Portfolio Umbau

  • Ich halte die Kritik an dem 4-ETF Portfolio für übertrieben. Es ist einfach irgendeine der zig Varianten eines "nachgewürzten" Portfolios, alle mit dem Ziel den USA-Anteil zu senken. Dabei stellt man sich zwangsläufig in irgendeiner form gegen den Markt. Ja, vielleicht gibt es bessere Varianten als diese. Aber für alle gibt es immer eine mögliche Begründung, die sich logisch anhört. Aber das entscheidende ist, dass man mit jedem Ereignis auf der Welt, mit jeder Zeitungsmeldung oder Forumsmeinung aufs Neue zu grübeln beginnt, und womöglich am Portfolio rumschraubt. Mit einem 1-ETF Portfolio löst man dieses Problem.

    Genau das ist mein Punkt. Damit beschäftige ich mich ja selbst jetzt gerade schon. Und ich möchte nicht ständig in Versuchung geraten etwas optimieren zu müssen. Der eine sagt weniger USA, der nächste meint 30% EM rein, der nächste meint nach BIP usw, dies und das. Und wie du schreibst: es gibt für alles irgendwie gute Erklärungen, teilweise auch mit Zahlen belegt etc. (Zumindest kurzfristig war jede Variante mal im Vorteil). Aber das macht einen (bzw. mich) ja auf Dauer verrückt bei 40 Jahren Anlagehorizont.

  • Kritisch ist jedoch die Redundanz: MSCI World enthält Europa bereits, zusätzliches MSCI Europe führt zu einer unbegründeten Übergewichtung Europas. Zudem entsteht unnötige Komplexität ohne klaren Mehrwert.

    Moment mal....warst du nicht derjenige, der den USA Anteil deutlich reduziert hat (unter 40%)? Wie macht man das denn, wenn man auf der anderen Seite nicht den Europa Anteil erhöht?

    Und du hattest doch neulich auch ein "wissenschaftlich fundiertes" Welt Portfolio mit fünf Regionen ETFs vorgestellt, oder?

    Ich finde diese Ansätze weiterhin sympathisch und legitim.

  • Genau das ist mein Punkt. Damit beschäftige ich mich ja selbst jetzt gerade schon. Und ich möchte nicht ständig in Versuchung geraten etwas optimieren zu müssen. Der eine sagt weniger USA, der nächste meint 30% EM rein, der nächste meint nach BIP usw, dies und das. Und wie du schreibst: es gibt für alles irgendwie gute Erklärungen, teilweise auch mit Zahlen belegt etc. (Zumindest kurzfristig war jede Variante mal im Vorteil). Aber das macht einen (bzw. mich) ja auf Dauer verrückt bei 40 Jahren Anlagehorizont.

    Es gibt auf der Welt tausende börsennotierte Unternehmen, in die man als deutscher Anleger investieren kann. Das ist der "investierbare Markt". Der Index, der diese abdeckt ist der MSCI All Country World Investable Market Index, abgekürzt "ACWI IMI". Alle Länder, alle Branchen, alle Unternehmensgrößen, eben einfach alles in das man investieren kann. Und die Gewichtung dieser Unternehmen im Index bzw. ETF, also dass nun bspw. Nvidia mit 4,3% sehr hoch und Hello Fresh mit 0,001% verschwindend gering gewichtet sind, ergibt sich einfach aus der Meinung aller Marktteilnehmer. Eine Meinung, die sich laufend an die Veränderungen am Markt anpasst, und daher auch die Gewichtung der Unternehmen (und somit der Länder in denen diese börsennotiert sind), sich ständig ändert. Wenn ich nun meine Ruhe haben will, akzeptiere ich einfach die Meinung aller Marktteilnehmer ;)

  • Moment mal....warst du nicht derjenige, der den USA Anteil deutlich reduziert hat (unter 40%)? Wie macht man das denn, wenn man auf der anderen Seite nicht den Europa Anteil erhöht?

    Und du hattest doch neulich auch ein "wissenschaftlich fundiertes" Welt Portfolio mit fünf Regionen ETFs vorgestellt, oder?

    Ich finde diese Ansätze weiterhin sympathisch und legitim.

    Danke für den Hinweis. Ich habe das missverständlich formuliert. Ich bezog mich gedanklich auf die Auswahl des MSCI World + Europa-ETF in dieser Kombination.
    Da ist es wesentlich besser die Regionen der Weltwirtschaft mit einzelnen ETF abzudecken.

    Schnell die Sache diktiert und abgeschickt.
    Das war nix.

  • Ja, ich habe bisher keine wirkliche Erfahrung, das ist richtig. Ich habe mich aber schon wie verrückt eingelesen, monatelang. Und trotzdem bleiben immer kleine Unsicherheiten, was denn der richtige Weg ist, also wie das Portfolio aussehen soll. Weil es eben zu viele Kommentare, Meinung etc. gibt, von Prof Walz mit seinem nachwürzen bis sonst was. Dass ich das anpacken will ist klar, aber das WIE verunsichert mich eben.

    Deswegen auch der Gang zum Honorarberater, wobei ich jetzt einfach denke, ob ich damit nicht noch viel mehr verleitet werde immer rumzuspielen, wenn es 4 ETFs sind?

    Für mich ein klarer Fall von: Einfach mal ANFANGEN! Im Zweifel eben mit 150€ Sparplan und der Rest aufs Tagegeld oder Geldmarkt. Ja, dir entgeht ggf. Rendite, aber dafür bekommst Du Erfahrung wie sich das Anfühlt investiert zu sein. Wenn Du Dich dann sicherer fühlst, kannst du den Turbo anschalten und das gesparte Geld auf einmal investieren. Entweder in den gleichen ETF oder in eine andere Kombination die dein erfshreneres Ich dann überzeugt. (ich persönlich mag so eine 1 ETF-Strategie aus den von Dir genannten Gründen).

  • Für mich ein klarer Fall von: Einfach mal ANFANGEN! Im Zweifel eben mit 150€ Sparplan und der Rest aufs Tagegeld oder Geldmarkt. Ja, dir entgeht ggf. Rendite, aber dafür bekommst Du Erfahrung wie sich das Anfühlt investiert zu sein. Wenn Du Dich dann sicherer fühlst,

    Absolut richtig.

    Ich habe mir jetzt das Eingangs-Posting und die Stellungnahmen des Fragenden mal genauer angeschaut.

    Ich glaube, dass es hier einen einfachen, psychologischen Grund gibt:

    Der monatliche Sparbetrag ist viel zu hoch.

    Man muss in die Geldanlage hinein wachsen und Erfahrungen sammeln.

    Bisher wurden bei der ING offenbar insgesamt 4500 € in die empfohlenen vier ETF investiert.

    Auch wenn jemand 4000 Netto im Monat hat, sind 1500 € monatlich für ihn als ungeübten Anleger einfach psychologisch zu viel.

    Meine Frau hat an der Universität unter anderem mit Verhaltensökonomie zu tun.
    Sie meint zu diesem Fall ganz klar, dass man hier monatlich locker erst mal mit zehn bis maximal 15 % des netto anfangen soll.

    Das ist überschaubar, man kann sich in die Sparpläne reintasten und merken, wie sich die Schwankungen anfühlen.

    Bei der ING ist es problemlos möglich, wöchentliche Sparpläne laufen zu lassen.

    Das ist also dann noch günstiger, um zu sehen, ob man überhaupt psychologisch für die Geldanlage mit Aktien ETF bereit ist.

    Konkreter Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise:

    Du eröffnest bei der ING ein weiteres Depot. Das geht ganz schnell innerhalb von 1 Minute.

    In dem Depot legst du dir einen Sparplan auf einen Welt-ETF mit in Summe monatlich 400 Euro an. Wöchentlich 100 Euro ist psychologisch optimal.

    Die bisherigen Sparpläne löscht du einfach und lässt die ETF gemütlich in dem Depot stehen.

    Und dann machst du mal bis Ende 2026 gar nichts mehr.

    Der Welt-ETF läuft gemütlich vor sich hin. Entspannen und gar nichts mehr machen,

  • Vielleicht sind 1500 für den Start ein wenig sportlich. Andererseits wäre ein Start mit 400 Euro pro Monat (10 %) sehr niedrig. Bis man da ein Gefühl dafür entwickelt, wie man mit den Schwankungen klar kommt, dauert es mindestens zwei wenn nicht drei Jahre. Solange weniger als drei Monatsgehälter im Depot liegen, passiert da emotional fast nichts. Klingt für mich nach verschenkter Zeit. Ich würde ebenfalls sportlich anfangen und vielleicht nach einem Jahr die Sparrate reduzieren. Dann hat man 20+k auf der hohen Kante und Kursbewegungen werden spürbar. Ideal wäre ein merklicher Rücksetzer zu dem Zeitpunkt. Wie will man seine Risikobereitschaft testen, wenn man nach einem Jahr nur 5000 Euro im Depot hat? Da geben viele mehr Geld aus für den Urlaub im Vergleich zu den Verlusten eines Börsenkrachs.

    Ob die Sparrate zu hoch ist für das Anlageziel kann einzig und allein der Anleger entscheiden. Gerade in jungen Jahren, noch ohne Familie und finanzielle Verpflichtungen ist es leichter, etwas mehr zu sparen. Also warum nicht?

  • Vielleicht sind 1500 für den Start ein wenig sportlich. Andererseits wäre ein Start mit 400 Euro pro Monat (10 %) sehr niedrig

    Dann muss er eben ein Mittelweg finden und es laufen lassen. Aber irgendwie muss jetzt am besten zum 2. Januar eine ordentliche Dauerlösung her.

    Dann eben im Monat 600 €. Auf jeden Fall sollte die Summe so gewählt werden, dass er nicht jede Woche schon überlegt, ob es richtig war.

  • Dann muss er eben ein Mittelweg finden und es laufen lassen. Aber irgendwie muss jetzt am besten zum 2. Januar eine ordentliche Dauerlösung her.

    Dann eben im Monat 600 €. Auf jeden Fall sollte die Summe so gewählt werden, dass er nicht jede Woche schon überlegt, ob es richtig war.

    Wieso "muss irgendwas her"!? Ist doch da: 1500 EUR monatlich. Und er schreibt dies sei "problemlos möglich". Er wird schon wissen warum. Der TE hat auch nicht ein einziges Mal danach gefragt, ob die Höhe der Sparplanrate angemessen ist, sondern ob er auf ein 1-ETF Portfolio umstellen soll. Die Antworten hat er bekommen.

  • Und ich möchte nicht ständig in Versuchung geraten etwas optimieren zu müssen.

    Um dieser Versuchung nicht zu erliegen hilft dir kein Anlageempfehlung bzw. nicht das „perfekte“ Portfolio.


    Dazu musst du dich fragen, warum du dich so verrückt machst.

    Erst wenn du weißt, warum es Dir solche Angst macht, etwas falsch zu machen, kannst du die Angst mit der richtigen Waffe zähmen.

    Viele experimentieren am Anfang rum.

    Das mag Rendite kosten, langfristig aber Sicherheit geben, sodass man die dann gefundene Anlagestrategie auch in schwierigen Phasen nicht immer angstvoll hinterfragt.


    Das ist in allen Lebensbereichen so.

    Man muss sich eigene Gedanken machen und eigene Erfahrungen sammeln. Vermixt mit fremden Wissen weisen sie einem den Weg.

  • Dann muss er eben ein Mittelweg finden und es laufen lassen. Aber irgendwie muss jetzt am besten zum 2. Januar eine ordentliche Dauerlösung her.

    Dann eben im Monat 600 €. Auf jeden Fall sollte die Summe so gewählt werden, dass er nicht jede Woche schon überlegt, ob es richtig war.

    Das wäre vermutlich für dich bzw für deine Frau richtig wenn ihr euch an der Stelle des TE befändet.

    Ob es für den TE richtig ist, kann niemand beurteilen.

  • Mir gefällt die Idee mit den wöchentlichen Sparraten. Das wären 400 EUR jeweils. Überschaubare Rate bei diesem Gehalt, es tut sich was im Depot und nach ein, zwei Jahren ergibt es schon einen ansehnlichen Betrag.

    Ich habe mit mehreren ETF und Einzelaktien begonnen, hab das als kleines Hobby betrachtet und bin nun dabei, das meiste davon nach und nach in den FTSE All World zu packen.

  • Ich habe mit mehreren ETF und Einzelaktien begonnen, hab das als kleines Hobby betrachtet und bin nun dabei, das meiste davon nach und nach in den FTSE All World zu packen.


    Ich denke, dass eine solche Hobbyphase/Experimentierzeit für viele notwendig ist bevor sie eine Anlagewahl treffen können der sie dann auch jahrelang treu bleiben können.

  • Wieso "muss irgendwas her"!? Ist doch da: 1500 EUR monatlich. Und er schreibt dies sei "problemlos möglich". Er wird schon wissen warum. Der TE hat auch nicht ein einziges Mal danach gefragt, ob die Höhe der Sparplanrate angemessen ist, sondern ob er auf ein 1-ETF Portfolio umstellen soll. Die Antworten hat er bekommen.

    Genau

    Tomarcy Lies doch noch mal in Ruhe den Ausgangspost und versuche, ihn zu beantworten.