Welchen Posten verkaufen

  • Altbestandsregelung unterliegt. Damit wären alle Gewinne dieser Wertpapiere bis zum fiktiven Anschaffungsdatum am 01.01.2028 zunächst steuerfrei. Alle seitdem entstandenen Gewinne unterliegen dann zwar der normalen Abgeltungssteuer (samt Teilfreistellung), jedoch mit einem Freibetrag von 100.000 EUR bzw. 200.000 EUR für Verheiratete.

    Da ist irgendetwas total falsch.
    Altbestände sind die bis Anschaffungsdatum vor 1.1.2009.
    KURSgewinne seit 1.1.2018 sind bis 100k nach Teilfreistellung steuerfrei. (Steuererstattung durch das FA.)
    Dafür wird für diese Altanteile ein fiktives Anschaffungsdatum von 1.1.2018 zugrundegelegt.

  • Die Allianz ist zwischen 2003 und 2013 einigermaßen seitwärts gelaufen, der Gewinnanteil beider Tranchen dürfte ähnlich sein

    Das hab ich oben schon geschrieben.

    Das kann man sinnvollerweise in die Betrachtungen mit hinein nehmen.

    Warum sollte man die neueren Aktien verkaufen und pro Stück circa 280 € Gewinn versteuern?

    Warum sollte man die alten Aktien behalten?

    Mit dem Verkauf der alten Aktien kommt der gewünschte Betrag sofort steuerfrei ins Haus.

    Es ist natürlich auch eine wichtige Überlegung, ob man im nächsten Mai brutto über 5100 € Dividende kassieren möchte oder nicht.

    Die Allianz wird nächstes Jahr über 16 € Dividende pro Stück zahlen.

    Nach McProfit handelt sich das hierbei um eine persönliche Dividendenrendite von über 18 %.

    Da würde ich lieber mal bei Spezialitäten ETF ausmisten und die Gewinne gerne versteuern.

  • Da ist irgendetwas total falsch.
    Altbestände sind die bis Anschaffungsdatum vor 1.1.2009.
    KURSgewinne seit 1.1.2018 sind bis 100k nach Teilfreistellung steuerfrei. (Steuererstattung durch das FA.)
    Dafür wird für diese Altanteile ein fiktives Anschaffungsdatum von 1.1.2018 zugrundegelegt.

    Ja selbstverständlich 2018, und nicht 2028. Das war ein Tippfehler. Danke für den Hinweis bzw. die Korrektur :)

  • Da ist irgendetwas total falsch.
    Altbestände sind die bis Anschaffungsdatum vor 1.1.2009.
    KURSgewinne seit 1.1.2018 sind bis 100k nach Teilfreistellung steuerfrei. (Steuererstattung durch das FA.)
    Dafür wird für diese Altanteile ein fiktives Anschaffungsdatum von 1.1.2018 zugrundegelegt.

    Das gilt nur für Fonds. Bei Aktien gilt die Steuerfreiheit noch unbeschränkt. Nur die Dividenden muss man versteuern.

  • An der bmw und Siemens hänge ich nicht Gros.

    Da werde ich dann den komplett Verkauf veranlassen.

    Was die Allianz betrifft wenn ich das richtig vernommen habe, kann ich hier ohne Steuerabzug vom Kurs die älteren Anteile verkaufen?

    Dann werde ich dass wohl so machen und mir parallel noch die Konditionen der kfw anschauen.

  • Was die Allianz betrifft wenn ich das richtig vernommen habe, kann ich hier ohne Steuerabzug vom Kurs die älteren Anteile verkaufen?

    Ja, das kannst du. Ob du das auch tun solltest lässt sich hingegen für einen Aussenstehenden schwer beurteilen. Die älteren Anteile (sog. "Altbestände") kannst du steuerfrei veräussern. Allerdings entgeht dir damit auch die zukünftige Steuerfreiheit auf weitere Kursgewinne dieser Altbestände.

    Wie ist denn deine Zielsetzung und familiäre Situation? Möchtest du alles selbst verzehren? Oder soll etwas davon übrigbleiben und vererbt oder vorzeitig verschenkt werden?

  • Was die Allianz betrifft wenn ich das richtig vernommen habe, kann ich hier ohne Steuerabzug vom Kurs die älteren Anteile verkaufen?

    Das ist so. Es ist die Frage, ob Du das willst und ob das sinnvoll ist.

    Der Posten "Allianz" besteht aus 2 Tranchen, die Du relativ einfach trennen kannst.

    - Eine Tranche von 2002, die steuerfrei ist
    - Eine Tranche von 2013, die steuerpflichtig ist.

    Der aktuelle Kurs ist 370, gekauft hast Du beide bei etwa 115.

    Jetzt gibt es 2 Überlegungen:

    1. Du verkaufst die erste Tranche (180 Stk.). Das sind etwa 67 T€ Erlös, davon etwa 46 T€ steuerfreier Gewinn. Damit ist die Steuerfreiheit ausgenutzt und somit weg. Steigt die Aktie in der Zukunft weiter, versteuerst Du die weiteren Gewinne der zweiten Tranche.

    2. Du verkaufst die zweite Tranche (140 Stk.) Roherlös dann etwa 52 T€; davon 36 T€ Gewinn, auf den etwa 9 T€ Steuer anfällt. Reinerlös somit etwa 45 T€. Nachteil: 9 T€ Steuer zahlst Du jetzt. Vorteil: Die steuerfreie Tranche wird geschont. Sollte die Aktie in der Zukunft weiter steigen, nimmst Du auch die zukünftige Wertsteigerung steuerfrei mit.

    Beides hat Für und Wider - Deine Entscheidung. Ich würde die zweite Option wählen.

  • Die Dividendenrendite bei dem Kaufkurs der Allianz ist aber schon bekannt? Da lohnt es sich doch über ein KfW oder ähnliches Darlehen nachzudenken.

    Ah! Die Mär von der persönlichen Dividendenrendite! Der Weckruf für den geschätzten Mitforisten McProfit.

    KfW-Darlehen gibt es für Umbauten; darauf bezieht sich aber nur der kleinere Teil des Finanzbedarfs. Kann man natürlich trotzdem prüfen.

    Der TE braucht um die 100 T€, davon liegen 30 T€ als Tagesgeld bereit, 70 T€ müssen vom Depot kommen. Etwa 55 T€ soll der Umbau eines PKW kosten, 45 T€ also der Umbau des Hauses. Da könnte man sich vielleicht 50 T€ relativ zinsgünstiges Immodarlehen holen (Wenn das man reicht! Bauen ist immer teurer als geplant. :( ), den Umbau des Autos finanziert man aus dem Depot und dem Tagesgeld. Der TE kriegt das schon hin!

  • Na ja, eine Mär ist es ja nicht. Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Ich mag auch keine Darlehn, außer für Immobilien.

    Wie @Achim Weiss schon schreibt eventuell kleineres, zinsgünstiges Darlehn für den Umbau. Die geforderten 5,..% halte ich für abwegig. Da riecht ein Darlehnsverkäufer ein leicht erreichbares Opfer. Bonität sollte ja kein Problem darstellen.

  • Na ja, eine Mär ist es ja nicht.

    Mancher versteht es nur nicht…,


    Reimt sich sogar. Eine „persönliche Dividendenrendite“ existiert natürlich in den Wirtschaftswissenschsften.

    Nur will das der geschätzte Mitforist Achim Weiss so nicht akzeptieren.

    Die persönliche Dividendenrendite – also die laufende Dividendenzahlung im Verhältnis zum eigenen Einstandskurs – ist ein völlig legitimes, in Lehre und Praxis etabliertes Konzept. Sie ist keine „Mär“, sondern schlicht eine alternative Bezugsgröße, die individuelle Renditeentwicklung über die Haltedauer abzubilden.

    Dass jemand das bestreitet, wirkt eher so, als hätte er den Unterschied zwischen Yield on Cost und aktueller Dividendenrendite zum ersten Mal gehört – was ja nicht verwerflich ist.

    Also nochmal Achim:

    Die persönliche Dividendenrendite bedeutet einfach:

    Du schaust, wie viel Dividende du bekommst im Verhältnis zu dem Preis, den du damals für die Aktie bezahlt hast.

    Das nennt man auch Yield on Cost.

    Also ja – das gibt es wirklich, und es wird ganz normal benutzt.

    Und McProfit liegt da ganz richtig.

  • Die persönliche Dividendenrendite bedeutet einfach:

    Du schaust, wie viel Dividende du bekommst im Verhältnis zu dem Preis, den du damals für die Aktie bezahlt hast.

    Das nennt man auch Yield on Cost.

    Also ja – das gibt es wirklich, und es wird ganz normal benutzt.

    Das mag ja sein, dass es das gibt. Man kann alle möglichen Zahlen in Relation setzen und daraus Kennziffern bilden. Aber was bringt mir diese Kennzahl? :/ Ich kann doch damit nur meine Kaufentscheidung in der Vergangenheit bewerten. Die ist jedoch Schnee von gestern. Nicht jedoch kann ich damit eine mögliche heutige Verkaufsentscheidung bewerten. Und darum geht es hier doch.

  • Nicht jedoch kann ich damit eine mögliche heutige Verkaufsentscheidung bewerten. Und darum geht es hier doch.

    Richtig. Nur sollte man falsche Behauptungen dann auch klarstellen.

    Im vorliegenden Fall haben wir es mit einer sehr großen Position von Allianz zu tun und die stellt sich die Frage, ob man ihm steuerfrei die von 2003 verkauft oder steuerpflichtig, die später gekauften.

    Ich würde mich mal in einer ruhigen Minute zurücklehnen und überlegen, wie eigentlich nach der Entnahme mein Depot in den nächsten 15-20 Jahren eigentlich aussehen soll.

  • Das mag ja sein, dass es das gibt [nämlich die persönliche Dividendenrendite]. Man kann alle möglichen Zahlen in Relation setzen und daraus Kennziffern bilden. Aber was bringt mir diese Kennzahl? :/ Ich kann doch damit nur meine Kaufentscheidung in der Vergangenheit bewerten. Die ist jedoch Schnee von gestern. Nicht jedoch kann ich damit eine mögliche heutige Verkaufsentscheidung bewerten. Und darum geht es hier doch.

    Es gibt Leute, die sagen: Frage Dich zu jeder Zeit, ob Du ein Papier, das Du im Portfolio hast, heute kaufen würdest. Wenn nein, verkaufe das Papier.

    Gern nehme ich Kurssteigerungen mit, gern kassiere ich Dividenden (Selbst wenn ich darauf hohe Steuern bezahlen muß!). Ich sehe es gern, wenn meine Aktien steigen, ich sehe es gern, wenn Dividenden steigen. Aber ich dividiere nicht die aktuelle Dividendenausschüttung durch meinen Kaufkurs von vor 20 Jahren und berausche mich nicht an dem verhältnismäßig hohen Prozentwert.

    Ich mache zumindest jährlich eine Abrechnung, aber schon die ist künstlich: Welche Bedeutung hat ein Kurs des 31.12. des Jahres? Inwieweit ist der bedeutender als der vom 20. März oder dem 7. August? Will ich Papiere vergleichen, sind gleiche Zeiträume praktisch, und nachdem die meisten Leute am Monatsende oder am Jahresende abrechnen, sind diese Zahlen leichter greifbar als andere. Aber eine Bedeutung darüberhinaus haben sie nicht.

    Auch von Buchgewinnen habe ich solange nichts, bis ich sie realisiere. Und auch dann zählt nur mein Erlös. Ob ich diesen Erlös mit einem Einsatz von 1000, 2000 oder 12000 € erzielt habe, ist ein rein statistischer Wert. Davon wird der Verkaufserlös nicht mehr und nicht weniger.

    Erstelle ich meine Abrechnung zum Jahresende, schaue ich auf den Vorjahresschluß und sage mir: Aus 10.000 €, die ich damals eingesetzt habe, sind jetzt 11.000 € geworden. Im April dieses Jahres hat The Donald die Börsen auf Talfahrt geschickt. Die Verluste haben mir nicht geschmeckt, auch wenn es nur Buchverluste waren. Ich habe nicht auf den Jahresschluß geschaut, weil ich im Vergleich zu diesem satt 5stellig im Minus war, sondern ich habe ins fulminant verlaufende Vorjahr geschaut und festgestellt: Im Vergleich zum gleichen Termin im Vorjahr stehe ich noch ganz gut da. Aber im Grund ist das Selbstbetrug. Hätte ich acht Wochen vorher verkauft, hätte ich mehr erlöst, als aktuell auf dem Zähler stand.

    Aber ok: Börse ist Psychologie. Wenn solch ein Selbstbetrug dabei hilft, daß der Anleger bei der Stange bleibt, ist er hilfreich. Und nur das zählt.

    Man sollte sich aber immer dessen bewußt sein, daß man sich damit selbst beschwindelt.

  • gern kassiere ich Dividenden

    Wäre es nicht noch viel schöner für uns als Aktionäre, unser hoch bezahltes Management würde mit dem Gewinn etwas sinnvolleres tun? Bspw. das "next big thing" erfinden? Um damit künftig noch mehr Gewinn zu scheffeln. Statt uns das erwirtschaftete Geld als Dividende zwar unkreativ, aber voller Stolz, einfach zu überreichen?

    Aber lassen wir das Thema lieber sein. ich höre schon ein Donnergrollen im Schwabenland aufziehen. Ausserdem habe ich ja jetzt eine neue Kennzahl gelernt, mit der ich mir das schönrechnen kann ;)

  • Wäre es nicht noch viel schöner für uns als Aktionäre, unser hoch bezahltes Management würde mit dem Gewinn etwas sinnvolleres tun? Bspw. das "next big thing" erfinden? Um damit künftig noch mehr Gewinn zu scheffeln. Statt uns das erwirtschaftete Geld als Dividende zwar unkreativ, aber voller Stolz, einfach zu überreichen?

    Das entscheiden die Aktionäre letztlich selbst. Sie beschließen in der Hauptversammlung, was mit dem Gewinn gemacht wird, den die Firma erzielt hat. Auch als Unternehmer, auch als Teilhaber muß man von etwas leben. Eventuell will man mit dem Geld auch etwas anderes machen, also als Aktionär selbst entscheiden, wie man es ausgibt oder anlegt.

    Entsprechend wird in der Hauptversammlung entschieden.

    Ja, als Kleinaktionär kann man auch Anteile verkaufen, als solcher hat man ja ohnehin keinen nennenswerten Anteil an der Firma. Bei einem Großaktionär ist das anders: Wird Dividende gezahlt, bekommt er Geld, ohne daß er Firmenanteile verkaufen muß (also seinen Einfluß auf dieselbe verringern).

    Aber wir kommen vom Hunderste ins Tausendste. Es ging ja eigentlich um die "persönliche Dividendenrendite".

  • Hurra immer noch Dividendenthema!!

    Es gibt sehr viele Menschen - auch ich gehöre ein wenig dazu - für die sind Dividendeneinnahmen ihre Haupteinkommen, meist im fortgeschrittenen Alter.

    Im Schwabenland liegt jedoch immer noch die vermietete Immobilie auf Platz eins der Geldanlage, vor allem bei größeren Summen.

    Mieten oder Dividenden? Das ist eine Philosophie

    Mieten sind greifbarer, die Erhöhung ist jedoch mühsamer, man muss die Immobilien regelmäig renovieren und die Buchhaltung ist schon mit Arbeit verbunden

    Dividenden steigen automatisch, sie sind jedoch abstrakt und viele Anleger trauen sich nicht hohe Beträge in Aktien zu investieren.

    In den USA gehören Dividenden zum Einkommen im Alter bei großen Teilen der Bevölkerung.

    Daher können sich viele US Firmen gar nicht leisten die Dividende mal ausfallen zu lassen.

    Ich erfreue mich immer noch fast jeden Monat an diesen Überweisungen auf dem Konto wobei gestiegene Aktienkurse oder gestiegene Preise bei Immobilien eher abstakt sind.

    Cash auf dem Konto ist einfach emotionaler.

    Viele Grüße McProfit

  • Hurra immer noch Dividendenthema!!

    Extra für Dich!

    Hast Du denn den Podcast schon angehört, den monstermania neulich verlinkt hat?

    „Dividenden sind mein Trumpf: So knackte ich die 100.000-Euro-Marke“ - Interview mit Alexander von Rente mit Dividende

    Der Interviewte unterhält auch eine eigene Webseite "Rente mit Dividende" mit einem Dividendenblog. Das wäre doch was für Dich! Nur Dividendenfreunde dort, keine ETF-Miesepeter wie hier. :)

    Was mir allerdings auffällt, ist die starke US-Lastigkeit seines Depots. Er hat nur US-Werte. Keine so schönen Dividendenzahler wie etwa die Allianz dabei oder die Münchner Rück. Ok: Die zahlen zwar relativ viel, dafür aber nur einmal im Jahr. Wer Wert auf kontinuierlichen Dividendenfluß legt, dem sind Quartalszahler vermutlich lieber.

    Im Schwabenland liegt jedoch immer noch die vermietete Immobilie auf Platz eins der Geldanlage, vor allem bei größeren Summen.

    Mieten oder Dividenden? Das ist eine Philosophie.

    Jetzt habe ich dieses Buch "Aktien oder Immobilien?" immer noch nicht gelesen. :(
    Anlagestrategien der Profis, lautet der Untertitel.

    Ich erfreue mich immer noch fast jeden Monat an diesen Überweisungen auf dem Konto wobei gestiegene Aktienkurse oder gestiegene Preise bei Immobilien eher abstrakt sind.

    Cash auf dem Konto ist einfach emotionaler.

    Tja, Börse ist halt nahezu 100% Psychologie ...

    :)

    Einmal editiert, zuletzt von Achim Weiss (27. November 2025 um 01:09)