11 % Dividende – seriöses Investment oder offensichtlicher Scam? (STRC erklärt)

  • Ein sprechender Esel will meine Kreditkartennummer. Klingt fair.

    Ich finde das Geschäftsmodell befremdlich. Jemand wettet das Bitcoin Wertsteigerungen von 12%+ erreicht und das macht er mit geliehenen Geld wovon er 11% dividende zahlt damit es ihm überhaupt wer leiht.

    Wenn die Wette aufgeht, wovon man ja ausgeht wenn man investiert, wäre es dann nicht ein Verlust in 11% upside zu investieren wenn ich auch 12%+ für die selbe Wette erhalte? Warum nicht all in Bitcoin? Wenn das ganze hier nicht funktioniert und das Konstrukt auf absehbare Zeit keinen oder sehr geringen Gewinn erzielen kann, hat man ein erhebliches Ausfallrisiko. Das Risiko sollte erheblich höher sein als das von Bitcoin insgesamt und dazu bringt es garantiert eine geringere Rendite, denn die ist essentiell dafür das es keinen Totalausfall gibt (früher oder später).

  • rund 10–11 % Kosten. Wenn beides nicht mehr gegeben ist, wird es kritisch, das ist der eigentliche Hebel und zugleich die Schwachstelle.

    Eben

    Bitcoin hat extrem an Wert verloren.


    Warum sollte ich in eine Firma die nur in ein asset investiert investieren, wenn ich dieses asset auch direkt selbst (bitcpin etc oder bitcoin via bisfans etc.) einkaufen kann?

  • Bitcoin hat extrem an Wert verloren.

    Warum sollte ich in eine Firma die nur in ein asset investiert investieren, wenn ich dieses asset auch direkt selbst (bitcpin etc oder bitcoin via bisfans etc.) einkaufen kann?

    Danke für den Beitrag. Er bringt genau auf den Punkt, worum es geht: Bitcoin hat in den letzten Monaten 50 % an Wert verloren, trotzdem haben STRC-Besitzer diesen Monat 11,5 % Dividende erhalten. – Dies beantworten vielleicht deine Frage im zweiten Teil deines Posts. :)


    Ich hab es jetzt zwar schon 3x geschrieben, aber da die Fragen sich wiederholen, noch einmal und das soll dann auch reichen: STRC ist kein Ersatz für Bitcoin und auch kein besseres Bitcoin. Es ist ein Instrument mit einem völlig anderen Zweck. Der Vorteil gegenüber einem direkten Investment in Bitcoin liegt vor allem in der deutlich geringeren Volatilität.

    Stellt euch mal vor, ihr legt euren Notgroschen direkt in Bitcoin an und der Markt macht morgen -50 % oder im Worst Case -70 %. Das ist in der Vergangenheit mehrfach passiert und kann jederzeit wieder passieren. Wenn ihr in genau so einer Phase kurzfristig auf das Geld angewiesen seid, wird es richtig unangenehm. Genau hier setzt STRC an.


    Ihr verzichtet bewusst auf einen Teil des Upsides von Bitcoin und bekommt dafür eine planbarere, weniger schwankungsanfällige Rendite. Das ist der ganze Sinn des Produkts. Wer maximale Rendite will, kauft Bitcoin. Wer planbaren Cashflow will und die Volatilität nicht tragen kann oder will, nutzt solche Strukturen. In den USA wird das Produkt bspw. gezielt für Menschen im höheren Alter (60+) beworben, die ihren Lebensabend genießen, regelmäßigen Cashflow generieren und gleichzeitig an Bitcoin partizipieren möchten, ohne dabei noch einmal 70%-Crashs durchstehen zu müssen, weil ihnen schlicht die Zeit fehlt, darauf zu warten, dass sich Bitcoin im Mainstream vollständig durchsetzt.

    Natürlich basiert das Modell darauf, dass Kapital aufgenommen wird, wie jedes andere Finanzinstrument auch. Der Unterschied ist aber, dass dieses Kapital in ein Asset fließt (Bitcoin), das die gesamte Bilanz trägt. Gleichzeitig gibt es Cash-Reserven, eine überbesicherte Struktur und klare Mechanismen, wann Kapital aufgenommen wird. Das kann man alles kritisch sehen, absolut. Aber es ist eben kein Schneeballsystem. Wäre es das, würde ein solches Konstrukt kaum an der NASDAQ gehandelt werden.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Und du glaubst, wenn Bitcoin -70% crasht, das die Anteileigener dieses Produktes dann gelassen weiter ihren Lebensabend genießen? Oder werden dann nicht doch einige ihre Anteile verkaufen. Und wenn das immer mehr werden, weil der Bitcoin sich nur langsam erholt, die "Dividende" kleiner wird, evt. sogar der Kurs leicht nachgibt - du glaubst das dann jeder sein Kapital zurück erhält?

  • Und du glaubst, wenn Bitcoin -70% crasht, das die Anteileigener dieses Produktes dann gelassen weiter ihren Lebensabend genießen? Oder werden dann nicht doch einige ihre Anteile verkaufen. Und wenn das immer mehr werden, weil der Bitcoin sich nur langsam erholt, die "Dividende" kleiner wird, evt. sogar der Kurs leicht nachgibt - du glaubst das dann jeder sein Kapital zurück erhält?

    Du hast glaube ich einen kleinen Denkfehler, denn es ist eigentlich genau andersherum. Wenn der Bitcoin-Kurs sinkt, steigt die Dividende, um die Nachfrage nach STRC hochzuhalten und weiterhin Kapital für zusätzliche BTC-Käufe zu generieren. Gleichzeitig fließt dieses eingesammelte Kapital direkt in Bitcoin. Das heißt: Anleger, die wegen der Dividende investieren, sorgen indirekt für zusätzliche Nachfrage nach Bitcoin. Dadurch entsteht ein gewisser Rückkopplungseffekt –> mehr Kapital über STRC führt zu mehr BTC-Käufen, was wiederum das allgemeine Interesse an dem knappen Asset stützt.

    Das können wir aktuell ganz gut beobachten: Der Bitcoin-Kurs handelt derzeit rund 50 % unter dem ATH, gleichzeitig liegt die Rendite bei STRC mit etwa 11,5 % auf einem vergleichsweise hohen Niveau und ist in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. Für den Monat April ist sie nun erstmals nicht weiter angehoben worden, ein Zeichen dafür, dass sich der Bitcoin-Kurs in den letzten Wochen stabilisiert hat.

    Steigt der Bitcoin-Kurs hingegen, werden die Stammaktien wieder interessanter, weil dort das größere Upside liegt. Entsprechend kann die Dividende bei STRC eher sinken, da weniger Anreiz nötig ist, um neues Kapital anzuziehen.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • mehr Kapital über STRC führt zu mehr BTC-Käufen,

    Sehe ich nicht im Bitcoin Kurs.

    Und es gibt derzeit auch keinen Trend dass dieser in irgendeiner Weise steigen täte.


    Auch der Kurs des Unternehmens selbst steht tiefrot, was auch kein wunder ist, das Unternehmen hat kein tragfähiges Geschäftsmodell welches nachhaltig Einnahmen generiert.

  • Strategy (also die Stammaktie, nicht STRC) ist ein Hebel auf Bitcoin, dementsprechend sind Ausschläge nach oben aber auch nach unten heftiger als beim Bitcoin. Da Bitcoin im Vergangenen halben Jahr ~43 % verloren hat, ist der Kurs der Stammaktie um ~65 % zurückgegangen.

    Entwicklung der letzten 2 Jahre:

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Danke für den Beitrag. Er bringt genau auf den Punkt, worum es geht: Bitcoin hat in den letzten Monaten 50 % an Wert verloren, trotzdem haben STRC-Besitzer diesen Monat 11,5 % Dividende erhalten. – Dies beantworten vielleicht deine Frage im zweiten Teil deines Posts. :)

    So ähnlich wird wohl auch Bernie Madoff bei seinen 15%-Rendite-Anlagen argumentiert haben.

    Um solche Angebote einschätzen zu können, hilft es, sich an einige grundlegende Erkenntnisse zu erinnern:

    "Wenn etwas zu gut ist, um wahr zu sein, dann ist es auch nicht wahr."

    oder

    "Je höher die Rendite, desto höher das Risiko."

  • Also klassischer Schneeball.

    Kein Geschäftsmodell dahinter.

    Wenn du das sagst :) – Informiere dann aber bitte noch zeitnah den norwegischen Staatsfond, damit dieser nicht Opfer dieser perfiden Masche wird.

    https://www.finanzen.at/nachrichten/de…ents-1035060685


    So ähnlich wird wohl auch Bernie Madoff bei seinen 15%-Rendite-Anlagen argumentiert haben.

    Madoff hat Renditen vorgetäuscht, ohne dass dahinter ein echtes, überprüfbares Asset stand, das war schlicht Betrug. Hier hast du eine börsennotierte Firma mit transparenter Bilanz und einem klar nachvollziehbaren Asset (Bitcoin), das jederzeit bewertet werden kann. Die Rendite entsteht nicht aus dem Nichts, sondern ist Teil der Kapitalstruktur. Risikolos ist das Ganze natürlich nicht, aber das sagt auch keiner, der Madoff-Vergleich passt trotzdem nicht und ist eher polemisch.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Madoff hat Renditen vorgetäuscht, ohne dass dahinter ein echtes, überprüfbares Asset stand, das war schlicht Betrug. Hier hast du eine börsennotierte Firma mit transparenter Bilanz und einem klar nachvollziehbaren Asset (Bitcoin), das jederzeit bewertet werden kann. Die Rendite entsteht nicht aus dem Nichts, sondern ist Teil der Kapitalstruktur. Risikolos ist das Ganze natürlich nicht, aber das sagt auch keiner, der Madoff-Vergleich passt trotzdem nicht und ist eher polemisch.

    Hier gehen schon die Grundbegriffe durcheinander.

    Die Rendite einer Firma hat NICHTS mit ihren Assets zu tun.

    Die Rendite ergibt sich aus dem Geschäftsbetrieb der Firma (Mehrwert).

    Die Assets sind bilanztechnisch eine Verbindlichkeit (!) gegenüber den Eignern (Aktionären), denn sie wurden der Firma bereitgestellt, um den Geschäftsbetrieb zu ermöglichen.

    „Die Rendite ist Teil der Kapitalstruktur“ - was für ein gequirlter Quark….

    Ich weiß nicht, was der norwegische Staatsfonds tut, aber öffentliche Anleger haben auch schon in wertlose verbriefte subprime-Hypotheken, Schrottimmobilien oder isländische Tagesgeldkonten zu scheinbar attraktiven Zinsen investiert.

    Wenn etwas auch nach mehrfacher Wiederholung einfach keinen Sinn ergibt und sogar Kapital und Rendite verwechselt werden, würde ich im Zweifel die Finger davon lassen.

    Oder Lotto spielen - da ist die Rendite auch in der Kapitalstruktur angelegt…

  • Ja stimmt, die klassische Rendite eines Unternehmens entsteht aus dem operativen Geschäft, also durch Wertschöpfung. Genau das ist aber bei Strategy gar nicht der Ansatz. Strategy ist kein klassisches Unternehmen mehr, sondern im Kern ein Finanzvehikel auf Bitcoin-Basis.

    Die Rendite bei STRC kommt eben nicht aus operativen Gewinnen, sondern ist der Preis für aufgenommenes Kapital, also Finanzierungskosten (aus Sicht von Strategy natürlich). Das habe ich ja oben auch genau so beschrieben. Insofern ist das kein „gequirlter Quark“, sondern schlicht eine andere Art von Struktur, die man nicht mit einem normalen Industrieunternehmen vergleichen kann. Strategy verkauft das Produkt „Zinsen“ an seine Anleger und bekommt im Gegenzug günstiges Kapital.

    Und natürlich steht das Asset Bitcoin bilanziell den Eigenkapitalgebern gegenüber. Der entscheidende Punkt ist aber, dass hier ein hochliquides und jederzeit transparent bewertbares Asset die gesamte Struktur trägt. Wo genau liegt also das Problem? Solange Strategy Kapital zu attraktiven Konditionen aufnehmen kann und es schafft, den Bitcoin-Anteil pro Aktie weiter zu erhöhen – was in der Vergangenheit gelungen ist –, unterscheidet sich das grundlegend von dubiosen Konstrukten, bei denen am Ende niemand mehr weiß, was eigentlich dahintersteckt.

    Als Anleger muss man sich eigentlich nur die Frage stellen, was man genau will. Wenn man ein klassisches Unternehmen mit operativer Rendite sucht, ist man hier falsch. Wenn man versteht, dass es sich um eine strukturierte Kapitalaufnahme handelt, die auf Bitcoin basiert, ergibt das Modell eine klare innere Logik – mit Chancen und Risiken.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Moin,

    habe die A41EXE letzte Woche tatsächlich auch gekauft und via TR mal verschenkt.
    Bin gespannt was nächsten Monat reinkommt, ob die 0,83€ stimmen die Divvydiary so anzeigt.

    Bitte nicht 722713 mit A41EXE verwechseln Sam.
    Danke

    Wieso werden bei Vergleichen eigentlich immer nur kurzfristige Kursverläufe genommen.... ich verstehe es nicht.

    Die Frage ist ob man den "Moneyglitch" benutzt oder die Strategie. Sunny möchte ich sagen geht ja auch oft eine ähnliche Strategie ein. Mit entsprechenden Dividendentiteln und Bärenphasen wie aktuell. Und das ganze dann als Kreislauf unendlich sozusagen.

    panem et circenses

    "Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

  • Auch durch 3x Wiederholung werden 11% Rendite auf einen Firmenkredit halt nicht realistischer….

    Das kann man so aber nicht stehen lassen. Fakt ist: Die rund 11 % Dividende werden aktuell vom Unternehmen ausgezahlt, unabhängig davon, wie man das Modell bewertet. In dem Sinne sind sie nicht nur „realistisch“, sondern erstmal schlicht vorhanden – siehe Beitrag #46. Punkt.

    Die entscheidende Frage ist eher, ob das langfristig tragfähig ist. Und das liegt eben an Bitcoin. Wenn Bitcoin im Schnitt besser performt als diese ~10–11 % Finanzierungskosten, wird das Modell funktionieren. Darauf baut das Ganze ja letztlich auf. In den letzten 10 Jahren hat BTC bspw. eine durchschnittliche Rendite von +100 % (pro Jahr) erzielt. Dies ist natürlich kein Garant dafür, dass dies in Zukunft auch so sein wird, es zeigt allerdings, dass es nicht völlig abwegig ist, diese ~11 % zu schlagen. Aber: Niemand kennt die Zukunft, klar.

    Am Ende muss halt jeder für sich bewerten, welche Rolle Bitcoin in Zukunft spielen kann. Blind irgendwelchen Ideen zu folgen ist immer schlecht. Pauschal zu sagen „das wird scheitern“ ebenfalls.

    Kleiner Impuls an dieser Stelle:

    Was man daraus macht, ist jedem selbst überlassen ...

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Die wirecard Aktie ist YTD um 140% gestiegen. Was man aus dem Fakt macht bleibt jedem selbst überlassen....

    Der Unterschied ist ja gerade: Bitcoin wurde unter anderem genau deshalb geschaffen, damit solche Blackbox-Konstrukte wie bei Wirecard eben nicht mehr möglich sind. Du hast bei Bitcoin ein transparentes, öffentlich überprüfbares System, keine Bilanztricks, keine versteckten Verbindlichkeiten, keine „Überraschungen“, die plötzlich auftauchen. Jeder kann die Regeln und die Geldmenge nachvollziehen.

    Das heißt natürlich nicht, dass jedes darauf aufbauende Finanzprodukt automatisch risikofrei ist. Aber die Grundlage ist eine völlig andere. Genau darin liegt ja der Kern der Idee.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Das kann man so aber nicht stehen lassen. Fakt ist: Die rund 11 % Dividende werden aktuell vom Unternehmen ausgezahlt, unabhängig davon, wie man das Modell bewertet.

    Die Dividende für ein paar Jahre hilft Dir nichts, wenn am Ende das Kapital nicht zurückgezahlt werden kann, weil es schon als „Dividende“ an andere weitergeleitet wurde.

    Insofern können Deine Werbeanpreisungen nicht unkommentiert stehen bleiben.

    Da hilft auch kein Wiederholen der Werbeschleife…

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