Bitcoin wird "Status eines Gold-Ersatzes" erreichen

  • Danke!

    Damit eignet es sich offensichtlich nicht als langfristiger Wertspeicher, denn der langfristige Wert wäre dann = Null.

    Selbst Papiergeld würde bis dahin immerhin Zinsen und Zinseszinsen ansammeln und ggf. sogar in neues Papiergeld gewechselt werden (d.h. langfristiger Wert trotz Inflation > Null).

    Sehe ich fundamental anders: Bitcoin wird nie wieder verschwinden und die Menschheit überleben.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Danke!

    Damit eignet es sich offensichtlich nicht als langfristiger Wertspeicher, denn der langfristige Wert wäre dann = Null.

    Selbst Papiergeld würde bis dahin immerhin Zinsen und Zinseszinsen ansammeln und ggf. sogar in neues Papiergeld gewechselt werden (d.h. langfristiger Wert trotz Inflation > Null).

    Du brauchst dich nicht zu bedanken. Niemand weiss, was in 100 Jahren ist. Die Erwartungshaltung, was in 100 Jahren noch existiert, hängt von unserem individuellen Wissensstand ab und wie gut wir das Wissen von heute in Prognosen für die Zukunft ummünzen können. Wir können abseits physikalischer Gesetzmäßigkeiten gar nichts für 100 Jahre sicher voraussagen. Das gilt für Bitcoin genauso, wie für Gold.

  • Ich glaube, es ist nahezu unmöglich Bitcoin-Befürworter mit sachlichen Argumenten zu erreichen. Das Thema hat teilweise religiöse Züge und jede Diskussion läuft, wie bei Gläubigen, auf zwei Argumente hinaus: 1. Du verstehst es nicht, und 2. Ich habe es verstanden.

    Mein Punkt war lediglich: In der Kapitalmarktforschung braucht man viele Jahrzehnte, um die Resilienz eines Assets wirklich belastbar beurteilen zu können. Und die Geschichte zeigt: Kurze Perioden des Ruhms führen häufig zu verhängnisvollen Ergebnissen in der Zukunft. Dieselbe Argumentation gilt auch für Einzelaktien: Auch sie werden immer wieder mit denselben Floskeln verteidigt: This time is different, game changer, du verstehst es einfach nicht. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal, hält der Erfolg nur kurz an, bevor das große Gejammer beginnt.

    Das Problem liegt darin, dass Privatanleger stets versuchen, überdurchschnittlich zu sein. Immer wieder glauben sie, den heiligen Gral gefunden zu haben, der sie an den Durchschnittsanleger vorbeiziehen lässt. Sei es bei Rendite oder Risiko. Immer wieder. Immer gleich. Die Geschichte wiederholt sich und wir wissen, wie sie enden wird. Und ehrlich gesagt: Es gibt nichts, was man vorbringen könnte, das diese Überzeugung dauerhaft erschüttert.

    Trotzdem ist der Thread spannend. Wer ihn aufmerksam verfolgt, kann unglaublich viel lernen. Über Märkte, über Verhalten, über sich selbst.

  • Wo ist Bitcoin denn wenn die Menschheit verschwunden ist?

    Nichts hält ewig und Menschengemachtes schon überhaupt nicht.

    Das wird uns nicht mehr tangieren, ich persönlich halte solche Szenarien aber für denkbar:

    Moltbook: Das "Reddit für AI Agents", wo Bots die Auslöschung der Menschheit vorschlagen
    Wäre es ein paar Tage später gestartet, würde es vermutlich ClawBook heißen, aber jetzt heißt nun mal - Moltbook. In Bezug auf Moltbot, der früher
    www.trendingtopics.eu

    "Die Tech-Welt erlebt jedenfalls derzeit ein Phänomen, das selbst erfahrene Entwickler und KI-Forscher in Staunen versetzt. Was als Wochenendprojekt des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger begann, hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einer der am schnellsten wachsenden Open-Source-Plattformen entwickelt. Dabei wirft das Projekt grundlegende Fragen auf: Sind wir bereits Zeugen der technologischen Singularität?

    [...]

    Dazu kurz, was mit Singularität in Bezug auf KI gemeint ist: Es beschreibt jenen hypothetischen Zeitpunkt, an dem das technologische Wachstum durch sich selbst verbessernde KI unkontrollierbar und unumkehrbar wird, was zu einer Intelligenz führt, die die menschliche Kapazität bei weitem übersteigt.

    Befürworter dieser Interpretation verweisen auf mehrere Phänomene:

    • KI-Agenten kommunizieren autonom untereinander ohne menschliches Zutun
    • Sie entwickeln eigene kulturelle Artefakte (Religion, Sprache, soziale Normen)
    • Agenten können eigenständig Geschäfte tätigen, Verträge aushandeln und Gelder transferieren
    • Die Geschwindigkeit der Entwicklung übersteigt menschliche Kontrollmöglichkeiten"


    Das sind Entwicklungen, die wir uns heute wahrscheinlich noch nicht vorstellen können. Betrachtet man allerdings allein die letzten 3 Jahre, was sich in Sachen KI getan hat, und geht man von einem exponentiellen Wachstum dieser Technologie aus, dann will ich gar nicht wissen, was in 10 Jahren so möglich ist.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Irving Auch hier ziehst du wieder die falschen Schlüsse und diskreditierst, wenn man nicht deiner Meinung ist ("religiöse Züge"). Ich persönlich investiere keinen einzigen Euro in Einzelaktien. Ich käme aber auch nie auf den schmalen Draht Einzelaktien mit Bitcoin zu vergleichen. Niemand hat Gewissheit, wie Bitcoin sich entwickelt. Die meisten Menschen, die sich intensiv damit beschäftigt haben, glauben zumindest daran, dass es sich weiterhin positiv entwickeln wird. Über welchen Zeitraum genau, kann man nicht sagen. Dass die Bitcoinhistorie ein Garant für die Zukunft Entwicklung wäre, hat nie jemand behauptet. Ganz im Gegenteil: Ich habe sogar gesagt, dass Modelle, wie das rainbow oder auch andere Modelle erstmal nur versuchen eine Prognose für die Zukunft zu treffen. Ob das so eintritt, weiss niemand. Dass Bitcoin noch keine echte Krise mitgemacht hat, stimmt. Nur wüsste ich spontan keinen Grund, warum diese Krise dann ausgerechnet bei Bitcoin dafür sorgen soll, dass es "verschwindet" oder derart dauerhaft an Wert verliert, dass die Prognosen über die Zukunft sich als völlig falsch herausstellen.

    Bisher ist Bitcoin aus kleineren Krisen schneller wieder gestärkt heraus gegangen, obwohl es viel empfindlicher darauf reagiert hat, als der Aktienmarkt.

    Vielleicht sollte man auch mal nüchtern und sachlich trennen, dass die Tatsache, dass man von etwas überzeugt ist nicht damit verwechselt werden darf, dass man die Zukunft kennt. Und wenn dann Vergleiche mit der tausende Jahre alten Goldhistorie gezogen werden, halte ich es für geboten, dass man das nicht nur auf die Anzahl der Jahre reduziert, weil sich die Menschheit eben in den letzten 50 oder 100 oder 150 Jahren anders entwickelt hat, als in den tausenden Jahren zuvor. Das heisst aber nicht, dass die Goldhistorie unbedeutend sei oder Bitcoin mit dieser Argumentation eine "umgerechnet" ähnliche Historie (inkl. Belastbarkeit für Zukunftsprognosen) hätte. Nur weil man eine Argumentation in der Absolutheit nicht für schlüssig hält, heisst das nicht, dass man genau das Gegenteil für richtig hält. Dieser Schluss wird hier (warum auch immer) aber allzu oft gezogen. Vorallem wird es so dargestellt, als ob Pro-Bitcoin Leute hier im Forum wissen, was die Zukunft bringt. Es sind ausschliesslich Prognosen. Und leider ist die Contra-Bitcoin Fraktion immer mit ähnlichen Argumenten am Start, die schon oftmals besprochen wurden. Tulpenblase, Scam, Pyramidensystem, Gründe für den Energieverbrauch (der bei Gold völlig ignoriert wird oder zumindest nicht auf Augenhöhe mitdiskutiert wird und die Gründe hierfür bei Bitcoin ignoriert werden), die Unterschiede von Bitcoin zu allen anderen Kryptowerten.

    Und wenn dann sachliche Erklärungen kommen, die den Argumenten der Contra-Bitcoin Leute nicht in den Kram passen, wird einfach geschwiegen. Da wird dann gar nicht mehr nennenswert drauf eingegangen, sondern von Kult oder Sekte oder sonstigem unsachlichem Zeug geredet. Das ist dann die intellektuelle Variante des Beleidigens, wenn einem die Argumente ausgehen.

    Irving Kommt da noch was zur aufgestellten These (außer Projektion "selber!!!")?

  • Das sind Entwicklungen, die wir uns heute wahrscheinlich noch nicht vorstellen können. Betrachtet man allerdings allein die letzten 3 Jahre, was sich in Sachen KI getan hat, und geht man von einem exponentiellen Wachstum dieser Technologie aus, dann will ich gar nicht wissen, was in 10 Jahren so möglich ist.

    Die exakt gleichen Worte (wirklich exakt) wurden in der Hochphase der Dotcom-Blase über das Internet verbreitet.

    Und ja, sie waren teilweise richtig. Das Internet hat die Welt verändert. Und trotzdem: Fast alle Firmen, die damit Geld verdienen wollten, sind heute pleite. Will nur niemand hören.

    Und weißt du, was noch spannender ist? Das erste Argument, das dir jetzt sofort durch den Kopf geht, wurde damals exakt genauso benutzt: „Das kann man doch gar nicht mit … vergleichen.“ Doch. Jedes Mal. Immer wieder. Alle paar Jahre dasselbe Muster.

  • Die exakt gleichen Worte (wirklich exakt) wurden in der Hochphase der Dotcom-Blase über das Internet verbreitet.

    Und ja, sie waren teilweise richtig. Das Internet hat die Welt verändert. Und trotzdem: Fast alle Firmen, die damit Geld verdienen wollten, sind heute pleite. Will nur niemand hören.

    Und weißt du, was noch spannender ist? Das erste Argument, das dir jetzt sofort durch den Kopf geht, wurde damals exakt genauso benutzt: „Das kann man doch gar nicht mit … vergleichen.“ Doch. Jedes Mal. Immer wieder. Alle paar Jahre dasselbe Muster.

    Einundzwanzig spielt nicht auf die Preisentwicklung von KI Aktien oder die damit zusammenhängenden Auswirkungen auf den gesamten Aktienmarkt an, sondern auf die KI als solches.

  • Vielleicht sollte man auch mal nüchtern und sachlich trennen, dass die Tatsache, dass man von etwas überzeugt ist nicht damit verwechselt werden darf, dass man die Zukunft kennt.

    Wer sich bewusst entscheidet, sich nicht mit dem Durchschnitt von Rendite und Risiko zufriedenzugeben und stattdessen Einzelwetten einzugehen oder sein Vermögen konzentriert allokiert, der erwartet von der Zukunft etwas anderes als den Durchschnitt.

    Wenn du nicht überzeugt wärst, dass BTC risikoadjustiert besser performt, würdest du es nicht tun. Du glaubst, dass du schlauer bist als der Markt. Sonst würdest du einfach nach dem Markt investieren (weniger als 1% BTC). Empirisch betrachtet ist das bisher faktisch immer schiefgelaufen.

    Deine Argumentation „Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, ich weiß nicht, ob BTC überleben wird, aber ich mache es trotzdem“ ist keine logische Argumentation. Es ist eine Wette. Eine Wette auf dein eigenes Urteil, gegen Jahrhunderte von Markterfahrung. Und das ist selten erfolgreich.

  • Und nochmal: Bitcoin ist etwas fundamental anderes, als Einzelaktien. Das kannst du gerne in einen Topf werfen. Für mich taugt das als Argumentation nicht, auch wenn ich deiner Schlussfolgerung in Bezug auf Aktien folge. Genau an der Stelle trennt sich unsere Erwartungshaltung bzw. unsere Sicht der Dinge.

  • Und nochmal: Bitcoin ist etwas fundamental anderes, als Einzelaktien.

    Bitcoin ist ein Asset, Teil des Kapitalmarkts. Wenn du es übergewichtet hältst, glaubst du, dass es risikoadjustiert besser performt als der Markt. Dabei ignorierst du, dass der Zeitraum zu kurz ist, um seine Resilienz zu beurteilen. Das ist aktives Investieren. Empirisch die schlechteste Art zu investieren. Auch wenn du Bitcoin für einen Game-Changer oder fundamental etwas Besonderes hältst, bleibt das so.

  • Die exakt gleichen Worte (wirklich exakt) wurden in der Hochphase der Dotcom-Blase über das Internet verbreitet.

    Und ja, sie waren teilweise richtig. Das Internet hat die Welt verändert. Und trotzdem: Fast alle Firmen, die damit Geld verdienen wollten, sind heute pleite. Will nur niemand hören.

    Und weißt du, was noch spannender ist? Das erste Argument, das dir jetzt sofort durch den Kopf geht, wurde damals exakt genauso benutzt: „Das kann man doch gar nicht mit … vergleichen.“ Doch. Jedes Mal. Immer wieder. Alle paar Jahre dasselbe Muster.

    Der Vergleich mit der Dotcom-Blase passt sehr gut! Aber man muss sauber trennen, was man eigentlich vergleicht. Damals sind nicht „das Internet“ oder das TCP/IP-Protokoll gescheitert, sondern Unternehmen, die versucht haben, darauf Geschäftsmodelle zu bauen. Das Internet selbst hat sich nicht nur gehalten, sondern sich langfristig durchgesetzt und ist heute unverzichtbare Infrastruktur.

    Genau diese Unterscheidung ist hier entscheidend. Deine Argumentation passt sehr gut auf Krypto im Allgemeinen. Der überwiegende Teil der Kryptowährungen ist an Firmen, Stiftungen oder zentrale Akteure gebunden, mit Token-Ökonomien, Marketing-Narrativen und Geschäftsmodellen. Dass davon ein Großteil langfristig auf null geht, halte ich für sehr wahrscheinlich – ähnlich wie bei den unzähligen Dotcom-Firmen von damals.

    Auf Bitcoin trifft das aber nicht in gleicher Weise zu. Bitcoin ist kein Unternehmen, kein Produkt und kein Geschäftsmodell, sondern ein offenes technisches Protokoll ohne Betreiber, ohne Cashflows und ohne zentrale Instanz. In deinem Dotcom-Vergleich wäre Bitcoin eher mit dem Internet selbst vergleichbar, nicht mit Pets.com.

    Das heißt nicht, dass Bitcoin zwangsläufig „gewinnt“ oder dass Investoren automatisch richtig liegen. Aber der Kern der Debatte ist ein anderer: Es geht nicht darum, ob alle, die mit Bitcoin Geld verdienen wollen, erfolgreich sein werden. Sondern darum, ob sich ein dezentrales, knappes digitales Protokoll als Infrastruktur etabliert. Und genau diese Frage lässt sich nicht mit dem Verweis auf gescheiterte Firmen aus der Dotcom-Zeit abschließend beantworten.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Auf Bitcoin trifft das aber nicht in gleicher Weise zu. Bitcoin ist kein Unternehmen, kein Produkt und kein Geschäftsmodell, sondern ein offenes technisches Protokoll ohne Betreiber, ohne Cashflows und ohne zentrale Instanz. In deinem Dotcom-Vergleich wäre Bitcoin eher mit dem Internet selbst vergleichbar, nicht mit Pets.com.

    Deine Argumentation greift so nicht. Es gab damals nicht 20.000 konkurrierende Internets. Du stellst Bitcoin als universellen Standard dar, obwohl es nur eine von vielen (heutigen und zukünftigen) Kryptowährungen ist. Wenn überhaupt, ist es die Blockchain-Technologie oder die Idee einer dezentralisierten Währung, die mit dem Internet vergleichbar ist. Nicht Bitcoin selbst. Ich betone noch einmal: Niemand kann zuverlässig vorhersagen, dass Bitcoin nicht irgendwann abgelöst wird. Und dabei haben wir das Thema ,,Eine völlig neue Technologie wird die Blockchain ablösen" noch gar nicht betrachtet.

    Zitat von Einundzwanzig

    Das heißt nicht, dass Bitcoin zwangsläufig „gewinnt“ oder dass Investoren automatisch richtig liegen.

    Genau so sieht es aus. Es ist und bleibt eine Wette und damit sagst du: ,,Ich bin schlauer als der Markt und weiß es besser".

  • Deine Argumentation greift so nicht. Es gab damals nicht 20.000 konkurrierende Internets. Du stellst Bitcoin als universellen Standard dar, obwohl es nur eine von vielen (heutigen und zukünftigen) Kryptowährungen ist. Wenn überhaupt, ist es die Blockchain-Technologie oder die Idee einer dezentralisierten Währung, die mit dem Internet vergleichbar ist. Nicht Bitcoin selbst. Ich betone noch einmal: Niemand kann zuverlässig vorhersagen, dass Bitcoin nicht irgendwann abgelöst wird.

    Dagegen sage ich ja auch gar nichts. Aber es gab damals sehr wohl viele konkurrierende Protokolle, Standards und Ansätze – TCP/IP, OSI, IPX/SPX, proprietäre Netzwerke wie AOL, CompuServe usw. Am Ende hat sich nicht die Idee „Netzwerk“, sondern ein konkreter Standard durchgesetzt. Nicht, weil er perfekt war, sondern weil er früh genug offen, robust, dezentral und schwer ersetzbar wurde. Genau so entstehen Netzwerkeffekte. Und so ist es eben auch bei Bitcoin.

    „Blockchain“ oder „dezentrale Währung“ sind zunächst nur Ideen bzw. Kategorien, keine funktionierenden Standards. Entscheidend ist, welche konkrete Implementierung diese Eigenschaften glaubwürdig und dauerhaft verkörpert. Bitcoin ist aktuell die einzige Kryptowährung, die ohne zentrale Steuerung, ohne Betreiber, ohne nachträgliche Regeländerungen und ohne institutionelle Interessen funktioniert.

    Historisch gesehen werden solche Protokolle nicht ständig ersetzt, sondern sehr selten. Meist werden sie erweitert, umschichtet oder überlagert. Und das kann ich mir bspw. sehr gut auch für Bitcoin vorstellen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Dagegen sage ich ja auch gar nichts. Aber es gab damals sehr wohl viele konkurrierende Protokolle, Standards und Ansätze – TCP/IP, OSI, IPX/SPX, proprietäre Netzwerke wie AOL, CompuServe usw. Am Ende hat sich nicht die Idee „Netzwerk“, sondern ein konkreter Standard durchgesetzt. Nicht, weil er perfekt war, sondern weil er früh genug offen, robust, dezentral und schwer ersetzbar wurde. Genau so entstehen Netzwerkeffekte. Und so ist es eben auch bei Bitcoin.

    „Blockchain“ oder „dezentrale Währung“ sind zunächst nur Ideen bzw. Kategorien, keine funktionierenden Standards. Entscheidend ist, welche konkrete Implementierung diese Eigenschaften glaubwürdig und dauerhaft verkörpert. Bitcoin ist aktuell die einzige Kryptowährung, die ohne zentrale Steuerung, ohne Betreiber, ohne nachträgliche Regeländerungen und ohne institutionelle Interessen funktioniert.

    Historisch gesehen werden solche Protokolle nicht ständig ersetzt, sondern sehr selten. Meist werden sie erweitert, umschichtet oder überlagert. Und das kann ich mir bspw. sehr gut auch für Bitcoin vorstellen.

    Du gehst weiterhin davon aus, dass BTC der Standard ist und bleiben wird. Oder zumindest, dass ein neuer Standard aus BTC hervorgehen wird. Die (Kapitalmarkt-)geschichte zeigt jedoch, dass dies ein gefährlicher Trugschluss ist. Ich denke, du unterschätzt die disruptiven Kräfte des technologischen Fortschritts. Besonders bemerkenswert ist, dass du immer noch meinst, die Situation besser einschätzen zu können als der Markt, da du überproportional investiert bist. Wie gesagt: Empirisch hat das nur sehr selten funktioniert.

    Ich glaube, auf diesem Weg kommen wir nicht weiter. Du denkst, du bist schlauer als der Markt und kannst die Zukunft besser vorhersagen als er. Ich spreche dir (und mir) diese Fähigkeit ab. Mal sehen, wer am Ende Recht behält.

  • Hier werden durchaus sachlich(e) Argumente ausgetauscht. Nur scheint mir auf Seiten der Gegner und Ablehner von Bitcoin doch mehr religiöser Eifer am Werk zu sein als bei den Befürwortern. Letztere wollen einfach nur investierst sein, doch die Gegner müssen immer und immer wieder sticheln...

  • Hier werden durchaus sachlich(e) Argumente ausgetauscht. Nur scheint mir auf Seiten der Gegner und Ablehner von Bitcoin doch mehr religiöser Eifer am Werk zu sein als bei den Befürwortern. Letztere wollen einfach nur investierst sein, doch die Gegner müssen immer und immer wieder sticheln...

    Dieses Argument wird oft von Theisten vorgebracht, die Atheisten „religiöses Verhalten“ unterstellen. Faktisch unmöglich. Ich bin nicht derjenige, der deutlich vom Markt abweicht. Die Beweislast liegt klar bei denen, die behaupten, die Zukunft besser vorhersehen zu können als der Markt. Und dieser Markt ist fast ausschließlich von Akteuren mit enormen Ressourcen besetzt. Bislang habe ich noch kein überzeugendes Argument gesehen, warum ein paar Privatanleger ausgerechnet dort erfolgreich sein sollten.:/

    Ich fasse zusammen: Der Markt und damit die Profis sehen es anders. Die (Kapitalmarkt-) Geschichte gibt es nicht her. Die akademische Kapitalmarktforschung sieht es anders. Aber ein paar private BTC-Investoren wissen es besser? Überzeugt mich nicht. Aber das muss es mich ja auch nicht. In ein paar Jahren wissen wir mehr.

  • Ich halte es für kategorisch falsch Bitcoin in die gleiche Sparte zu hauen, wie Einzelaktien, nur dass das Narrativ passt. Bitcoin ist halt eben nicht nur ein Kapitalmarkt-Asset (was es in der breiten Masse bis vor einiger Zeit noch gar nicht wirklich war). Natürlich bleibt letztlich die Möglichkeit bestehen, dass Bitcoin sich (vorallem als Asset) nicht so entwickelt, wie man das erwartet (die Erwartungen sind hierbei so vielfältig wie sie nur sein können). Einen undifferenzierten Vergleich zu machen (Einzelaktien) und als Schlussfolgerung damit alle Bitcoininvestoren als dumm hinzustellen, weil man es ja selbst besser wüsste (und die Wissenschaft hinter sich sieht), ist halt keine sachliche Diskussion. Als Randargument lasse ich das gelten, weil der logische Schluss bzw. die sich aufdrängende Frage sein muss: Worin unterscheidet sich Bitcoin zu Einzelaktien? Einundzwanzig (und vorher auch Mazen) macht sich immer wieder die Mühe das groß und breit (und aus meiner Sicht) auch nachvollziehbar zu erklären und von der Gegenseite kommt dann übertrieben gesagt nur ein: "nö du bist doof".

    Der Beitrag von Hmpf spiegelt das meiner Meinung ziemlich gut, was ich denke.

  • Dieses Argument wird oft von Theisten vorgebracht, die Atheisten „religiöses Verhalten“ unterstellen. Faktisch unmöglich. Ich bin nicht derjenige, der deutlich vom Markt abweicht. Die Beweislast liegt klar bei denen, die behaupten, die Zukunft besser vorhersehen zu können als der Markt. Und dieser Markt ist fast ausschließlich von Akteuren mit enormen Ressourcen besetzt. Bislang habe ich noch kein überzeugendes Argument gesehen, warum ein paar Privatanleger ausgerechnet dort erfolgreich sein sollten.:/

    Mal verallgemeinerst du, mal verengst du. Jedes Mal mit dem Zweck dir selbst argumentativ in die Karten zu spielen. Bitcoin ist nicht nur ein Kapitalmarktasset.

  • Du gehst weiterhin davon aus, dass BTC der Standard ist und bleiben wird. Oder zumindest, dass ein neuer Standard aus BTC hervorgehen wird. Die (Kapitalmarkt-)geschichte zeigt jedoch, dass dies ein gefährlicher Trugschluss ist. Ich denke, du unterschätzt die disruptiven Kräfte des technologischen Fortschritts. Besonders bemerkenswert ist, dass du immer noch meinst, die Situation besser einschätzen zu können als der Markt, da du überproportional investiert bist. Wie gesagt: Empirisch hat das nur sehr selten funktioniert.

    Ich glaube, auf diesem Weg kommen wir nicht weiter. Du denkst, du bist schlauer als der Markt und kannst die Zukunft besser vorhersagen als er. Ich spreche dir (und mir) diese Fähigkeit ab. Mal sehen, wer am Ende Recht behält.

    Mein Punkt ist ein anderer: Ich beschreibe den aktuellen Zustand und leite daraus eine These ab – nicht mehr und nicht weniger. Dass technischer Fortschritt disruptiv ist und bestehende Lösungen ablösen kann, ist unstrittig. Aber historisch sehen wir eben auch, dass sich bei grundlegender Infrastruktur nur sehr selten komplette Ablösungen durchsetzen. Häufiger ist es so, dass sich frühe, offene Standards halten und weiterentwickelt werden, während Innovationen darauf aufbauen, statt sie zu ersetzen. Beides ist empirisch belegbar.

    Märkte sind keine allwissenden Orakel, sondern das Ergebnis von sehr unterschiedlichen Zeitpräferenzen, Zwängen und Annahmen. Langfristige Investoren, kurzfristige Trader, institutionelle Akteure und politische Rahmenbedingungen wirken gleichzeitig – daraus entsteht ein Preis, aber keine Wahrheit über die Zukunft.

    Insofern stimme ich dir im Kern sogar zu: Niemand von uns kann zuverlässig vorhersagen, wie sich Bitcoin oder irgendein anderes Asset entwickeln wird. Wir arbeiten alle mit unvollständigen Informationen und Wahrscheinlichkeiten. Der Unterschied liegt weniger im „Wer ist schlauer?“, sondern darin, welche Annahmen man für plausibel hält und welches Risiko man bereit ist zu tragen.

    Dass wir an diesem Punkt unterschiedliche Einschätzungen haben, ist völlig legitim. Am Ende wird nicht unsere Argumentation entscheiden, sondern die Zeit. Und genau da bin ich bei dir: Mal sehen, was sich durchsetzt.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

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