Betrübliche oder beträchtliche bAV?

  • Hallo liebe Community,

    ich habe am 01.01.2024 eine bAV abgeschlossen.

    (Anbieter Allianz - Allianz Direktversicherung InvestFlex)

    Arbeitnehmeranteil: 220€

    Arbeitgeberanteil: 100€

    Dynamischer Zuwachs müsste bei 5%(?) liegen

    Seit 01.01.2026 liegt diese nun bei insgesamt 338€

    Die Dynamik wird durch den Arbeitnehmeranteil finanziert.


    Am 01.02.2025 habe ich eine Erhöhung verhandelt, die durch einen Neuvertrag realisiert wurde. Das wusste ich so nicht, da ich dachte, dass wir den ersten Vertrag einfach erhöhen.

    Dieser startete mit 200€ (nur Arbeitgeberanteil) und ist seit dem 01.01.2026 auf 209,94€ erhöht worden, sprich der zweite Vertrag ist rein Arbeitgeber finanziert.

    Ob die Dynamik auch AG finanziert ist weiß ich noch nicht und werde ich wohl auf der Abrechnung Ende des Monats sehen.

    Im Laufe der Zeit ist mir der bekannte Artikel zur „betrüblichen bAV“ aufgefallen und ich kam ins Grübeln.

    Ich wurde mit dem Argument gelockt, dass ich später als Rentner ja weniger Sozialversicherungsbeiträge zahlen müsste als Angestellter. Mir wurde dabei aber nicht erzählt, dass ich ja als Rentner den ArbN. Und ArbG. Anteil bezahlen werde.

    Außerdem mache ich mir Gedanken auf welchen Niveau dieser liegen wird in 40 Jahren, wenn ich mir den demografischen Wandel etc. anschaue + zusätzliche Belastungen die entstehen, wenn mir die Rente ausgezahlt wird.

    Über die negativen Aspekte der Entgeltumwandlung (dass ich weniger in die Versicherung und Rente einzahle) ebenso wenig. Mir wurde nur gesagt, dass die bAV die Differenz der staatlichen Rente locker kompensiert und die staatliche Rente eh am Ende ist.

    Ich habe auch nicht so viel Ahnung und eventuell sehe ich das alles auch zu negativ und bitte auch daher nach Rat.

    Anbei habe ich die beiden Versicherungsscheine mit der aktuellen Erhöhung und die Versicherungsinformationen mit den Kosten.


    Versicherungsschein 1: https://drive.google.com/file/d/1SGUGBn…iew?usp=sharing

    Versicherungsschein 2: https://drive.google.com/file/d/1acRGbW…iew?usp=sharing

    Kosten 1 (Seite 3): https://drive.google.com/file/d/1PjbYZZ…iew?usp=sharing

    Kosten 2 (Seite 3): https://drive.google.com/file/d/1rR_rOb…iew?usp=sharing


    Die Effektivkosten liegen bei 2,00% und 2,04% ausgehend einer simulierten Werteentwicklung. In den Kosten ist der gewählte Fond wohl schon einberechnet.

    Der Fond ist folgender: Allianz Dynamic Multi Asset Strategy SRI 75 IT2 EUR LU2202893546

    Die Kosten des Fonds lagen laut Ende 2023 und Anfang 2024 bei 0,75& Verwaltungsgebühren pro Jahr und 0,82% laufende Kosten pro Jahr.

    Was mich auf den ersten Blick „positiv“ stimmt ist, dass (Stand heute) der Fond seit einem Jahr 15,2% +, seit drei Jahren 56,6%+ und seit fünf Jahren 72,8%+ erreicht (Quelle finanzen.net).

    Ich kann aber auch nicht beurteilen wie gut oder schlecht das im Vergleich zu anderen Fonds ist.

    Was ist eure Meinung dazu? Was soll ich machen?

    Meine aktuell Tendenz ist es, den Arbeitnehmeranteil still zu legen, wenn mein Arbeitgeber mitmacht.

    Zu kündigen bereitet mir aktuell etwas Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, welche Kosten auf mich zukommen würden. Was passiert mit den Arbeitgeberanteil? Ist der Weg oder könnte man den auszahlen lassen?

    Oder doch weiter laufen lassen mit oder ohne Dynamik?

    Vielen Dank fürs lesen, helfen und geben von neuen Impulsen, die ich eventuell übersehe.

    Grüße

    Kenneth

  • Hallo.

    Es ist ja die Frage, ob Du jetzt überhaupt etwas an Beiträgen sparst.

    Liegst Du mit Deinem Verdienst (nach Entgeltumwandlung) oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Rentenversicherung?

    Nein

    Du hast also aktuell zwei Rentenversicherungen, die kritisch zu sehen sind.

    Die andere ist die über einen Studienkollegen frisch abgeschlossene.
    Wie hoch ist dein Jahreseinkommen ?

    2500€ Brutto bzw. laut Lohnsteuerbescheinigung von 2025 29960€.

    Falls ich euch wundert wieso die bAV so hoch ist.

    Ich habe einerseits relativ geringe Unkosten + mein Chef hat mir Angeboten je höher mein Anteil, desto höher sein Anteil.

  • Zur Qualität des Vertrages will ich mich nicht vorschnell äußern. Horst Talski hat da ja immer einen recht guten Blick drauf, vielleicht gibt er ein Daumen-rauf/runter-Signal.

    Wenn der AG mindestens die Hälfte der Beiträge trägt, dann kann eine bAV als Entgeltumwandlung eine gute Idee sein (oder wenn man auch nach Entgeltumwandlung noch die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung erreicht).

    Eine bAV ist auch ein Instrument der Personalbindung. Wenn man ggf. den AG wechseln will, dann ist die bAV eventuell nur bedingt sinnvoll.

    Je jünger man ist, desto eher ist der Flexibilität der Vorrang vor Sicherheit zu geben. Um Vermögen aufzubauen bzw. fürs Alter zu sparen braucht eigentlich niemand eine Versicherung.

  • Ich habe am 01.01.2024 eine bAV abgeschlossen.

    Und am 01.02.2025 noch eine zweite.

    (Anbieter Allianz - Allianz Direktversicherung InvestFlex)
    Arbeitnehmeranteil: 220€
    Arbeitgeberanteil: 100€
    Dynamischer Zuwachs müsste bei 5%(?) liegen
    Seit 01.01.2026 liegt diese nun bei insgesamt 338€

    Die Dynamik wird durch den Arbeitnehmeranteil finanziert.

    Ich sehe, auch Du surfst. Grundsätzlich ist der Abschluß einer bAV so etwas Ähnliches wie ein Arbeitsvertrag, der Beitrag zur bAV ist so etwas Ähnliches wie die Lohn. Wenn es um Lohn direkt geht, achten die Leute berechtigterweise sehr auf die Details. Bei Beiträgen zur bAV sind ihnen die Details einigermaßen egal, offensichtlich auch Dir.

    Am 01.02.2025 habe ich eine Erhöhung verhandelt, die durch einen Neuvertrag realisiert wurde. Das wusste ich so nicht, da ich dachte, dass wir den ersten Vertrag einfach erhöhen.

    Dieser startete mit 200€ (nur Arbeitgeberanteil) und ist seit dem 01.01.2026 auf 209,94€ erhöht worden, sprich der zweite Vertrag ist rein Arbeitgeber finanziert.

    Ob die Dynamik auch AG-finanziert ist, weiß ich noch nicht und werde ich wohl auf der Abrechnung Ende des Monats sehen.

    Du hast am 01.01.2024 eine bAV abgeschlossen, deren Details Du nicht kennst. Ursprünglich zahlte der Arbeitgeber 100 € und Du 200 €. Das ist ein ganz ordentlicher Arbeitgeberanteil. Für diesen Vertrag ist eine Dynamik vereinbart, die Du allein bezahlst. Aktuell beträgt der Beitrag 100 € für den Arbeitgeber und 238 € für Dich. Der Arbeitgeberanteil sinkt also prozentual über die Zeit. Du bist jetzt 28 Jahre alt und ein Stück. Bis zur Rente hast Du noch fast 40 Jahre. Wie hoch wird Dein Anteil in 40 Jahren sein und wie hoch der Anteil des Arbeitgebers (Wenn Du dann nicht längst 5 Arbeitgeber weiter bist ...).

    Zum 1.2.2025 hast Du einen neuen, zusätzlichen Vertrag "herausverhandelt", den der Arbeitgeber komplett bezahlt.

    Ob das wirklich stimmt, weißt Du noch nicht, das wirst Du erst über die Abrechnung erfahren.

    Weißt Du denn, was Du an dieser Arbeitsstelle verdienst - oder läßt Du Dich diesbezüglich auch immer erst von der Lohnabrechnung überraschen?

    Im Laufe der Zeit ist mir der bekannte Artikel zur „betrüblichen bAV“ aufgefallen und ich kam ins Grübeln.

    Ich wurde mit dem Argument gelockt, dass ich später als Rentner ja weniger Sozialversicherungsbeiträge zahlen müsste [denn] als Angestellter. Mir wurde dabei aber nicht erzählt, dass ich ja als Rentner den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil bezahlen werde.

    Berufsanfänger sind für Finanzoptimierer die günstigste Klientel. Diese Leute haben (begreiflicherweise) noch von nichts eine Ahnung (Ich hatte damals auch keine!), also lassen sie sich am leichtesten beeindrucken und überreden.

    Du zahlst im Ruhestand weder den Arbeitnehmer- noch den Arbeitgeberanteil, sondern den Rentneranteil, der der üblichen Höhe entspricht. Es gibt da natürlich noch ein paar Besonderheiten, damit die Bürokratie nicht zu einfach ist. Beispielsweise spielt da eine Rolle, ob Du gesetzlich versichert bist oder privat und ob Du im Ruhestand pflichtversichert oder freiwillig versichert bist (Aktuell dürftest Du als GKV-Versicherter freiwillig versichert sein).

    Das ist der aktuelle Stand der Gesetzgebung. Wie das in 40 Jahren sein wird ...

    Du zahlst jetzt für die Beiträge zur bAV keine Steuer. Auf die Rente wirst Du dereinst Steuer zahlen. Das nennt man nachgelagerte Besteuerung. Halte ich für fair, ist bei der gesetzlichen Rente auch so. Bei einem progressiven Steuersystem sparst Du jetzt mehr Steuer, als Du später im Ruhestand bezahlst.

    Auf die Entgeltumwandlung zahlst Du jetzt keine Krankenversicherungsbeiträge (halte ich für fair). Der geringere GKV-Beitrag mindert Deinen Krankengeldanspruch. Halte ich für fair, sollte kein Problem sein. Auf die Renten zahlst Du nach einem komplizierten Verfahren Beiträge. Halte ich für fair, andere Leute halten das für unfair.

    Du zahlst auch keinen Arbeitslosenbeitrag auf die Entgeltumwandlung, das mindert Deinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Arbeitslosengeld und Krankengeld orientieren sich am Nettoeinkommen, und das sinkt, wenn ein Teil des Einkommens in eine Altersvorsorge geht.

    Bei der Rentenversicherung hat man momentan noch das Äquivalenzprinzip. Das heißt: Es gibt (einigermaßen) einen linearen Zusammenhang zwischen Rentenbeitrag und späterer Rente. Wer viel Beitrag zahlt, bekommt viel Rente, wer wenig Beitrag zahlt, bekommt wenig Rente. Wenn Du durch die Entgeltumwandlung Rentenbeitrag "sparst", zahlst Du weniger Beitrag. Dein Rentenanspruch sinkt also. Das müßte man fairerweise gegen die spätere Betriebsrente aufrechnen.

    Außerdem mache ich mir Gedanken, auf welchem Niveau dieser [nämlich der Krankenversicherungsbeitrag] liegen wird in 40 Jahren, wenn ich mir den demografischen Wandel etc. anschaue + zusätzliche Belastungen die entstehen, wenn mir die Rente ausgezahlt wird.

    Prognosen sind immer schwierig, vor allem dann, wenn sie die Zukunft betreffen. In Deinem Fall ist der Prognosezeitraum besonders lang, nämlich fast ein ganzes Berufsleben, fast 40 Jahre.

    Über die negativen Aspekte der Entgeltumwandlung (dass ich weniger in die ... Rente einzahle) ebenso wenig. Mir wurde nur gesagt, dass die bAV die Differenz der staatlichen Rente locker kompensiert und die staatliche Rente eh am Ende ist.

    Vermutlich hat das der smarte Verkäufer gesagt, den Du möglicherweise irrig für einen Berater gehalten hast. Versicherungsverkäufer wollen immer nur Dein Bestes, nämlich Dein Geld. Er will, daß Du unterschreibst, und zwar jetzt. Was für Dich als Kunde in 40 Jahren herauskommt, ist dem Versicherungsverkäufer egal (Er kann es auch fairerweise nicht wissen).

    Ich habe auch nicht so viel Ahnung und eventuell sehe ich das alles auch zu negativ und bitte auch daher [um] Rat.

    Man muß es sich genauer anschauen.

    Mach Dir eine Tabelle und übertrage die Zahlen und dann rechne selber.

    Der Fonds ist folgender: Allianz Dynamic Multi Asset Strategy SRI 75 IT2 EUR LU2202893546

    Die Kosten des Fonds lagen laut Ende 2023 und Anfang 2024 bei 0,75& Verwaltungsgebühren pro Jahr und 0,82% laufende Kosten pro Jahr.

    Der Fonds ist in den letzten Jahren nicht schlecht gelaufen, ich habe es nicht durchdrungen, wie die das gemacht haben. Ich könnte mir vorstellen, daß die den Fonds mit Derivaten aufpeppen. Die Kosten sind mit 1,28% angegeben, das sind Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten. Der Fonds scheint allerdings ein Dachfonds zu sein, sprich, da kommt noch eine weitere Ebene Kosten dazu. Und dann steckt alles in einem Versicherungsmantel, an dem die Allianz sich ein Stückchen abschneidet.

    Die Allianz-Aktie ist in den letzten Jahren unglaublich abgegangen. Irgendwoher wird das wohl kommen. :)

    Was mich auf den ersten Blick „positiv“ stimmt ist, dass (Stand heute) der Fond seit einem Jahr 15,2% +, seit drei Jahren 56,6%+ und seit fünf Jahren 72,8%+ erreicht (Quelle finanzen.net).

    Ich kann aber auch nicht beurteilen, wie gut oder schlecht das im Vergleich zu anderen Fonds ist.

    Was ist eure Meinung dazu? Was soll ich machen?

    Erstmal Tabellen bauen. :)

    Bei ersten Drüberschauen hat es den Anschein, daß die Sparphase zumindest tolerabel ist. Der Fonds läuft wohl nicht schlecht, die Kosten für den Versicherungsmantel sind halt der Mühlstein, der Dir um den Hals hängt, wogegen Du wohl nichts machen kannst.

    Die Entsparphase scheint wie üblich unterirdisch zu sein. Da sind Rentenfaktoren von 19,89 und 22,65 angegeben. Heißt: Das dann angesammelte Kapital kommt ohne jeden Kapitalertrag in 29 oder 33 Jahren zurück. Du müßtest also 100 werden, um überhaupt nur das angesammelte Kapital zurückbezahlt zu bekommen. Immerhin besteht wohl ein Kapitalwahlrecht, das ich in jedem Fall nutzen würde, und zwar deswegen, weil ich als Aktionär nicht einsehe, daß mein Geld im Ruhestand, das vermutlich 20 oder 25 Jahre reichen soll, in dieser Zeit komplett niedrigverzinslich angelegt sein soll.

    Meine aktuelle Tendenz ist es, den Arbeitnehmeranteil still zu legen, wenn mein Arbeitgeber mitmacht.

    So weit bin ich noch nicht.

    Zu kündigen bereitet mir aktuell etwas Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, welche Kosten auf mich zukommen würden. Was passiert mit den Arbeitgeberanteil? Ist der weg oder könnte man den auszahlen lassen?

    Die nachgelagerte Besteuerung macht eine Menge aus. Du zahlst jetzt die Steuer und manche Beiträge nicht, die Du bei Auszahlung der Beträge zahlen müßtest. Dieses Geld bleibt erstmal beim Kapital und vermehrt sich mit. Wenn Du Dir alternativ das Geld auszahlen lassen würdest (angenommen, Dein Arbeitgeber macht dabei mit) würdest Du für eine Vergleichbarkeit dieses Geld nicht konsumieren, sondern privat anlegen. Du mußt also die Anlage im Versicherungsmantel vergleichen mit Deiner Privatanlage. Aus dem Bauch heraus schneidet diese bAV dabei nicht einmal so schlecht ab.

    Oder doch weiter laufen lassen mit oder ohne Dynamik?

    Nachrechnen. :)

    Nimm Dir mal einen Nachmittag Zeit dazu.

  • PS: Während ich das geschrieben habe, ist der Thread ziemlich weitergegangen. Du verdienst gerade mal 2500 € brutto im Monat? Das ist grob gesagt die Hälfte des aktuellen Durchschnittseinkommens in Deutschland. Bist Du Dir wirklich sicher, daß Du eine so hohe bAV dauerhaft tragen willst und kannst - zumal noch mit einer deutlichen Dynamik? Mag sein, daß Deine Kosten aktuell niedrig sind, aber vielleicht willst Du in der Zukunft auch mal etwas komfortabler leben - oder gar eine Familie gründen. Auch ist der oben genannte Steuereffekt natürlich bei niedrigem Einkommen gering.

    Wie gesagt: Ich würde mir das sauber durchrechnen.

  • Zum 1.2.2025 hast Du einen neuen, zusätzlichen Vertrag "herausverhandelt", den der Arbeitgeber komplett bezahlt.

    Ob das wirklich stimmt, weißt Du noch nicht, das wirst Du erst über die Abrechnung erfahren.

    Weißt Du denn, was Du an dieser Arbeitsstelle verdienst - oder läßt Du Dich diesbezüglich auch immer erst von der Lohnabrechnung überraschen?

    Ich habe mich wohl unglücklich bzw. falsch ausgedrückt. Der zweite Vertrag ist laut Allianz App arbeitgeberfinanzert, also auch die Dynamik.

    Im ersten Vertrag ist sie mischfinanziert und ich trage die Dynamik.

    Danke nochmal für das herausstellen dieser Information. Mir ist nicht bewusst, dass dadurch der AG-Anteil immer weiter sinken wird, obwohl es ja total klar ist.

    Zu den Rest werde ich mir ggfs. nochmal äußern und dein Impuls zum Nachrechnen werde ich aufnehmen. Muss mir erstmal informieren wie und was ich rechnen muss.


    PS: Während ich das geschrieben habe, ist der Thread ziemlich weitergegangen. Du verdienst gerade mal 2500 € brutto im Monat? Das ist grob gesagt die Hälfte des aktuellen Durchschnittseinkommens in Deutschland. Bist Du Dir wirklich sicher, daß Du eine so hohe bAV dauerhaft tragen willst und kannst - zumal noch mit einer deutlichen Dynamik? Mag sein, daß Deine Kosten aktuell niedrig sind, aber vielleicht willst Du in der Zukunft auch mal etwas komfortabler leben - oder gar eine Familie gründen. Auch ist der oben genannte Steuereffekt natürlich bei niedrigem Einkommen gering.

    Wie gesagt: Ich würde mir das sauber durchrechnen.

    Das gibt mir erstmal das Gefühl, dass ich die Dynamik abschaffen werde, gerade weil ich dadurch natürlich auch weniger Lohn bekomme und irgendwann höhere Kosten haben werde.

  • PS: Während ich das geschrieben habe, ist der Thread ziemlich weitergegangen. Du verdienst gerade mal 2500 € brutto im Monat? Das ist grob gesagt die Hälfte des aktuellen Durchschnittseinkommens in Deutschland. Bist Du Dir wirklich sicher, daß Du eine so hohe bAV dauerhaft tragen willst und kannst - zumal noch mit einer deutlichen Dynamik? Mag sein, daß Deine Kosten aktuell niedrig sind, aber vielleicht willst Du in der Zukunft auch mal etwas komfortabler leben - oder gar eine Familie gründen. Auch ist der oben

    Exakt. Ich frage jetzt mal ganz ketzerisch: wie viel netto hast du im Monat zur Verfügung?

    Wie viel davon bezahlst du in diese zwei Versicherungen?

    Überlege mal.

  • Die letzten drei Monate gab es weniger Netto, da durch die bAV gewisse Jahresgrenzen überschritten wurden. (Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern).

    Du meinst für die beiden Versicherungen nur die beiden bAVs und nicht meinen anderen Thread, oder?

    Ich habe für meinen ursprünglich Betrag von 200€ 120€ weniger Netto mal errechnet.

    Mit der anderen Geschichte von 100€ bin ich nachher bei Gesamtkosten von fast 30% meines Nettoeinkomms.

    Alles ohne Gewähr und Richtigkeit.


    Achja und sehr wichtiger Faktor!

    Ich weiß auch nicht ob ich die nächsten 5-10 Jahre weiterhin beim AG sein werde.

    Das macht das ja auch alles so schwierig zu beurteilen.

    Evlt. übernimmt der neue AG den Vertrag oder nicht zu den gleichen Konditionen.

    Deswegen war meine Aussage Richtung eventuell AN-Anteil stillegen.

    Und wenn ihr euch jetzt fragt, wieso ich das nicht vor dem Abschluss beachtet habe, weil ich mich nicht ordentlich informiert habe, dass man den Vertrag nicht so einfach mitnehmen kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Kenneth (10. Januar 2026 um 15:52)

  • Die letzten drei Monate gab es weniger Netto, da durch die bAV gewisse Jahresgrenzen überschritten wurden. (Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern).

    Seit ich berufstätig bin, übertrage ich die Zahlen auf meinem Lohnzettel in eine Exceltabelle. In vielen Monaten bleibt das Gehalt gleich, da geht das schnell, weil ich einfach nur zu kopieren brauche. Das heißt dann aber auch: Ich weiß, wenn sich was geändert hat, was sich geändert hat.

    Du meinst für die beiden Versicherungen nur die beiden bAVs und nicht meinen anderen Thread, oder?

    Neben den beiden (angesichts Deines Gehalts in meinen Augen bereits überdimensionierten) bAVs hast Du Dir auch noch eine private Rentenversicherung aufschwatzen lassen. Du bist wahrlich ein LeO!

    Ich habe für meinen ursprünglich Betrag von 200€ 120€ weniger Netto mal errechnet.

    Mit der anderen Geschichte von 100€ bin ich nachher bei Gesamtkosten von fast 30% meines Nettoeinkommens.

    Du tust was fürs Alter! Hast Du auch noch genügend Geld zum Leben?

    Ich weiß auch nicht ob ich die nächsten 5-10 Jahre weiterhin beim [gleichen] AG sein werde.

    Das macht das ja auch alles so schwierig zu beurteilen.

    Evlt. übernimmt der neue AG den Vertrag oder nicht zu den gleichen Konditionen.

    Jetzt bist Du erstmal bei diesem Arbeitgeber. Und jetzt ist Wochenende, da hast Du Zeit, Dir selbst Deine Zahlen mal zusammenzuschreiben.

    Der Mindestlohn beträgt 2026 13,90 €/h. Ein typischer Arbeitsmonat hat 176 h, der Mindest-Monatslohn beträgt somit etwa 2450 €.

    Ich habe zu schnell geantwortet, diese wesentliche Info, nämlich daß Du so wenig verdienst, hat bei Deinem Eingangsposting gefehlt. Ich glaube nicht, daß Du von einem Lohn dieser Größenordnung dauerhaft 30% des Nettolohns in die Altersversorgung stecken kannst (und solltest).

  • Ich glaube nicht, daß Du von einem Lohn dieser Größenordnung dauerhaft 30% des Nettolohns in die Altersversorgung stecken kannst (und solltest).

    Richtig.
    Ich würde hier im Zweifelsfall die gnadenlose Notbremse ziehen.

    Dann mit 10 % vom Netto einen ETF-Sparplan anfangen und den jährlich in der Höhe anpassen.

  • Entschuldigt, dass ich mein Lohn nicht zu Beginn erwähnt habe. Ich wusste nicht, dass das so wichtig ist.

    Andererseits geht es mir darum zu wissen, ob das Produkt (bAV)"gut" ist. Das ist überdimensioniert sein könnte für mein Lohnniveau kann ich verstehen, aber wäre ja, wenn das Produkt gut ist, erstmal kein Halsbruch(?) Das Lohnniveau (Brutto) könnte sich ja in Zukunft verbessern, was das Verhältnis passender machen würde.

    Seit ich berufstätig bin, übertrage ich die Zahlen auf meinem Lohnzettel in eine Exceltabelle. In vielen Monaten bleibt das Gehalt gleich, da geht das schnell, weil ich einfach nur zu kopieren brauche. Das heißt dann aber auch: Ich weiß, wenn sich was geändert hat, was sich geändert hat.

    Werde ich als Inspiration mitnehmen!

    Neben den beiden (angesichts Deines Gehalts in meinen Augen bereits überdimensionierten) bAVs hast Du Dir auch noch eine private Rentenversicherung aufschwatzen lassen. Du bist wahrlich ein LeO!

    Am Ende mein Leben meine Schuld, aber niemand, sei es der von der TeCis, von der Allianz oder mein Chef (auch wenn es den egal sein kann, aber wir haben ein gutes Verhältnis und ich glaube ihm, wenn er mir sagt, dass er nur mein bestes möchte. Natürlich aus seiner Sicht und Prägung) hat mir keiner gesagt, dass die bAV überdimensioniert ist gegenüber mein Lohnniveau . Natürlich erwarte ich das nicht von meinen Chef, aber zum damaligen Zeitpunkt von Vertreter, auch wenn das wohl Naiv war.

    Du tust was fürs Alter! Hast Du auch noch genügend Geld zum Leben?

    Ja, habe ich. Ich bin sparsam, vllt auch geizig, aber kann mir alles leisten, was ich möchte. Natürlich würde ich mir mehr leisten, wenn ich 1000€ Netto mehr hätte, aber ich bin nach der Arbeit und kleineren kostengünstigen Hobbys viel zuhause.

    Ich habe zu schnell geantwortet, diese wesentliche Info, nämlich daß Du so wenig verdienst, hat bei Deinem Eingangsposting gefehlt. Ich glaube nicht, daß Du von einem Lohn dieser Größenordnung dauerhaft 30% des Nettolohns in die Altersversorgung stecken kannst (und solltest).

    Richtig.
    Ich würde hier im Zweifelsfall die gnadenlose Notbremse ziehen.

    Dann mit 10 % vom Netto einen ETF-Sparplan anfangen und den jährlich in der Höhe anpassen.

    Deswegen würde ich sagen, dass ich als erstes meine private Rentenversicherung kündige und die gewonnen 100€ in einen ETF-Sparplan packe.

    Des Weiteren die Überlegung den AN-Anteil der bAV zu streichen, womit ich ca. 120-130€ mehr Netto hätte (ggfs. auch in den ETF-Sparplan), aber weiterhin die 300€+ (Dynamik) vom Arbeitgeber in die bAV investiere, da die beiden Verträge jetzt eh existieren.

  • Frag doch mal deinen Arbeitgeber ob er dir das Geld nicht direkt Brutto überweist und du dich selber ohne diese teuren Verträge um deinen Vermögensaufbau kümmerst.

    Das Dingen ist so ein richtig schönes Beispiel zum armsparen.

    Kannst ja mal ein bisschen mit und ohne Kosten rechnen.

    Fondsrechner zum Fondssparen

    Aber jeder wie er mag.



    Den Blogbeitrag schon gelesen?

    bAV - Betrübliche Altersversorgung - Prof. Dr. Hartmut Walz

  • Nach Rücksprache mit meinem Chef, weiteren Recherchen und meinem Bauchgefühl habe ich mich dafür entschieden, dass ich den Arbeitnehmeranteil auf 0% reduziere (stilllege) und mein Chef ist weiterhin bereit den AG-Anteil mit Dynamik weiterzuzahlen.

    Das gewonnene Nettoeinkommen kommt dann in ein ETF.

    Danke für eure Hilfe!

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