Deine Annahmen treffen aber nur so lange zu, wie der Ausschütter nicht mehr ausschüttet als die VAP des Thesaurierers. Das ist aktuell bei World Indices der Fall. Beim Euro Stoxx 600 aber zum Beispiel nicht.
Auch ändert sich das Bild bei fallenden Märkten. Hier müssen Ausschüttungen trotzdem versteuert werden auch wenn beim Thesaurierer keine VAP anfällt.
Der Vergleich wird auch maßgeblich von der Höhe des Basiszinses beeinflusst, die nicht vorhersehbar ist.
Für mich bleibt es daher eine offene Rechnung mit zwei bis drei maßgeblichen Variablen (Ausschüttungsrendite, Basiszins, Verhälnis von Jahren mit fallenden und steigenden Renditen). Hinzu kommen mögliche Änderungen der Rahmenbedingungen/Steuern.
Wenn du das für die nächsten 30 Jahre berechnet hast, herzlichen Glückwunsch. Dann hast du die Glaskugel ja doch gefunden.
Ich persönlich halte diese Rechnung nicht für verlässlich und halte aktuell eine klare Empfehlung für thesaurierende oder ausschüttende ETF nicht für gerechtfertigt.
Ich persönlich habe mich daher entschieden zum Teil Ausschütter und zum Teil Thesaurierer zu haben. Mein Depot ist allerdings auch 7 stellig, so dass es meiner Meinung nach aus verschiedenen Gründen sowieso sinnvoll ist auf mehrere ETF zu verteilen.
Für die Einsteiger ist es meiner Einschätzung nach erstmal egal, wofür sie sich entscheiden. Sie können sich ebenfalls über o g Variablen den Kopf zerbrechen und entscheiden. Wichtiger ist es erstmal anzufangen. Wenn das Depot eine entsprechende Größe hat, kann man dann später immer noch diversifizieren.
Empfehlung: Sparerfreibeitrag thesaurierende/ausschüttende ETF. MSCI vs. Solactive
-
vulka_10 -
30. Dezember 2025 um 10:22 -
Erledigt
-
-
Guten Morgen zusammen,
Meine Frau hat sich den ganzen langen Beitrag durchgelesen und meinte, ob da jemand einen Sud aus Fliegenpilzen gekocht hat…..
Keine Ahnung, aber sie ist beruflich als Professorin für Wirtschaftswissenschaften didaktisch wohl näher dran.
Ein „L1AA“ mit 70:30 ? Wozu ?
Der Ansatz ist grundsätzlich reflektiert aber in mehreren Punkten unnötig kompliziert. Die hohe L1AA-Quote führt zu deutlichem Renditeverzicht und vermischt Notgroschen, kurzfristige Mittel und Investitionskapital. Was in 2–5 Jahren sicher gebraucht wird, gehört nicht in Aktien-ETFs.Irgendwie ein Hang zur Überoptimierung. Tip : Klarer trennen zwischen kurz- und langfristigem Kapital, weniger Komplexität, Fokus auf eine stabile Asset-Allokation – z. B. ACWI oder FTSE All-World.
Bin mal gespannt, was Altvaddern @Achim Weiss zum „L1AA“ sagt. Der denkt da wahrscheinlich eher an einen Ausflug nach Friedrichshafen..Ja, ich habe tatsächlich viel - wahrscheinlich zu viel
- über das Thema nachgelesen. Bin selbst im wissenschaftlichen Bereich (offensichtlich nicht Finanzen
bin Arzt und forsche zusätzlich in der Grundlagenforschung) und tendiere dazu viel zu optimieren und mich übergreifend informieren zu lassen, bevor ich etwas mache. Ich kenne es, wie das Anstreben zur Optimierung zur unnötigen Überkomplikation führen kann, sodass ich die Kritik sehr gerne mitnehme!
Mit 70/30 Assetsallokation meine ich 70% in Aktien und 30% auf Tagesgeld. Die Notgroschen werden komplett separat betrachtet (liegen in der Realität zusammen mit den 30% auf Tagesgeld, 2% Zins). Um es etwas verständlicher zu machen, von meinem ganzen Geld habe ich die Notgroschen erstmal zur Seite gelegt und das restliche Geld dann in 70% Aktien-ETF und 30% risikoarme Anlagen - die 15000 Startkapital machen eben diese 70% aus. Ebenso wird ein Sparbeitrag pro Monat von 1700 Euro in 1200 Aktien-ETF (ca. 70%) und 500 Euro einfach gespart. Das Geld, was in den risikoarmen Anlagen liegt reicht beim stabilen Gehalt zur Deckung der Ausgaben in 1 und 3 Jahren. Ich verpasse so zwar Rendite (hätte 80% investieren können), habe aber die notwendige Sicherheit als Anfänger und die notwendige Mittel in 1-3 Jahren.
Sodass Notgroschen (liegt zur Seite), kurzfristiges Kapital (30% vom aktuellen Vermögen, ohne Notgroschen, und weiter 30% vom Sparbeitrag) und Investitionskapital (70% vom aktuellen Vermögen, ohne Notgroschen, und weiter 70% vom Sparbeitrag) getrennt sind.
Gern sagen, sollte diese Philosophie grundsätzlich falsch sein!
Bezüglich L2AA: mag sein, dass 30% EM eine aktive Wette ist und ACWI grundsätzlich einfacher, übersichtlicher und vor allem stabiler ist. Ich nehme das mit. Ich fände es nur schwierig, wenn man künftig sein Portfolio anders gestalten will - e.g. etwas mehr Gewichtung in EM zu haben. Das wäre mit ACWI (vielleicht) komplizierter als wenn man ein DM und eine EM ETF im Portfolio hat. Das ist was ich mit Perspektive meine - ich möchte das Portfolio so starten, dass ich diese Flexibilität behalte. Mag sein, dass das auch mit ACWI gut geht - gerne sagen. Ich kann es mir vorstellen, weiß es aber nicht - da fehlt mir ja die Erfahrung.
@Achim WeissDanke Dir für die ausführliche Erklärung! Immer noch etwas zu kompliziert für mich, jedoch ist ein Schritt in die richtige Richtung zur Beantwortung meiner Frage. Wenn ich es richtig verstehe, hat der Ausschüttler einen Vorteil, wenn man den Strich zieht? Also, man wäre steuerlich mit jetzigen Steuergesetz (wär weiß, wie es in 30 Jahren ist …) mit einem ausschüttenden ETF besser aufgestellt?
Denke und guter Rutsch! -
Bin selbst im wissenschaftlichen Bereich (offensichtlich nicht Finanzen
bin Arzt und forsche zusätzlich in der Grundlagenforschung) und tendiere dazu viel zu optimieren und mich übergreifend informieren zu lassen, bevor ich etwas mache.Hallo Ivan,
danke für die Info.Dein analytisches Denken hat sich im Bereich der ETF also ganz schön in die Materie „reingebohrt“.
Grüße von meiner Frau, die auch im Bereich der Verhaltensökonomie im Finanzbereich forscht.
Lies mal den Thread:ThemaWeltmärkte mit 5 ETF erfolgreich und günstig abdecken
Ich kann zu dem Thema, das gerade in anderen Threads aufgekommen ist eine Aufteilung beisteuern, die meine Frau mit Student:innen in einem Projekt erarbeitet hat.
Das Ergebnis: ein wissenschaftlich fundiertes, einfach zu handhabendes System, das klassische Welt-ETF-Lösungen in vielerlei Hinsicht übertrifft. Wer bereit ist, über einen einzigen ETF hinauszudenken, findet hier eine elegante und leistungsstarke Alternative. TER liegt bei nur 0,12 %.
Verwendet werden Vanguard ETF.
44 % FTSE Nordamerika…Tomarcy8. September 2025 um 23:44 -
Bin beruflich anscheinend sehr ähnlich wie Du aufgestellt.
Meine Meinung nach >20 Jahren investieren in Aktien und ETF machen und durchziehen (buy & hold) ist wichtiger als Mikrooptimierung.
Zu deinem Punkt: Du kannst später, wenn du z. B. Denkst Du bist mit einem 6 stelligen ACWI Depot nicht deinen Wünschen entsprechend aufgestellt deinen Sparplan z. B. Auf mehr oder nur andere Regionen/Märkte anzupassen z.B EM, Small caps, Europa, ex usa, ex China, nachhaltig usw. Ob du damit am Ende mehr erreichen wirst, kann niemand vorhersagen. Die Wissenschaft sagt mit aller Wahrscheinlichkeit nein.
-
Deine Annahmen treffen aber nur so lange zu, wie der Ausschütter nicht mehr ausschüttet als die VAP des Thesaurierers. Das ist aktuell bei World Indices der Fall. Beim Euro Stoxx 600 aber zum Beispiel nicht.
Jeder darf sich seinen eigenen Fall selbst ausrechnen.

Überall liest man, es sei günstiger, in thesaurierende ETFs zu investieren, statt in ausschüttende. Das habe ich auch mal geglaubt. Seit der Basiszins aber eine nennenswerte Höhe erreicht, ist das nicht mehr so.
Ich sah mich somit gehalten, meine Meinung zu ändern.
Wenn ich diese geänderte Meinung nun vertrete (und regelmäßig auch mit Rechenbeispiele belegt), treffe ich gewöhnlich auf Leute, die wie Du Gegenreden führen.
Du hast völlig recht: Es lassen sich Parameter annehmen, unter denen in der Sparphase (die die meisten Anleger vordringlich im Blick haben) Thesaurierer besser rechnen als Ausschütter.
Und ja: Niemand weiß, ob die geltende Gesetzeslage so lange unverändert bleibt, bis der jeweilige Anleger in die Entsparphase kommt. Und es ist ja nicht gesagt, daß ein Anleger überhaupt zur Entsparphase kommt, also überhaupt Geld entnehmen wird.
Ja, in dieser Rechnung stecken einige Variablen. Die bisherige Rechnung ohne Vorabpauschale ist aber erstmal passé. Willst Du rechnerisch belegen, daß ein Thesaurierer doch immer noch günstiger ist, stehst Du vor einer ähnlichen Rechnung mit ähnlich vielen Variablen.
Ich persönlich halte diese Rechnung nicht für verlässlich und halte aktuell eine klare Empfehlung für thesaurierende oder ausschüttende ETF nicht für gerechtfertigt.
Das zu glauben steht Dir frei, wie umgekehrt mir frei steht, das Gegenteil zu glauben.
Ohnehin legt jeder sein Geld selber an.
-
Ich habe das finanzmathematisch nicht komplett durchdrungen, aber kann sich das mit Änderung des Basiszinses nicht alles wieder umkehren? Von daher würde ich sagen: Es ist zumindest für diejenigen egal, die keine funktionierende Glaskugel haben.
Ich denke, man kann das ruhig hinsichtlich Praktikabilität und „Feeling“ entscheiden. Mit einem ausreichend verzinsten Verrechnungskonto oder einer Anbindung ans Girokonto sollten Thesaurierer bis zu einer gewissen Depotgröße mehr Vorteile haben. Ist das Depot und damit die Steuer auf die Vorabpauschale „zu hoch“, hat man eventuell ein Luxusproblem.
Steht man auf Cashflow und eventuell sogar Rebalancing und/oder Sparplanbingo? Dann Ausschütter!
Spannend fände ich ja eine Mischung, bei der die (Steuer auf die) Vorabpauschale durch eine Dezember-Ausschüttung (Amundi?) abgedeckt wird. Dann auch noch ein gut verzinstes Verrechnungskonto (Scalable), automatische Wiederanlage (ING) und eine Steuersimulation (Comdirect) und ich würde sogar Postbank‘sche Ordergebühren in Kauf nehmen. Aber dazu gibt es ja schon einen anderen Thread.
-
Kann mir mal jemand erklären, was sich hinter den Abkürzungen L1AA und L2AA versteckt?
Eine 70:30 Aufteilung (Developed:EM) ist grundsätzlich eine Wette auf EM. Gründe die dagegen sprechen:
1) Gerade für den Anfang, würde ich auf Wetten verzichten. Wenn Du mit mehr Erfahrung, dann Schwerpunkte setzen willst, kannst Du das in drei oder mehr Jahren immer noch machen. Aber erst mal die Basics lernen und fühlen.
2) Mit einer 1-ETF Lösung bist Du gut aufgestellt für verschiedene Szenarien. Ob Du Dich dauerhaft dafür entscheidest oder später doch noch Schwerpunkte setzen willst. Alles kannst Du mit dieser Basis fortführen.
3) Umschichtungen und Rebalancing erzeugen ab einer gewissen Depotgröße Kosten. Es ist daher vorteilhaft eine Struktur zu haben, bei der man wenig umschichten muss. In den ersten Jahren kann man ein Rebalancing oder einen neuen Schwerpunkt noch durch die Sparraten erreichen. Ab einer gewissen Depotgröße gelingt das nicht mehr.
4) Gestaltungsdrang ist meist ein Anlegerfehler, weil er zur permanenten Neugestaltung eines Depots verführt. Sollte sich Finanzen zu Deinem Hobby entwickeln, kannst Du das natürlich später überdenken. Aber gerade jetzt, wo Du noch vergleichsweise am Anfang stehst, ist die Tendenz zu Fehlern noch größer.
-----------
Die Frage ausschüttend/thesauriered kann man schwer allgemeingültig beantworten, weil die Antwort von Annahmen ausgehen muss und von der Situation in der sich der Anleger befindet.
Für mich als in der Entnahme befindlich, ist es klar, dass Ausschütter Vorteile haben. Die Steuerbelastung ist deutlich niedriger bei Ausschüttern als bei Thesaurierern, bei denen ich Steuern auf die Vorabpauschale und Steuern auf die unversteuerten Gewinne im Kurs bezahle. Zudem füllen mir die Ausschüttungen das Verrechnungskonto auf, von dem aus ich meine Entnahmen abwickle. Bei einem Thesaurierer müsste ich im Gegenteil zu Jahresanfang noch Liquidität zur Verfügung stellen für die Steuern.
In der Ansparphase sind die Unterschiede bei weitem nicht so groß, wie sie von manchen dargestellt werden. Es gibt schlechte Börsenjahre, in denen auf Thesaurierer weniger Steuern anfallen. Ähnliches gilt in Nullzinsphasen, die historisch gesehen extrem selten sind. Auf der anderen Seite helfen Ausschütter insbesondere zu Beginn des Sparens, den Pauschbetrag bequem auszuschöpfen, ohne Anteile verkaufen zu müssen. Wer bei hoher Aktienquote ausschließlich auf Thesaurierer setzt, wird immer wieder Jahre haben, wo der Pauschbetrag nicht ausgeschöpft wird.
Aus pragmatischer Sicht entwickeln Ausschüttungen im fortgeschrittenen Depot einen weiteren Vorteil. Angenommen das Depot liegt im mittleren sechsstelligen Bereich. Es steht das Rebalancing an, nur alleine über die Sparrate ist es utopisch. Neben der Sparrate hat man durch die Ausschüttungen mehr Einflussmöglicheiten.
-
Kann mir mal jemand erklären, was sich hinter den Abkürzungen L1AA und L2AA versteckt?
Level-1-Asset-Allocation (zwischen Anlageklassen) und Level-2-Asset-Allocation (innerhalb der Anlageklasse)
-
Unter der Annahme dass der Fonds einen ordentlichen Kursgewinn hatte, und nur geringe Ausschüttungen (z.B. MSCI World ETFs +6,5% Kurssteigerung bei 1,4% Ausschüttungsrendite), macht es in der Tat keinen Unterschied zwischen ausschüttend und thesaurierend.
Unterschiede könnte es geben bei:
a) in Jahren mit Kursverlusten während Ausschüttungen gezahlt werden
b) andere ETFs mit permanent hoher Ausschüttungsrendite über dem Basiszins und wenig Kursentwicklung, z.B. High Yield Corporate Bonds (-0,3% Kurs in 2025 bei 5,4% Ausschüttungsrendite) -
Hallo Ivan,
danke für die Info.Dein analytisches Denken hat sich im Bereich der ETF also ganz schön in die Materie „reingebohrt“.
Grüße von meiner Frau, die auch im Bereich der Verhaltensökonomie im Finanzbereich forscht.
Lies mal den Thread:ThemaWeltmärkte mit 5 ETF erfolgreich und günstig abdecken
Ich kann zu dem Thema, das gerade in anderen Threads aufgekommen ist eine Aufteilung beisteuern, die meine Frau mit Student:innen in einem Projekt erarbeitet hat.
Das Ergebnis: ein wissenschaftlich fundiertes, einfach zu handhabendes System, das klassische Welt-ETF-Lösungen in vielerlei Hinsicht übertrifft. Wer bereit ist, über einen einzigen ETF hinauszudenken, findet hier eine elegante und leistungsstarke Alternative. TER liegt bei nur 0,12 %.
Verwendet werden Vanguard ETF.
44 % FTSE Nordamerika…Tomarcy8. September 2025 um 23:44 Danke Dir für die Verlinkung des Threads! Es erscheint mir allerdings wohl zu kompliziert und ich würde erstmal die Finger davon weghalten. Um dies zu richtig zu begreifen, braucht man, glaube ich, viel Ahnung und Erfahrung. "Wenn man ein Finanzprodukt nicht versteht, sollte man drin nicht investieren." Habe mir schon mal die Finger mit der o.g. Lebensversicherung verbrannt. Ich behalte das Konzept jedoch jedenfalls im Kopf!
Alles anzeigen...
1) Gerade für den Anfang, würde ich auf Wetten verzichten. Wenn Du mit mehr Erfahrung, dann Schwerpunkte setzen willst, kannst Du das in drei oder mehr Jahren immer noch machen. Aber erst mal die Basics lernen und fühlen.
2) Mit einer 1-ETF Lösung bist Du gut aufgestellt für verschiedene Szenarien. Ob Du Dich dauerhaft dafür entscheidest oder später doch noch Schwerpunkte setzen willst. Alles kannst Du mit dieser Basis fortführen.
3) Umschichtungen und Rebalancing erzeugen ab einer gewissen Depotgröße Kosten. Es ist daher vorteilhaft eine Struktur zu haben, bei der man wenig umschichten muss. In den ersten Jahren kann man ein Rebalancing oder einen neuen Schwerpunkt noch durch die Sparraten erreichen. Ab einer gewissen Depotgröße gelingt das nicht mehr.
4) Gestaltungsdrang ist meist ein Anlegerfehler, weil er zur permanenten Neugestaltung eines Depots verführt. Sollte sich Finanzen zu Deinem Hobby entwickeln, kannst Du das natürlich später überdenken. Aber gerade jetzt, wo Du noch vergleichsweise am Anfang stehst, ist die Tendenz zu Fehlern noch größer.
....
...
Zu deinem Punkt: Du kannst später, wenn du z. B. Denkst Du bist mit einem 6 stelligen ACWI Depot nicht deinen Wünschen entsprechend aufgestellt deinen Sparplan z. B. Auf mehr oder nur andere Regionen/Märkte anzupassen z.B EM, Small caps, Europa, ex usa, ex China, nachhaltig usw. Ob du damit am Ende mehr erreichen wirst, kann niemand vorhersagen. Die Wissenschaft sagt mit aller Wahrscheinlichkeit nein.
Nach einer weiteren Recherche über die letzten Tagen, verstehe ich nun was Ihr meint und ich bedanke mich für die Hinweise! Ich dachte initial, dass die 70/30-Verteilung eine "Standard-Lösung" für eine Weltportfolio ist, womit man einfach breiter diversifiziert. Nun klar, die 30% EM ist tatsächlich eine Übergewichtig von EM im Vergleich zu ca. 90/10 in einem MSCI ACWI/FTSE All-World, die der reinen Marktkapitalisierung entsprechen (i.e. eine marktneutrale Lösung im direkten Sinne des Wortes darstellen). Ob das jetzt eine aktive Wette ist, man sich einfach nach BIP führen lässt oder USA Klumpenrisiko senkt, scheint ein sehr umstrittenes Thema zu sein, wie sich von verschiedensten Blogposts/Diskussionen/Beiträge nachvollziehen lässt.
Ich denke, man muss sich dann für sich selbst festlegen, was man glaubt und welche Logik man verfolgen will - sich vom Markt führen lassen oder doch etwas Gewicht auf EM legen.
Nun zu den einzelnen Punkten:
1. und 2.) Ich finde das gut. Man könnte tatsächlich mit 100% FTSE All-World anfangen und später dazu 20% FTSE EM dazunehmen und sich somit effektiv eine 70/30 Strategie aufbauen, sobald man hierfür die Erfahrung und Verständnis hat, um sich informiert festzulegen. Das selbe wäre mit 100 % MSCI ACWI IMI machbar (es gibt leider keine ETFs auf MSCI ACIW die ausschüttelnd sind, zumindest fine ich keine), jedoch würde ich die Meinung vertreten, dass der Anteil von Small Caps in der IMI-Variante zu klein ist und wenn man da eine "Wette" bzw. Diversifikation machen will, ist man besser mit einem Small Cap ETF besser aufgestellt. Die Meinung wird davon gestützt, dass die Small Caps so unterrepräsentiert sind, dass die im Gewicht eh zu wenig ausmachen, um eine marktneutrale Portfolio sinnvoll zu ergänzen.
Alles in allem, weiß der Geier, was in der Zukunft "besser läuft" (100 % All-World, i.e. marktneutral, oder 70/30, i.e. EM-Wette bzw. BIP-gesteuert). Die Renditechancen und Risiken scheinen vergleichbarer zu sein. Somit, glaube ich, dass sollte dies nicht der entscheidende Punkt zwischen beider Strategien sein.
Ob es "korrekter" ist, sich nach der Marktkapitalisierung oder BIP zu verlassen, weiß sich ehrlich gesagt nicht. Intuitiv hätte ich behauptet, dass man sollte lieber Marktkapitalisierung sagen, da es sich im Endeffekt um Aktien und nicht um Wirtschaftskraft handelt.
3.) Mit 100% All-World wäre das kein Thema, da man nicht rebalancen wird. Wenn man das doch machen und eine 70/30-Strategie (MSCI) bzw. 80/20 (FTSE) führen wollen würde, wäre, glaube ich, die Variante FTSE All-World/FTSE EM einfacher, da man immer etwas weniger Kapital in den 20% (statt 30%) in der EM-ETF haben wird. Dazu übernimmt die All-World ETF einen Teil des Rebalancings ab. Hierbei kommt der überschaubere Nachteil, dass das weniger genau im Vergleich zu reinem 70/30 sein wird.
Prinzipiell hätte ich mit Rebalancing kein Problem und ich finde damit wächst man als Person auch etwa, in dem man Erfahrungen macht. Dazu finde ich das Konzept mit dem anti-zyklischen Handel interessant und gut begründet, wenn man langfristig investiert - was ich mit 35-40+ Jahre Zeithoritzont (angenommen ich bleibe gesund!
) habe. Dafür könnte ich ggf. vom EM-Potenzial profitieren.4.) ich denke ich verstehe, was Du meinst. Man sollte bei seiner Strategie bleiben und als Anfänger würde man tendieren das zu ändern, was langfristig die Rendite senken würde. Wenn das der Fall ist, kann ich Dir nur zustimmen. So, wie ich mich kenne, habe ich das Durchhaltevermögen und Disziplin, aber meine Meinung zu der o.g. Fragen ist noch nicht fest genug, sodass sich das tatsächlich ändern könnte, was dann für eine 1 ETF-Anfangsstrategie sprechen würde.
Bezüglich ausschüttelnd vs. thesaurierend:
Ich denke ich werde mit einer ausschüttlenden ETF anfangen (entweder Vanguard FTSE All-World oder der HSBC MSCI World, je nachdem, wie ich mich festlege), da ich mehr aus dem Sparerfreibetrag machen kann. Das würde tatsächlich mit dem Rebalancing bei fortgeschrittenem Depotwert helfen, was ich bisher nicht berücksichtigt habe. Danke dafür! Dazu denke ich, dass dies dann steuerlich besser optimiert ist, als wenn man rein thesaurierend arbeitet.
Ich will auch ergänzen, dass ich das MSCI-Angebot deutlich breiter als der FTSE finde. Ich finde es daher schade, dass es keine vernünftige ausschüttelnde MSCI ACWI ETF gibt. Für den Fall, dass ich in der fernen Zukunft Small Caps/Europa ergänzen wollen würde, könnte das bei dem FTSE-Konzept wegen Überlappungen und ggf. Lücken schwer werden. Soweit ich verstehe, ist es auch keine gute Idee Indexe zu mischen, da sie etwas anders gestellt werden. (Ja, ich weiß, ich denke zu weit, will aber verschiedene Szenarien zu Beginn berücksichtigt haben. Das ist zum Teil ein wichtiger Punkt, damit ich mich mit meiner Entscheidung wohl fühle. Ist eben auch eine allgemeine Diskussion wert.)
Generell hätte ich gesagt, dass die Variante 100% FTSE All-World + ggf. 20% FTSE EM (wenn man will) einfacher zu führen (anfängerfreundlicher und einfacher zu rebalancen), während die Variante mit MSCI (MSCI World, sehr wahrscheinlich mit 30% MSCI EM) künftig deutlich flexibler bleibt.
Ich bin mal auf euere Kommentare gespannt und was ihr von dieser Denkweise hält!
Liebe Grüße,
Ivan
-
...
Ich will auch ergänzen, dass ich das MSCI-Angebot deutlich breiter als der FTSE finde. Ich finde es daher schade, dass es keine vernünftige ausschüttelnde MSCI ACWI ETF gibt.
...
Ein ACWI ist sehr ähnlich zum FTSE All World. Vanguard bietet fast alle ETFs in einer ausschüttenden und einer thesaurierenden Variante an.
ETF-Vergleich: Kosten, Wertentwicklung & mehr vergleichenMit unserem ETF-Vergleich kann die Zusammensetzung, Kosten, Wertentwicklung & Charts von ETFs verglichen werden.extraetf.com -
Von SPDR gibt es einen ausschüttenden ETF auf den MSCI ACWI IMI IE000DD75KQ5
Ansonsten freut es mich, dass Du Dich mit den Themen auseinander gesetzt hast. Man lernt viel dabei, wenn man das tut.
-
Ich finde es daher schade, dass es keine vernünftige ausschüttelnde MSCI ACWI ETF gibt
Was spricht denn für dich dann gegen den IE0009HF1MK9 ?
-
marktneutralen Portfolio an der Börse zu starten, bestehend aus 70 % Developed Markets und 30 % Emerging Markets. Im Laufe des Jahres – und mit etwas mehr Erfahrung – könnte ich mir vorstellen, etwa 10 % in Faktorstrategien oder andere Ansätze umzuschichten. Je nach Entwicklung wäre perspektivisch auch Faktor-Investing eine Option
Warum?
-
Abend,
Von SPDR gibt es einen ausschüttenden ETF auf den MSCI ACWI IMI IE000DD75KQ5
Ansonsten freut es mich, dass Du Dich mit den Themen auseinander gesetzt hast. Man lernt viel dabei, wenn man das tut.
Ja, die habe ich gesehen. Ich finde nur, dass es sinnvoller ist, dass man eine separate ETF für Small Caps dazu nimmt, wenn man Small Caps will, da die Gewichtung in dem Index zu gering ist, und ich denke es macht zu wenig für die Diversifikation aus. Gerne kritisieren, wenn Du das anders siehst.
Was spricht denn für dich dann gegen den IE0009HF1MK9 ?
Aus meiner Sicht eigentlich gar nichts. Nur wurde zu Beginn des Threads (siehe #5) eher davon abgeraten, sodass ich mich dann eher auf die "große Anbieter" MSCI und FTSE fokussiert habe. Ansonsten bin ich von das Angebot von Solactive eher verlockt. Soweit ich weiß Solactive mach dem MSCI nach, sodass es sich mit Produkten aus dem MSCI-Universum gut kombinieren lassen würde.
Warum?
Das war/ist eher eine Gedanke, da das Anlagehorizont sehr lang ist. Unter umständen könnte sich dann Faktor-Investing lohnen, jedoch halte ich aktuell davon Abstand, da ich dafür mehr Erfahrung benötige. Genauso wie mit dem Zitat unten - dafür muss man glaube ich selbst Finanzexperte sein. Oder Zumindest deutlich mehr Erfahrung haben, damit man den Konstrukt komplett durchblickt.
Hallo Ivan,
danke für die Info.Dein analytisches Denken hat sich im Bereich der ETF also ganz schön in die Materie „reingebohrt“.
Grüße von meiner Frau, die auch im Bereich der Verhaltensökonomie im Finanzbereich forscht.
Lies mal den Thread:ThemaWeltmärkte mit 5 ETF erfolgreich und günstig abdecken
Ich kann zu dem Thema, das gerade in anderen Threads aufgekommen ist eine Aufteilung beisteuern, die meine Frau mit Student:innen in einem Projekt erarbeitet hat.
Das Ergebnis: ein wissenschaftlich fundiertes, einfach zu handhabendes System, das klassische Welt-ETF-Lösungen in vielerlei Hinsicht übertrifft. Wer bereit ist, über einen einzigen ETF hinauszudenken, findet hier eine elegante und leistungsstarke Alternative. TER liegt bei nur 0,12 %.
Verwendet werden Vanguard ETF.
44 % FTSE Nordamerika…Tomarcy8. September 2025 um 23:44 Liebe Grüße,
Ivan
-
dafür muss man glaube ich selbst Finanzexperte sein
Es gibt halt relativ viel Evidenz, dass auch auf lange Dauer sg. Finanzexperten nicht den Markt schlagen. Daher meine Frage. Gerade wenn man Anfängt zu investieren, will man oft zu viel Gestalten und glaubt durch kluge Schachzüge mehr Rendite einzufahren. In der Realität geht das dann öfter schief als gut.
-
Ja, die habe ich gesehen.
Eigentlich sagt man ja der Fonds.
Ich finde nur, dass es sinnvoller ist, dass man eine[n] separate[n] ETF für Small Caps dazu nimmt, wenn man Small Caps will, da die Gewichtung in dem Index zu gering ist, und ich denke, es macht zu wenig für die Diversifikation aus.
Jeder legt sein Geld selber an.
Wem die Small Caps in einem Welt-ETF zu gering vertreten sind, kann ja einen Spezial-ETF Small Caps beimischen.

-
Ich finde es daher schade, dass es keine vernünftige ausschüttelnde MSCI ACWI ETF gibt.
Ganz neu gibt es denhier...
-
Nun…offenbar will Ishares hier mit einer TER von 0,2% gar nicht günstig sein.
Andere werden dann im Markt auch ihre Produkte bringen.
-