Einmalanlage für Uninteressierten

  • Hallo,


    Ein Bekannter würd gerne 70k€ als Einmalanlage sparen und hat mich nach Ratschlägen gefragt. Da meine Anlagestrategie auf quasi 100% Aktien beruht, der Bekannte aber schnell nervös wird, glaube ich nicht dass meine Strategie für ihn geeignet ist.


    Was würdet ihr empfehlen?

    - 70k€ auf 15+ Jahre mit 100-200€ monatlichen Investment

    - 4/10 auf der “Risiko”-Skala (10=sehr Risiko freudig)

    - er möcht überhaupt garnichts mit dem Inhalt/Technik dahinter zu tun haben, es soll also sehr einfach sein


    Mir ist als erstes so etwas wie growney oder bevestor in denn Sinn gekommen - mit 50% Aktienanteil gedacht. Aber ich kenne mich leider mit beiden Produkten garnicht aus.


    Es geht auch nicht darum die perfekte Option zu finden, sondern etwas einfaches was er sofort starten kann - da sonst 20 Jahre eventuell garnichts damit passier


    Vielen lieben Dank!

  • Finanzfruehling

    Hat den Titel des Themas von „Einmalanlage“ zu „Einmalanlage für Uninteressierten“ geändert.
  • Persönlich bin ich da mit Empfehlungen sehr, sehr zurückhaltend, da das schnell nach hinten losgehen kann. Ich erkläre meist nur die Extreme: Aktien ETF oder Festgeld und die Szenarien, wie sich das entwickeln kann. Die Entscheidung lasse ich aber jedem selbst treffen. Meistens fiel die auf eines der beiden.

    Ein Mittelweg wären evtl die Vanguard lifestrategy Fonds. M.W. sind dort die Kosten durchwegs niedriger als bei den Robos und man bekommt ein vergleichbares Produkt.

  • Er soll 30€ seiner 70k einfach mal in ein gutes Buch investieren, zB von Gerd Kommer. Danach ändert sich seine Einstellung vlt.

    Ohne dass er ein gewisses Vorwissen hat, solltest du ihm nix raten. Denn du wirst dann (in seinen Augen) immer Schuld sein

  • Wenn der Bekannte schnell nervös ist, soll er sich für die 70k langlaufende deutsche Staatsanleihen kaufen. Gibt derzeit 2 bis 3% Rendite, und 100% zurück am Ende.


    Ist derzeit weniger als die Inflationsrate, aber risikolos.


    Der Aktienmarkt ist derzeit überkauft, da geht es in nächster Zeit eher bergab. Und bei Anleihe-ETF gibt es keine 100% zurück.

  • Er soll 30€ seiner 70k einfach mal in ein gutes Buch investieren, zB von Gerd Kommer. Danach ändert sich seine Einstellung vlt.

    Ohne dass er ein gewisses Vorwissen hat, solltest du ihm nix raten. Denn du wirst dann (in seinen Augen) immer Schuld sein

    Auch den letzten Zweizeiler im Zitat sollte man beherzigen.


    Denn gerade die Leute, denen vorher immer alles egal ist, suchen sich nachher gerne einen anderen, der schließlich an dem ganzen Schlamassel schuld sein muss.

    Besuche bereiten immer Freude. Wenn nicht beim Kommen, dann beim Gehen.

    Altes portugiesisches Sprichwort, Quelle unbekannt




  • Der Aktienmarkt ist derzeit überkauft, da geht es in nächster Zeit eher bergab. Und bei Anleihe-ETF gibt es keine 100% zurück.

    Aha, stand in der BILD-Zeitung oder wo?


    Finanzfruehling

    Empfehle deinen Freund einfach mal das Studium der FT Seiten und der dazugehörigen Videos von Saidi, damit sparst du dir Ratschläge die dir am Ende vorgehalten werden, weil genau was anderes mehr eingebracht hätte.

  • Ein Bekannter würde gerne 70k€ als Einmalanlage sparen und hat mich nach Ratschlägen gefragt. Da meine Anlagestrategie auf quasi 100% Aktien beruht, der Bekannte aber schnell nervös wird, glaube ich nicht, dass meine Strategie für ihn geeignet ist.


    Was würdet ihr empfehlen?

    Ganz ausdrücklich nichts. Börsentips gibts nicht, zumindest nicht von mir. So hat es mein Referenzfinanzer damals mit mir gehandhabt, so handhabe ich es mit allen, die mich um Rat fragen.


    Ich beantworte denen alle Fragen, ich erkläre denen, soviel sie wollen, aber auf die Frage: "Was soll ich denn nun machen?" antworte ich immer: "Das mußt Du selber wissen, schließlich ist es Dein Geld und Du trägst die Folgen der Entscheidung."


    Man kann sich mit konkreten Ratschlägen nur in die Nesseln setzen. Setzt der Beratene diese Ratschläge um und macht damit Gewinn, bedankt er sich nicht dafür. Aber wehe, er macht Verlust! Dann bekommst Du die Jammerei nicht mehr los, daß allein Du am Unglück schuld seiest.

  • Ich würde mir die Risikobereitschaft 4/10 nochmal konkret aufdröseln lassen. Wieviel zwischenzeitlichen buchverlust von den 70k absolut würde dein Freund ertragen bevor er zittrig wird und über den Ausstieg nachdenkt?


    Danach kannst du ausrechen, wie viel Anteil sicher (Festgeld, Tagesgeld, kurzlaufende aaa staatsanleihen) und wie viel chancenoroentiert (weltweiter breit gestreuter etf mit geringen Kosten) gelegt werden soll.


    Wenn selbst das zu kompliziert ist, kann ich noch den arero Fond ins Spiel bringen. Hier hat’s nur einen Fond und eine erprobte Mischung aus Aktien, Anleihen und Rohstoffen.


    60 / 25 / 15 könnte aber für deinen Freund immer noch zu offensiv sein, Siehe schmerzgrenze oben.

  • Er soll 30€ seiner 70k einfach mal in ein gutes Buch investieren, zB von Gerd Kommer. Danach ändert sich seine Einstellung vllt.

    Vllt. auch nicht :)

    Ein Büchereiausweis ist meist günstiger. ;)

    Für einen einmaligen Ausleihvorgang ("Tageskarte") wird hier 2,50 € berechnet, sonst 24 € im Jahr.


    Unsere Bücherei hat Bücher von Gerd Kommer, ich habe mir eins ausgeliehen (zu dem, was ich privat besitze), um die Inhalte zu vergleichen. Diese sind hinreichend ähnlich, daß zumindest ich nicht mehrere Bücher von ihm brauche. Manchmal muß man bei der Bücherei auf solche Bücher aber halt auch wochenlang warten. Da stellt sich dann für einen Menschen, der 70 k€ anlegen will, die Frage, ob er sich das Buch nicht für 17 € neu kauft (Neuauflage kommt zu günstigerem Preis am 17.05.2023 auf den Markt).

  • Was würdet ihr empfehlen?

    - 70k€ auf 15+ Jahre mit 100-200€ monatlichen Investment

    - 4/10 auf der “Risiko”-Skala (10=sehr Risiko freudig)

    - er möcht überhaupt garnichts mit dem Inhalt/Technik dahinter zu tun haben, es soll also sehr einfach sein

    Hallo Finanzfruehling und Herzlich-Willkommen im FT-Forum,

    zunächst mal sei die Frage erlaubt, warum nicht Dein Bekannter hier selbst fragt? Was will den der Bekannte überhaupt selbst?:/


    Was ist den bitteschön eine 4/10 auf der Risikoskala? Ich kann 4 meiner 10 Finger verlieren, oder wie?:/ Bei der rechten Hand, wäre mir nur mit dem Daumen auch nicht mehr viel geholfen.

    Risiko bei einer Geldanlage ist die Summe, die Dein Bekannter maximal bereit ist zu verlieren (auch nur zweitweise). Bei einem marktbreitenbreiten Aktien-ETF können das auch mal 50% sein (Vergangenheistwerte). D.H. aus den 70.000€ können im Falle eines Aktiencrashs dann ganz schnell 35.000€ werden.

    Kann man dieses Risiko nicht tragen, muss man entsprechend das Risiko begrenzen.

    Entweder in dem man nur einen Teil der 70.000€ in Aktien-ETF anlegt und den Rest mit Tages-Festgeldern abbildet oder man wählt einen Mischfond (z.B. den bereits genannten ARERO oder einen der Vanguard-LS-ETF).

    Dann kann man halt eine höhere Investitionsquote fahren. Das Grundproblem bleibt aber gleich: Wie viel Verlust kann Dein Bekannter ertragen ohne seinen guten Schlaf zu riskieren


    Wenn die Risikotragfähigkeit einmal festgelegt wurde, ist die eigentliche Geldanlage eigentlich ziemlich langweilig. Depot bei einem günstigen Broker eröffnen (z.B. Direktbank) und Sparpläne eröffnen. Einmal im Jahr sollte man dann prüfen, ob die aktuelle Vermögensaufteilung noch zum eigenen Risikoprofil passt und ggf. den Anteil von risikoarm/Risiko wieder anpassen.