Schlechten BU-Vertrag kündigen oder weiterlaufen lassen?

  • Hallo zusammen,

    es gilt ja der Grundsatz "eine schlechte BU-Versicherung ist besser als keine" ... ;)

    Trotzdem überlege ich schon länger mich von meiner misserablen Renten- und BU-Versicherung zu trennen - wurde mir damals aufgeschwatzt, heute weiß ich es besser :D

    Eckdaten:
    Ich bin Beamter seit 2006 (inzwischen auf Lebenszeit) / 41 Jahre alt / Eintritt Pension planmäßig 2047 (falls sich nix ändert)

    Versicherung bei DBV (jetzt AXA bzw. AGER Leben)

    Rentenversicherung: 407,53 EUR / Jahr
    BU-Zusatzversicherung: 456,13 EUR / Jahr
    Baustein Beitragsbefreiung im Leistungsfall: 15,17 EUR / Jahr
    ---
    gesamt: 878,83 EUR / Jahr

    Versicherungsbeginn: 01.12.2008
    (bis 2024 mit jährlich 2% Dynamik - habe ich inzwischen heraus genommen)

    Zu erwartende Leistungen:

    garantierte Rente: 66,70 EUR / Monat ab 01.12.2050
    garantierte Kapitalleistung: 17.974,24 EUR am 01.12.2050 (15.041,81 EUR werden bis dahin aus Eigenbeiträgen eingezahlt worden sein)

    Im Todesfall sofort 17.974,24 EUR

    garantierte BU-Rente: 1050,36 EUR
    Leistung längstens bis 30.11.2040 (dann werde ich 55 Jahre alt sein)

    Versuche die Versicherung zu optimieren wurden abgelehnt:
    - Rentenversicherung kündigen - BU weiter laufen lassen - NÖ
    - Beitragsbefreiungsbaustein löschen - NÖ

    Aktueller Rückkaufwert des Rentenbausteins: 4330,66 EUR
    Eingezahlt hatte ich von 2008 bis heute: 4853,56 EUR ||

    Die Versichung läuft also schlecht, die BU-Leistung endet früh, die Rentenzahlung ist nach Inflation sehr gering.
    Als Beamter habe ich ja bereits gewisse Sicherheiten, eine Berufsunfähigkeit ist - aktuell zumindest - nicht absehbar.
    Sollte ich z.B. in 10 Jahren mit 51 berufsunfähig werden, zahlt die Versicherung gerade noch 4 Jahre - gut, immerhin wären das über 50.000,- EUR ... falls die Versicherung bereitwillig zu zahlen bereit ist ohne, dass ich sie verklagen muss ... :S

    Anderseits steht mir im Fall der Fälle auch eine (reduzierte) Pension zu.

    Würde mich über Anregungen / Ideen / Gedankenanstöße freuen :)
    Kündigen oder weiter laufen lassen?

    Grüße
    Christian


    EDIT: Eine neue BU-Versicherung ist wegen der Gesundheitsfragen/Vorerkrankungen nicht möglich. Habe ich schon geprüft.

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  • Hallo.

    Als Beamter ist ja die Dienstunfähigkeit relevant. Gibt es da passende Klauseln im Vertrag?

    Die andere Frage wäre ja, was genau abgesichert werden muss (Immobilienfinanzierung; unterhaltsberechtigte Personen; ...)?

    Ggf. gibt es weitere Ideen. Dr. Schlemann

  • Ob eine alternative BU möglich ist, würde ich mich nicht trauen selbst zu beurteilen. Ein Gespräch mit einem darauf spezialisierten Makler kann schon Sinn machen.

    Als Vorarbeit kannst Du schon mal in Erfahrung bringen mit welchen Zahlungen Du von Deinem Arbeitgeber bei DU rechnen kannst. Demgegenüber musst Du rechnen, welche Lücke Du Dir erlauben kannst. Ebenfalls wichtig ist es, ob Du beispielsweise über einen Partner eine Teilabsicherung haben würdest. Jede Menge Unbekannte für uns.

  • 21 Jahre auf dem Buckel. Bis 60 sind Zweidrittel ohnehin Zurechenzeit.

    Also stehst du im Moment bei ungefähr 60 % vom brutto, falls es dich morgen theoretisch „erwischt“ mit der Dienstunfähigkeit.

    37,66 % hast du dir aktuell „erdient“.

    Pro Jahr werden dir 1,79375 % gutgeschrieben. Davon, wie gesagt, zwei drittel sowieso schon dabei.

    Dann spiel mal durch, was passieren würde.

  • Sollte ich z.B. in 10 Jahren mit 51 berufsunfähig werden, zahlt die Versicherung gerade noch 4 Jahre

    Die Frage ist eher (angenommen, sie zahlt auch bei Dienstunfähigkeit) was passeirt, wenn Du morgen oder im kommenden Jahr Dienstunfähig wirst.

    eine Berufsunfähigkeit ist - aktuell zumindest - nicht absehbar.

    Viel Erfolg mit der Selbstdiagnose. Und natürlich erst recht dabei, dass Deine aktuelle Selbstdiagnose auch stimmt.

  • Ob eine alternative BU möglich ist, würde ich mich nicht trauen selbst zu beurteilen. Ein Gespräch mit einem darauf spezialisierten Makler kann schon Sinn machen.

    Das hatte ich nicht selbst beurteilt, sondern bei Maklern angefragt.

    Als Beamter ist ja die Dienstunfähigkeit relevant. Gibt es da passende Klauseln im Vertrag?

    Dienstunfähigkeitsklausel ist im Vertrag enthalten.

    37,66 % hast du dir aktuell „erdient“.

    Pro Jahr werden dir 1,79375 % gutgeschrieben. Davon, wie gesagt, zwei drittel sowieso schon dabei.

    Dann spiel mal durch, was passieren würde.

    Auf das Ergebnis kam ich auch.
    Würde zum Leben reichen, wenn auch Abstriche gemacht werden müssten.
    Wobei knapp 1000,- EUR extra pro Monat natürlich bequem wären.

    Viel Erfolg mit der Selbstdiagnose. Und natürlich erst recht dabei, dass Deine aktuelle Selbstdiagnose auch stimmt.

    Damit war gemeint, dass aktuell keine Erkrankung vorhanden ist, die eine Berufsunfähigkeit wahrscheinlich werden lässt. Was die Zukunft bringt, weiß natürlich niemand ... ein Unfall kann immer passieren :/

  • ein Unfall kann immer passieren

    Ich hatte, auch in jüngeren Jahren, eher Angst/Bedenken vor eine unerkannten Erkrankung (Krebs stand da ganz oben).

    Würde zum Leben reichen, wenn auch Abstriche gemacht werden müssten.

    Es geht auch um die Altersabsicherung, wenn diese nicht bei der Pension erheblich höher sein sollte.

    Das ganze für 73€ Im Monat inkl. gut 46% Beitragsrückerstattung zum Laufzeitende der Renteversicherung.
    Wenn ich diese 73€ im Monat nicht zwingend benötige, würde ich das ganze weiter laufen lassen bis ich die BU-Leistung nicht mehr benötige. Bis ich also über den AG/Dienstherren und/oder privat bis zu meinem Ableben abgesichert bin.

  • Einfache Frage: Du wirst jetzt dienstunfähig, kannst du es dir leisten auf die versicherte Rente zu verzichten?

    Angaben gem. § 15 VersVermV, https://www.schnittker-versicherungsmakler.de/erstinformation/| Meine Beiträge in der Finanztip Community verfasse ich mit größter Sorgfalt. Dennoch übernehme ich keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Die Nutzung der bereitgestellten Informationen erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Wie kommst du auf 46% Beitragsrückerstattung?

    Ich habe dabei den RV-Anteil gedanklich ignoriert, die gesamten 73€/Monat als die nötigen Kosten des BU-Vertrages gesehen (da Du keinen anderen Vertrag erhältst) und die Auszahlung des RV-Anteils als eine Art "Beitragsrückerstattung" der Gesamtkosten gesetzt.

    Steuerlich ist es keine Beitragsrückerstattung, der RV-Anteil, dürfte zu versteuern sein.

    Ggf. hast Du auch mit 55 einen Rückkaufswert in der Höhe Deiner bis dahin geleisteten RV-Beiträge.

    Bei meinen 46% habe ich nur mit den Einzahlungen gerechnet, womit bei Vertragsende immerhin ein teilweiser Inflationsausgleich heraus kommen könnte. 15.041,81€ wurden Eingezahlt, 2050 gibt es 17.974,24€

    Das ist zwar alles eine Milchmädchenrechnung, ohne Steuern auf die Auszahlung, potentielle Gewinne bei alternativer Anlage usw. Der Vertrag besteht aber nun einmal und einen günstigeren DU-Vertrag erhältst Du nicht.

    Die Aussage "Würde zum Leben reichen, wenn auch Abstriche gemacht werden müssten", hört sich für mich nicht nach einer ausreichenden Versorgung bis zum Lebensende an. Daher wäre diese Betrachtungsweise für mich zumindest eine Alternative.

    Hast Du natürlich schon heute Dein Alter genügend abgesichert und müsstest die Abstriche "nur" während der DU-Zeit hinnehmen, mag es anders aussehen.

    Was ist die Alternative?
    Den Rückkaufswert von 4330,66€ akzeptieren und diesen, zusammen mit den 878,83€ jedes Jahr in einen weltweiten Aktien-ETF stecken.
    Bis 2050 sollte dort bedeutend mehr raus kommen wie die Rendite des RV-Anteils. Und zwar auch dann, wenn Du Dich nicht drum kümmerst und der Markt Ende 2049 um 50% fällt.

    Trotzdem gilt das nur, wenn Du nicht DU wirst. Welches Risiko Du tragen willst, musst Du selber entscheiden.

    Ich würde bei meiner Interpretation den Vertrag noch einige Jahre weiter laufen lassen. Mit 50 dürfte das ganze wieder anders aussehen, Deine Versorgung durch den Dienstherren ist spürbar höher und Du könntest die Versicherung dann gesamthaft kündigen.

  • Ich habe dabei den RV-Anteil gedanklich ignoriert, die gesamten 73€/Monat als die nötigen Kosten des BU-Vertrages gesehen (da Du keinen anderen Vertrag erhältst) und die Auszahlung des RV-Anteils als eine Art "Beitragsrückerstattung" der Gesamtkosten gesetzt.

    Interessante Herangehensweise - zum Schönrechnen reicht es aber :)

    Was ist die Alternative?
    Den Rückkaufswert von 4330,66€ akzeptieren und diesen, zusammen mit den 878,83€ jedes Jahr in einen weltweiten Aktien-ETF stecken.
    Bis 2050 sollte dort bedeutend mehr raus kommen wie die Rendite des RV-Anteils. Und zwar auch dann, wenn Du Dich nicht drum kümmerst und der Markt Ende 2049 um 50% fällt.

    Genau diese Opportunitätskosten sind es ja, die mich überlegen und rechnen lassen.
    Wären, je nachdem wieviel Rendite man unterstellt, zwischen 50k und 60k vor Steuern und Inflation nach 21 Jahren.

    Einfache Frage: Du wirst jetzt dienstunfähig, kannst du es dir leisten auf die versicherte Rente zu verzichten?

    Ja, das wäre sehr wahrscheinlich möglich.


    Vielen Dank mal für die Gedankenanstöße - helfen mir bei der weiteren Überlegung/Entscheidung :)

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