400k sinnvoll für 13 Jahre investieren

  • Aufgrund von Erbschaft muss/darf ich 400k investieren.
    Ziel: noch 13 Jahre arbeiten und dann in Rente gehen.
    Ich würde ETF bevorzugen.


    Tagesgeld als Notgroschen ist vorhanden (50k) + es besteht ein
    ETF mit „HSBC MSCI World UCITS ETF (IE000UQND7H4)“ aus der Vergangenheit
    welcher aktuell nicht weiter bespart wird. (Wert 70k)

    Ich habe soviel (zuviel?) hier und anderswo gelesen, dass ich in Summe
    noch mehr verwirrt bin als einen gute Idee zu haben.
    Innerlich habe ich mich mit dem Pantoffelportfolio von test.de angefreundet.
    Nur weiß ich nicht genau, wie ich das jetzt umsetzen soll.
    Gibts bessere Strategien, Alternativen dazu?

    Vielleicht wird mir hier mit ein wenig Denkanstoß oder gerne auch konkreten Tips
    geholfen.


    Danke schon mal im Voraus für eure Beiträge.

    Wolle

  • Kater.Ka 17. März 2026 um 14:59

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Immobilienkauf erledigt oder nicht geplant? Denn wenn du innerhalb der 13 Jahre plötzlich sehr viel Geld, nämlich >50K brauchst, kann es sein, dass egal welche Anlage gerade ganz mies steht.

    Andernfalls könntest Du mutig alles in einen Welt-ETF (inclusive Emerging Markets und Small Caps, also so "welt" wie's geht) stecken.

  • DrPsycho,

    für seriöse und fundierte Ratschläge Dein Anliegen betreffend

    Aufgrund von Erbschaft muss/darf ich 400k investieren.

    bietet Beitrag Nr. 1 eine - meines Erachtens - etwas "dünne" Daten - und Faktenlage.

    Die Erbschaft könnte (sollte) eine Gelegenheit sein mal (wieder ?) eine finanzielle Bestandsaufnahme zu erstellen. Zumal solche konkreten Fragen immer stimmiger integraler Bestandteil einer finanziellen Gesamtschau sein sollten.

    Typische Aspekte wären hier: Bestehen ggf. noch Verbindlichkeiten (Schulden), könnte irgendwann der Kauf altersgerechten (selbst genutzten) Wohneigentums ein Thema sein oder anstehen, wie sind die zu erwartenden Alterseinkünfte (Rente, Pension, bAV, PRV), besteht ggf. eine absehbare Versorgungslücke ("Rentenlücke" - absehbare späterer Bedarf vs absehbares Renteneinkommen), falls ja, wie ist die voraussichtliche Höhe derselben aber insbesondere auch die Klärung Deiner objektiven Risikotragfähigkeit sowie Deiner subjektiven Risikobereitschaft (Risikotoleranz).

    Aktien (auch Aktien-ETFs) und (vermietete) Immobilien beispielsweise sind - für mich jedenfalls - zwingend mit relativ langem Anlagehorizont verbunden (15 Jahre aufwärts bzw. 20 Jahre aufwärts). Einerseits.

    Andererseits wirst Du wohl kaum in exakt 13 Jahren (Renteneintritt) den sofortigen und vollumfänglichen Zugriff auf die zusätzlichen 400k (bzw. das, was bis dahin durch Anlage oder Investment daraus geworden ist - hoffentlich mehr) benötigen ... !?

    Nur am Rande aber in dem Kontext "Notgroschen"

    Tagesgeld als Notgroschen ist vorhanden (50k)

    Ob das in Deinem Fall eine adäquate "Rücklage für Notfälle" darstellt, mußt Du selbst beurteilen bzw. kannst Du selbst am besten einschätzen.


    Vor der Klärung o. g. Aspekte dürfte es mit konkreten Ratschlägen eher schwierig sein.


    Gute Gedanken und danach ebensolche Entscheidungen wünsche ich Dir !

    2 Mal editiert, zuletzt von Sovereign (17. März 2026 um 15:45)

  • Das Pantoffel-Portfolio ist in meinen Augen perfekt in deinem Fall. Leg dein Risikoprofil fest und verteil das Geld auf einen (weiteren, breit gestreuten) Aktien-ETF (ACWI) und einen Geldmarkt-ETF. Ich würde das glaube ich nicht mit 60/40 moderat offensiv angehen. Und um es einfacher zu machen, je 200.000€ anlegen. Dann bist du inkl. HSBC bei etwa 57/43. Den Notgroschen würde ich so lassen.

  • Aufgrund von Erbschaft muss/darf ich 400k investieren.

    Zunächst mal Herzliches Beileid!

    Ziel: noch 13 Jahre arbeiten und dann in Rente gehen.

    Ein Ziel zu haben ist schon mal gut da man dann konkret auf dieses Ziel hin arbeiten kann.
    Welches Alter hast Du denn in 13 Jahren erreicht, bzw. welche Rente strebst Du aktuell an?

    • Rente für langjährig Versicherte (frühestens mit 63 und Abschlägen von aktuell 0,3% pro Monat früherer Altersrente)
    • Rente für besonders langjährig Versicherte (frühestens mit 65 ohne Abschläge)
    • reguläre Altersrente (ab 67)

    Dabei sollte man bedenken, dass aktuell gerade eine Rentenkommission Vorschläge für eine kommende große Rentenreform erarbeitet. Es kann also gut sein, dass in 13 Jahren andere Regelungen gelten.

    Wie sieht es denn Stand heute mit den Rentenansprüchen aus? Stichwort: zukünftige Rentenlücke?
    Wie hoch wird voraussichtlich Deine zukünftige Altersrente nach heutigem Stand sein?
    Wie viel Geld würdest Du gerne in der Rente monatlich zur Verfügung haben?
    Gibt es noch eine private oder betriebliche AV?
    Ab 50 können ggf. auch freiwillige Zahlungen in die GRV geleistet werden. Auch das kann durchaus eine Überlegung sein. Also einige Rentenpunkte zukaufen und eine spätere Entnahme aus einem ETF.

    Ich würde ETF bevorzugen.

    Tagesgeld als Notgroschen ist vorhanden (50k) + es besteht ein
    ETF mit „HSBC MSCI World UCITS ETF (IE000UQND7H4)“ aus der Vergangenheit
    welcher aktuell nicht weiter bespart wird. (Wert 70k)

    Das liest sich doch gar nicht so schlecht.
    Zusammen mit den 400.000€ ist doch schon mal eine sehr solide Basis vorhanden.
    Der obige ETF wurde erst 2022 aufgelegt. So lange kann die 'Vergangenheit' also noch nicht her sein. :/

    Ermittle zunächst mal Deine voraussichtliche Rentenlücke. Dann kann man mal weiter sehen.
    Als grundsätzliche Lektüre zu Thema Entnahmestrategien empfehle ich einen intensiven Blick auf den Blog von Georg Wieninger: https://www.finanzen-erklaert.de/category/entnahmestrategien/

    Ganz wichtig: In der Ruhe liegt die Kraft. Lieber einen Monat länger über die Zukunft nachdenken als vorschnell finanzielle Fehler zu machen!

  • Tagesgeld als Notgroschen ist vorhanden (50k) + es besteht ein
    ETF mit „HSBC MSCI World UCITS ETF (IE000UQND7H4)“

    D.h. Dein Vermögen ist in Notgroschen und ansonsten 100% Aktien investiert?
    Wie lange machst Du das schon so und wie hat es sich bisher für Dich angefühlt?

    Wenn Du das so beibehalten kannst und willst:
    Liquiditätsplanung für die nächsten 15 Jahre machen:
    Welche Beträge werden wann (ungefähr) benötigt, die nicht aus dem laufenden Einkommen bestritten werden können? Diese Beträge in Bundesanleihen/Geldmarkt ETF.

    Der Rest könnte (entsprechende Erfahrung mit hoher Aktienquote vorausgesetzt) z.B. in eine ACWI IMI investiert werden.

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
    Die Rente zusammen mit BAV wird für uns ausreichend sein.
    Keine Verbindlichkeiten vorhanden, keine Immo Anschaffung geplant.


    Mir geht es tatsächlich nur um eine sinnvolle Anlage dieser Summe welche
    dann für 13 oder mehr Jahre sich hoffentlich gut vermehrt.

    Was dann bis zum Lebensende nicht verbraucht wird, wird vererbt.


  • Dann würde ich einen ausschüttenden weltweit anlegenden ETF empfehlen.
    Entweder einen ETF auf die Indizes MSCI ACWI IMI oder FTSE All World oder, wenn es nicht nur 100% Aktien sein sollen einen Vanguard Life Strategy ETF. Hier würde sich ein LS 80 oder LS 60 anbieten. Diese Life Strategy ETF bilden ein weltweites Aktien- und Anleiheportfolo in einem ETF ab. Vorteil ist die breitere Streuung und das automatische Rebalancing zwischen Aktien und Anleiheteil. Die pot. Rendite ist natürlich geringer als bei 100% Aktien, dafür mindert der Anleiheteil die Volatilität, wenn es an der Börse auch mal bergab geht.

    Dazu dann noch Tagesgeld um den Liquiditätsbedarf für ca. 5 Jahre zu sichern und das wars. So lange Du noch arbeitest legst Du die Ausschüttungen wieder an und ab Unruhestand nutzt Du die Ausschüttungen um etwas Spaß zu haben.
    Und den Kindern/Erben kannst Du das Depot sogar noch mit warmer Hand als sog. Nießbrauchdepot übertragen.

  • Na das sind doch optimale Voraussetzungen! Dann könntest Du tatsächlich alles in einen Welt-ETF stecken - angesichts der aktuellen Lage vielleicht nicht alles auf einmal, sondern häppchenweise. In der ETF-Suche bei finanztip findest Du sicher was.

    Ob thesaurierend oder ausschüttend, ist Geschmackssache. Ausschüttend macht mehr Spaß: dann kommt ab und an ein größerer Betrag und Du kannst je nach Lust+Laune entscheiden, ob Du davon neue Anteile kaufst oder ihn auf den Kopp haust für irgendwas, was nicht sein muss, Dir aber Freude macht, ihn spendest oder was weiß ich was damit machst. Thesaurierend hat dagegen den Vorteil, dass Du Dich um rein gar nichts mehr kümmern musst.

    Pantoffel-Portfolio ... brauchst Du denn überhaupt einen "sicheren" Anteil, also einen zweiten Pantoffel?

  • Ihr seid alle so gut zu mir! :thumbup: Vielen Dank nochmals. :thumbup:

    monstermania Danke für die konkreten Hinweise. Die LS 80/60 werde ich mir mal ansehen. Wie und ob ich den Invest dann aufteile werde ich dann sehen.
    Mit dem ACWI muss ich mich ja nicht mehr um rebalancing kümmern. Richtig?

    Evaluise Ebenfalls danke für den Tip, dass klingt sinnvoll weil, ausschüttend macht Spaß.;)
    Hatte ich so nicht auf dem Schirm. War bis jetzt immer thesaurierend unterwegs.

    fabiosoWerde ich hier auf jeden Fall machen.

    Wirklich toll, danke nochmal. <3

  • monstermania Danke für die konkreten Hinweise. Die LS 80/60 werde ich mir mal ansehen. Wie und ob ich den Invest dann aufteile werde ich dann sehen.
    Mit dem ACWI muss ich mich ja nicht mehr um rebalancing kümmern. Richtig?

    Der Anleiheteil in den LS-Produkten ist kein Sicherheitsbaustein, da es sich um ein Portfolio aus weltweiten Unternehmens- und Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten handelt (Währungsgesichert).
    So ein LS zählt m.E. voll zum Risikoteil des Portfolios. Allerdings korrelieren Anleihen/Aktien i.d.R. nicht miteinander, so dass die Volatilität im Risikoteil verringert wird. Und genau, wenn der Aktienteil sinkt, wir in den LS automatisch aus dem Anleiheteil umgeschichtet damit es mit 80% Aktien (oder 60%) wieder passt.

  • Zusatzfrage:

    In welchen Abständen und Tranchen wäre es denn sinnvoll ETF zu kaufen?

    4x 100k pro 4 Wochen
    8x 50k pro 8 Wochen, oder…oder…oder.

    Ich weiß gibt auch hier keine feste Handlungsanweisung. Mich interessiert auch nur
    eure Meinung aufgrund eurer Erfahrung.

  • 4x 100k pro 4 Wochen
    8x 50k pro 8 Wochen, oder…oder…oder.

    Mach wie Du es für richtig hältst.

    Zumeist wäre eine einmalige Investition am Besten gewesen!
    https://www.finanzen-erklaert.de/500-000-euro-i…oder-auf-raten/

    Man beachte den folgenden Absatz:
    Viel wichtiger: der vermeintliche Super-GAU, der unmittelbare Crash nach dem All-In Einstieg, ist gar nicht die größte aller Katastrophen. Viel schlimmer und renditeschädlicher wäre es zunächst in Raten einzusteigen, und dann den (bereits früher erwarteten) großen Crash zu erleben. Das schlechteste aus beiden Welten sozusagen. Erst die Rendite verpassen und dann noch der Kurseinbruch bei vollem Investment. Die Schlussfolgerung aus dieser Überlegung muss also sein: sofortiger Markteinstieg. All-In Strategie.

    Um bei Deinem Beispiel zu bleiben. Du verschiebst Dein Risiko um 4 Monate oder um 8 Monate in die Zukunft. Irgendwann sind die 400K halt investiert. Und wenn der große Crash in 12 Monaten kommt hat es Dir auch nicht viel genutzt.

  • Um bei Deinem Beispiel zu bleiben. Du verschiebst Dein Risiko um 4 Monate oder um 8 Monate in die Zukunft. Irgendwann sind die 400K halt investiert. Und wenn der große Crash in 12 Monaten kommt hat es Dir auch nicht viel genutzt.

    Klingt logisch und absolut nachvollziehbar

    Vielen Dank.

  • Das ist eine Frage, die ich mir auch schon vor mehreren Wochen gestellt habe. Ich habe es dann einfach mal getan. Allerdings bin ich nicht all-in gegangen, sondern war doch noch sehr zurückhaltend. Ich bin jeden Tag wieder überrascht, wie stabil die Märkte sind. Die Kurse sind nicht weit entfernt vom Allzeithoch. Obwohl jeden Tag offensichtlicher wird, in welchem Blindflug sich die USA befinden.

  • Ist ja bekannt ... aber hätte irgendjemand hier den Nerv, ausgerechnet heute den gesamten Betrag in egal welchen Welt-ETF zu stecken? Ich nicht.

    Kann ich verstehen. Ist mir im Dezember 2019 auch so gegangen. Schließlich waren die Kurse gerade auf einem ATH.
    Ich hatte dann aber im April 2020 auch nicht den Nerv nochmal kräftig nachzuschießen. :/
    Und als ich Ende 2021 endlich voll investiert war, brach erst Big-Tech ein und dann begann der Ukraine-Krieg.:/
    Aus heutiger Sicht, wäre es am Besten gewesen, wenn ich im Dezember 2019 einfach mein gesamtes für die Börse bestimmtes Kapital investiert hätte. :rolleyes:
    Seit 2022 mach ich es im Übrigen auch so. Wenn Geld oberhalb des regelmäßigen Sparplans da ist, wird das investiert!

    Aktuell steht mein Elternhaus zum Verkauf. Und wenn das Haus verkauft ist und das Geld da ist, wird es umgehend vollständig investiert.

  • Ist ja bekannt ... aber hätte irgendjemand hier den Nerv, ausgerechnet heute den gesamten Betrag in egal welchen Welt-ETF zu stecken? Ich nicht.

    Die persönlich richtige Aktienquote zu finden, ist tatsächlich nicht so einfach.
    Der von Dir genannte Gedanke kann aber helfen.
    Das Halten eines bestimmten Depotbestands entspricht dem Kauf dieses Bestandes heute.

    Wenn mein Depot bspw. 500.000€ umfasst mit 70%Aktien/30% Geldmarkt. Würde ich 500.000€ heute genau so investieren? Dann passt die Aktienquote.

    Wäre mir das zu heiß? Dann ist die Aktienquote zu hoch.

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