Riestervertrag... Was tun?

  • Hallo zusammen,

    meine Frau hat im Januar 2008 eine UniProfiRente/4P bei Union Investment (Jugendsünde) als Riestervertrag abgeschlossen. (Wert: rund 34.000 Euro; Wertentwicklung rund 18.000 Euro, ca. + 230 %)

    Wir haben uns die Kosteninformation nach §63 Absatz 7 Satz 6 WpHG eingeholt und hier auch die jährlichen Gesamtkosten von über 500 Euro gesehen.

    Aktuell ist sie in Elternzeit und erhält hierfür die Grundzulage und eine Kinderzulage.

    Wie würdet ihr mit so einem Produkt in Zukunft am besten verfahren? (Beitragsfrei stellen, Förderschädlich kündigen, 4% vom Brutto abzüglich zustehende Zulagen weiter einbezahlen, um Zulagen weiter zu erhalten)?

    Gibt es für 2027 durch das Altersvorsorgereformgesetzt hierzu positive Änderungen?

    Ich bin neu hier, versteht bitte daher meine für erfahrene Foristen einfache Fragestellung.

    Vielen Dank

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  • Kater.Ka 6. August 2026 um 16:47

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Gibt es für 2027 durch das Altersvorsorgereformgesetzt hierzu positive Änderungen?

    Nur die, welche Finanztip auch schon in dutzenden Videos und vermutlich auch Artikeln genannt hat:

    Es SOLL die Möglichkeit zum Wechsel in ein Altersvorsorgedepot geben. Welche Produkte es für das AVD geben wird, was diese kosten und was am Ende die Umwandlung in eine Rente oder die gestreckte Auszahlung kosten wird, steht bisher (öffentlich) in den Sternen.

    Wie würdet ihr mit so einem Produkt in Zukunft am besten verfahren?

    Persönlich würde ich spekulieren, was in meiner Zukunft für mich passieren dürfte und mir dann durchrechnen, was für mich am Besten sein könnte.

    Darunter fallen u.A. Alter, Förderung, der Einfachheit, die 4% des Bruttos aufzubringen, die zu erwartende Auszahlung bei Kündigung sowie so Dinge wie die Lust, sich selber (lebenslang) um die eigenen Finanzen zu kümmern oder die Gefahr, an ein selber angespartes ETF Depot zu gehen, wenn man gerade meint, dass es nötig wäre oder wenn, ganz trivial, der Wert der ETFs mal für ein paar Jahre im Minus ist (soll ja Leute geben, die bei sowas Panik bekommen).

    Dazu kommen dann (für einige reale, für andere abwegige) Gedanken, ob man bis zur Rente mal in Grundsicherung fallen könnten (Riester ist geschützt, das eigene ETF-Depot nur bis zur Höhe des Schonvermögens).

    Weil Riester, und auch das AVD am Ende zwingend in einer rentenähnlichen Auszahlung münden, ist das auch im Alter etwas anderes wie die Entnahme aus einem ETF-Depot. Um letzteres muss man sich lebenslang aktiv kümmern, falls man nicht mit einer minimalen Auszahlung zufrieden ist.

    Am Ende ist es natürlich auch noch die Frage, ob von dem Geld im Riester irgendwas zugesichert ist oder nicht. Der ETF kann genau einen Tag vor der geplanten Umschichtung für Entnahme im Alter massiv fallen und dann sind halt zum Zieltermin 20-50% weniger im Depot. Oder man schichtet so früh um, dass die vor XX Jahren erhoffte Rendite ausbleibt.

  • Wie würdet ihr mit so einem Produkt in Zukunft am besten verfahren? (Beitragsfrei stellen, Förderschädlich kündigen, 4% vom Brutto abzüglich zustehende Zulagen weiter einbezahlen, um Zulagen weiter zu erhalten)?

    Ohne weitere Informationen würde ich empfehlen nicht förderschädlich zu kündigen und stattdessen den Vertrag im Januar 2027 in ein kostengünstiges Altersvorsorgedepot zu übertragen. Ob sich dann für die paar Monate noch eine Beitragsfreistellung lohnt? Ich würde vermutlich in 2026 den bestehenden Vertrag einfach noch laufen lassen und im Januar wechseln. Wichtig ist insbesondere dadurch die Kosten zu senken und der Leibrente in der Auszahlungsphase zu entgehen.

  • Ich nehme an, sie will irgendwann wieder arbeiten? Dann würde ich den Vertrag 2027 in ein günstiges Altersvorsorgedepot überführen. Für dieses Jahr aber natürlich noch die 4% einzahlen.

    Ob sich dann für die paar Monate noch eine Beitragsfreistellung lohnt?

    Im Gegenteil, dann fällt ja die Zulage weg. Die jährlichen Gebühren fallen ja jetzt auch nicht mehr so ins Gewicht, wenn ich nicht irre.

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