Was sagt ihr zu den geplanten Einschränkungen beim Bargeldverkehr?

  • Was oben jemand schrieb, daß bei Kartenzahlung massenweise Datenspuren entstehen, stimmt. Offenbar haben aber sehr viele (Nord-) Europäer damit überhaupt kein Problem. Es scheint eine Mentalitätsfrage zu sein, oder das Vertrauen in den Staat ist dort (historisch bedingt?) sehr viel höher als bei uns - was übrigens die Digitalisierung viel leichter umsetzbar macht.

  • Natürlich bleibt es jedem unbenommen, im Rahmen seiner Freiheitsgrade die zu nutzen, die er für sein Leben wichtig hält.

    Vielen Dank, daß Du das den Menschen - und damit auch mir - zugestehst.

    Aber stell dir vor, auch außerhalb der EU gibt es Kreditkarten und Smartphones, selbst im Urwald und in der Wüste.

    Es tut mir leid, aber andere Länder betreffend fehlen mir leider die Erfahrungen, weil ich so selten im Ausland war und vor allen Dingen auch nie im Ausland gearbeitet habe. Dafür bitte um Dein Verständnis und Deine Nachsicht.

  • Brüssel, Mordor - alles eins.

    Deine klugen, sachlichen und fundierten Anmerkungen und Kommentaren begeistern mich immer wieder neu.

    Aufgrund meiner limitierten Auffassungsgabe habe ich manchmal nur gewisse Verständnisschwierigkeiten bei Deinen klugen Einwürfen. Beispielsweise diesbezüglich hier in dem Strang bei Deinem Beitrag Nr. 162

    Mein Abreißkalender mit dem Klugscheißerwissen sagte letztens, dass weltweit mehr Monopoly-Geld als echtes Geld gedruckt wird und dass man ab 10 Meter Wassertiefe nicht mehr pupsen kann.

    Sicherlich hochinteressante Gedanken - die ich leider von der Sache her und das Thema hier betreffend aber noch nicht zuordnen konnte.

    Siehe daher schon hier meine Nachfrage:

    So recht habe ich diese Deine Einlassung von der Sache her nicht verstanden ... ?


    Dein Hinweis auf Flatulenzen (ab 10 Meter Wassertiefe; s. o.) beispielsweise: Nimmt der Bezug auf die Empfehlungen des BBK (Deutschland), des Amtes für Zivilschutz (Österreich), die Vorhaltung von Bargeld bezüglich Finanzstürmen (Beispiel: Eurokrise) und Finanzturbulenzen (Beispiel: Bail-Ins a la Zypern oder Negativzinsen a la EZB für den gesamten Euroraum), auf die Unterschiedlichkeit der Geldarten Bar- und Buchgeld (im rechtlichen Sinne sogar sozusagen ein Aliud), auf das Recht der Bürger zur Informationellen Selbstbestimmung etc. pp. ... ?


    Oder auf einen ganz anderen Aspekt ? Vielleicht auf die Bücher und Schriften bezüglich Bargeld von Paul Krugman, Larry Summers und Kenneth Rogoff ?


    Sprich auf welchen sachlich-fachlichen Aspekt beim Thema "Bargeld" und "Einschränkungen beim Bargeldverkehr" beziehen sich die von Dir genannten Flatulenzen ?

    Auch und gerade vor dem Hintergrund

    bin ich stets an Nach- und Rückfragen rund um das Verstehen und das Verständnis bemüht - im Sinne der möglichen Verbesserungen (siehe oben) auch und gerade meine privaten Finanzen betreffend.

    bin ich an Deiner Antwort sehr interessiert.

    In diesem Sinne freue ich mich schon jetzt auf Deine Antwort ...

  • Was oben jemand schrieb, daß bei Kartenzahlung massenweise Datenspuren entstehen, stimmt. Offenbar haben aber sehr viele (Nord-) Europäer damit überhaupt kein Problem. Es scheint eine Mentalitätsfrage zu sein, oder das Vertrauen in den Staat ist dort (historisch bedingt?) sehr viel höher als bei uns - was übrigens die Digitalisierung viel leichter umsetzbar macht.

    In Schweden gibt es kein deutsches Steuergeheimnis, sondern ein Transparenzgebot. Vielleicht liegt da der Kicker.

  • In Schweden gibt es kein deutsches Steuergeheimnis, sondern ein Transparenzgebot. Vielleicht liegt da der Kicker.

    Apropos Schweden: Vielleicht liegt der "Kicker" (um Deine Terminologie zu verwenden) auch in der sehr unterschiedlichen Ausprägung des Sozialneides (Social Envy Coefficient (SEC)).

    In einer mir noch erinnerlichen Studie - (Allensbach und Ipsos MORI) - gehört Deutschland auf Platz Nr. 2 (SEC 0,97) zusammen mit Frankreich auf Platz Nr. 1 (SEC 1,26) zu den Ländern mit dem am stärksten ausgeprägten Sozialneid in der Bevölkerung - während andere Länder wie Schweden (SEC 0,44) - aber auch die USA (SEC 0,42), UK (SEC 0,37) und auch Polen (SEC 0,21) - viel geringere Werte aufweisen.

    Die Frage wäre nur, ob das an der vermeintlich fehlenden Transparenz liegt - oder ob nicht bei vorliegender Transparenz der Sozialneid gerade in Deutschland dann noch größer wäre ?

    Persönliche Empirie aber vermutlich symptomatisch: Unterwegs mit einem Sportwagen in den USA mit der Tendenz: Daumen hoch, freundliche Gesichter, interessierte Nachfragen zum Fahrzeug, dem Motor, den PS, der Schaltung, kann ich mal ein stück mitfahren usw. Vermutliches Motto: Gefällt mir und will ich mir auch mal kaufen. Unterwegs mit einem vergleichbaren Fahrzeug in Deutschland mit der Tendenz: Eher böse Blicke ... Vermutliches Motto: Warum hat der so ein Auto und ich nicht ... In München, Stuttgart und Düsseldorf geht es noch - in Berlin sieht es schon deutlich schlechter aus. Da hat man dann besser eine Garage. Da ist man zwar auch "Feuer und Flamme" für solche Autos - damit ist aber eher das Abfackeln gemeint. Laut BZ vom 5. Juni 2021 wurden nämlich jeden Tag in Berlin zwei Fahrzeuge abgefackelt. Vielleicht sollte man den SEC auch mal innerhalb eines Landes getrennt nach einzelnen Städten erheben ?

  • Haben wir hier eine Antwortpflicht?

    Meines Wissens nicht. So wie übrigens auch keine Lesepflicht ...

    Aber ein Verbot Nachfragen zu stellen existiert meines Wissens auch nicht ... ?

    Habe aber beispielsweise in meinen Jahren in Brüssel gelernt: Keine Antwort und/oder eine bewußt verweigerte Antwort ist nicht selten die beste da aufschlußreichste Antwort überhaupt.

    8) :D

  • Es tut mir leid, aber andere Länder betreffend fehlen mir leider die Erfahrungen, weil ich so selten im Ausland war und vor allen Dingen auch nie im Ausland gearbeitet habe. Dafür bitte um Dein Verständnis und Deine Nachsicht.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Habe aber beispielsweise in meinen Jahren in Brüssel gelernt: Keine Antwort und/oder eine bewußt verweigerte Antwort ist nicht selten die beste da aufschlußreichste Antwort überhaupt.

    8) :D

    (nachträglich gefettet von mir)

    Ja, was denn nun? Aber wahrscheinlich kommt nun als Antwort; "Habe zwar in Brüssel gelebt, aber dort nicht gearbeitet, ODER war Ironie".......... ^^

  • Was ist bloss aus der guten alten Protestantischen Arbeitsethik geworden?

    Nicht ganz selten eine Melange aus Sozialneid und Work-Life-Balance ...

    Statt "Protestantischer Arbeitsethik" bzw. das dazugehörige Ethos würde ich eher und lieber von Preußischen Tugenden im Sinne einer Professionalität sprechen. Gerade in säkularisierten Staaten scheint mir das eher angezeigt. Das aber nur am Rande.

    Apropos Work-Life-Balance: Wohlhabend bleiben oder sogar immer wohlhabender werden mit immer weniger Arbeit - ist nicht unmöglich aber eine herausfordernde Aufgabenstellung (Stichwort: Produktivität - um nur ein Beispiel zu nennen). Sowohl übrigens für den Einzelnen (Mikroebene) als auch für Länder (Makroebene). Eine vernünftige Ordnungspolitik ist dabei - nach allen meinen Erfahrungen - die entscheidende Basis.

    Die Ergebnisse der besagten Studie (s. Nr. 208; Stichwort: Social Envy Coefficient (SEC)) decken sich übrigens mit meinen persönlichen Eindrücken: In Sachen Sozialneid liegen zwischen Frankreich und Deutschland einerseits und beispielsweise USA sowie UK andererseits Welten.

    Typische Sichtweisen: USA - mein Anwalt, mein Finanzberater, mein Zahnarzt etc. muß wirklich erfolgreich sein und eine Top-Arbeit leisten, der residiert in einer Villa und fährt Porsche. Da habe ich genau den Richtigen ausgesucht. Frankreich/Deutschland - mein Anwalt, mein Finanzberater, mein Zahnarzt etc. residiert in einer Villa und fährt Porsche. Habe ich beides nicht und der hat das nur von meinem Geld, weil ich sein Mandant, Klient, Patient etc. bin. Ob das der Richtige für mich ist ?

    Alter hat nur ganz wenige Vorteile. Einer davon: Man kann zurückblicken und hat Erfahrungen gesammelt. Wäre beispielsweise die besagte oben genannte Melange (aus Sozialneid und Work-Life-Balance) meine damalige Herangehensweise gewesen - wäre ich heute vermutlich finanziell eher sehr limitiert und/oder (noch schlimmer) müßte mich intensiv mit dem deutschen Sozialgesetzbuch (SGB) beschäftigen.

    Da finde ich meinen Ansatz samt Weg generell interessanter sowie spannender und auch von den generierten (auch finanziellen) Ergebnissen her deutlich besser - auch und gerade in der Retrospektive als nunmehr Alter.

    Der Versuch das über Jahrzehnte hinweg finanziell Erreichte zu bewahren ergibt ja nur Sinn, wenn überhaupt was zum Bewahren in relevanter Höhe vorhanden ist. Womit man dann auch (u. a.) beim Thema Bargeld ist.

  • (nachträglich gefettet von mir)

    (nachträglich gefettet von mir)

    Ja, was denn nun? Aber wahrscheinlich kommt nun als Antwort; "Habe zwar in Brüssel gelebt, aber dort nicht gearbeitet, ODER war Ironie".......... ^^

    Darfst du nicht ernst nehmen. Wenn er mit dem Cabrio durch Amerika braust, fühlt er sich wahrscheinlich immer noch in Deutschland.

  • Ja, was denn nun?

    Mein aufrichtiges Kompliment, da bist Du einem signifikanten Widerspruch und auch etwas ganz Großem auf der Spur ... :thumbup:

    Ironie zeichnet sich u. a. durch eine gewisse Feinheit, Zartheit, subtile Elemente, nicht auf den ersten und plump-oberflächlichen Blick Wahrnehmbares etc. pp. aus ...

    Die Qualität mancher Einlassungen wie dieser hier beispielsweise

    Aber stell dir vor, auch außerhalb der EU gibt es Kreditkarten und Smartphones, selbst im Urwald und in der Wüste.

    kann selbst bei eher sehr schlichten Gemütern - wie zugegebenermaßen meiner Wenigkeit - einen gewissen Hang zur Ironie kaum mehr verhindern.

    Diese dann auch noch expressiv verbis sprich explizit und vorab - nur zur Vermeidung eventueller Mißverständnisse - sozusagen kenntlich zu machen, widerspricht - nach meinem Dafürhalten - schon dem konzeptionellen Grundgedanken der Ironie (siehe oben).

    Damit kann ich aber gut leben.

  • Nicht ganz selten eine Melange aus Sozialneid und Work-Life-Balance ...

    Statt "Protestantischer Arbeitsethik" bzw. das dazugehörige Ethos würde ich eher und lieber von Preußischen Tugenden im Sinne einer Professionalität sprechen. Gerade in säkularisierten Staaten scheint mir das eher angezeigt. Das aber nur am Rande.

    Ich meinte das im Sinne der Analyse von z.B. Erich Fromm in seinem Werk "Haben oder Sein".

    Auch ein inzwischen weitestgehend säkularisierter Staat kann eine jahrhundertelange Sozialisierung nicht so einfach abschütteln.

    "Preußische Tugenden" sind m.E.n. noch mal ein bißchen anders gelagert.

  • mit dem Cabrio durch Amerika braust

    (nachträglich gefettet von mir)

    Das letzte Mal war es dort ein deutscher Oldtimer (BMW Baureihe M1 - für Dich als Fachmann bzw. Fachfrau intern auch als E 26 bezeichnet) - von der m. W. gar keine offene Version (sprich Cabrio) existiert ... ?! Liegen Dir da andere Informationen vor ?

    Von "Brausen" kann übrigens auch keine Rede sein (das bedingen schon die zwar je nach Bundesstaat sehr unterschiedlichen aber praktisch überall normierten Tempolimits) - eher vom typischen amerikanischen gemütlich-genußvollen Cruisen.

  • Ich meinte das im Sinne der Analyse von z.B. Erich Fromm in seinem Werk "Haben oder Sein".

    Verstehe. Das habe ich - nach meiner Erinnerung - gegen Ende der 70er mal gelesen präziser überflogen. Liegt nicht so ganz auf meiner Linie, weil ich das tendenziell schon damals nicht als Alternative sprich im Sinne eines "Gegensatzpaars" gesehen habe - sondern die Thematik (für mich persönlich) eher kumulativ verstanden habe also im Sinne von möglichst "Haben und Sein".

    Auch ein inzwischen weitestgehend säkularisierter Staat kann eine jahrhundertelange Sozialisierung nicht so einfach abschütteln.

    Interessanter und bedeutsamer Aspekt. Insbesondere auch beim Blick in die Finanz- und Währungsgeschichte. Auch eine historisch gewachsene Wirtschafts- und/oder Währungsmentalität (Stichwort: Hart- versus Weichwährungsmentalität - um nur ein Beispiel zu nennen) läßt sich nämlich "nicht so einfach abschütteln" und/oder durch eine Vorgabe noch dazu "von oben" und/oder "von außen" einfach "abschütteln".

    "Preußische Tugenden" sind m.E.n. noch mal ein bißchen anders gelagert.

    Die Vertiefung der Begrifflichkeiten wie "Protestantische Arbeitsethik" und "Preußische Tugenden" könnte hier den Rahmen sprengen.

    Daher nur kurz: Wichtig dürfte dabei sein, den für sich passenden Weg zu finden (eine ganz individuelle Wahl). Und dabei werden - wie so oft bis meist - am Ende die durch den Weg generierten Ergebnisse bei der Bewertung entscheidend sein. Das können (müssen aber nicht immer zwingend) finanzielle Ziele sein.

    Und selbst finanzielle Ziele - im Sinne von zahlenmäßigen Benchmarks - können dann ganz unterschiedliche Dinge bedeuten. Für den einen etwa Porsche und Penthouse und für einen anderen eher eine gewisse Unabhängigkeit und ein Mehr an Freiheit bzw. Freiraum oder Freizeit. Auch da sind die eigenen Prioritäten letztlich entscheidend.