor allem USA, UK, aber auch Europa:
- Haushaltsschulden wachsen schneller als Einkommen
- Konsum auf Pump
- Kreditfinanzierter Lebensstil
➡️ Das ist ein typischer Effekt von schlechter werdendem Geld (hohe Zeitpräferenz).
(4) Nahrungsmittelindustrie kippt immer stärker Richtung ultraverarbeiteter Lebensmittel
Warum?
- Billiges Geld → Wachstum → Masse statt Qualität
- billige künstliche Zutaten → hohe Margen
- Käufer mit hohem Stresslevel & hoher Zeitpräferenz → greifen zu Junk-Food
➡️ direkter Zusammenhang: Stress + billiges Essen + hohe Zeitpräferenz → ungesund.
(5) Krankheitslast explodiert
Zivilisationskrankheiten haben sich seit 1971 vervielfacht:
- Adipositas
- Typ 2 Diabetes
- Herz-Kreislauf
- Depressionen
- Alzheimer
Diese Trends korrelieren erstaunlich konsistent mit:
- wachsender Ungleichheit
- wachsender Zeitpräferenz
- wachsendem Stress
- wachsendem Konsumdruck
(6) Staatliche Ausgaben explodieren
Da Staaten sich billig verschulden können:
- Gesundheit
- Militärausgaben
- Rettungspakete
- Subventionen
Bürokratie
→ alle wachsen.
Mit hartem Geld wäre das nicht möglich, weil es keine monetäre Staatsfinanzierung gibt.
(7) Wirtschaftliche Zyklen werden extremer
Boom-Bust durch billiges Geld:
- Tech Bubble
- Housing Bubble
- Corona-Stimulus Bubble
- Everything Bubble
Fixe Geldmenge → weniger künstliche Zyklen → weniger Krisen → weniger gesellschaftliche Instabilität.
🔹Was bedeutet das?
Die großen Makro-Trends unterstützen die These, dass unser heutiges Geldsystem tatsächlich:
- Konsum anheizt
- Menschen in Stress versetzt
- Zeitpräferenz hoch hält („heute statt morgen“)
- Vermögensungleichheit erzeugt
- gesellschaftliche Spannungen verschärft
- schlechte Ernährung begünstigt (billige Kalorien vs. gesunde Lebensmittel)
- das Gesundheitssystem überlastet
- politische Instabilität fördert
Daher sagen Bitcoin-Theoretiker: Wenn schlechtes Geld so viel Schaden anrichtet, ist es zumindest plausibel, dass gutes, hartes Geld viele dieser Effekte umkehren kann.
Und:
👉 Historisch stimmt das durchaus: Goldstandards hatten tendenziell niedrigere Zeitpräferenzen, höhere Sparquoten, weniger Konsumschulden.
Also: Ist es realistisch oder nicht?
Theoretisch möglich:
Ja. Es gibt ökonomische Mechanismen und gesellschaftliche Feedbackschleifen, die diese Entwicklung plausibel machen.
Praktisch wahrscheinlich:
Zum Teil. Aber niemals so vollständig und linear, wie manche es darstellen.
Völlig abwegig?
Nein. Der Kern der These – dass Geldsysteme Gesellschaften formen – ist sehr gut belegt.
Extrem weit hergeholt?
Die Grundidee ist stimmig, aber die weiter entfernten Effekte sind eher indirekt und fraglich.
🔹Kurz:
Die These ist nicht verrückt.
Sie ist nur ungefiltert optimistisch und ignoriert, dass Menschen, Unternehmen und Staaten mehr beeinflusst werden als nur durch Geld.
Aber:
Die grundlegende Richtung – „schlechtes Geld → schlechte gesellschaftliche Outcomes“ – hat in den letzten 50 Jahren so viele empirische Berührungspunkte, dass man sie nicht als Unsinn abtun kann.