Einkapitalaufbau durch Geldmarkt ETF

  • Hallo :)

    Ich bin 26 Jahre alt und bespare über Flatex (Steuereinfach in Österreich) einen MSCI World und EM ETF zur Altersvorsorge. Parallel dazu, strebe ich eine selbstgenutzte kreditfinanzierte Wohnimmobilie an. Dass dies rational und Finanzmathematisch nicht die beste Idee ist, weiß ich, allerdings will ich beide Welten miteinander vereinen.

    Für mich stellt sich die Frage, ob ich mein Eigenkapital in Form eines Geldmarkt ETFs (bspw: iShares EUR Government Bond 0-3 Month UCITS ETF EUR (Acc) IE000JLXYKJ8) mit einer Monatlichen Sparrate aufbauen und demnach dem Tagesgeldkonto vorziehen soll.

    In Österreich gibt es die Möglichkeit durch eine Fondgebundene Lebensversicherung (bspw. über die ÖBV) ETFs abzubilden und nur die 4 % Versicherungssteuer und nicht die 27,5% KESt zu bezahlen und demnach Steuern zu sparen. Die Immobilie möchte ich in 7-10 Jahren kaufen (Ich benötige noch einige Zeit, um EK aufzubauen:)).

    Ich bin auf deine Ansicht gespannt :)


    Marius

  • Kater.Ka 26. Februar 2026 um 06:39

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hallo Marius,

    ich würde Zweikapitalaufbau wählen.

    Eine fondsgebundene Lebensversicherung ist natürlich Ironie an der Hit für das Ansparen einer Immobilienfinanzierung. Du hast kaum Provisionen, es geht fast keine Rendite für die Absicherung der Lebensversicherung drauf, die Abschlussgebühren werden nur auf die ersten vielleicht 7 Jahre verteilt. Vertraue deinem Bankberater unbesehen Ironie ende.

    Festgeld oder Tagesgeld würde ich dem Geldmarktfonds vorziehen.

  • Hallo Wentscher.

    Beim Tagesgeld müsste man halt alle paar Monate nach Alternativen suchen um den aktuellen Zins zu bekommen, da die Banken den aktuellen Zins nur für einige Monate als Neukundenwerbung an die Kunden weitergeben.

    Ein Geldmarkt ETF auf kurze Staatsanleihen höchster Bonität, würde dem entgegenwirken.

  • Ich würde Tagesgeld und Festgeld-Zinstreppe nutzen.

    GeldmarktETF nur wenn dein Broker sehr günstige Ordergebühren für Sparplan und Verkauf hat - oder du mit dem Tages/Festgeld über die Einlagensicherung kommst.

    Festgeld-Zinstreppe aufbauen wenn im Tagesgeld sich etwas Puffer angesammelt hat, um "gesicherte" gute Zinssätze zu haben. Ich würde da Zeitspannen von 1-3 Jahren Laufzeit jeweils nehmen.

    Da du den Plan konkret gefasst hast, wirst du das Eigenkapital zu der Zeit sicher benötigen. D.h. Festgelder würde ich bis kurz vorher machen/auslaufen lassen.

  • Bei deinem Zeitplan würde ich auf jeden Fall mit ETF beginnen.

    Wenn du dann mal zB 50tsd hast und ein Crash die halbiert, so what. Für 50k hättest eh keine Bude bekommen. Von daher: solange ETF, bis eine relevante Summe da ist, bspw 100k oder mehr. Dann raus und risikofrei weiter.

    Häuser gibt's immer wieder, ist wie Gebrauchtwagen. Da geht's nicht um das letzte jemals zu verkaufende Stück.

  • Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Plan👌 so vorausschauend für das Eigenheim zu agieren ist top! In Deutschland sind kapitalbildende Lebensversicherungen leider oftmals viel zu teuer und unflexibel. Würde ich persönlich nicht machen 🤨

    Für ETF sind mir ehrlich gesagt 7 Jahre (mal als kürzesten Zeitraum genommen) zu riskant. Entgegen der vorherigen Meinung sehe ich es absolut als einen Verlust an wenn bei der passenden Immobilie plötzlich -50% zu Buche stehen also bitte?! Wofür hat man sich jahrelang mühevoll einen abgespart .. 😄

    Ich wäre da echt voll rational:

    1. Wieviel Geld wird mich meine Traumimmobilie ca. Kosten?

    2. Wieviel EK will die Bank haben um es mir zu finanzieren?

    3. Die Antwort auf Frage 2 / 84 Monate

    4. Das Ergebnis auf Frage 3 als monatlichen Sparplan aufsetzen

    5. TG & FG-Treppe bauen:

    TG 1 Jahr besparen, z.B. 250€ x 12 = 3000€
    Sparsumm aus Jahr 1 für 6 Jahre fest anlegen
    Sparsumme aus Jahr 2 für 5 Jahre fest anlegen
    Sparsumme aus Jahr 3 für 4 Jahre fest anlegen
    ...

    Ansonsten einfach Verrechnungskonto auf TR oder Scalable nutzen zum Füllen des Spartopfs zu 2% unterjährig.

    Die FG-Angebote würde ich bei Raisin einfach heraussuchen wo "Risiko" und Ertrag anständig zueinander passen.

    VG

  • wenn bei der passenden Immobilie plötzlich -50% zu Buche stehen also bitte?! Wofür hat man sich jahrelang mühevoll einen abgespart .. 😄

    Boah ey... Wenn mit ETF bei einem Crash 50% Buchverluste im Depot stehen wird NATÜRLICH NICHT verkauft, sondern weiter gespart.

    Passende Immos finden sich immer wieder, no FOMO.

    Ist doch nicht so, dass du an Tag X dringend ne eigene Immobilie brauchst, koste es was es wolle. Ich würde nur in ETF sparen und allenfalls bei Erreichen der Zielsumme rausgehen. Außerdem kann beim ETF Sparen trotz Kursverfall die erreichte Summe immer noch höher sein als beim Sparbuch.

  • Boah ey... Wenn mit ETF bei einem Crash 50% Buchverluste im Depot stehen wird NATÜRLICH NICHT verkauft, sondern weiter gespart.

    Passende Immos finden sich immer wieder, no FOMO.

    Ist doch nicht so, dass du an Tag X dringend ne eigene Immobilie brauchst, koste es was es wolle. Ich würde nur in ETF sparen und allenfalls bei Erreichen der Zielsumme rausgehen. Außerdem kann beim ETF Sparen trotz Kursverfall die erreichte Summe immer noch höher sein als beim Sparbuch.

    Und wenn man z.B. eine eigene Immobilie sucht weil die Kinder langsam jeder ein eigenes Kinderzimmer brauchen und die Kurse halt mal JAHRE lang weit in Minus sind, dann warte ich mit der Immo halt bis die Kinder ausm Haus sind, oder wie? No FOMO

    Sorry, aber der Ansatz ist doch einfach Quatsch!

  • Ob man lieber auf Tagesgeld oder Geldmarkt ETF anspart hängt meiner Meinung nach primär davon ab wieviel Bock man auf Tagesgeldhopping hat und wie teuer die Spar/Ordergebühren für den Geldmarkt ETF beim jeweiligen Broker sind. Evtl. noch ob man Probleme mit der Einlagensicherung bekommt bzw. Geld auf mehrere Banken aufteilen muss.

    Wie andere bereits geschrieben haben, kann man in so einem Fall auch gut mit Festgeld arbeiten und versuchen dort noch einen höheren Zins als den EZB Einlagenzins zu bekommen.

  • Sorry, aber der Ansatz ist doch einfach Quatsch!

    Das ist nicht nur Quatsch, das ist in der beschriebenen Situation (7-10 Jahre Anlagehorizont) geradezu gefährlich dumm, da größere Teile in den Aktienmarkt zu packen!

    Nicht umsonst raten alle unabhängigen Berater und auch Finanztip nur Mittel in Aktien-ETFs zu packen, auf die man mindestens 10, besser 15 Jahre verzichten kann. Insbesondere wenn man die Mittel vollständig und auf den Punkt, z.B. für einen Immobilienkauf benötigt…

  • Wenn jemand auf den Punkt eine Immobilie kaufen muss, weil die Kinder genau dann ein eigenes Zimmer brauchen und sich dafür 7-10 Jahre arm spart ... dann sehe ich bei dieser Person noch ganz andere Probleme bei der Lebensplanung als Preisschwankungen bei ETFs.

  • ... dann sehe ich bei dieser Person noch ganz andere Probleme bei der Lebensplanung als Preisschwankungen bei ETFs.

    Ich bin zwar nicht der Beitragsersteller, aber solche Aussagen finde ich respektlos. Die Lebensplanung der Person kennst du überhaupt nicht und erlaubst dir aufgrund eines kleinen Einblicks (Planung für Immobilie) ein Urteil. Entgegen deiner Aussage finde ich hat er eine sehr solide, realistische Lebensplanung!

    Du magst es anders handhaben, und das darfst du. Der Beitragsersteller hat konkret den Zeitrahmen 7 - 10 Jahre angegeben, warum ist ihm überlassen. Weiterhin hat er bereits ein Aktiendepot und somit keine Probleme mit den Preisschwankungen. Das Problem der Preisschwankung ist, dass er das Kapital zwingend braucht. In Phasen wie nach der DotCom-Blase oder Finanzkrise möchtest du deinen Traum vom Eigenheim nicht um 5-10 Jahre verschieben, weil der Markt deutlich im Minus steht.

    Ich sehe es im Bekanntenkreis: Junge Familie mit 1 Kind, kleine Mietwohnung. Bei einem 2. Kind wäre ein Umzug in eine neue Wohnung oder der Erwerb eines entsprechenden Eigenheims fast Pflicht. Aufgrund vieler anderer Faktoren ist da nicht die Möglichkeit zu sagen: "Och, lass mal mit dem 2. Kind noch 8 Jahre warten, der Aktienmarkt steht gerade schlecht."

    Ich würde Tagesgeld und Festgeld-Zinstreppe nutzen.

    GeldmarktETF nur wenn dein Broker sehr günstige Ordergebühren für Sparplan und Verkauf hat - oder du mit dem Tages/Festgeld über die Einlagensicherung kommst.

    Festgeld-Zinstreppe aufbauen wenn im Tagesgeld sich etwas Puffer angesammelt hat, um "gesicherte" gute Zinssätze zu haben. Ich würde da Zeitspannen von 1-3 Jahren Laufzeit jeweils nehmen.

    Da du den Plan konkret gefasst hast, wirst du das Eigenkapital zu der Zeit sicher benötigen. D.h. Festgelder würde ich bis kurz vorher machen/auslaufen lassen.

    10 Jahre Anlagehorizont ist historisch gesehen eine kritische Grenze. Als Ergänzung zu meiner Idee von damals, habe ich auch schon öfters gelesen, dass manche einen Teil des notwendigen EKs mit der längsten Anlagedauert (hier: 10 Jahre) in einen Weltweit-gestreuten Aktien-ETF stecken. Den Rest den sie über die Zeit ansparen über Geldmarkt-ETF, Tagesgeld, Festgeld.

    Wenn der Zeitpunkt des Immobilienkaufs näher rückt schichten sie bereits einige Zeit vorher um.

    Problem dabei sehe ich: Der Zeitpunkt des Immobilienkaufs kommt meistens schneller als man plant. Das habe ich in meinem Verwandtschaftskreis gesehen und schreiben einige immer wieder in ihren Erfahrungsberichten.

    Da du bereits deine Altersvorsorge in einem breitgestreuten Portfolio ansparst, würde ich den Aufbau des EKs über Geldmarkt-ETF, Tagesgeld, Festgeld angehen.

  • Danke für die tolle Antwort!


    Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich wird mit Kapitalbindenden Lebensversicherungen viel Geld gemacht. Der Steuervorteil, bei dem bei der Lebensversicherung die 27,5% KESt wegfällt, lassen die sich teuer bezahlen. Der kommt auch erst nach Jahrzehnten zum Tragen. Ich für meinen Teil, habe mich für einen steuereinfachen Broker (Flatex Österreich) entschieden.


    Danke für die Idee der Sparratenausrechnung und der Veranlagung im Festgeld. So könnte ich das wirklich aufbauen.

    Mein Gedankenkonstrukt mit dem Geldmarkt ETF hält sich noch - muss mir das ganze noch überlegen.


    Danke :)

  • Boah ey... Wenn mit ETF bei einem Crash 50% Buchverluste im Depot stehen wird NATÜRLICH NICHT verkauft, sondern weiter gespart.

    Passende Immos finden sich immer wieder, no FOMO.

    Ist doch nicht so, dass du an Tag X dringend ne eigene Immobilie brauchst, koste es was es wolle. Ich würde nur in ETF sparen und allenfalls bei Erreichen der Zielsumme rausgehen. Außerdem kann beim ETF Sparen trotz Kursverfall die erreichte Summe immer noch höher sein als beim Sparbuch.

    Ja, stimmt. Sehr rational gedacht.

    Danke.

  • Ob man lieber auf Tagesgeld oder Geldmarkt ETF anspart hängt meiner Meinung nach primär davon ab wieviel Bock man auf Tagesgeldhopping hat und wie teuer die Spar/Ordergebühren für den Geldmarkt ETF beim jeweiligen Broker sind. Evtl. noch ob man Probleme mit der Einlagensicherung bekommt bzw. Geld auf mehrere Banken aufteilen muss.

    Wie andere bereits geschrieben haben, kann man in so einem Fall auch gut mit Festgeld arbeiten und versuchen dort noch einen höheren Zins als den EZB Einlagenzins zu bekommen.

    Danke für den Input.

    Soweit ich weiß, sind die Ordergebühren für einen ETF Sparplan bei Flatex die nicht steuereinfach sind, bei 1,50€ pro Ausführung... Da stellt sich mir die Frage, ob der höhere Zins zum Tagesgeld ausreichend rentabel ist, um umzusteigen.

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