Geldanlage Neuausrichtung

  • Hallo in die Runde,

    nachdem ich mich in den letzten Wochen mal eingehend mit meinen Finanzen beschäftigt habe, würde ich es sehr zu schätzen wissen, wenn ich eure Meinung zu meinen aktuellen Produkten erhalten würde und ob sich euer Urteil hierzu mit meinem deckt. Ich hoffe, dass derlei Anfragen hier erwünscht sind.

    Kurz zu meiner Person: Ich bin 34 Jahre alt, habe mich bis vor 2 Jahren nicht mit Geldanlagen beschäftigt und deswegen mein Portfolio der Bequemlichkeit zuliebe von einem Finanzberater einrichten lassen.

    Dabei habe ich folgende Posten (Guthaben ca. 50.000 €)

    DWS Euro Flexizins NCDE0008474230
    DWS Vermögensbildungsfonds I LDDE0008476524
    ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT EUR R01 (A) (EUR)AT0000705660
    Pictet - Robotics-P EURLU1279334210
    AB SICAV I - International Health Care Portf. A EURLU0251853072
    Pictet - Water-P EURLU0104884860
    Pictet - Clean Energy Transition-P EURLU0280435388
    Fidelity Funds - Global Technology Fund A (EUR)LU0099574567
    green benefit Global Impact Fund PLU1136260384
    Vontobel Fund - Global Environmental Change B-EURLU0384405600
    DWS Invest Artificial Intelligence LCLU1863263346
    ÖkoWorld ÖkoVision Classic CLU0061928585

    Insbesondere die Ausgabeaufschläge (5 %) sowie die teilweise hohen laufenden Kosten (2-3 %) sind mir aktuell ein Dorn im Auge.

    Darüber hinaus habe ich eine fondsgebundene Rentenversicherung (HDI CleverInvest Privatrente HARF22) mit einem Guthaben von ca. 5.000 €. Auch hier erscheinen mir Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Kosten sowie Fondskosten sehr hoch.

    Ich liebäugle damit, alle meine Posten zu verkaufen, selbst ein Portfolio einzurichten und lediglich einen weltweiten Fonds zu besparen. Falls ihr zu dem selben Urteil kommt, bin ich mir unsicher, wie ich den Ausstieg angehen soll und wäre hier über Tipps sehr dankbar.


    Darüber hinaus habe ich mir vor ca. 10 Jahren einen Bausparer aufschwatzen lassen, der in ein paar Monaten zuteilungsreif wird (Guthaben ca. 15.000 €, Darlehen ca. 32.000 €). Leider habe ich keine Immobilie/Renoveriung etc. in Aussicht, würde am liebsten das Darlehen in einen ETF stecken. Aber der Bausparer ist zweckgebunden. Gibt es denn trotzdem Möglichkeiten für meinen Wunsch?

    Ich danke euch bereits im Voraus, sich in meinen Fall einzudenken und jedem/jeder fürs Zeit nehmen.

  • Kater.Ka 6. Mai 2026 um 06:02

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Willkommen im Forum.

    Da hast du dir ja als typisches „Opfa“ der Finanzindustrie den ganzen Fundus an Grausamkeiten „verpassen“ lassen.

    Hast du denn auch Rücklagen für unerwartete Ausgaben? Den berühmten „Notgroschen“ erwähnst du nicht.

    Du fragst, wie du die ungeliebten Fonds denn loswerden könntest?
    Wo lagern die denn bitte in welchem Depot bei welcher Bank?

    „Von einem Finanzberater einrichten lassen“…….schreibst du.

    Wann ? Fummelt der da dauernd noch dran rum? 12 Fonds bei insgesamt 50.000 Euro Volumen sind schon eine kleinteilige und teure Angelegenheit.

    Wieviel Gewinne hast du gemacht ?

    Zur Rentenversicherung: wann hast du die abgeschlossen ? Was zahlst du da konkret ein ?

    Also etwas mehr Infos braucht man schon.

    Und die komische Idee, ein theoretisches zweckentfremdetes Darlehen einer Bausparkasse in ETF zu investieren, lassen wir mal schön bleiben.

  • Gut das du deine Finanzen selber in die Hand nimmst.

    wie ich den Ausstieg angehen soll und wäre hier über Tipps sehr dankbar.

    ASAP: Aus deinen 12 Fonds mache 1-2 und diese Kostengünstig und prognosefrei weltweit in Aktien anlegend.

    Die teuren Fonds würde ich sofort verkaufen.

    Ich liebäugle damit, alle meine Posten zu verkaufen, selbst ein Portfolio einzurichten und lediglich einen weltweiten Fonds zu besparen

    Nicht nur liebäugeln sondern machen. Wie schnell ist Nix passiert.

    Darüber hinaus habe ich eine fondsgebundene Rentenversicherung (HDI CleverInvest Privatrente HARF22) mit einem Guthaben von ca. 5.000 €. Auch hier erscheinen mir Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Kosten sowie Fondskosten sehr hoch.

    Dürfte aller Voraussicht nach Kostenverseuchter Finanzschrott sein und gehört dem Depot zugeschlagen, BU Versicherung hast du? Dein Humankapital dürfte dein größter Wert in deinem Portfolio sein und gehört abgesichert.

    Kannste mal hier nachlesen:

    https://www.bundderversicherten.de/downloads/info…ersicherung.pdf

    würde am liebsten das Darlehen in einen ETF stecken. Aber der Bausparer ist zweckgebunden. Gibt es denn trotzdem Möglichkeiten für meinen Wunsch?

    Auf das Darlehen verzichten und das Freiwerdens Geld in den ETF stecken. Aber vorher auf mögliche Bonuszinsen achten. Und vielleicht kannst du noch Gebühren vom Bausparkonto zurück holen.

    https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-ve…n-zurueck-10855


    Viel Erfolg bei der Umsetzung und dir gute Finanzentscheidungen.

  • Ich liebäugle damit, alle meine Posten zu verkaufen, selbst ein Portfolio einzurichten und lediglich einen weltweiten Fonds zu besparen. Falls ihr zu dem selben Urteil kommt, bin ich mir unsicher, wie ich den Ausstieg angehen soll und wäre hier über Tipps sehr dankbar.

    Allen Mut zusammen nehmen und das Zeug verkaufen, egal ob die Position im Minus ist oder du Gewinne versteuern musst, weil über dem Sparerpauschbetrag. Augen zu und durch. Einzig wäre überlegenswert, was für Gebühren du beim Verkauf bezahlst in deinem Depot und ob da nicht ein Umzug zu einem günstigen Depotanbieter lohnen würde (müsstest nur prüfen ob du da jede Postion mitnehmen kannst)

  • Einzig wäre überlegenswert, was für Gebühren du beim Verkauf bezahlst in deinem Depot und ob da nicht ein Umzug zu einem günstigen Depotanbieter lohnen würde (müsstest nur prüfen ob du da jede Postion mitnehmen kannst)

    Deswegen hatte ich ihn gefragt, wo dieses Zeug überhaupt lagert.
    Eventuell kann man das ganz gemütlich an die Fondsgesellschaften zurückgeben.

    Wenn der so genannte Berater noch mit dem Boot sitzt, wird natürlich hektisch aktiv werden und mit schrecklichen Angstszenarien versuchen, Einfluss zu nehmen.

  • Willkommen im Forum,

    die vielen Fonds in deinem Depot. Ich wage zu bezweifeln, dass du dich bewusst für die Themen usw. entschieden hast, sondern der Berater meinte "das wäre gut". Vermutlich hast du sowieso viele Überschneidungen.

    Darüber hinaus habe ich eine fondsgebundene Rentenversicherung (HDI CleverInvest Privatrente HARF22) mit einem Guthaben von ca. 5.000 €. Auch hier erscheinen mir Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Kosten sowie Fondskosten sehr hoch.

    In den ersten 5 Jahren zahlst du mit den Beiträgen fast nur Abschlusskosten (Provision) ab. Vermutlich hat der Vertrag eine negative Rendite von Summe Einzahlungen (also was vom Konto bei dir abfließt) zu dem Betrag was im Rentenmantel ist. Es gibt sicherlich brauchbare, sehr kostengünstige Rentenversicherungen, ich vermute allerdings, dass diese dort nicht dazu zählen wird. Du kannst in den Vertrag ja schauen, was sind die Kosten, was ist der Garantierte Rentenfaktor usw. Ohne genaue Zahlen ... Tendenz wäre aber sehr in die Richtung: Weg mit dem Schrott.

    BU Versicherung hast du? Dein Humankapital dürfte dein größter Wert

    Das ist wohl eine der wichtigsten Hinweise! BU-Versicherung für dein Humankapital, denn das dürfte vermutlich > 1 Mio. € sein. Bei der BU-Versicherung rate ich dir über einen Versicherungsmakler oder Honorarberater zu gehen. Kein Verkäufer einer Versicherungsgesellschaft.

    ASAP: Aus deinen 12 Fonds mache 1-2 und diese Kostengünstig und prognosefrei weltweit in Aktien anlegend.

    Die teuren Fonds würde ich sofort verkaufen.

    Wie bereits gesagt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Verkauf der Fonds und das Umschichten in einen breitgestreuten Welt-ETF dir langfristig deutlich mehr Rendite, bei vielleicht sogar geringerem Risiko (da weniger Klumpen) und definitiv bei weniger Kosten bescheren.

    Ich liebäugle damit, alle meine Posten zu verkaufen, selbst ein Portfolio einzurichten und lediglich einen weltweiten Fonds zu besparen.

    Depot eröffnen, dir einen Welt-ETF aussuchen. Es gibt ja verschiedene Indizes und dazu verschiedene ETF-Produkte. Als Beispiel: FTSE All World, Prime All Country World, ACWI, Scalable-Welt-ETF, ...
    Aus meiner eigenen Erfahrung ist weniger mehr. Ein ETF reicht vollkommen aus, damit deckst du die gesamte Weltwirtschaft (in den Beispielen oben nach Marktkapitalisierung) ab.

    Vor dem Verkauf würde ich folgendes prüfen:

    • Verkaufskosten beim aktuellen Broker/Depot
    • Handelbarkeit der Fonds beim neuen Depot und dortige Kosten
    • Erst Verlustpositionen verkaufen, dann die Gewinnpositionen (steuerliches gegenrechnen)

    Darüber hinaus habe ich mir vor ca. 10 Jahren einen Bausparer aufschwatzen lassen, der in ein paar Monaten zuteilungsreif wird (Guthaben ca. 15.000 €, Darlehen ca. 32.000 €). Leider habe ich keine Immobilie/Renoveriung etc. in Aussicht, würde am liebsten das Darlehen in einen ETF stecken.

    Das Darlehen des Bausparvertrages kann nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Daher ist ein Investment in den Kapitalmarkt nicht erlaubt. Je nach Zinssatz, den du bekommst, wenn du auf das Darlehen verzichtest kannst du dir überlegen:

    • ich verzichte auf das Darlehen und behalte die Zinsen - Bausparvertrag als liquide, doch schnell verfügbares Geld
    • Bausparvertrag auf Darlehen verzichten, das Kapital entnehmen und in deinen neuen ETF stecken

    Und vielleicht kannst du noch Gebühren vom Bausparkonto zurück holen.

    Die Kontoführungsgebühren beim Bausparvertrag sind u.a. nicht zulässig und diese kannst du i.d.R. relativ einfach über ein Formular der Bausparkasse zurückfordern. Du musst allerdings selber aktiv werden.

    Kurz zu meiner Person: Ich bin 34 Jahre alt, habe mich bis vor 2 Jahren nicht mit Geldanlagen beschäftigt

    ...wenn du an's Umschichten rangehst, folgender Gedanke:

    Ist dein Risikolevel 1 für dich passend definiert?
    Heißt: Dein "Cash" vs. "Aktien". Deine Risikotoleranz und Schwankungstragfähigkeit.

    • Notgroschen für dich vorhanden?
    • Liquide Rücklagen/Risikoarme Anlagen (z.B. Tagesgeld, Festgeld, kurzlaufende Anleihen, Geldmarkt-ETF, iBonds, ...)

    Ansonsten bin ich einen ähnlichen Werdegang vor einigen Jahren gegangen. Alles verkauft und in breitgestreute ETFs umgeschichtet. Die Rendite, die Kosten und die eigene Entscheidungsfähigkeit gibt mir Ruhe.

  • Ich bin sehr positiv überrascht und dankbar. Wahnsinn wie hilfsbereit und verständnisvoll ihr eure Erfahrungen und Einschätzungen mit Laien teilt. Vielen Dank dafür.

    Ich versuche die gestellten Fragen gesammelt so genau wie möglich zu beantworten

    • Notgroschen = ca. 5.000 € auf meinem Girokonto.
    • Broker = MorgenFund
    • Das Depot wurde vor einmalig eingerichtet und seitdem wurde da nicht mehr rumgefummelt.
    • Ich bin mir unsicher, wo ich eine konkrete Auflistung über das eingezahlte Vermögen und Gewinn sehe. Wenn ich mir bei der Übersicht die letzten 3 Jahre anzeigen lasse, habe ich 40 % (16.300 €) Gewinn erzielt. Mir ist bewusst, dass es gut gelaufen ist und dass es nicht heißen muss, dass die Gewinne konstant so bleiben.
    • BU habe ich mich aktiv dagegen entschieden, da ich als Beamter ein ruhefähiges Gehalt bekomme.


    • Rentenversicherung:

      abgeschlossen 01.03.2023, anfangs 200 € eingezahlt, mittlerweile 100 €monatlich.

    Guthaben: 5.104 €,

    jährliche Abschluss- und Vertriebskosten = 286 €

    jährliche laufende Kosten = 183 €

    jährliche Fondskosten = 47 €

    keine garantierten Leistungen vereinbart


    Meine offenen Fragen:

    • Wenn ich alle Fonds verkaufe, fallen für mich wohl nicht unerhebliche Steuern ein. Lieber alles auf einmal verkaufen oder über Jahre staffeln, um Freibeträge zu nutzen. Oder wäre es doch günstiger, die Fonds zu behalten, um den Zinseszins auf die Steuern, die dann wegfallen, zu nutzen? Oder fressen meine laufenden Kosten die Zinsen langfristig auf?
    • Ich tendiere dazu, alle meine Fonds zu verkaufen und von dem Geld einen weltweiten ETF (Vanguard FTSE All-World UCITS ETF ) bei trade-republic zu kaufen.
    • Fraglich für mich, was ich mit der Rentenversicherung mache. Hier habe ich in den 3 Jahren bereits hohe Abschluss- und Vertriebskosten bezahlt. Einfach stilllegen und weiterlaufen lassen oder Fonds verkaufen und ebenfalls in den FTSE All-World stecken?
    • Tomarcy + DidiRich: Kann aktuell eure Nachfrage bzgl Gebühren und „an die Fondsgesellschaften zurückgeben“ nicht verstehen. Könntet ihr mir bitte nochmal genauer erklären, was ihr damit meint?
    • Julian-2: Würde das für mein Hintergrundwissen genauer verstehen wollen, warum erst Verlustpositionen verkauft werden sollen und dann die Gewinnpositionen. In welchem zeitlichen Abstand meinst du das?


    Um weitere Einschätzungen bin ich sehr dankbar.

  • Moin Captain_Tsubasa

    auch von mir ein herzliches Willkommen im FT Forum.

    Level 1: Selbsterkenntnis -> :thumbup:

    Level 2: DIY Anleger und finanzieller Selbstentscheider werden -> du hast die richtigen Gedanken und wendest dich an viele erfahrene und kluge Köpfe hier im FT-Forum :thumbup:

    Level 3: Finanzziele und Strategie festlegen -> :?:

    Level 3: mMn "aufräumen" und Kompass neu ausrichten. Konkret: deinem Anlageberater (-verkäufer) transparent und ehrlich mitteilen, dass du das Heft selber in die Hand nimmst. Vermutlich neues Depot eröffnen. Altlasten verkaufen (alle aktiven Fonds). Ggf. Aufbau eines Notgroschen (bspw. 3-6 Monatsausgaben) auf TGK. Neuanlage und Sparplan im neuen Depot (KISS -> 1-ETF Lösung).

    Level 4: frei werdendes BS-Guthaben auch in das Depot überführen und anlegen

    Level 5: in Ruhe Gedanken über die PRV machen, in jedem Fall eine Dynamisierung stoppen. Viele gute und wertvolle Fäden zu diesem Thema findest du hier im Forum. Sonst einfach nochmal mit konkreten Zahlen einen Faden starten.

    Viel Erfolg und LG Finanzschlumpf

  • Wie bereits gesagt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Verkauf der Fonds und das Umschichten in einen breitgestreuten Welt-ETF dir langfristig deutlich mehr Rendite, bei vielleicht sogar geringerem Risiko (da weniger Klumpen) und definitiv bei weniger Kosten bescheren.

    Da schließe ich mich an. Wenn dein Freistellungsauftrag ausreicht (davon gehe ich bei der Zusammenstellung aus), würde ich gleich alles verkaufen und in einen Welt-ETF stecken. Ansonsten kannst du das auch über zwei Jahre strecken.

    Wie viel ist denn in dem Flexizins drin? Den könntest du als geldmarktnahen Sicherheitsbaustein behalten (und zusätzlich weiter besparen), den nutze ich auch. Besparen geht bei den meisten Brokern kostenlos, bei manchen (ING) ist der Verkauf zu teuer.

  • Tomarcy + DidiRich: Kann aktuell eure Nachfrage bzgl Gebühren und „an die Fondsgesellschaften zurückgeben“ nicht verstehen. Könntet ihr mir bitte nochmal genauer erklären, was ihr damit meint?

    In der Regel kann man Fonds kostenlos an die Fondsgesellschaft zurückgeben (z.B. den Flexizins an die DWS), sodass keine Verkaufskosten entstehen. Das geht nur bei manchen Depots nicht, aber das müsste man mal das MorgenFund-Preis-und-Leistungs-Verzeichnis checken.

  • Aus den AGB:

    Zitat

    Aufträge zur Rückgabe von Anteilen durch den Kunden führt das Institut im Wege des Finanzkommissionsgeschäftes aus. Die Rückgabe durch den Kunden erfolgt zum Netto­inventar­wert der Anteile abzüglich des eventuell anfallenden Rück­nahmeabschlags (Rücknahmepreis) zzgl. ggf. anfallender Transaktionsentgelte.

  • Flexizins nur 60 €.


    Ansonsten habe ich im Preis-Leistungs-Verzeichnis nachgelesen, dass es wohl keine Verkaufsgebühr bei morgenfund gibt.

    Der Freistellungsauftrag reicht nicht aus. In den letzten 3 Jahren (solange ich das Depot habe), zeigt die Wertentwicklung 16.000 € Gewinn an. Bin mir deswegen unsicher, ob ich alles auf einmal verkaufen soll, oder auf mehrere Jahre um den Freibetrag öfters zu erhalten.

  • Julian-2: Würde das für mein Hintergrundwissen genauer verstehen wollen, warum erst Verlustpositionen verkauft werden sollen und dann die Gewinnpositionen. In welchem zeitlichen Abstand meinst du das?

    Zeitlicher Abstand in Sinne von Reihenfolge der Orders. Ich vermute du bist in DE steuerpflichtig, d.h. du hast oben eine Batterie an verschiedenen Fonds. Falls keiner davon eine negative Kursperformance hat, hat sich die Frage erübrigt. Andernfalls:

    Fond A: -5.000 € Kursverlust -> Verkaufen = Verlusttopf von -5.000 €

    Fond B: +8.000 € Kursgewinn -> Verkaufen -> mit Verlusttopf gegengerechnet = -5.000 € + 8.000 € = +3.000 € -> 3.000 € sind zu versteuern

    Kleiner Exkurs, welcher für dich irrelevant sein sollte, da du im Gesamten Kursgewinne hast:
    Ansonsten kannst du bei der Bank auch eine Bescheinigung über den Verlusttopf beantragen und diesen Verlusttopf mit dem Gewinnen aus einem anderen Depot über die Steuererklärung gegenrechnen. Nur beachten: In DE gibt es verschiedene Verlusttöpfe, sodass nicht jeder mit jedem verrechnet werden kann (ETFs & Fonds können gegengerechnet werden. ETF mit Aktien nicht).

    Du kannst mit dem ETF-Wechselrechner von Finanzfluss es durchgehen. Meiner Erfahrung nach, wird sich trotz Steuerereignis und überschaubaren Kursgewinnen zügig amortisieren.

    Überschlägig eingegeben:

    https://www.finanzfluss.de/rechner/etf-wechseln/

    Wenn ich alle Fonds verkaufe, fallen für mich wohl nicht unerhebliche Steuern ein. Lieber alles auf einmal verkaufen oder über Jahre staffeln, um Freibeträge zu nutzen. Oder wäre es doch günstiger, die Fonds zu behalten, um den Zinseszins auf die Steuern, die dann wegfallen, zu nutzen? Oder fressen meine laufenden Kosten die Zinsen langfristig auf?

    Deine Kosten für die Fonds fressen deine Rendite auf. Nachdem du dir Gedanken über deine zukünftige Struktur (Notgroschen, Level-1-Allokation, Auswahl breit gestreuten-ETF, Depot, ...) gemacht hast, würde ich trotz Steuerereignis es in einem Zug machen. Bei 20.000 € Kursgewinn (ca. 40% von 50.000 €) würde der Prozess sonst 20 Jahre gehen :huh: Gewinne realisieren, und im ETF neu starten. Somit startet deine Steuerlast wieder bei 0.

    Wenn ich deinen Fonds Verwaltungskosten von 1,5 % p.a. unterstelle, zahlst du bei 50.000 € Volumen jedes Jahr rund 750€ an Kosten an die Fondgesellschaften. Im Vergleich dazu im ETF (TER 0,2%) nur ca. 100 €. Du kannst dir selber überlegen, was dich mehr kostet: Einmal Steuern zahlen oder stückchenweise aufgrund Pauschbetrag nur umschichten.

    Fraglich für mich, was ich mit der Rentenversicherung mache. Hier habe ich in den 3 Jahren bereits hohe Abschluss- und Vertriebskosten bezahlt. Einfach stilllegen und weiterlaufen lassen oder Fonds verkaufen und ebenfalls in den FTSE All-World stecken?

    Die bereits gezahlten Kosten sind verloren. Diese musst du gedanklich abschreiben. Es zählt nur was du weiterhin machst, also mind. 516€ Kosten p.a. zahlen ...
    Deine jährlichen Kosten von 516 € sind 10% vom aktuellen Guthaben und sind 40% von deiner jährlichen Sparrate. Ich habe mich von solchen Produkten getrennt, denn wenn du es dir nicht selbst ausrechnen kannst, was du am Ende sparst (Auszahlung mit Halbeinkünfteverfahren, Besteuerung mit vollen Sozialabgaben, mit pers. Einkommenssteuersatz, ...). Wie der Vorredner gesagt hat, in Ruhe die Zahlen/Daten sich anschauen, denn auf ein paar Tage/Wochen kommt es da nicht drauf an. Gekündigt ist es gleich, nur die Kündigung rückwirkend unwirksam zu machen wird schwierig.

  • Vielen Dank euch für die Rückmeldungen. Ihr habt mich in meinem Vorhaben bestärkt, aus dem bestehenden Portfolio auszusteigen und alles auf einemal zu verkaufen. Insbesondere den Ausgabeaufschlag und die hohen Kosten finde ich schon wirklich sehr krass. Und auch die fondsgebundene Rentenversicherung werde ich verkaufen und in einen weltweiten ETF stecken. Welchen genau weiß ich noch nicht, tendiere aber zum FTSE All-World UCITS ETF. Der wurde hier ja auch oft empfohlen und könnte ich langfristig gut halten.

    Meine letzte offene Frage betrifft etwaige Verkaufsgebühren bei morgenfund. Gibt es hierbei noch etwas zu beachten, außer zuerst die Verluste zu realisieren und dann die Gewinne? Gibt es doch irgendwelche Gebühren (neben den Steuern) die relevant für mich sind?

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen