Wie reagiert ihr mit euren Geldanlagen auf Trumps Mega Zölle?

  • @FinanzThomas

    Ich würde Einfachheit als oberste Priorität festlegen und allem anderen unterordnen. Viele Untersuchungen zeigen, dass mehr Komplexität eigentlich nie zu höherer Rendite oder geringerem Risiko führt. In der Regel ist das Gegenteil der Fall. Ich würde maximal zwei ETFs ins Depot aufnehmen: einen Aktien-ETF und einen Geldmarkt-ETF.

    Hier ein paar sehr weise Worte von Nikolaus Braun (Honorarberater und Befürworter von einem einfachen Portfolio mit Aktien-ETF und Geldmarkt-ETF - für jede Vermögensklasse):

    Viele Menschen, die damit beginnen, sich mit der Kapitalanlage zu beschäftigen, ersticken früher oder später an Komplexität. Sie meinen, alles bis in das kleinste Detail regeln zu müssen. Mit erstaunlichen Risiken und Nebenwirkungen: Einige planen eine halbe Ewigkeit und kommen nie zur Umsetzung. Sie schieben große Bargeldbestände immer weiter vor sich her, weil die beste Lösung noch nicht sicher feststeht. Andere basteln laufend an ihrer Vermögensstruktur, optimieren jede Position und weichen dabei eine ursprünglich klare und beherrschbare Strategie nach und nach auf. Ein Klassiker ist auch, dass man eine an sich gute Depotstruktur aufsetzt, die aber so kompliziert ist, dass man irgendwann keine Lust mehr hat, sich immer wieder hineinzudenken. Das Resultat: Früher oder später verliert man die Übersicht und das Ganze ,,verwildert". Die Alternative ist schlimmer: Sie beschäftigen sich viel zu viel sowie viel zu detailliert mit Ihrem Geld: Eine Tätigkeit, die nicht gut ist für Ihr Sozialleben und Ihre mentale Gesundheit.

  • Gerd Kommer sagte mal in einem Interview im Spiegel (01.10.2024)

    „Kein Mensch braucht mehr als fünf ETFs.“

    Das ist auch richtig. Wenn man den Kommer-ETF nicht kaufen will, braucht man eben vier oder fünf ETF, um eine breite weltweite Abdeckung zu erreichen.

    Tomarcy
    8. September 2025 um 23:44
  • Gerd Kommer sagte mal in einem Interview im Spiegel (01.10.2024)

    „Kein Mensch braucht mehr als fünf ETFs.“

    Das ist auch richtig. Wenn man den Kommer-ETF nicht kaufen will, braucht man eben vier oder fünf ETF, um eine breite weltweite Abdeckung zu erreichen.

    Es ist echt schade , dass es außer dem Gerd-Kommer-ETF keine vernünftige 1-ETF-Lösung gibt, die den Gesamtmarkt breit (und günstiger) abdeckt. Viele wollen vielleicht keine Faktoren oder verstehen sie nicht. Dafür sind dann 0,5 % zu viel. Der ACWI IMI und der All-Cap (ESG) von Vanguard decken zwar alle Märkte, EM und Small Caps ab, aber die sind so homöopathisch gewichtet, dass es auch voll egal ist.

    Der Beck hat im Aktienteil seines GPO eine vernünftige Lösung gefunden, finde ich, und macht es so ähnlich wie der Fuchs: marktkapitalisierende ETFs einzelner Regionen, gewichtet nach Unternehmensgewinnen. Dadurch hat man die Kostenvorteile der MCAP-ETFs und ist wirklich breit aufgestellt mit allen Unternehmen, die es gibt. Klumpen wie Japan und USA werden dann rausgebügelt. Nur muss das in ein günstiges Produkt mit 0,2% oder weniger rein, damit es einfach und steuerlich ideal ist. Beim Fuchs ist es mit Marke Eigenbau zu aufwendig und beim Beck zu teuer.

  • Rafi 3000

    Den hatte ich mir auch schon mal angeguckt, aber der ist so teuer, dass man gleich den Kommer nehmen kann. Nach fast 20 Jahren hat der gerade mal 100 Mio. eingesammelt. Da weiß man nie, wann die Schließung kommt. Zumindest sind Fonds mit wenig Volumen meistens ineffizient zu managen (wobei Invesco das in dem Fall mit der TD ziemlich gut hinbekommt).

    Ich finde die 50/50-BIP/MCAP-Idee von Kommer ziemlich clever. Das nimmt die Spitzen nachhaltig raus. Ohne Faktoren, aber mit 0,2% TER wäre das für viele eine saubere Sache. Eine reine BIP-Gewichtung wie bei Webers Arero ist m.E. ziemlich gefährlich. Wenn China wieder anzieht und man Pech hat, liegen 50 % in wenigen chinesischen (faktisch) Staatsunternehmen – einfach, weil deren Wirtschaftskraft in keiner Relation zum Kapitalmarkt steht.

  • Junge, Junge,... das Forum läuft auf allen Zylindern, heute. 8)

    Gott sei Dank - kann ich da nur sagen, denn gesunde und intakte Motoren (um in dem von Dir gewählten Bild Motorsport und Automotive zu bleiben) müssen stets auf alle Zylindern laufen ... 8)

    Das gilt erst recht, da so manche Motoren (wie vermutlich auch Protagonisten ...) schon bauartbedingt nicht über 12, 10, 8 oder 6-Zylinder verfügen - sondern nur über schmalbrüstige Vier- oder gar nur drei Zylinder. Wenn von den wenigen Zylindern (bei Motorfreaks auch Töpfen genannt ...) dann auch noch welche ausfallen ... =O


    Nichtsdestotrotz Dir weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

  • Ich finde die 50/50-BIP/MCAP-Idee von Kommer ziemlich clever. Das nimmt die Spitzen nachhaltig raus. Ohne Faktoren, aber mit 0,2% TER wäre das für viele eine saubere Sache. Eine reine BIP-Gewichtung wie bei Webers Arero ist m.E. ziemlich gefährlich. Wenn China wieder anzieht und man Pech hat, liegen 50 % in wenigen chinesischen (faktisch) Staatsunternehmen – einfach, weil deren Wirtschaftskraft in keiner Relation zum Kapitalmarkt steht.

    ich finde den Kommer von der Konstruktion her auch sehr gut mit dem 50 MCAP / 50 BIP und dem 1% cap. Multi Faktor, leichter ESG und IPO Ausschluss bräuchte ich nicht, bringt/schadet aber auch vermutlich nicht viel. Für 0,2 würde ich den auch nehmen, aber nicht für 0,5.

    ARERO ist halt ein ganz anderes Multi Asset Produkt mit Anleihen und Rohstoffe. Kann man schon verstehen, sind halt auch Anlageklassen die in der Regel wenig bis nicht mit Aktien korrelieren. Auch der wird wie der Kommer nie die beste Rendite in der ETF Welt bringen, aber auch nie die schlechteste. Aber auch hier, 0,5 sind mir zu teuer.

    Der RAFI ist eigentlich echt ein guter Ansatz aber ja, das Fondsvolumen ist echt klein für die Zeit. Hatte halt das Pech, dass er in einer Zeit gestartet ist, wo man seither rein MCAP klar hinterherläuft. Wenn sich das wieder dreht, wird er schon Zulauf bekommen. Der Kommer profitiert bisher vermutlich überwiegend von der Bekanntheit von Kommer im DACH Raum, bzgl. Performance sind die 2 bisher quasi gleich und verlieren beide gleich gegen den MSCI World im max Zeitraum seit Auflage Kommer.

    Der RAFI allein hatte es seit Auflage schwer gegen den MSCI World mit den sich immer weiter aufbauenden Konzentrationen, aber das wird auch wieder anders...

    Arero hattes es auch nicht leicht seit Auflage:

  • ich finde den Kommer von der Konstruktion her auch sehr gut mit dem 50 MCAP / 50 BIP und dem 1% cap. Multi Faktor, leichter ESG und IPO Ausschluss bräuchte ich nicht, bringt/schadet aber auch vermutlich nicht viel. Für 0,2 würde ich den auch nehmen, aber nicht für 0,5.

    Ich finde den IPO-Ausschluss ziemlich gut. Auf so etwas wäre ich nie gekommen, aber die Zahlen sind einfach klar: IPOs sind in den ersten Jahren praktisch alle grottenschlecht. Warum also nicht ausschließen? Der Renditevorteil dürfte sich aber nach Kosten eher im mikroskopischen Bereich bewegen.

    ESG ist für mich auch Quatsch. Das mussten sie halt machen, weil viele Institutionelle nur dann kommen (dürfen), wenn ESG draufsteht.

    Die 0,5 sind nicht günstig, aber bisher haben die Faktoren anscheinend einen 50/50-Ansatz ohne Faktoren nach Kosten outperformed. Ich gehe davon aus, dass der ETF auch nach Kosten sowohl einen MCAP-ETF als auch einen 50/50-BIP/MCAP-Ansatz deutlich outperformen wird. Das Referenzrahmenrisiko muss man halt aushalten können – auch beim RAFI. Das schaffen viele nicht.

    Und da wären wir wieder beim Zeithorizont: Der durchschnittliche Privatanleger denkt eigentlich immer viel zu kurzfristig. Obwohl fast jeder Euro viele Jahrzehnte liegt, rücken Entwicklungen von wenigen Jahren oder gar Monaten in den Mittelpunkt. 90 % der Inhalte in diesem Forum handeln davon. Dieser Thread-Titel handelt davon. Die meisten Betrachtungen beim Thema Risiko handeln davon. Im Grunde genommen ist das ganze Thema Kapitalanlage, Rentenvorsorge und der politische Diskurs darüber geprägt von einer viel zu kurzfristigen Denke. Was das an Wohlstand kostet – man mag es sich gar nicht ausmalen.

  • Arero hattes es auch nicht leicht seit Auflage:

    Wobei das natürlich nicht das richtige Benchmark für einen Mischfonds ist. Aktien haben einfach eine höhere erwartete Rendite als Anleihen, entsprechend wird der Arero, ebenso wie LifeStrategy und ähnliche, langfristig nie eine Anlage mit 100% Aktien schlagen. Aber das ist auch nicht das Ziel.

  • Wobei das natürlich nicht das richtige Benchmark für einen Mischfonds ist. Aktien haben einfach eine höhere erwartete Rendite als Anleihen, entsprechend wird der Arero, ebenso wie LifeStrategy und ähnliche, langfristig nie eine Anlage mit 100% Aktien schlagen. Aber das ist auch nicht das Ziel.

    absolut.....nur der Abstand war halt die letzten Jahre extrem, weil Aktien halt so viel besser als alles andere gelaufen sind...wird auch mal wieder anders werden

  • absolut.....nur der Abstand war halt die letzten Jahre extrem, weil Aktien halt so viel besser als alles andere gelaufen sind...wird auch mal wieder anders werden

    Kurzfristig bestimmt. Zu dem Zeitpunkt hat der Anleger mit Aktienschwerpunkt allerdings vielleicht schon 300-400% Buchgewinne im Depot stehen und der Mischfonds oder Viele-Assets-Anleger nur 200%. Kommt dann der Crash, steht der Aktienanleger trotzdem besser da und sieht auch nie ein Minus im Depot.

    Je länger man als Aktien-Anleger dabei ist, desto irrelevanter werden Krisen, weil sich nur kurzzeitig die Buchgewinne verringern und man trotzdem immer besser dasteht als Anleger, die mit Handbremse fahren.

    Vielleicht wäre es psychologisch sinnvoll immer 10-20 Tausend Euro im ARERO zu haben, damit man deutlich sieht, dass eine Krise zwar blöd ist, aber es irgendwie noch blöder ist, wenn man eigentlich immer hinten liegt.

  • lustig...noch vor ganz kurzem hast Du für den LS60 getrommelt, der als einziges Produkt im Depot für viele Anleger sehr gut geeignet wäre und zwar für immer...außerdem würde der ja nach Vanguard die nächsten 10 Jahre 100% Aktien outperformen.

  • lustig...noch vor ganz kurzem hast Du für den LS60 getrommelt, der als einziges Produkt im Depot für viele Anleger sehr gut geeignet wäre und zwar für immer...außerdem würde der ja nach Vanguard die nächsten 10 Jahre 100% Aktien outperformen.

    lustig....noch vor kurzem hast Du für den 100%-Aktien Ansatz von Georg und den 2-Asset-Ansatz vom Fuchs getrommelt. Und jetzt machst du bei dir genau das Gegenteil.;)

  • lustig....noch vor kurzem hast Du für den 100%-Aktien Ansatz von Georg und den 2-Asset-Ansatz vom Fuchs getrommelt. Und jetzt machst du bei dir genau das Gegenteil.;)

    wo habe ich das gesagt oder getrommelt? Ich sagte es gibt Leute wie Georg die das machen (100% Aktien, ich würde das nicht machen), getrommelt oder irgendjemand empfohlen habe ich das nie.

    Und ich finde die Aktienportfolioaufteilung vom Fuchs gut weil sie klar von "1 Welt ETF nach MCAP" abweicht und dass man in dem Teil des Portfolios das Rendite bringen soll keine Anleihen braucht. Dass ich selber zu den Aktien, Immos, Gold und BTC halte war schon immer so und bleibt auch so. Das empfehle ich auch keinem, sondern es ist mein Weg für mein Ziel...Vermögensschutz.

    Du aber verallgemeinerst und empfiehlst "dem Privatanleger" halt immer gerade das, was Dir gerade gefällt...

  • Du aber verallgemeinerst und empfiehlst "dem Privatanleger" halt immer gerade das, was Dir gerade gefällt...

    Ich hatte die Dreistigkeit, in einem Forum für Meinungsaustausch tatsächlich... meine Meinung auszutauschen. Skandal! :D

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