E-Auto Kauf sinnvoll?

  • Hallo zusammen,

    wir überlegen nun seit einigen Wochen hin und her ob wir uns ein neues E-Auto kaufen sollen oder nicht. In der Vergangenheit immer gebrauchte Fahrzeuge gekauft und ich hätte nie gedacht das ich mal dran denke ein neues zu kaufen :). Aber das Angebot ist momentan schon sehr gut. Wir benötigen langsam ein Auto mit mehr Platz und Anhängerkupplung und wollen in dem Zug komplett auf Elektro umstellen.

    Randbedingungen:

    • PV Anlage 12kwp + Wallbox vorhanden
    • Zweitwagen ist bereits Elektro Kleinwagen
    • Familienwagen ist momentan ein A5 aus 2012 mit 125.000km. Seit Jahren wenig an Wartung (1x Bremsscheiben) gemacht und ich denke im Januar 2027 komme ich damit nicht durch den TÜV (Querlenker, etc. wurde beim letzten TÜV bereits angemerkt).
    • Geladen kann über das Jahr zu 75% aus Sonne, nur im Winter müssen wir zusätzlich aus dem Netz beziehen.
    • Vermögen 170.000€ vorhanden (ETF, Aktien, Gold, BTC)
    • 4 Kopf Familie (34J, 33J, 4J, 2J)
    • Fixkosten Monat 2.700€ + Rücklagen 800€ (Urlaub, Unternehmungen, Reparatur)
    • Haushalts Netto Einkommen 5.500€
    • Sparrate von ca. 2.000€ monatlich in ETF soll diesen Monat wieder starten (Frau geht diesen Monat wieder arbeiten). Beim Szenario 1 wäre die Rate dann um 400€ reduziert für die ersten 5 Jahre.
    • Fahrleistung mit dem Familienauto ca. 12.000-15.000km / Jahr


    Fahrzeug soll ein Model Y werden. Entweder Neu oder Gebraucht. Bitte keine politischen Belehrungen bezüglich dem Verhalten von Herr Musk an dieser Stelle mir ist das alles bewusst, ich finde aber das Fahrzeug aber Top für uns. Laufende Kosten für das Model Y wären im Jahr ca. 800€ und für mein A5 sind es momentan ca. 2.100€ (THG Quote, Versicherung, Sprit / Strom inbegriffen, Reparatur)

    Szenario 1 - Neukauf mit 0% Finanzierung

    • Fahrzeugpreis 39.320€
    • Förderung 5.000€ würden wir erhalten (Frau hat die letzten 4 Jahre nicht gearbeitet). Effektiver Preis 34.320€ mit 4 Jahre Garantie aufs ganze Fahrzeug und 8 Jahre auf Batterie.
    • 0% Finanzierung mit 59 Monatsraten zu je 400€ und Schlussrate in 5 Jahren mit ca. 16.000€. Die Schlussrate würden wir dann auch im letzten Jahr parallel ansparen und dafür den ETF Sparplan entsprechend reduzieren.
    • Für den A5 würden wir ca. 14.000€ erhalten. Dies und die 5.000€ würden wir direkt in ETFs anlegen. Hier würden auf 5 Jahre gerechnet auch 6.000-7.000€ Zinsen zusammen kommen, vorausgesetzt die Börse läuft halbwegs normal.


    Szenario B - Gebrauchtwagen Kauf in 1-2 Jahren

    • Weiterfahrt mit dem A5 bis die Gebrauchtwagenpreise weiter sinken. Momentan kosten die 3-4 Jahre alten Model Y noch mind. 27.000€.
    • A5 nächstes Jahr reparieren 1.000-2.000€
    • Kauf Model Y gebraucht für ca. 20.000€, A5 gibt dann vielleicht noch 10.000€ her. Sprich 10.000€ noch draufpacken.


    Wie gesagt hätte nie gedacht das ich an ein Neuwagenkauf denke, aber die Kombination mit Bonus + Prämie + 0% Finanzierung macht es schon extrem attraktiv. Vor allem wenn ich es 8 Jahre + fahre, kann man mit so einem Kauf doch nicht soviel falsch machen oder?


    Wie würdet Ihr entscheiden?:/ Angebot gilt noch bis Ende März

  • Aus finanzieller Sicht auf jedenfall den A5 reparieren und solange weiterfahren, wie die Reparaturkosten so gering wie jetzt bleiben.

    Bei 2000€ Sparrate arbeitet ihr über 17 Monate nur für das neue Auto. Das sollte man sich immer vor Augen halten, auch wenn ihr das Geld bereits gespart habt und generell eure Ersparnisse für euer Einkommen und Alter ziemlich hoch sind.

    Es handelt sich dann um das Standard Model Y, oder? Seit ihr den schon Probe gefahren? Es soll nur eine einfache Fahrwerks-Variante verbaut sein und an vielen weiteren Stellen gespart worden sein (kein UKW Radio). Ich bezweifel, dass das mit dem A5 mithalten kann.

  • Warum nicht Leasing? Die Förderung von 5.000 Euro würde direkt auf die Leasingrate gehen und die Rate somit deutlich reduzieren. Und in 3 Jahren ggf Übernahme des Y über ein Angebot als Gebrauchtwagen. Den A5 dann jetzt verkaufen und das Geld anlegen.

  • Aus finanzieller Sicht auf jedenfall den A5 reparieren und solange weiterfahren, wie die Reparaturkosten so gering wie jetzt bleiben.

    Bei 2000€ Sparrate arbeitet ihr über 17 Monate nur für das neue Auto. Das sollte man sich immer vor Augen halten, auch wenn ihr das Geld bereits gespart habt und generell eure Ersparnisse für euer Einkommen und Alter ziemlich hoch sind.

    Es handelt sich dann um das Standard Model Y, oder? Seit ihr den schon Probe gefahren? Es soll nur eine einfache Fahrwerks-Variante verbaut sein und an vielen weiteren Stellen gespart worden sein (kein UKW Radio). Ich bezweifel, dass das mit dem A5 mithalten kann.

    Naja die Reparaturkosten lassen sich bei einem 14J alten Auto schwer vorhersagen...aber im Bereich von 120.000-150.000km fällt laut KI meistens etwas an bei dem A5. Ja das ist korrekt mit den 17 Monaten (wobei wenn man die 6000€ Zinsen noch drauf rechnet sind es eher 28.000€ Effektivpreis), aber früher oder später brauchen wir etwas was mehr zu unseren Bedürfnissen mit den zwei Kindern passt (Platz, Durchreiche Mittlere Sitzbank für Ski, AHK, etc.).

    Ja es ist das Standard. Bereits 2x Probegefahren und in jeder Hinsicht besser als der A5. Wozu UKW Radio? Digitalradio, Spotify, etc. alles dabei.


    Warum nicht Leasing? Die Förderung von 5.000 Euro würde direkt auf die Leasingrate gehen und die Rate somit deutlich reduzieren. Und in 3 Jahren ggf Übernahme des Y über ein Angebot als Gebrauchtwagen. Den A5 dann jetzt verkaufen und das Geld anlegen.

    Leasing hatte ich auch überlegt aber mit den Kindern haben wir irgendwie Angst wegen Beschädigungen und dann bösen Rückzahlungen beim Abgeben... Wenn das A5 Geld angelegt wird und ich nach der Leasingzeit etwas kaufen will, muss ja auch wieder irgendwo Liquidität her. Haben eigentlich immer nur 10k Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto liegen.

  • Ok, wenn du schon Probe gefahren, und zufrieden bist, möchte ich dir da gar nicht reinreden.

    Noch mal zum Finanziellen: Legt ihr die Diffenrenz von 20t€ (Wert A5 zu Neupreis MY) zu 3% Tagesgeld an, dann könnt ihr den A5 für 600€ jährlich kostenlos reparieren lassen.

  • Der Entscheidung für ein Auto ist ja meist nicht eine rein rationale Entscheidung, sondern hat auch etwas mit Bauchgefühl zu tun hat. Mit euren Voraussetzungen, zumal ihr die Vorteile vom E-Auto kennt, würde ich auch beim Familienwagen auf ein anderes Auto (E-Auto) umsteigen.

  • Deine Frage lautet ja: „E-Auto Kauf sinnvoll?“.

    Antwort: Nein. Das alte lässt sich ausreichen günstig reparieren.

    Wäre die Frage: „würdet ihr an meiner Stelle ein e-Auto kaufen.“ -> ja!

    Zwischen sinnvoll und unsinnig gibt es ja noch Spielraum 😄

  • Die Sparrate von 2000€ ist aus meiner Sicht sehr hoch mit 2 Kindern. Warum nicht einfach den Neuwagen nehmen wenn ihr ansonsten auf nichts verzichten müsst.
    An den Tankstellen einfach so vorbei zu fahren verschafft mir jedenfalls aktuell ein gutes Gefühl die richtige Entscheidung vor ein paar Jahren für ein neues E-Auto getroffen zu haben.

  • Wie würdet Ihr entscheiden? :/ Angebot gilt noch bis Ende März

    Ende März ist allerdings nicht die Deadline für die Bestellung, sondern für die Fahrzeugübergabe. Das könnte knapp werden.
    Aufgrund der Deadline würde ich mich tendenziell eher dagegen entscheiden, weil sie kognitive Verzerrungen erzeugt und FOMO zum wichtigen Kaufgrund wird.

    Wirtschaftlich sinnvoll sind sicherlich die Reparaturen. Es dürfte schwierig werden, so günstig wie mit dem Auto, das Ihr schon besitzt, weiterzufahren. Für die 20.000€ Aufpreis (wenn Ihr tatsächlich 14K für den A5 bekommt), könnt Ihr statt der Skidurchreiche viele Skier vor Ort kaufen...

    Anhängerkupplung könnte man nachrüsten. Was würdest Du denn gerne ziehen?
    Bei einem Wohnwagen geht die Reichweite so weit in den Keller, dass man entweder seinen Urlaubsradius klein halten sollte oder viel Zeit fürs Reisen braucht (außer natürlich mit den modernen 800V Fahrzeugen mit großen Batterien).

  • AHK wäre für Fahrradträger gedacht, kein Wohnwagen oder dergleichen.

    Habe mich informiert, man kriegt den Rabatt bei Bestellungen bis zum 31.03. wenn man danach nicht den ersten Abholungstermin wahrnehmen kann, verfallen die Konditionen und man müsste widerrufen.


    Ja is echt schwierig, ich habe nur etwas Angst das die nächsten Jahre was größeres ansteht beim A5 und man sich dann rückwirkend ärgert warum man nicht zugeschlagen hat damals 😁. Auf der anderen kann man auch Glück haben und weitere Jahre fahren ohne größere Reparaturen von mehreren Tausend €.

  • Das Angebot erscheint mir wenig geeignet.

    Ein Auto ist keine Investition, sondern ein Konsumgegenstand, den man nicht auf Kredit oder Raten kaufen sollte. Am Ende ist auch "zinslos" schon auf den Preis aufgeschlagen....

    Davon abgesehen würde ich nie (wirklich nie!) ein Auto kaufen, das bei anderen Mitmenschen negative Gefühle auslöst.

    Selbst wenn Dir die Politik von Musk egal sein sollte, viele andere nehmen daran (m.E. zu Recht) Anstoß und das beeinflusst definitiv den Wiederverkaufswert und u.U. sogar die Versicherbarkeit und die Unbeschwertheit, das Fahrzeug im öffentlichen Raum abzustellen.

    EIn solches Auto ist immer viel weniger wert als x-beliebige neutrale Autos, die keine solchen Abwehrreflexe auslösen. Dasselbe gilt übrigens für kontroverse Farben.

    Rein wirtschaftlich betrachtet ist der Kauf eines kontroversen Autos auf Kredit also doppelt unsinnig.

  • Auf der anderen kann man auch Glück haben und weitere Jahre fahren ohne größere Reparaturen von mehreren Tausend €.

    Selbst mit größeren Reparaturen kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, kein neues Auto zu kaufen.

    Das Angebot finde ich ebenfalls nicht so attraktiv, weil es den Rabatt (wenn ich das richtig gesehen habe) nur auf die abgespeckten Modelle gibt.

    Den Einwand von @Wanderlust halte ich ebenfalls für berechtigt.
    Natürlich hat wahrscheinlich keiner der Autokonzerne eine weiße Weste, aber kein anderer Autohersteller ist so mit einer Person wie Elon Musk verbunden, wie das bei Tesla der Fall ist.

  • Danke für eure Meinungen.


    Zum Thema kontroverses Fahrzeug gebe ich euch Recht. Aber wir sind einige Probe gefahren und das Gesamtpaket stimmt einfach für uns beim Model Y. Fahrzeug auf Kredit kaufen hört sich so hart an, würde ich auch nie machen ausser eben vielleicht bei 0% ^^. Zinsloses Fremdkapital ist ja nicht gerade verkehrt.

    Der Wertverlust bei einem Neufahrzeug ist natürlich erheblich aber auf viele Jahre Nutzung relativiert sich das ja.

    Bezüglich dem Restwert muss ich etwas widersprechen, der ist gerade bei Tesla im Vergleich zur Konkurrenz eher wertstabil. Ca 25% bei 3 Jahre alten Fahrzeugen.

  • Warum nicht Leasing? Die Förderung von 5.000 Euro würde direkt auf die Leasingrate gehen und die Rate somit deutlich reduzieren.

    Meinem Eindruck nach geht die Prämie vor allem direkt in den Gewinn der Leasinggesellschaft. Ich kann jedem nur dringendst empfehlen, bei Leasing die Kosten pro Kilometer auszurechnen. Inklusive Anzahlung, Überführung und Servicegebühren. Da schlackert man ganz schön mit den Ohren und liegt schnell bei 40c/km. Da mit dem Wertverlust drunter zu bleiben, ist relativ einfach.


    Der Wertverlust bei einem Neufahrzeug ist natürlich erheblich aber auf viele Jahre Nutzung relativiert sich das ja.

    Du musst das Auto dann aber auch entsprechend lange und viel fahren. Das sehe ich bei euch gerade eher nicht. Ihr lauft damit perspektivisch ins gleiche Problem rein, wie ihr aktuell habt. Ein altes Auto mit relativ wenig Kilometern, bei dem einen dann die nötigen Reparaturen reuen. Zumal die Bauqualität von Tesla berüchtigt ist. Dass du da langfristig mit 800€ pro Jahr an laufenden Kosten hinkommst, bezweifle ich doch stark. Das wären 5,3-6,6c/km für alles außer Wertverlust. Alleine ein Satz Winterreifen in 255/45 R19 wird dich rund einen Tausender ärmer machen. Und auch ohne vorgeschriebene Inspektion wirst du regelmäßig was dran machen müssen.


    Bezüglich dem Restwert muss ich etwas widersprechen, der ist gerade bei Tesla im Vergleich zur Konkurrenz eher wertstabil. Ca 25% bei 3 Jahre alten Fahrzeugen.

    Das täuscht. Der Wertverlust wird beim ADAC gegenüber dem Listenpreis berechnet. Da Tesla keine Rabatte gibt aber alle anderen Hersteller schon, erscheint Tesla besser als sie es beim Wertverlust gegenüber dem echten Verkaufspreis wären.


    Ich sehe das wie viele andere. Das alte Auto ist noch nicht so alt, dass es unbedingt wegmuss. Finanziell wird es sich noch länger lohnen, das Auto zu reparieren. Muss ja nicht in der Vertragswerkstatt sein.

    Dass ein A5 jetzt als Coupe nicht das perfekte Familienauto ist, ist klar. Aber ein Model Y hat auch die unpraktische Coupeform. Persönlich finde ich es auch für europäische Straßen einen Tick zu groß, vor allem zu breit.

  • LebenimSueden wenn du mir den genauen Rechenweg für Deine Aussage darlegst, würde ich das für uns mal berechnen.

    Generell habe ich aber hier im Forum eh das Gefühl, dass Leasing als Teufelszeug angesehen wird. Aber gerade wegen der technologischen Entwicklungen im Bereich E Auto finde ich persönlich einen Kauf und damit langfristige Bindung eher als problem. Aber sieht halt jeder anders.

    Mat350ze Bzgl Kinder. Wir haben auch zwei (6 und 3). Es gibt seitens der Leasinggesellschaft einen Katalog bzgl normaler Gebrauchsspuren (Auto = Gebrauchsgegenstände) und was halt nicht mezr im Rahmen ist. Am Ende wird vorab ein neutrales Gutachten erstellt. Ob man dann reparieren will oder halt nachzahlen kann dann jeder selber entscheiden. Größere Sachen laufen ja eh über die Versicherung.

  • Generell habe ich aber hier im Forum eh das Gefühl, dass Leasing als Teufelszeug angesehen wird. Aber gerade wegen der technologischen Entwicklungen im Bereich E Auto finde ich persönlich einen Kauf und damit langfristige Bindung eher als problem. Aber sieht halt jeder anders.

    Die Idee bei Leasing von E-Autos ist, soweit ich das verstehe: Anstatt sich ein Auto, das man wegen der technologischen Entwicklung nur ca. 3-4 Jahre nutzen möchte, zu kaufen, least man es und gibt es nach der Vertragslaufzeit einfach wieder zurück.
    Den Wertverlust aufgrund der fortschreitenden technischen Entwicklung etc. muss man dann nicht selbst tragen.

    Der Haken ist nur: Auch die Leasinggesellschaft weiß, dass es im Bereich der E-Mobilität eine noch relativ schnelle technisches Weiterentwicklung gibt. Da sie wirtschaftlich arbeiten will und muss, wird sie das Risiko des höheren Wertverlustes großzügig in ihre Kalkulation einpreisen.

    Bzgl. der Kinder bin ich bei Dir: Wenn die Kinder das eigene Auto runterrocken, muss man auch auf dem Gebrauchtmarkt Abschläge hinnehmen. Diese Fallen nur nicht so sehr ins Gewicht, wenn man das Auto sehr lange fährt.

  • wenn du mir den genauen Rechenweg für Deine Aussage darlegst, würde ich das für uns mal berechnen.

    Nehmen wir zum Beispiel das Elroq Leasing, das mir kürzlich über den Weg gelaufen ist. Werbelink spare ich mir, hier sind die Eckdaten

    13884€ geteilt durch 30 000km sind 46,23c/km. Ich bin immer wieder sehr beeindruckt davon, die die Branche erfolgreiches Gaslighting den einzig vernünftigen Maßstab der Kilometerkosten durch Verschleierungstaktiken wie Leasingfaktor und Monatsrate ersetzt hat. Diese 46c/km sind der Wertverlust, unter dem man bleiben muss, wenn man das Auto kaufen würde.

    Dazu kommen eben noch ganz praktische Probleme wie die Aufpreise für Mehrkilometer und die mäßige Vergütung von Minderkilometern, Stress wegen Kratzern und Dellen oder Sauereien der Kinder bei der Rückgabe.

    Besitz schafft beim Auto eine hohe Flexibilität. Ich habe mit meinem Auto von 10 000km im Jahr bis über 25 000km alles dabei. Da erhöht man halt die Kilometer bei der Versicherung, sonst interessiert sich keiner für. Und die selbstverschuldeten Kratzer habe ich für kleines Geld mit einem Lackstift übertüncht (mit Uni Lack geht das noch) statt in einer Werkstatt für teures Geld reparieren zu lassen.

    Generell habe ich aber hier im Forum eh das Gefühl, dass Leasing als Teufelszeug angesehen wird.

    Mit Leasing holt man sich halt alle 3 Jahre den Wertverlust eines Neuwagens ins Haus. Plus die Finanzierungskosten der Leasinggesellschaft und deren Gewinn. Wer auf sein Geld achtet, wird alle 3 Punkte vermeiden wollen.


    Aber gerade wegen der technologischen Entwicklungen im Bereich E Auto finde ich persönlich einen Kauf und damit langfristige Bindung eher als problem.

    Warum? Wenn du heute ein Auto kaufst, mit dem du zufrieden bist, warum solltest - bei unverändertem Fahrprofil - in 5 Jahren unzufrieden damit sein? Nur weil die eigene Zufriedenheit nicht mit Selbstbezug, sondern Fremdbezug gemessen wird? Man sollte sich kein Auto kaufen, mit dem man absehbar nicht glücklich wird.

    Mal abgesehen davon ist in diesem konkreten Fall die technische Entwicklung eher ein Argument dafür, das alte Auto weiterzunutzen und in ein paar Jahren ein besseres Elektroauto für weniger Geld zu kaufen, als dafür heute ein Leasing abzuschließen. Zumal die Gesellschaft das entsprechend einpreist, sonst ist sie bald nicht mehr im Geschäft.

  • Der Haken ist nur: Auch die Leasinggesellschaft weiß, dass es im Bereich der E-Mobilität eine noch relativ schnelle technisches Weiterentwicklung gibt. Da sie wirtschaftlich arbeiten will und muss, wird sie das Risiko des höheren Wertverlustes großzügig in ihre Kalkulation einpreisen.

    Das kommt drauf an. Es gibt immer wieder Leasingaktionen, wo man sich als Leasingnehmer fragt, wie sich das für den Hersteller bzw. Leasinggeber rechnen soll, weil man nur so wenig zahlt.

    Da spielen nämlich noch andere Faktoren mit rein: Zulassungszahlen pushen, CO2-Strafgebühren vermeiden, Märkte erobern etc.
    Daher ist es definitiv kein Naturgesetz, dass der Wertverlust immer auf den Leasingnehmer überwälzt wird.
    Hilfreich kann es auch sein, den so genannten Leasingfaktor zu berechnen, der gibt eine grobe Orientierung darüber, ob das Angebot gemessen am Listenpreis eher gut oder eher schlecht ist. Werte deutlich unter 1 sollte man sich genauer anschauen.

    Ich lease als Zweitwagen gerade einen Fiat 500e. BLP sind etwa 39.000 Euro. Für die drei Jahre Laufzeit bezahle insgesamt knapp 9000 Euro. Das bildet definitiv nicht den gesamten Wertverlust ab, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass Fiat/Stellantis das Auto als dreijährigen Gebrauchtwagen, auch wenn er nur wenige Kilometer drauf haben wird, für 30.000 Euro loswerden wird.
    Zudem war das eher schon die teure Variante vom Angeot, es gibt Händler, die haben auf den BLP einen Rabatt gegeben, so dass die Leasingrate nochmal deutlich geringer war.