Welche Aktien soll ich kaufen?

  • Erinnert mich ein wenig an meinen Chef. Vor mittlerweile fast 5 Jahren habe ich für die GmbH ein Depot eingerichtet, damit er Aktien kaufen kann. Bis heute hat er noch nicht eine einzige Aktie gekauft....

    Immer ist irgendwas (Corona, Ukraine, Putin, Trump, Iran etc. pp), was ihn von einem Kauf abhält. Er wartet auf den richtigen Zeitpunkt, weil er 100% davon überzeugt ist, dass die Kurse bald fallen und er dann groß einsteigen kann. Laut ihm sind wir seit 5 Jahren in einem Allzeithoch. ;)

    Er will unbedingt Einzelaktien, keine ETFs. Die sind nix für Profis wie ihn. ^^

  • Habt ihr vielleicht einen Denkanstoß, wie man in dem Fall die besten Entscheidungen trifft?

    Würde mich auf unterbewertete Aktien spezialisieren.

    Was unterbewertet ist, musst du allerdings selber herausfinden.

    Jeder hat da sein eigenes Modell.

    Auf Analysten würde ich nicht hören. Darauf deutet schon die erste Silbe hin.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • ...Deshalb wollte ich wissen, wie ihr an die Sache herangeht....

    Man analysiert solange bis man feststellt, dass es ein Unternehmen gibt, dass günstiger ist als es aufgrund der Fakten sein dürfte. Dann geht man davon aus, dass man der Erste ist, der diese Reichtumsquelle entdeckt hat und kauft.

    Danach entdeckt der Rest der Welt seinen Irrtum und kauft diese Aktien ebenfalls, was zu einem deutlichen Kursanstieg führt.

    Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, wann und unter welchen Umstände man verkauft. Aber das interessiert ja niemanden.

  • Man analysiert solange bis man feststellt, dass es ein Unternehmen gibt, dass günstiger ist als es aufgrund der Fakten sein dürfte. Dann geht man davon aus, dass man der Erste ist, der diese Reichtumsquelle entdeckt hat und kauft.

    Danach entdeckt der Rest der Welt seinen Irrtum und kauft diese Aktien ebenfalls, was zu einem deutlichen Kursanstieg führt.

    Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die Frage, wann und unter welchen Umstände man verkauft. Aber das interessiert ja niemanden.

    Du solltest außerdem erwähnen, wer dieser „Rest der Welt“ eigentlich ist. Über 95 % des globalen Handelsvolumens wird von professionellen Anlegern abgewickelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass man eine Aktie nicht einem Privatanleger mit Vollzeitjob im Milchwerk abkauft, sondern einem Händler von z.B. Goldman Sachs, der sein ganzes Berufsleben nichts anderes macht, als Marktineffizienzen zu finden, weil er damit siebenstellige Summen verdienen kann, geht gegen 100 %.

    Man sollte sich deshalb ehrlich fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man besser informiert ist als dieser Goldman-Sachs-Typ. Überlegt einfach mal, wie gut ein Amateur euren eigenen Job machen würde und fragt euch dann, warum ausgerechnet ihr als Amateur Aktien entdecken solltet, die von tausenden Profis übersehen wurden. Das ist ziemlich abwegig und ist schlichtweg Overconfidence Bias.

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    Man sollte sich deshalb ehrlich fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man besser informiert ist als dieser Goldman-Sachs-Typ. Überlegt einfach mal, wie gut ein Amateur euren eigenen Job machen würde und fragt euch dann, warum ausgerechnet ihr als Amateur Aktien entdecken solltet, die von tausenden Profis übersehen wurden. Das ist ziemlich abwegig und ist schlichtweg Overconfidence Bias.

    Paaah... Goldman-Sachs... dieser Karnevalsverein

  • Es gibt natürlich auch diese kleinen Zufälle im Leben. Die werden dann später ununterbrochen erzählt.

    Da hat man dann seine Coca-Cola Aktien nach vielen Jahren verkauft und Berkshire Hathaway gleich mit dazu.

    Schöne Gewinne mitgenommen und gleich bei SAP zu 145 € investiert und dann auch noch gleich bei Pfizer zu umgerechnet 22 Euro was reingelegt

    Und dann auch noch gleich Gold gekauft, als es bei 4500 $ angekommen war.

    Jahre später berichtet man dann stolz, dass bei Pfizer richtig gelegen hat. Die stehen inzwischen bei 78 € umgerechnet und man klopft sich auf die Schulter.

    Dass SAP inzwischen nur noch 63 € kostet und Gold bei 4000 $ ewig hängt…erzählt man natürlich nicht.

    Oder die Variation?
    SAP hat sich tatsächlich wieder auf 230 erholt, Pfizer gurckt bei 16 € herum und Gold hat sich auf 8000 $ hochgearbeitet..Schulterklopfen, weil man die zwei Sachen erzählt.

  • Geiler Thread! Versüßt mir echt den Tag.

    Hat den Vergleich schon einer gemacht:

    Ist wie wenn man bei den anonymen Alkoholikern rumfragt, welchen Wein man sich am besten zum Essen gönnen sollte. Nachdem man schon nun schon sehr erfolgreich abstinent war...

    😉

  • Erinnert mich ein wenig an meinen Chef. Vor mittlerweile fast 5 Jahren habe ich für die GmbH ein Depot eingerichtet, damit er Aktien kaufen kann. Bis heute hat er noch nicht eine einzige Aktie gekauft....

    Immer ist irgendwas (Corona, Ukraine, Putin, Trump, Iran etc. pp), was ihn von einem Kauf abhält. Er wartet auf den richtigen Zeitpunkt, weil er 100% davon überzeugt ist, dass die Kurse bald fallen und er dann groß einsteigen kann. Laut ihm sind wir seit 5 Jahren in einem Allzeithoch. ;)

    Er will unbedingt Einzelaktien, keine ETFs. Die sind nix für Profis wie ihn. ^^

    Da wäre doch der Dirk Müller Premium Aktionfonds etwas für ihn? Der wartet auch immer auf den nächsten großen Crash. Aber ist leider keine Einzelaktie.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

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