Wie Du Dein Depot im Alter richtig nutzt
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Nie mehr arbeiten und trotzdem keine finanziellen Probleme haben? Dieser Traum steht hinter der Idee eines passiven Einkommens – also eines Einkommens ohne irgendeinen Aufwand. Aber wie realistisch ist dieser Traum wirklich? In diesem Ratgeber bewerten wir einige Ideen und erklären, wie Du es zu einem kleinen oder auch größeren passiven Einkommen schaffen kannst.
Mit passivem Einkommen ist ein regelmäßiges Einkommen gemeint, das Du ohne oder mit nur wenig Aufwand erzielst. Es ist also das Gegenteil von aktivem Einkommen wie etwa der Lohn, den Du für Deine Arbeit bekommst. Hinter dem passiven Einkommen steckt oft die Idee der finanziellen Freiheit. Das Ziel: So viel passives Einkommen erzielen, dass Du davon leben kannst und nicht mehr arbeiten musst.
Ideen, wie sich ein passives Einkommen erzielen lässt, gibt es viele. Bei manchen geht es darum, sich ein eigenes Business aufzubauen. Andere beziehen sich auf Investments in bestimmte Anlageklassen, die dann ein regelmäßiges Einkommen wie Miete oder Dividenden abwerfen.
Tatsächlich ein regelmäßiges hohes passives Einkommen für den Lebensunterhalt zu erzielen, ist aber schwer. Oft entsteht doch ein großer Aufwand, Du musst ein großes Risiko eingehen oder Du brauchst ein sehr hohes Startkapital.
Grundsätzlich ist die Idee des passiven Einkommens nicht schlecht. Du solltest jedoch realistische Erwartungen haben. Schon mit einem kleineren passiven Einkommen kannst Du Dir etwas finanzielle Freiheit ermöglichen.
Zum Beispiel, indem Du Deine Arbeitszeit reduzierst oder etwa ein Sabbatical einlegst. Im Alter ist ein zusätzliches passives Einkommen außerdem sinnvoll, um Deine Rentenlücke zu schließen.
Dir muss aber eines klar sein: Solch ein passives Einkommen erreichst Du nicht von jetzt auf gleich. Der realistischste Weg ist aus unserer Sicht ein langfristiges Investment in Aktien. Langfristig heißt: Mindestens zehn oder 15 Jahre, besser länger.
Auch mit einer Immobilie kannst Du unter Umständen ein gewisses passives Einkommen erwirtschaften. Weiter unten erklären wir Dir, was Du dabei beachten musst und welche Erträge realistisch sind.
Bei Ideen, mit denen Du angeblich schnell und ohne Startkapital ein passives Einkommen erzielen kannst, solltest Du sehr skeptisch sein.
So gut solche Ideen oft klingen mögen, wirklich passiv sind sie in der Regel nicht. Oft gehst Du zudem hohe Risiken ein.
Besonders vorsichtig solltest Du bei Angeboten sein, bei denen Du zunächst Geld zahlen sollst, um mehr über eine Geschäftsidee zu erfahren – etwa als Teilnahmegebühr für ein Seminar.
Weil passives Einkommen ein beliebtes Trendthema ist, tummeln sich viele Geschäftstüchtige mit „heißen Tipps“ in dem Sektor. Gerade in Sozialen Medien begegnen Dir Ideen, wie Du angeblich einfach, schnell und ohne großes Startkapital ein passives Einkommen aufbauen kannst.
Bei den Ideen geht es zum Beispiel darum, Bücher per Versand zu vertreiben oder Deinen eigenen Online-Shop aufzubauen.
Ein Stichwort hier ist etwa Dropshipping – im Grunde ein Versandhandel ohne Lager, bei dem Du die Bestellungen an einen Großhändler weiterleitest. Oder Onlinekurse zu einem Thema, das Du anderen vermittelst.
Oft sind diese Business-Ideen aber gar nicht wirklich passiv. Schließlich musst Du die Website für den Shop aufbauen oder das Buch oder den Kurs erstellen. Außerdem ist Dir der Erfolg nicht garantiert.
Selbst wenn Du mit Deiner Idee eine Zeit lang Einnahmen erzielst, ist das keine Garantie für die Zukunft. Um Deine Einnahmen dauerhaft zu erhalten, musst Du zum Beispiel neue Bücher oder Produkte entwickeln. Und diese müssen bei Deinen Kundinnen und Kunden gut ankommen.
Ja, rein theoretisch kannst Du von Zinsen aus einem angelegten Vermögen leben. Sie sind wahrscheinlich die klassischste und einfachste Art, um passives Einkommen zu erzielen.
Bei näherer Betrachtung wird es aber sportlich. Du musst Dir zwei Dinge klar machen:
Ja, trotzdem sind Zinsanlagen eine sinnvolle Geldanlage. Wir empfehlen Dir, Geld, welches Du nicht für Deine alltäglichen Ausgaben brauchst, auf ein gutverzinstes Tagesgeldkonto zu legen.
Geld, das Du über mehrere Jahre sicher anlegen willst, kannst Du auf ein Festgeldkonto packen. Eine Ergänzung können Geldmarktfonds sein.
Wie Du Dein Depot im Alter richtig nutzt
Expertengespräch am 03.09.2026
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Aktien sind schon besser geeignet, um ein passives Einkommen aufzubauen. Denn langfristig kannst Du damit höhere Renditen erzielen, die auch die Inflation schlagen. Das zeigt der Blick in die Vergangenheit: Hast Du über 15 Jahre in einen weltweiten Aktienkorb wie den MSCI World investiert, brachte Dir das im Durchschnitt eine Rendite von 7,7 Prozent pro Jahr.
Für die Zukunft schätzen die Analystinnen und Analysten von Finanztip die Rendite eines weltweiten ausgewogenen ETF etwas vorsichtiger auf sechs Prozent jährlich.
Um mit Aktien ein gutes passives Einkommen aufzubauen, brauchst Du in jedem Fall Zeit. Gerade wenn Du schon früh ein hohes passives Einkommen aus Aktien erzielen willst, brauchst Du zudem eine hohe Sparrate. Du musst also monatlich einen hohen Geldbetrag beiseitelegen. Das zeigt Dir das folgende Beispiel.
Carina ist 30 Jahre alt und würde gerne mit 40 Jahren nur noch von passivem Einkommen leben. Konkret plant sie ab 40 mit einem monatlichen Einkommen von 2.000 Euro. Sie geht dabei von einer Lebenserwartung von 97 Jahren aus.
Da ist sie ziemlich optimistisch – möchte aber auch nicht vor dem Dilemma stehen, dass zu einem früheren Zeitpunkt das Geld aufgebraucht ist.
Um ihr Ziel zu erreichen, muss sie bis zum Alter von 40 Jahren etwa 550.000 Euro ansparen. Dies entspricht einer monatlichen Sparrate von 3.350 Euro. Im nächsten Abschnitt findest Du einen Finanztip-Rechner, um eigene Szenarien zu berechnen.
Diese errechnete Sparquote ist für Carina deutlich zu hoch. Sie plant deswegen um: Nun will sie erst mit 50 Jahren von dem passiven Einkommen leben.
Dadurch gewinnt sie weitere zehn Jahre für die Ansparphase. Außerdem plant sie nur noch mit 1.000 Euro passivem Einkommen, da sie mit 50 Jahren doch noch etwas arbeiten möchte.
Das benötigte Kapital entspricht nun noch etwa 260.000 Euro. Die monatliche Sparquote, die Carina aufbringen muss, ist nun deutlich geringer, liegt aber noch immer bei rund 570 Euro.
Unser Beispiel zeigt: Damit Du möglichst früh von passivem Einkommen aus Aktien leben kannst, brauchst Du eine sehr hohe Sparrate. Die schaffst Du möglicherweise nicht.
Trotzdem ist es sehr sinnvoll, dass Du monatlich eine gewisse, auch niedrigere Summe langfristig in Aktien steckst. Denn im Alter brauchst Du sehr wahrscheinlich ein bestimmtes passives Einkommen, um Deine Rentenlücke zu schließen. Und dafür sind Aktien beziehungsweise ETFs eine sinnvolle Möglichkeit.
Bei Carinas Story handelt es sich nur um eine grobe Beispielrechnung. Wir sind dabei von einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent pro Jahr in der Ansparphase und vier Prozent pro Jahr in der Auszahlphase ausgegangen.
In der Realität kann die Rendite anders ausfallen. Außerdem haben wir hier nicht die Inflation und mögliche Steuerabzüge berücksichtigt. Bedenken muss man zudem, dass ab dem Alter von 67 Jahren ja auch noch eine gesetzliche Rente gezahlt wird.
In diesem Video findest Du eine Analyse, die auch auf die genannten Faktoren eingeht. Die Ergebnisse sind ähnlich.
Du kannst die Angaben aus unserem Beispiel beliebig durch eigene Zahlen ersetzen und von unserem Frugalismusrechner auswerten lassen.
Mit dem Rechner kannst Du selbst berechnen, welche Sparquote Du benötigst, um Deinen Plan für ein zusätzliches passives Einkommen im Alter umzusetzen. Frugalismus bedeutet, dass man besonders sparsam lebt, um dann im Alter von den Erträgen leben zu können.
In unserem Ratgeber zum Frugalismus erfährst Du genauer, wie der Rechner funktioniert und was Du bei den Eingaben berücksichtigen solltest.
Beim passiven Einkommen aus Aktien geht es oft auch um Dividendenzahlungen. Die Dividende ist eine Beteiligung am Gewinn eines Aktienunternehmens, die an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Idee dahinter: Du benutzt diese Ausschüttungen als passives Einkommen und lebst davon.
Doch auch hier musst Du einige Dinge bedenken:
Während der Ansparphase solltest Du ausgeschüttete Dividenden übrigens unbedingt wieder anlegen. Denn sonst schmälerst Du Deine Rendite. Mehr dazu liest Du auch in unserem Ratgeber zu Dividenden.
Um ein Aktienvermögen aufzubauen, aus dem Du ein passives Einkommen erzielen kannst, solltest Du drei Dinge beachten:
Wie Du Deine persönliche Geldanlage Schritt für Schritt aufbaust und umsetzt, erklären wir Dir in unserem Ratgeber zur Geldanlage.
Um in Aktien zu investieren, musst Du in jedem Fall ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker eröffnen. Dabei solltest Du darauf achten, dass Du geringe Gebühren für den Kauf und Verkauf sowie die Verwahrung der Wertpapiere zahlst. Empfehlenswerte Depots mit den niedrigsten Gebühren findest Du in unserem Depot-Vergleich.
Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.
Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.
Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.
Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnen werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist.
Nach der Depoteröffnung kannst Du dann zum Beispiel einen ETF-Sparplan erstellen. Damit zahlst Du regelmäßig Geld in einen Aktien-ETF ein und baust so nach und nach ein Aktienvermögen auf.
Wie das funktioniert und auf welche ETFs Du dabei setzen solltest, erklären wir Dir in unserem Ratgeber zu ETF-Sparplänen.
Eine verbreitete Idee für passives Einkommen ist die Vermietung einer Immobilie. Der regelmäßige Cashflow stammt dann aus den Mieten von einem Haus oder einer Wohnung. Aber auch hier musst Du einige Dinge bedenken. Zum Beispiel:
Weitere Punkte und Tipps, wie Du eine Immobilie als Kapitalanlage angehen solltest, findest Du in unserem Ratgeber zur Immobilie als Kapitalanlage.
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