Alles anzeigenBei St. Irving hätte man schon gleich am Anfang mal die Angaben hinterfragen müssen:
1) Die Deutschen hatten 2025 gerade mal 14,6 Mio Verträge zur Kapitallebensversicherung (6,6 % weniger als ein Jahr zuvor)
https://www.gdv.de/gdv/statistik/…25-sinkt-199316
2) Dann gibt es zweifellos noch Rentenversicherungen. Wenn man den Zahlen von Statista traut, dürften nach noch mal rund 40 Mio hinzukommen (ca. Faktor 2,5 der Kapitallebensversicherungen)
https://de.statista.com/statistik/date…in-deutschland/
3) Wie viele von diesen Verträgen aktiv bespart werden ist dann noch mal eine ganz andere Frage.
4) Fazit: Die genannten 85 Mio Verträge existieren nur in Deiner Phantasie
Du greifst nach Strohhalmen. Ja, ich habe die Rentenversicherungen dazu genommen und ja es mögen keine 85 Mio. aktive Verträge sein. Willst du dadurch beweisen, dass der deutsche Sparer rational anlegt und über ausreichend Finanzwissen verfügt? Was ist mit den Rekorden bei Fondspolicen? Was ist mit Riester? Was ist mit Bausparverträgen? Was mit Zertfifakten? Was mit langfristigen Sichteinlagen? Usw. usw. usw. Die Zahlen liegen doch alle vor. So gut wie jeder Strukturvertrieb und jeder Finanzproduktverkäufer schreibt Rekorde bei Garantieprodukten und provisionsgeschwängerten Policen. Und die werden nicht nur an Mieter verkauft. Die hat die breite Masse in diesem Land. Du wirst bei so gut wie jedem dieser 65 Mio. ohne AKtien und Fonds in diesem Land ein unsinniges Produkt finden und diese Person ist sich nicht bewusst, wie unsinnig, teuer und unproduktiv es ist.
Ihr spinnt hier das Märchen vom finanzaffinen Häuslebauer, der nur deshalb nicht auf ETF setzt, weil er es sich gerade nicht leisten kann und dann, wenn das Haus abbezahlt ist, sofort wieder auf ein global diversifiziertes Portfolio aufspringt. Das ist doch hanebüchen. Habt ihr schon mal einen Immobilienbesitzer gehört, der davon erzählt, dass er wisse, dass seine Immobilie ein Klumpenrisiko sei und eigentlich ETF besser rentieren würden und/oder sicher sei, aber er setze seinen persönlichen Wunsch über sein Wissen?
Falls ja, solltet ihr dringend aus dieser vergleichsweise informierten Blase namens Finanztip-Forum treten und euch mit ,,normalen" Leuten unterhalten.
Die Deutschen investieren überwiegend nicht in Aktien, weil sie Aktien immer noch in der Breite für viel zu riskant halten. Das ist kulturell tief in dieser Gesellschaft verwurzelt und das bekommt man auch mit ein paar Euro Prämie vom Staat nicht geändert. Ja, es gibt ein Pflänzchen Hoffnung und die Zahlen steigen auf sehr, sehr niedrigem Nievau. Aber hier weiß keiner ob das nicht nur die Auswirkungen eines der längsten und stärksten Bullenmärkte der Menschheitsgeschichte geschuldet ist. Was wird passieren, wenn die Leute mal ihre Depot um die Hälfte dahinschmelzen sehen und das Ding 5-6 Jahre oder vielleicht mal über 10 Jahre am Boden liegen bleibt?![]()
Ich bleibe dabei: Wer heute keine einzige Aktie und keinen einzigen Fondsanteil besitzt, hat kein ausreichendes Finanzwissen. Und selbst der letzte Hardcore-Häuslebauer, wird ein paar Euro im ETF lassen, wenn er im Thema drin steckt. 0 Euro in Aktien und ETF bei ausreichendem Finanzwissen? Niemals.