Ein KISS von Irving – Zielpfad: 5 auf 20 Mio €

  • An alle, die sich sachlich, freundlich und konstruktiv beteiligen und mir auch positives Feedback (teils per PN) zukommen lassen: Vielen Dank dafür.
    Gerne werde ich (sofern Interesse bestht) weiterhin regelmäßig über Themen berichten, die mich beschäftigen und die ich für relevant halte. :)

    Leider haben sich gestern vereinzelt Beiträge in eine polemische Richtung entwickelt. Wie bereits im Ausgangsthread erwähnt, gehe ich darauf nicht ein. Um den Lesefluss für mich übersichtlich zu halten, mache ich in solchen Fällen von der Blockierfunktion Gebrauch. Dadurch kann ich die Beiträge dieser User künftig leider nicht mehr lesen. Das richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Personen selbst. Mir ist bewusst, dass es manchen schwerfällt, nicht zu reagieren. In diesem Forum sind viele Selbstentscheider unterwegs, die mit großem Engagement und viel Arbeit (teilweise) komplexe Systeme zur Vermögensverwaltung aufgebaut haben. Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Abwehrhaltung gegenüber jemandem, der einen eher simplen Ansatz propagiert, nachvollziehbar.

    Gleichzeitig möchte ich betonen, dasss ich hier ausschließlich unsere eigene Herangehensweise und persönliche Überlegungen teile. Diese stellen kein allgemeingültiges Konzept dar und sollen weder bewerten noch einschränken, wie andere ihre Anlagestrategie gestalten.

    Selbstverständlich steht es jedem, der meine Meinung nicht aushält frei, den Thread zu deabonnieren, mich zu blockieren oder auch einen eigenen Thread mit anderen Ansätzen und Ideen zu eröffnen.;)

    Ansonsten freue ich mich weiterhin auf sachliche Beiträge und Fragen. Ebenso gern auf Hinweise zu interessanten Büchern oder Interviews.

  • Hallo Irving

    erstmal vielen Dank für deine Meinung und Offenheit.

    Das Vermögen stammt überwiegend aus meiner unternehmerischen Tätigkeit

    Hier schriebst du erst im letzten Jahr über dein Vermögen.

    Grob überschlagen waren das etwa 1,5 Mio €. Hast du es wirklich geschafft in ein paar Monaten dein Vermögen zu verdreifachen?

    Oder wenn plötzlich ein weniger finanzaffiner Partner oder Erben übernehmen müssen.

    Genau darüber habe ich mir neulich auch viele Gedanken gemacht. Führte sogar zu Schlafstörungen, weil meine Frau mit der Komplexität nicht zurechtkommen würde. Insofern ist dein Beitrag wirklich schön zu lesen. Mal schauen, vielleicht werden wir auch irgendwann steuerschädlich zugunsten von KISS umstrukturieren.

    Ihr habt doch bestimmt auch ein Kinderdepot für eure Kinder? Hast du nicht drüber nachgedacht dein Vermögen teilweise an sie zu übertragen anstatt steuerschädlich umzuschichten? Also den Vanguard übertragen und dann verkaufen. Kinder haben doch viel größere Freibeträge.

    Ich hätte allerdings auch Bedenken vor dem operativen Risiko auf Fondsebene (Verschmelzung, Schließung, Pleite des Anbieters, technische Probleme). Viele Anleger bevorzugen es auf verschiedene Fondsgesellschaften zu streuen.

    Auch Hartmut Walz empfiehlt alle 100k€ einen neuen ETF zu wählen. Dazu werde ich mal einen eigenen Thread machen. Habt ihr also kein ungutes Gefühl alles einer Fondsgesellschaft anzuvertrauen?

  • Grob überschlagen waren das etwa 1,5 Mio €. Hast du es wirklich geschafft in ein paar Monaten dein Vermögen zu verdreifachen?

    Der Großteil meines Vermögens war im Unternehmen gebunden. Ich habe meinen Anteil letztes Jahr fast alles verkauft. Das kam ziemlich plötzlich und war so nicht geplant. Kurz gesagt: Eine Diagnose hat unser Leben praktisch über Nacht auf den Kopf gestellt.

    Zitat von csh

    Führte sogar zu Schlafstörungen, weil meine Frau mit der Komplexität nicht zurechtkommen würde. Insofern ist dein Beitrag wirklich schön zu lesen. Mal schauen, vielleicht werden wir auch irgendwann steuerschädlich zugunsten von KISS umstrukturieren.

    Ich kann das wirklich nachvollziehen. Ich bin mit meiner Frau damals jeden Tag vor dem Laptop gesessen und habe versucht zu erklären was man wann machen muss. Immer mit dem Gedanken im Hintergrund ,,Was, wenn ich dieses Jahr nicht überlebe?". Wenn man lange in der Materie ist, vergisst man schnell wie weit unten man anfangen muss mit dem Erklären. Wenn dann nach 2 Stunden Erklären die Frage kommt ,,Und wo kann man diese ETFs auszahlen?", kommt man schnell an seine Grenzen und erkennt, dass es so nicht geht. Dabei mache ich meiner Frau keinen Vorwurf. Abgesehen vom Thema Finanzen, ist sie in fast allen Bereichen intelligenter und weitsichtiger als ich. Und ich hätte das Thema auch schon viel früher angehen sollen. Ich habe dann einfach gemerkt, dass es einfach sein muss. Maximal einfach.

    Zitat von csh

    Ihr habt doch bestimmt auch ein Kinderdepot für eure Kinder? Hast du nicht drüber nachgedacht dein Vermögen teilweise an sie zu übertragen anstatt steuerschädlich umzuschichten? Also den Vanguard übertragen und dann verkaufen. Kinder haben doch viel größere Freibeträge.

    Bei den Kindern finde ich es nach wie vor problematisch den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Wann macht man so einen Übertrag am besten? Wenn man einem Kind z.B. einen sechs- oder siebenstelligen Betrag überträgt, kann so etwas die Wertschätzung eines ersten (kleinen), selbst verdienten Gehalts auch entwerten. Ich bin ehrlich gesagt bei dem Thema noch ziemlich unsicher.

  • KI-Antwort?

    Ich habe meine ursprüngliche Antwort, die mir zu lang war, von KI kondensieren lassen.

    Zu Risikoprämie bei Small Caps gibt es nicht nur Fama und French. Es gibt u.a. auch gute Videos von Finanztip und Finanzfluss, die auch wissenschaftlich unterlegen, dass es diese Zusatzrendite eben nicht immer gibt.

    Letztlich wird es erst die Zukunft zeigen. Ich persönlich glaube nicht, dass die Wissenschaft oder eine mathematische Formel Vorhersagen kann, ob ein FTSE AW, ACWI ImI oder Kommer ETF in 20 Jahren besser abgeschnitten haben wird. Aus meiner Perspektive sind alle drei gute Optionen. Mir persönlich wären, auch wenn ich ebenfalls die letzten Jahre viel in meinem Portfolio vereinfacht habe, die aufgelaufenen Gewinne und Steuerstundungseffekte zu hoch, um jetzt auf eine 1 ETF Lösung umzusteigen. das muss aber natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann die Argumente zur Vereinfachung nachvollziehen aber für mich würden andere überwiegen. Und bei dem zumindest bisher anscheinend sehr hohen Gestaltungsdrang von Irving, wird es für ihn vielleicht auch gar nicht so einfach das wirklich durchzuziehen.

  • csh Noch zum Thema: Sollte man auf mehrere Fondsgesellschaften aufteilen? Ich denke, dass das Risiko bei einem irischen UCITS-Fonds extrem gering ist und für mich in keinem Verhältnis zu den Vorteilen von KISS steht. Die Kombination aus deutschem Indexanbieter (Solactive), einem der größten Finanzdienstleister Europas mit Wurzeln in 1836 (L&G), einer deutschen Vermögensverwaltung, UCITS und Irland gibt mir diesbezüglich ein gutes Gefühl. Oder anders ausgedrückt: Wenn das nicht mehr funktioniert, was dann?

    Probleme lassen sich natürlich nie vollständig ausschließen, aber da wir auf steuerliche Aspekte keinen besonderen Wert legen, sehe ich hier keine.

  • An alle, die […] mir auch positives Feedback (teils per PN) zukommen lassen:

    Für Dich positive Dinge zu benennen, die von den Lesern logischerweise nicht nachvollzogen werden können, scheinen Deine Spezialität zu sein, hm?

    Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Abwehrhaltung gegenüber jemandem, der einen eher simplen Ansatz propagiert, nachvollziehbar.

    Junge, mach‘ Dich doch nicht lächerlich und nimm‘ Dich nicht wichtiger als Du bist. Einen simplen 1-ETF-Plan zu propagieren und für ein möglichst einfaches Depot zu plädieren, ist nun wahrlich kein Alleinstellungsmerkmal - gerade nicht hier in diesem Forum. Und Deine Darstellung, dass Du das mit einem 5-Mio-Depot so machst - ja, mei. Das kann man glauben oder nicht, ins Internet schreiben kann man viel. Das kann stimmen; genausogut kannst Du aber auch 5.000 Euro oder 50 Mio. im Depot haben. Niemand weiß es - und das ist auch gut so.

    Was eine Abwehrhaltung auslöst, ist der Umstand, dass Du es immer so darstellst, als sei Deine Meinung mit den höchsten wissenschaftlichen Weihen begründet und daher unumstößlich richtig … einer Überprüfung halten Deine angeblich so wissenschaftlichen Erkenntnisse aber nicht stand.

  • … mache ich in solchen Fällen von der Blockierfunktion Gebrauch. Dadurch kann ich die Beiträge dieser User künftig leider nicht mehr lesen.

    Das macht es dann auch einfacher, sich selbst gegenüber die Überzeugung von der eigenen Überlegenheit aufrechtzuhalten, und man kann sich einem Austausch von Argumenten entziehen, den man verlieren würde …

  • Samsatag 7.2.26 um 10 Uhr

    Lieber Forumsfreund Irving

    erst einmal ein großes Kompliment für Deine Wandlung hier im Forum.

    Dass Du enormes Fachwissen hast und sehr analytisch denkst, habe ich hier schon immer an Dir geschätzt und nicht zuletzt haben Deine sachlichen Infos selbst bei mir "altem Hasen" noch eine Änderung der Anlagestrategie bewirkt.

    Lediglich die Art Deiner Kommunikation war für mich und einige andere Forumsfreund hier immer sehr gewöhnungsbedürftig.

    Auch auf Grund Deiner Beiträge hier, habe ich mich auch nach und nach von Einzelaktien getrennt und in ETFs umgeschichte. Trotz der hohen Steuer die nun mal nach vielen Jahren und Jahrzehnten auf die Kursgewinne anfällt.

    Der Unterschied bei mir ist lediglich, dass ich bei den Aktien wie auch bei den ETFs verstärkt auf die Ausschüttung Wert lege.

    Das hat lediglich den Vorteil, dass die Ausschüttungen regelmäßig automatisch versteuert aufs Konto kommen, dazu noch ständig steigen und die Wertentwicklung, also die Kurse immer weniger wichtig wird.

    Bei diesem Punkt haben wir eine unterschiedliche Strategie.

    Und natürlich noch bei einem anderen Punkt, der bei einem Urschwaben wie bei mir in den Genen steckt. Der Schwabe wohnt im eigenen Haus oder zumindest in der eigenen Wohnung. Du kennst ja vielleicht das Lebensmotto hierzulande: "Schaffa Spara - Häusle baue...."

    Du hast natürlich völlig recht, dass bei reiner mathematischer Berechnung, Mieten am Ende günstiger ist, als viel Geld - oft 7stellig - in ein eigenes Haus zu investieren.

    Man kann aber Lebensqualität nicht berechnen.

    Für mich ist nun mal ein Eigenheim mit Garten und obligatorischer Garage in dem man gestalten kann wie man will etwas anderes ist, also eine Mietwohnung.

    Wenn ich Dir dann noch erzähle dass es (außer mir) noch viele Menschen gibt, die sich sogar eine eigene Ferienimmobilie kaufen, dann reicht ein einfacher 3-Satz um auszurechnen, dass das natürlich mathematisch unsinnig ist.

    Dennoch freue ich mich jedesmal wenn ich nur mit Handgepäck und wann immer ich will unangemeldet ins eigene Ferienhäusle aufbrechen kann. Selbst an Ostern oder Pfingen und vermutlich sogar auch nächste Woche.

    Dann bringst Du auch noch so Details wie den PKW ins Spiel.

    Auch da weiß natürlich jeder Mensch, dass man in einem Klein- oder Mittelklassewagen genauso ans Ziel kommt wie mit einem Auto aus den Fabriken in meiner Stuttgarter Nachbarschaft von Daimler oder Porsche für die man locker 100 oder auch 200.000 Euro ausgeben kann. Dennoch gibt es Menschen die daran Spass haben und nicht die entgangene Rendite ausrechnen.

    Und auch eine 30-Euro Uhr von Tchibo zeigt natürlich dieselbe Zeit an wie eine 30.000 Euro Uhr von Rolex oder Hublot. Das sind Entscheidungen bei denen geht es nicht um Renditerechnung.

    Ich habe als Schwabe auch lange gebraucht bis ich mir manche unnötigen Dinge geleistet habe, für die ich auch noch mehr Aktien hätte kaufen können.

    Ab einem bestimmten Lebensabschnitt steigert sich jedoch die Freude über noch größeres Vermögen oder noch höhere Kapitalerträge nicht mehr in dem Maße.

    Wenn man dann noch die Schlagzeilen mit der Erbschaftssteuerdiskussion liest, dann bestärkt zumindest mich das in der Meinung:

    Nicht immer nur auf die Vermögensvermehrung achten sondern irgendwann auch mal ausgeben, vor allem dann solange bei einem "noch alles fujnktioniert..."

    Ich vermute mal dass ich in Deinem Lebensabschnitt diese Erkenntnis auch noch nicht hatte....

    Vielen Dank für Deine persönlichen Einblicke in Dein Leben.

    Der Forumsfreund McProfit

  • ...

    Zu Risikoprämie bei Small Caps gibt es nicht nur Fama und French. Es gibt u.a. auch gute Videos von Finanztip und Finanzfluss, die auch wissenschaftlich unterlegen, dass es diese Zusatzrendite eben nicht immer gibt.

    Ja, das ist so. Man nennt das "Risiko". Und Risiken müssen sich eben von Zeit zu Zeit verwirklichen, sonst sind es keine Risiken.

    Dieses Risiko ist es, für das man eine Rendite erwarten kann, natürlich nicht immer und zu jeder Zeit. Das nennt man Risikoprämie.

  • Eigentlich nicht. Uneigentlich ebenfalls nicht. Er bezog sich auf die finanzwissenschaftlich nicht korrekte Argumentation von Irving, der beide empirische Befunde - das Vorhandensein und das Nichtvorhandensein einer Faktorprämie - als empirische Beweise für die Existenz der Faktorprämie darstellte.

    Du schreibst Unsinn. Es liegt ja gerade in der Natur einer Faktorprämie, dass sie über lange Zeiträume nicht vorhanden ist. Sonst wäre es ja kein Risiko, und man könnte ganz einfach und sicher davon profitieren.

  • Du schreibst Unsinn.

    Nö.

    Es liegt ja gerade in der Natur einer Faktorprämie, dass sie über lange Zeiträume nicht vorhanden ist. Sonst wäre es ja kein Risiko, und man könnte ganz einfach und sicher davon profitieren.

    Da hast Du recht. Das ist zweifelsohne so. Als prominentes Beispiel könnte man das allgemeine Aktienmarktrisiko nennen; die Equity-Prämie gibt es auch nicht in allen Zeiträumen.

    Das (temporäre) Nicht-Vorhandensein einer Entität jedoch als Beweis für ihr Existenz zu benennen, wie es Irving getan hat, der für alles, was er schreibt, stets ein hohes Maß an Rationalität und Wissenschaftlichkeit behauptet, ist aber wissenschaftlicher Quatsch. Da sind wir fast schon eher bei Russels Teekanne …

  • McProfit

    Danke für deinen netten Beitrag.

    Beim Thema Eigenheim sehe ich das teilweise ähnlich. Nicht jede Rendite muss finanziell sein und wer im Eigenheim mehr Lebensqualität sieht, muss (oder sollte) das auch nicht in Euro umrechnen. Meine Kritik am Thema Immobilien richtet sich jedoch auf zwei andere Punkte:

    1. Die in diesem Land weit verbreitete Ansicht, dass Vermietungsimmobilien grundsätzlich eine sichere und rentable Anlageklasse seien, der Leverage-Effekt per se positiv wäre und man mit einer Wohnung oder einem Haus eigentlich wenig falsch machen könne, ist schlichtweg nicht haltbar. Ja, es gibt erfolgreiche Immobilieninvestoren. Du bist vermutlich ein gutes Beispiel. Die große Masse der privaten Vermieter verdient allerdings sehr schlecht und hat erhebliche Klumpenrisiken. Das zeigen nahezu alle Untersuchungen und Studien, die ohne Interessenskonflikt erstellt wurden. Deshalb wäre ich bei diesem Thema sehr vorsichtig, insbesondere wenn erhebliche Expertise fehlt.

    2. Leider sehen viele Eigenheimbesitzer nicht nur die Lebensqualität als „Rendite“, sondern glauben zusätzlich, dass das eigene Haus eine clevere und gute Kapitalanlage sei. Auch das wird durch Studien belegt: Finanzielle Aspekte stehen regelmäßig weit oben auf der Motivliste. Haltbar ist diese Denke allerdings nicht. Nimmt man den Sparzwang als Argument heraus und schaut auf die nackten Zahlen, sieht die Bilanz in den meisten Fällen ziemlich düster aus. Das war in den 10-15 Jahren vor 2022 nicht so. Davor allerdings eher die Regel, als die Ausnahme. Auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen.

    Beim Thema Dividendenfokus liegen wir übrigens nicht so weit auseinander, wie du vielleicht denkst. Ich trenne hier mehrere Aspekte und ich finde, jeder sollte wählen, was für ihn passt:

    1. Die nackten Zahlen:
    Ein Fokus auf Dividenden kostet Rendite und senkt das Risiko nicht. Das ist Fakt und wird durch die Daten von MSCI belegt.

    2. Value-Tilt:
    Ein Dividendenfokus bringt häufig einen leicten Value-Tilt mit sich. Das ist grundsätzlich positiv für ein Portfolio.

    3. Verhalten und Emotionen:
    Ein Dividendenfokus kann erhebliche emotionale Vorteile haben, weil manche Anleger eher „bei der Stange bleiben“, wenn sie sich auf Ausschüttungen statt auf Kursschwankungen konzentrieren.

    4. Nachlassplanung:
    Ein Dividendenfokus kann für Hinterbliebene vorteilhaft sein, weil „gib die Ausschüttungen aus und lass den Rest liegen“ deutlich einfacher zu handhaben ist als Verkäufe, Rebalancing und der tägliche Blick auf ein großes Vermögen, das ständig hoch und runter schwankt.

    Thema Konsum: Das sehe ich ähnlich wie du. Konsum, der Freude bringt und Lebensqualität schafft, ist grundsätzlich guter Konsum. Geld ist kein Selbstzweck. Jeder setzt hier andere Schwerpunkte und hat eigene Irrationalitäten. Der eine kauft sich viele Autos, der andere geht auf Reisen. Wieder ein anderer spendet sein Geld. Das soll jeder machen wie er will. Und das ist auch gut so. Woher sollen sonst die Gewinne der Aktiengesellschaften und damit letztlich unserer Fonds kommen?;)

  • ...

    Beim Thema Eigenheim sehe ich das teilweise ähnlich. Nicht jede Rendite muss finanziell sein...

    Doch, muss sie! Andernfalls hätte man auch von übermäßigem Alkohol- und Tabakkonsum Rendite.

    Wer Investieren und Konsum nicht trennt, der hat etwas grundlegendes nicht verstanden.


    ...

    3. Verhalten und Emotionen:
    Ein Dividendenfokus kann erhebliche emotionale Vorteile haben, weil manche Anleger eher „bei der Stange bleiben“, wenn sie sich auf Ausschüttungen statt auf Kursschwankungen konzentrieren.

    Ehrlich gesagt bekomme ich langsam Pickeln, wenn jemand meint, Emotionen hätten bei der Geldanlage Vorteile. Emotionen sind ganz klar der Grund, warum Privatanleger in der Regeln eine erbärmliche Rendite einfahren.

    Und der Umstand, dass man bei der Stange bleibt, kann sich genauso nachteilig auswirken, weil der Unsinn, den man fabriziert hat, einfach nicht erkannt wird und Risiken gefahren werden, die einen ganz schnell in die Privatinsolvenz treiben können.

    Der durchschnittliche kleine Immobilienbesitzer ist ein gutes Beispiel dafür. Da sparen sich Leute, das Haus vom Mund ab. Ein kleiner Fehler, ein Schaden, eine Fehlentscheidung, und das war`s dann.

  • Wenn man einem Kind z.B. einen sechs- oder siebenstelligen Betrag überträgt, kann so etwas die Wertschätzung eines ersten (kleinen), selbst verdienten Gehalts auch entwerten. Ich bin ehrlich gesagt bei dem Thema noch ziemlich unsicher.

    Ja, kann ich nachvollziehen. Mein Junior war 24 als er das Depot seiner Großeltern vererbt bekam. Da hatte er aber bereits schon mal eigenes Geld verdient, weil er vor dem Studium eine Ausbildung absolviert hat.

    Keiner weiß, ob die Motivation 100 Euro von der Ausbildungsvergütung zu sparen so groß gewesen wäre, wenn er damals schon ein 6-stelliges Depot mit Dividenden gehabt hätte und auch ob die Versuchung eines PS-starken Autos nicht gewonnen hätte. So hat er finanziell klein angefangen und fährt selbst heute noch lieber geldbeutelschonend meinen 12 Jahre alten Zweitwagen. ;)

    Das Depot spart er tatsächlich weiter an und hat noch kein Geld für den Konsum abgezogen. Ich könnte nun sagen, ich habe bei der finanziellen Erziehung alles richtig gemacht, wahrscheinlich hatte ich aber nur Glück. :)

    Ich glaube tatsächlich, dass es vorteilhaft ist, wenn das Poser-Alter der jungen Männer schon etwas abgeflaut ist, bis sie in Kontakt mit viel Geld kommen. Wenn er 15 oder 16 Jahre alt gewesen wäre, hätte ich meine Eltern wahrscheinlich nicht überredet, das Depot direkt ihrem Enkel zu vermachen.

  • Doch, muss sie! Andernfalls hätte man auch von übermäßigem Alkohol- und Tabakkonsum Rendite.

    Übermäßiger Alkohol und Tabakkonsum vielleicht nicht, aber die ,,emotionale Rendite" von einer Flasche Rotwein mit seiner Frau oder einer Kiste Bier mit ein paar Kumpels würde ich höher ansetzten, als 7% p.a. auf 15 Euro.

    Zitat von Schwachzocker

    Ehrlich gesagt bekomme ich langsam Pickeln, wenn jemand meint, Emotionen hätten bei der Geldanlage Vorteile. Emotionen sind ganz klar der Grund, warum Privatanleger in der Regeln eine erbärmliche Rendite einfahren.

    Wir sind alle sehr menschlich und Emotionen gehören zu uns, ob wir wollen oder nicht. Du und ich haben (vielleicht) die notwendige Distanz beim Thema Volatilität. Die meisten haben sie nicht. Man muss den Anleger nehmen wie er ist und es ist m.M.n oft besser ein System zu etablieren, dass nur zu 90% gut ist, anstatt auf 100% abzuzielen und dann einen Scherbenhaufen zu riskieren. Ich denke viele können mit regelmäßigen Ausschüttungen mehr anfangen als mit anteiligen Verkäufen. Auch wenn es mathematisch keinen Sinn ergibt und am Ende Geld kostet. Oder anders ausgedrückt: Lieber den FTSE All-World High Dividend (Dist.) durch dick und dünn halten können, als den FTSE All-World (Acc.) in Panik zu verkaufen oder schlimmer . . .irgendwelche Garantie- oder Versicherungsprodukte zu kaufen.

  • Was den finanziellen Erfolg von Eigenheimen angeht, ist das oft eine Frage der Dimension. Wer sich bei der Finanzierung bis über die Halskrause verschuldet, geht ein enormes Risiko ein, dass irgendeine Störung in seinem Lebensplan ihn in die Pleite führt. Ob diese Störung jetzt Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Krankheit heißt ist dabei egal.

    Meinem Eindruck nach kaufen oder noch schlimmer bauen viele Leute zu groß und zu teuer gemessen an ihrem Einkommen. Wer sich bewusst ist, dass Kindern meist nur 18-20 Jahre zu Hause wohnen, sollte sich kein 200+ qm Haus zulegen für einen überschaubaren Zeitraum. Dass aber eines der Kinder vielleicht schon in wenigen Jahren das Haus verlassen wird, blendet man gerne aus.

  • Übermäßiger Alkohol und Tabakkonsum vielleicht nicht, aber die ,,emotionale Rendite" von einer Flasche Rotwein mit seiner Frau oder einer Kiste Bier mit ein paar Kumpels würde ich höher ansetzten, als 7% p.a. auf 15 Euro....

    Tja, ich würde es halt "Konsum" oder "dünkelhafte Bedürfnisbefriedigung" nennen und habe den Verdacht, dass die Bezeichnung "emotionale Rendite" das verdecken soll, was es eigentlich ist. Aber man kann dem Wunsch nach Konsum natürlich gern auch andere Namen geben, wenn man sich selbst belügen will.

    Dabei ist es das einfachste und normalste der Welt zu sagen: "Hey, ich habe mein Geld halt verkonsumiert. Was geht es eigentlich Schwachzocker an?"

    Aber nein...man denkt sich einen neuen Begriff aus: Emotionale Rendite


    Wir sind alle sehr menschlich und Emotionen gehören zu uns, ob wir wollen oder nicht.

    Ja, dass heißt aber nicht, dass ich ständig, jegliches Wissen und Fakten ausblenden muss. Täte ich das, könnte ich meinen Beruf nicht ausüben. Der Mensch ist sehr wohl in der Lage, bei wichtigen Entscheidungen abseits der Alltagshandlungen, rationale Entscheidungen zu treffen.

    ...

    Wir sind alle sehr menschlich und Emotionen gehören zu uns, ob wir wollen oder nicht. Du und ich haben (vielleicht) die notwendige Distanz beim Thema Volatilität. Die meisten haben sie nicht.

    Dann sollen die nicht kapitulieren, sondern sich das aneignenden. Dafür ist diese Forum ja da. Andernfalls kann man auch ein Forum mit der Bezeichnung "Wir-geben-uns-vollständig-unseren -Emotionen-hin-Forum" aufmachen.

    Als ich Fahrradfahren gelernt haben, habe ich ja auch nicht kapituliert und gesagt:

    "Mit Tretroller kann ich aber mehr anfangen."

    oder

    "Lieber weiter Tretroller fahren als zu riskieren, dass ich mit dem Fahrrad stürze."

    Ich verstehe wirklich nicht, wieso der Mensch ausgerechnet Geldanlage nicht lernen kann, aber Raketen konstruieren, das können sie lernen?

    Einfachheit ist in der Tendenz natürlich richtig. Deine Besessenheit davon, kommt mir aber schon etwas skurril vor.

    Meinst Du wirklich, dass ein Depot aus fünf ETFs für Erben einfach nicht zu verstehen und zu händeln ist? Ist es wirklich eine solch große Zumutung, dass man gegenüber den Erben ein schlechtes Gewissen haben muss?

    Mache Dir doch nichts vor: Wenn Atropos zur Schere greift, dann wird sich Deine Gattin mit dem Depot beschäftigen. Und dann wird sie es so gestalten, wie sie es für richtig hält. Und was der gute alte Irving wollte, wird nach 2 Monaten niemanden mehr interessieren. Und natürlich kann sie das auch. Oder ist sie geistig zurückgeblieben?