Steuerfreie aber risikoreiche Aktien behalten oder in ETFs umwandeln?

  • Hallo,

    wir haben ein Aktiendepot mit Siemens AG und Siemens Energy Aktien geerbt. Diese wurden vor 2009 erworben und unterliegen somit nicht der Abgabenpflicht auf die Kapitalerträge. Mit unseren anderen Sparplänen fahren eigtl. grundsätzlich die Strategie von langfristigen Anlagen zur Altersvorsorge und wollen das Risiko eigtl. minimieren. Wenn wir die Aktien nun verkaufen und in einen All World ETF wandeln können wir das Risiko verringern und wir können den gesamten Ertrag bis heute vollständig investieren. Dafür zahlen wir dann in 20 Jahren auf die Erträge 25% Steuern. Sollten wir die Aktie behalten, könnten wir die volle Wertsteigerung über die kommenden 20 Jahren steuerfrei monetarisieren. Der Wert der Aktien liegt aktuell bei um die 200.000€.
    Was würdet ihr tun?

  • Kater.Ka 24. April 2026 um 15:00

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Der Kursanstieg der letzten Zeit ist beeindruckend. Es gab auch auch sehr lange Jahre in denen die Siemensaktie nur vor sich hingedümpelt ist, bitte mal den Langfristchart ansehen. Falls die beiden Aktien die Dynamik der letzten Zeit behalten würden, dann wäre ein Verkauf absolut nicht sinnvoll, aber wer kennt schon die nächsten 20 Jahre?

    Generell: wenn die 200.000 Euro einen wesentlichen Anteil deines Gesamtdepots ausmachen, dann ist das Klumpenrisiko zu groß, Kursverlauf hin oder her. Aber auch die mentale Komponente darf nicht unberücksichtigt bleiben.

    Es ist eine Sache in einem Welt-Index investiert zu sein und mit der Masse mitzulaufen. Schwieriger wird es, wenn die Aktie vorübergehend (?) einbricht, der Welt-Index aber stabil bleibt, weil gerade mal wieder eine Branche besonders boomt. Was machst du, wenn deine Aktien dann nur noch 150.000 Euro wert sind? Wirst du abwarten und an die Zukunft von Siemens glauben oder wirst du dann zum geringeren Kurs verkaufen und in den Welt-Index flüchten?

    Ich halte es nicht für verkehrt, dass man einige oder viele Schäfchen ins Trockene führt, wenn man unsicher ist, ob man eine größere Kursdelle aussitzen kann, die ganz sicher kommen wird.

  • Was würdet ihr tun?

    Ich würde mir überlegen, ob die 200k€ ein (wesentlicher) Teil meiner Altersvorsorge sind oder ob der Betrag bei der Fortführung des bisherigen Pland diese ergänzen.

    Da 200k€ bei mir ein wesentlicher Anteil meiner Altersvorsorge "in 20 Jahren" (gewesen) wäre und ich damals ein Erbe nicht fest eingeplant hatte, hätte ich keine Lust auf das Risiko, genauo wenig Lust, mich regelmäßig um die Zukunftsaussichten von Siemens zu kümmern. Damit würde ich das Geld umschichten und meine eigene Strategie weiter verfolgen.

    dafür zahlen wir dann in 20 Jahren auf die Erträge 25% Steuern.

    Woher kommt die Panik für den Steuern auf zukünftige Gewinne?

    Wenn ihr die Steuern aber in 20 Jahren zahlt, dann ist der Betrag wohl fix für den Verkauf in 20 Jahern eingeplant. Ich werde mein Depot nicht mit Entnahmebeginn vollständig umschichten/auflösen. Ich wüsste auch nicht, was ich dann mit 200k€ plus Gewinn (ohne Gewinn gibt es keine Steuern) als Einmalsumme sollte. Das gilt auch, wenn der Betrag als Sicherheit für die Finazierung meines Ruhestands über 3-4 Jahre genuztt würde.

    Am Ende musst Du selber spekuliren, wie Siemens in 20 Jahren aufgestellt ist, ob der Gewinn dann für euch höher ist wie im ETF, wie ihr mit möglichen Schwankungen eines einzigen Unternehmens bis zum (recht fixen) Entnahmebeginn umgeht usw.

  • Wieviel vom Gesamtvermögen machen diese 200k€ aus?

    Bis 10% hätte ich jetzt kein Problem, darüber hinaus wäre ich lieber breiter aufgestellt.

    Kann aber auch sein das Siemens die nächsten 20 Jahre alles outperformt……


    Ob das höhere Risiko belohnt wird kann ich dir in 20 Jahren sagen….

  • Da 200k€ bei mir ein wesentlicher Anteil meiner Altersvorsorge "in 20 Jahren" (gewesen) wäre und ich damals ein Erbe nicht fest eingeplant hatte, hätte ich keine Lust auf das Risiko, genauo wenig Lust, mich regelmäßig um die Zukunftsaussichten von Siemens zu kümmern. Damit würde ich das Geld umschichten und meine eigene Strategie weiter verfolgen.

    Das ist für mich eine entscheidende Frage in einer solchen Situation: Will ich die (wenn auch erfolgreiche) Strategie eines anderen verfolgen oder habe ich eine eigene?

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