Sammelbecken der Rentenfaktoren

  • Tomarcy

    Nach hinten verschieben lässt sich das noch. Ich habe mich nicht mit der neuen AV beschäftigt, da ich auch hier von keiner für den Anleger guten Entwicklung ausgehe.

    Deiner Aussage entnehme ich, dass dort jedoch die "komplette Abwicklung" des Riestervermögens bis zum 85. Lebenjahr erfolgen kann. Ist meine Annahme dahingehend korrekt? Falls ja müsste (sollte) ich mich tatsächlich nochmals mit dem "Riesterelend" beschäftigen.

    Das angesparte Vermögen ist ja nicht wirklich gewachsen. Wieviel soll der Unterschied zwischen dem aktuellen Produkt und dem möglichen neuen ausmachen? Mein Bauchgefühl - weniger als 5€ (netto) pro Monat? Und dafür neu einlesen und einen neuen Vertrag aufsetzen etc.? Spannend. Ich habe noch 10 Jahre mehr bis zum auszahlen und bleibe einerseits gespannt wie sich diese Anlage entwickelt andrerseits ist einfach Zeitvergeudung wenn ich an den ROI denke.

    Prinzipiell erschien vor kurzem mit ein Rentenfaktor von >30 als noch ok, aber das sehe ich jetzt absolut nicht mehr. Er sollte >50 sein um mit der gesetzlichen Rente konkurrieren zu können.

  • Das angesparte Vermögen ist ja nicht wirklich gewachsen. Wieviel soll der Unterschied zwischen dem aktuellen Produkt und dem möglichen neuen ausmachen? Mein Bauchgefühl - weniger als 5€ (netto) pro Monat? Und dafür neu einlesen und einen neuen Vertrag aufsetzen etc.?

    Es geht doch konkret darum, dass es zu keiner Zwangsverrentung bis zum Lebensende kommt.

    Dies würde nämlich bei Rentenbeginn einen richtig großen Griff ins Geld bedeuten, der bisher die Zeit von 85 bis Schluss abdecken muss.

  • Das angesparte Vermögen ist ja nicht wirklich gewachsen. Wieviel soll der Unterschied zwischen dem aktuellen Produkt und dem möglichen neuen ausmachen? Mein Bauchgefühl - weniger als 5€ (netto) pro Monat? Und dafür neu einlesen und einen neuen Vertrag aufsetzen etc.? Spannend. Ich habe noch 10 Jahre mehr bis zum auszahlen und bleibe einerseits gespannt wie sich diese Anlage entwickelt andrerseits ist einfach Zeitvergeudung wenn ich an den ROI denke.

    Prinzipiell erschien vor kurzem mit ein Rentenfaktor von >30 als noch ok, aber das sehe ich jetzt absolut nicht mehr. Er sollte >50 sein um mit der gesetzlichen Rente konkurrieren zu können.

    Du darfst selbstverständlich selbst entscheiden was du mit deinem Geld, deinem Riestervertrag und deiner Zeit tust. Ich halte es jedoch keineswegs für Zeitvergeudung. Diese Reform ist, so sie denn in dieser Form umgesetzt wird, eine Chance, bestehende Riesterverträge vor der lebenslangen Zwangsverrentung zu retten. Und gleichzeitig das Kapital auch in der Entnahmephase noch vernünftig und renditeorientiert anzulegen. Und da geht es dann schnell um viel mehr als 5 Euro im Monat. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um ein sehr geringes angespartes Kapital. Aber dann empfiehlt es sich ohnehin eher, von der Möglichkeit der Kleinbetragsrente gebrauch zu machen und das Kapital als Einmalbetrag auszahlen zu lassen.

  • Aber mal realistisch: Das entspricht einer jährlichen Entnahme von >6%. Würdest Du als Versicherer das Deinen Kunden garantieren wollen? Nach Kosten?

    Der Punkt ist, dass bei Riester die Steigerungen der "Rentenzahlungen" über die Zeit deutlich geringer ist als die der gesetzlichen Rente. Diesen Spielraum wird der Versicherer ausnutzen. es gibt ja keinen politischen Druck. Das bedeutet deine effektiven (inkl. Inflation) 6% reduzieren sich über die Jahre deutlich.

    100.000 € und einem Rentenfaktor von 50 bedeutet 500€ pro Mont Auszahlung. Wenn die Versicherung 5% erwirtschaftet, 1,5% Kosten und keinerlei Steigerungen auf die 500€ kommen, so reicht das Geld 31 Jahre.

    Bei einem Rentenfaktor von 30 erwirtschaftet die Versicherung in jedem Jahr mehr Geld als sie ausgibt.

  • Du darfst selbstverständlich selbst entscheiden was du mit deinem Geld, deinem Riestervertrag und deiner Zeit tust. Ich halte es jedoch keineswegs für Zeitvergeudung. Diese Reform ist, so sie denn in dieser Form umgesetzt wird, eine Chance, bestehende Riesterverträge vor der lebenslangen Zwangsverrentung zu retten. Und gleichzeitig das Kapital auch in der Entnahmephase noch vernünftig und renditeorientiert anzulegen. Und da geht es dann schnell um viel mehr als 5 Euro im Monat. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um ein sehr geringes angespartes Kapital. Aber dann empfiehlt es sich ohnehin eher, von der Möglichkeit der Kleinbetragsrente gebrauch zu machen und das Kapital als Einmalbetrag auszahlen zu lassen.

    Hier ging es um 32.589€ angespartes Vermögen, und ob es sich da wirklich lohnt? Die monatliche Auszahlung war maximal 117€. Wenn das Geld renditeorientiert angelegt werden soll und gleichzeitig bis 85 ausgezahlt werden muss widerspricht dies nicht dem Gedanken mindestens 10 bis 15 Jahre für riskantere Anlagen zu warten? Ich würde nicht erwarten, dass dieses Geld in ETFs angelegt wird.

    Zudem noch ein anderer Gedanke: Wenn ich als Versicherer das Geld bei den neuen Verträgen bis zum 85ten Lebensalter komplett auszahlen muss dann profitiere ich als Versicherer kaum noch von dem "ein paar Kunden sterben vorher". Das wird sich der Versicherer ebenfalls bezahlen lassen.

  • Es geht doch konkret darum, dass es zu keiner Zwangsverrentung bis zum Lebensende kommt.

    Dies würde nämlich bei Rentenbeginn einen richtig großen Griff ins Geld bedeuten, der bisher die Zeit von 85 bis Schluss abdecken muss.

    Als Versicherer kann ich mit der Erwartung, dass der Kunde 100 Jahre alt wird aber anders (=riskanter) arbeiten, oder?

    Oder andersrum wenn der Kunde früher stirbt (nach 10 Jahren Auszahlung), dann kann ich mir den Rest gleich gutschreiben.

  • Hier ging es um 32.589€ angespartes Vermögen, und ob es sich da wirklich lohnt? Die monatliche Auszahlung war maximal 117€. Wenn das Geld renditeorientiert angelegt werden soll und gleichzeitig bis 85 ausgezahlt werden muss widerspricht dies nicht dem Gedanken mindestens 10 bis 15 Jahre für riskantere Anlagen zu warten? Ich würde nicht erwarten, dass dieses Geld in ETFs angelegt wird.

    Zudem noch ein anderer Gedanke: Wenn ich als Versicherer das Geld bei den neuen Verträgen bis zum 85ten Lebensalter komplett auszahlen muss dann profitiere ich als Versicherer kaum noch von dem "ein paar Kunden sterben vorher". Das wird sich der Versicherer ebenfalls bezahlen lassen.

    In dem neuen Altersvorsorgedepot muss es sich nicht zwingend um eine Versicherungslösung handeln. Und genau darin liegt der Charme. Du überträgst einfach deine 32.589 EUR zu einem anderen Anbieter, bspw. einem Neobroker, dies ggf. gegen eine geringe Wechselgebühr. Und dort entscheidest du einigermaßen frei, wie sicher oder riskant das Geld angelegt wird. Bspw. sehr sicher in einem Geldmarktfonds oder kurzfristigen Bundesanleihen, riskanter in Aktien-ETFs oder irgendwo dazwischen in einem Lifestrategy ETF o.ä.

    Daraus wird dir dann vom 65. bis mindestens zum 85. Lebensjahr monatlich ausgezahlt und das Kapital dabei vollständig aufgebraucht. Wie alt du zu werden gedenkst, entscheidest du selbst, mindestens aber 85. Das Langlebigkeitsrisiko darüber hinaus trägst du eben selbst, was meist ein gutes Geschäft ist. Je nach gewähltem Produkt und dessen Rendite ergeben sich daraus folgende monatliche Raten (Annahme 20 Jahre Entnahmedauer bzw. 240 Monatsraten, jeweils vor Steuern, Restkapital im Todesfall vererbbar):

    • Geldmarktfonds oder kurzlaufende Bundesanleihen: Renditeerwartung ca. 2% => ca. 165 EUR monatlich
    • Lifestrategy 40 oder 60 ETF: Renditeerwartung ca. 4,5% => ca. 205 EUR monatlich
    • Aktien ETF: Renditeerwartung ca. 6% => ca. 230 EUR monatlich
  • Du überträgst einfach deine 32.589 EUR zu einem anderen Anbieter, bspw. einem Neobroker, dies ggf. gegen eine geringe Wechselgebühr.

    Wer ist denn Anbieter und zu welchen Konditionen?

    Wie einfach das ganze dann wirklich abläuft werden wir dann sehen.

    Ich kann einfach nicht glauben das es einfach und kostengünstig gehen wird.

    Bis dahin abwarten und nicht allzu viel Hoffnung in eine Verbraucherfreundliche Lösung stecken.

  • Ich bin da guter Dinge. Anbieter wie bspw. Smartbroker oder Scalable Capital bringen sich bereits deutlich in Stellung. Die anderen dürften bald folgen. Für die Neobroker und ETF-Anbieter ist das ein Elfmeter mit leerem Tor und die werden den nicht verschießen. In einem Video mit extraETF bekam der Deutschland Chef von Vanguard das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht.
    Aber du hast völlig Recht, das gilt alles selbstverständlich nur, sofern das Gesetz so verabschiedet wird, wie im derzeit vorliegenden Referentenentwurf dargestellt.

  • Ich bin da guter Dinge. Anbieter wie bspw. Smartbroker oder Scalable Capital bringen sich bereits deutlich in Stellung. Die anderen dürften bald folgen. Für die Neobroker und ETF-Anbieter ist das ein Elfmeter mit leerem Tor und die werden den nicht verschießen. In einem Video mit extraETF bekam der Deutschland Chef von Vanguard das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht.
    Aber du hast völlig Recht, das gilt alles selbstverständlich nur, sofern das Gesetz so verabschiedet wird, wie im derzeit vorliegenden Referentenentwurf dargestellt.

    Danke für die Aufklärung.

    Wenn diese Finanzdienstleister den Elfmeter schießen dürfen und ihn nicht verschießen dann hätte es wirklich Potential. Die 2280€ sind als steuerfreier Höchstbetrag ein Witz. Defacto hat sich der Betrag seit 2006 nicht geändert...außer der Inflation.

  • Hallo zusammen,

    ich stehe vor einem Problem.

    Meine Frau und ich haben im Jahr 2006/2007 eine fondgebundene Riesterrente bei COSMOS Direkt abgeschlossen. Leider haben wir die Vertragsunterlagen von damals nicht mehr.

    Ich weiß nicht einmal, ob darin ein garantierter oder variabler Rentenfaktor gezogen wurde.

    Der Forenteilnehmer itschytooscheint in seinem Beitrag vom 9. Feb. 2024 Erfahrung dzgl. zu haben.

    Wer kann hier noch Auskunft geben?


    Vielen Dank
    Carocha

    {Richtige Adressierung des angefragten Benutzers durch Mod nachgetragen}

  • Meine Frau und ich haben im Jahr 2006/2007 eine fondgebundene Riesterrente bei COSMOS Direkt abgeschlossen. Leider haben wir die Vertragsunterlagen von damals nicht mehr.

    Ich weiß nicht einmal, ob darin ein garantierter oder variabler Rentenfaktor gezogen wurde.

    Wenn es ein Onlineportal gibt, findest du diese Infos evtl. dort. Ansonsten kannst du sie auch beim Anbieter anfragen.

  • Meine Frau und ich haben im Jahr 2006/2007 eine fondsgebundene Riesterrente bei COSMOS Direkt abgeschlossen. Leider haben wir die Vertragsunterlagen von damals nicht mehr.

    1. Es ist immer ein Manko, Unterlagen von laufenden Verträgen nicht archiviert zu haben.

    2. Beim Anbieter nachfragen, der mag Dir die Bedingungen in Kopie zur Verfügung stellen.

    Ich weiß nicht einmal, ob darin ein garantierter oder variabler Rentenfaktor gezogen wurde.

    Das ist egal. Rentenfaktoren von Riesterverträgen sind immer unterirdisch.

    Wer kann hier noch Auskunft geben?

    In erster Linie der Anbieter. Mir ist Cosmos als kundenfreundliche und seriöse Firma entgegengetreten, das wird vermutlich auch bei Dir so sein.

    Die Riesterrente ist vom Konzept her verkorkst, auch bei einem guten Anbieter wird da nicht so fürchterlich viel dabei herumkommen.

  • Also bei mir (2007) waren erwartete Rente und erwartete Gesamtsumme angegeben. Daraus habe ich einen Rentenfaktor von ca 36 ermittelt. Diesen hat mir die Hotline auch bestätigt.

    Inwiefern der "fest" ist bin ich nicht sicher.

    Hilft Dir das?

    Ich habe den Vertrag stillgelegt (bzw. auf 5 Euro im Monat gesetzt, um sicher zu gehen) und warte ob sich da etwas brauchbares ergibt mit den neuen Altersvorsorgeprodukten.

  • Danke an die Antwortenden,
    ich habe COSMOS jetzt angeschrieben und warte auf deren feedback.

    Gruß in die Runde

    Mit der Vertragsnummer solltet ihr euch beim Online-Portal registrieren können, dann kommt vermutlich noch ein Sicherheitsschlüssel per Post. Ansonsten anrufen, da wurde mir schon häufiger direkt geholfen.

  • Also bei mir (2007) waren erwartete Rente und erwartete Gesamtsumme angegeben. Daraus habe ich einen Rentenfaktor von ca 36 ermittelt. Diesen hat mir die Hotline auch bestätigt.

    (…)

    Ich habe den Vertrag stillgelegt (bzw. auf 5 Euro im Monat gesetzt, um sicher zu gehen) und warte ob sich da etwas brauchbares ergibt mit den neuen Altersvorsorgeprodukten.

    Wenn nicht, gehst du dann auf Kleinbetragsrente? Der/die eine oder andere hier verfährt ja auch so.