Hallo,
ich habe meine langjährigen AG vor einem Jahr im Alter von 56 mit Abfindung verlassen und bin jetzt Privatier und werde das bis zur Rente auch bleiben. Nun meldet sich die Direktversicherung die ich beim gleichen AG in 2004 abgeschlossen habe (jeweils jährlich 1752€ einbezahlt) und 'droht' mit Kündiging in einem Monat (augenscheinlich vom AG geduldet), weil der letzte Beitrag von 1752€ nicht gezahlt wurde (weil ich ja kein AG mehr habe). Reguläres Enddatum der Versicherung wäre Dez 2033 und bei normalem Verlauf hätte ich dann ein einmaliges Gesamtkapital von 75.000€. Würde ich es jetzt beitragsfrei stellen, bekäme ich in 2033 statt dessen 56.000€. Bei Kündigung würde ich jetzt 43.000€ erhalten (habe keinen dringenden Bedarf). Freiwillig weiter einzahlen möchte ich nicht.
Frage ist nun, was ist besser: Beitrag freistellen und Auszahlung von 56.000€ in 2033 oder Kündigung und Auszahlung von 43.000€ jetzt?
Ich traue mir zu die 43.000€ bis 2033 so anzulegen (z.B: ETF-Fond), dass ich in 2033 mehr als 56.000€ haben werden. Somit wäre es besser die Kündigung in einem Monat abzuwarten. Was mir jedoch nicht klar ist:
- Wie wird das jeweils besteuert, wenn ich jetzt oder in 2033 die Auszahlung bekomme? Wäre eine Auszahlung jetzt stuerlich sinnvoller (als Privatier keine Einkünfte ausser Kapitalerträge), als die Auszahlung in 2033 (zusätzlich noch Rente als Einkünfte)? Was gibt es da sonst noch zu berücksichtigen?
- Was ist bei einer Kündigung mit den steuerlichen Vorteilen die ich in den letzten 22 Jahren beim Besparen der Versicherung hatte - wird das jetzt in irgendeiner Weise von mir zurückgefordert? Muss ich also gesparten Steuern und Sozialabgaben zurück zahlen und gilt das in jedem Fall oder wovon hängt das ab? Es ist ja nicht im Sinne des Staates, vorzeitig aus einer solchen geförderten Altersvorsorge auszusteigen. Welche Nachteil drohen mir da also konkret in welcher Höhe?
Das ganz trifft mich gerade ziehmlich überraschend, denn bisher habe ich geglaubt, dass eine Kündigung gar nicht möglich ist. Jetzt muss ich mir innerhalb von einem Monat klar werden, ob ich mich über die angedrohte Kündigung freuen soll, oder ich dafür kämpfen soll, dass die beitragsfrei weiterläuft bis zum regulären Ende. Das bAV generell keine gute Idee war, weiß ich inzwischen - jetzt geht es nur noch darum das bestmöglich abzuschließen.
Bin für jede fundierte Antwort die mir die Entscheidung erleichter dankbar! Sind dazu weitere Infos von mir erforderlich gerne fragen.