Rürup Rente schätzen

  • Hallo allerseits,


    jahrelang ignoriert und einfach abgeheftet, versuche ich mir einen Überblick über meine Rürup Rente zu verschaffen. Bitte kein Schimpfen, wie man so was abschließen konnte ;( Ich war jung, hatte keine Ahnung, und damals (vor 17 Jahren) meinem Vater einfach vertraut. Jetzt hab ich das Ding und muss das Beste draus machen.


    Steuerlich ist es recht attraktiv. Durch meinen Spitzensteuersatz bekomme ich von der Steuer immer ein schönes Sümmchen zurück, welches ich komplett in einen meiner ETFs investiere 😇


    Gestern habe ich mir mal die letzten 3 Jahresinformationen geschnappt und die Entwicklung des Vermögens verglichen. Auch das schaut nicht sooo schlecht aus. 10% plus/minus 😳


    Aber wie schätze ich die zukünftige monatliche Rente ab? In der Information sehe ich die Garantierente, und Prognosen für 0,3,6,9% , sowie die Garantie wenn ich den Vertrag beitragsfrei stelle.

    Momentan rechne ich mit dem Wert von 0%. Ist das zu optimistisch? Oder zu pessimistisch (hoffnungsvoll guck 😆).


    Je nachdem was aus diesen Berechnungen rauskommt, würde ich, solange ich so viel Steuern zahle, den Vertrag mit Dynamik weiterlaufen lassen, oder halt diese temporär oder dauerhaft aussetzen. Oder sogar den ganzen Vertrag beitragsfrei stellen (spätestens wenn sich meine Steuer-Situation ändert)


    Vielen lieben Dank und allen einen schönen Sonntag 😃

  • Hi nimsaja,

    ich rechne in meinem Fall (Fonds-Riester, auch jeweils mit Angaben zu Garantiebetrag, und bei Wertentwicklung von 3%, 6% oder 9%) immer nur mit der Garantierente. Alles andere ist dann schöner Bonus.

    Je nachdem was aus diesen Berechnungen rauskommt, würde ich, solange ich so viel Steuern zahle, den Vertrag mit Dynamik weiterlaufen lassen, oder halt diese temporär oder dauerhaft aussetzen. Oder sogar den ganzen Vertrag beitragsfrei stellen (spätestens wenn sich meine Steuer-Situation ändert)

    Allerdings würde ich von dieser Information (Rentenhöhe) nicht allein die Entscheidung abhängig machen. Hier wäre für mich noch interessant, wie hoch die Kosten, also die Gebühren deines Vertrages sind. Dann kann man sich mehrere Kennzahlen ausrechnen.

    • Förderquote (wieviel € Förderung auf 1 € Eigenbeitrag?) --> Förderung hier als Summe aus Zulagen und Steuerermäßigung
    • Förderquote nach Anbieterkosten
    • Kosten im Verhältnis der staatl. Förderung

    Es gibt Verträge, da bleibt nach den Kosten so gut wie nix von der Förderung übrig.

    Hinzu kommen Überlegungen zur gesamten finanziellen Situation und zur Risikotragfähigkeit, wie "Brauche ich diese Rente als sicheren Baustein in meiner Altersvorsorge?"

    Für mich wäre es eine Gesamtabwägung mehrerer Alternativen mit den Hauptkriterien Rendite und "Sicherheit". Die Rentenhöhe ist da drin nur ein Teilaspekt.

  • Du betrachtest das schon richtig in dem du die Steuererstarrung dagegen rechnest.

    Aber in deinem Rürup Vertrag ist dein Geld gefangen und du kommst nur über eine Verrentung an das Kapital. Dafür muss du urmelalt werden damit sich das für dich rechnet.

    Dynamik würde ich rausnehmen da diese in der Regel wieder neue Abschlusskosten erzeugt und die sind ganz bestimmt weg.

    Die Rentenzahlung darfst du auch voll versteuern somit. Über den Daumen gepeilt geht da auch schnell ein Viertel der Rente für die Steuern drauf.

    Hast du einen teuren Vertrag mit schlechter Rendite wird’s noch schlimmer und du sparst dich arm.

    Fütterst du uns mit ein paar Zahlen kann dir das bestimmt jemand ausrechnen ob sich dein Vertrag lohnt.

  • Momentan zahle ich um die 2400€ im Jahr. 42% gibt's von der Steuer zurück. Die Kosten liegen bei ca 350€ im Jahr. Aber die sind wahrscheinlich abhängig vom Gesamtguthaben (um die 35K momentan) und ein Teil kommt, so wie ich es verstanden habe, durch die Dynamik als Abschlusskosten hinzu 🙄 Also irgendwann werden die Kosten wohl den steuerlichen Vorteil wettmachen...

  • Ist das die jährliche Rendite (zum Beispiel der IZF) oder ist das die Gesamtrendite über die 17 Jahre?

    Also ich habe die Differenz von diesem Jahr zum letzten Jahr abzüglich meiner Beiträge genommen.

    Jahr eingezahlt Gesamt Erträge

    2023 2191 24193 2403

    2024 2300 30968 4475

    2025 2429 35893 2496


    Also jährlich

  • Wieviel ist denn drin, wieviel wurde einbezahlt und wie lange noch bis zur Rente? Welche Rentenfaktoren werden angegeben, was für Kosten werden ausgewiesen?
    Worin und wie wird dein Geld da angelegt? Vertraust du dem Laden ? Willst du immer von diesem Laden abhängig sein? Brauchst du die Rente überhaupt?

    Reite nicht soviel auf der Steuererstattung herum weil die eine schlechte Geldanlage auch nicht besser macht.

  • Also irgendwann werden die Kosten wohl den steuerlichen Vorteil wettmachen...

    Wenn du dich ein bisschen eingräbst in die Unterlagen, kannst du das ziemlich genau ausrechen. Wichtig wäre dafür die Info, ob als Basis für die (meist prozentualen ) Kosten die Höhe des Gesamtkapitals oder die Höhe der jährlichen Beiträge relevant sind. Meist ist es kein "oder" sondern eine Mischung.

  • Zulagen? Das ist Riester. Hier geht es um Rürup/Basis. :rolleyes:

  • Wieviel ist denn drin, wieviel wurde einbezahlt und wie lange noch bis zur Rente? Welche Rentenfaktoren werden angegeben, was für Kosten werden ausgewiesen?
    Worin und wie wird dein Geld da angelegt? Vertraust du dem Laden ? Willst du immer von diesem Laden abhängig sein? Brauchst du die Rente überhaupt?

    Reite nicht soviel auf der Steuererstattung herum weil die eine schlechte Geldanlage auch nicht besser macht.

    Sehe ich genauso. Am spannendsten wäre für mich da die Frage nach dem Rentenfaktor, also der Höhe und wie "hart" der garantiert ist.

  • Hallo.

    Es steht und fällt mit der Qualität des Vertrages (1. Verzinsung nach Kosten in der Ansparphase 2. Rentenfaktor für die Rentenphase).

    Die Steuererstattung in der Ansparphase bedeutet, dass Du 100 EUR Beitrag zahlst, um bis zu 42 EUR Steuern erstattet zu bekommen.

    Direkt ungefördert langfristig in ETF(s) zu investieren wäre höchstwahrscheinlich effizienter und definitiv flexibler.

    Aber es macht keinen Sinn, die Entscheidungen der Vergangenheit zu betrauern, wichtig ist künftige Entscheidungen faktenbasiert zu treffen.

  • Verstehe.

    Ich würde etwas anders vorgehen. Und mir die Gesamtlaufzeit mittels internem Zinsfuß (IZF) anschauen. Geht prima in Excel oder auch in Web-Rechnern. Man nimmt alle Einzahlungen (das sind deine Eigenbeiträge) mit jeweiligem Einzahlungsdatum. Und als "Auszahlungen" die jeweiligen Steuererstattungen mit Datum und sozusagen als Schluss-Auszahlung das gesamte gebildete Kapital, beispielsweise zum 31.12.2025.

    Dann hast du die jährliche oder annualisierte Rendite über die Vertragslaufzeit.

  • Schonmal Danke für die ganzen Antworten 😊 Sind einige Denkanstöße dabei. Ich denke als ersten Schritt werde ich wohl die Dynamik rausnehmen.


    Folgendes habe ich noch gefunden:

    garantierte Rente je 10.000 EUR Guthaben: 31,29 EUR

    Kosten: 108€ pro Jahr plus 0,18€ je 100€ Gesamtguthaben

    Gesamtguthaben (siehe auch oben) ca. 36000€ (Rentenbeginn mit 67 wäre 2050)

    Und noch was Interessantes: ich kann wohl zwischen konventioneller Verrentung und einem Weg wählen wo ein Teil weiterhin in Fonds angelegt werden. Default ist natürlich konventionell 🙄

  • garantierte Rente je 10.000 EUR Guthaben: 31,29 EUR

    dann müsstest du 26,6 Jahre diese Rente beziehen, um das Guthaben "raus zu bekommen", also ab dem Lebensalter von 94 Jahren übersteigt die Rente das bis zum Alter von 67 Jahren gebildete Kapital. Hierbei sind keine Dynamiken oder Inflation berücksichtigt.

  • Letzten Endes kannst du dir mit den ganzen Informationen zu Kosten, "Rendite", Rentenfaktor, etc. ein Faktengerüst bauen, womit man gut zu anderen Alternativ-Anlagen vergleichen kann.

    Und ggf. auch, ob hier der Anbieter mehr verdient oder du.

    Darüber hinaus und das ist mindestens genauso wichtig wäre aber zu bewerten, ob das Produkt überhaupt zu deiner zukünftigen Lebenssituation passt und du die Nachteile (Zwangsverrentung, geringe Flexibilität, vielfach niedrigere Rendite) für dich selbst höher bewertest als die Vorteile (Absicherung Langlebigkeitsrisiko). (Im Vergleich zu ungefördertem ETF-Sparen)

  • Das versuche ich ja. Aber dazu müsste ich halt wissen wie die Erfahrungswerte bei der Rendite sind 😔 Aber so wie es aussieht ist es wohl am sinnvollsten nur die Garantierente anzunehmen und alle Prognosen unbeachtet zu lassen.

    Ich denke ich werde mich heute mal hinsetzen und die Excel Tabelle die ich gestern angefangen habe, und die die letzten 3 Jahre enthält, mit den restlichen 14 Jahren ergänzen

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