Bewertung meines Riestervertrags und evtl. Vorschläge für Alternativen für die Altersvorsorge

  • Moin haze

    prima das du deine Finanzen selber in die Hand nimmst.

    Oben sind schon viele gut Tipps. Meiner ist mehr allgemeiner und betrifft die Reihenfolge deines Vorgehens:

    1. Bestandsaufnahme deiner Gesamten Finanzen (Gesetzliche Rentenversicherung, Riester, Sichteinlagen, ETF-Sparplan usw.)

    2. Überprüfen der Einzelnen Bestandteile ( Da bis da ja schon mit dem Riester angefangen)

    3. Optimieren ( da helfen dir die Tipps oben schon zum Teil weiter, bitte auch noch schlau lesen und schauen was du möchtest vor allem im Bezug auf Sicherheit und deine fehlende BU)

    4. Neu Aufstellen/ Umsetzung ( das wird noch ein bisschen dauern bis du soweit alles für dich vernünftig aufgestellt hast)

    Lass Dir Zeit bei der ganzen Umstellung und mache auch nur das was sich für dich gut anfühlt.

    Die optimale Lösung wird es nicht geben, aber du bist schon auf einem gut Weg und traust dich an ein Thema das für viele Menschen ein Buch mit sieben Sigeln bleibt.

    Bleib gesund und wenn die Finanzen einmal richtig eingestellt sind macht es sogar Spaß.

    Weitermachen und Munter bleiben!

  • Ich würde hier im Forum aber auch nicht davon wegberaten. Die Argumentation klingt mir arg bedenkenträgerisch und gar versicherungsnah.

    Ich denke, dass ich hier im Forum nicht unbedingt als Freund der Versicherungen bekannt bin!;)

    Wenn Jemand schreibt, dass er sich bereits seit Jahren in Behandlung befindet ist das Risiko verhältnismäßig größer, dass sich daraus eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit entwickeln könnte.

    Von daher sollte man alle Optionen kennen.

    Man kann ja auch beides machen. Ein ETF-Depot und eine ETF-Nettopolice. M.E. wäre eine ETF-Nettopolice allemal sinnvoller als ein Riester-Vertrag.

    Wenn wir alle heute rentierliche Sparanlagen aussortieren, um bloß kein Vermögen aufzubauen, weil wir später ein Sozialfall werden könnten und dann das Vermögen wieder aufbrauchen müssten, dann würde fast keiner mehr damit anfangen. Das kann nämlich fast uns allen passieren.

    Nun, selbst lt. Finanztip ist eine gute ETF-Nettopolice kein Griff ins Klo!

    Und ja, dass kann sicherlich vielen von uns passieren. Aber viele haben dann evtl. auch eine BU und sind damit abgesichert.

    PS: Ich habe keine BU und bespare sehr aggressiv in mein ETF-Depot. Aber ich bin ich und nicht haze

  • Bin auch der Meinung, dass ein ETF Sparplan bei der Vorerkrankung ein gewisses Risiko dar stellt. Bei Sozialleistungen wird dieser voll als Vermögen angerechnet und da interessiert es wenig ob dieser gerade auf Berg oder Talfahrt ist. Ob dann der Freibetrag reicht, nicht auch noch mit der Anlage im Minus zu verkaufen sei dahin gestellt. Daher bin ich auch der Meinung mal einen Beratungstermin bei der GRV zu nutzen.

  • Ich stimme ichbins zu.

    Neben den ganzen Nachteilen von Riester, die Du und andere hier aufgezählt haben (Kosten, Rendite, Inflexibilität im Vergleich zu freiem ETF-Sparen), gibt es auch unschlagbare Vorteile von Riester, die über die Zulagen und Steuervorteile hinausgehen - insbesondere die Unpfändbarkeit im Falle von Insolvenz oder BU, die Nichtanrechnung als Vermögen bei Hartz4 oder die Freibeträge der Rentenzahlungen aus dem Riestervertrag bei der Anrechnung auf evtl. Sozialleistungen (z.B. Grundsicherung).

    Es handelt sich also nicht um eine reine Geldanlage im Versicherungsmantel, sondern v.a. auch um eine staatlich geförderte soziale (Basis-)Absicherung.

  • PS: Ich habe keine BU und bespare sehr aggressiv mein ETF-Depot.

    Wow! Wo bleibt denn da die Sicherheit? Hast Du schon genug gespart, um die Zeit bis zur Rente finanziell zu überbrücken? Wenn nicht, spielst Du in meinen Augen deutlich mehr Hasard, als wenn Du Dein Notebook weiterbetreibst, obwohl der "Service" von Windows 10 ausgelaufen ist.

    Eine Berufsunfähigkeit hat auf Dein Leben eine erheblich größere Auswirkung als jeder Malwarebefall Deines privaten Computers.

    Ich bin höchst erstaunt darüber, daß Du dieses Scheunentor offenstehen läßt, wo Du doch mit Deinem Computer so pingelig bist.

  • Der Policenmantel für den ETF-Sparplan kann - wenn er extrem gut ausgestaltet ist, was zunächst zweifelsfrei festgestellt werden muss - einen kleinen zusätzlichen Renditevorteil durch Steuerstundung bei den Abgeltungssteuern bringen. Mir ist aber kein derartiges ETF-Policenmantel-Produkt bekannt, das noch eine Unpfändbarkeit/Verschonung/Anrechnungsfreiheit bringen würde. Das würde auch mindestens eine Zwangsverrentung und Unkündbarkeit voraussetzen.

    Obwohl es so ein Produkt ja irgendwie doch gibt. Das nennt sich Basisrente (selig Rürup).

    Abgesehen von Renditeproblemen bei Rürup-Produkten stellt sich aber die gleiche Problematik wie bei Riester: Nur 100 € monatlich bleiben frei, darüber noch 30 %, bis beim halben Regelbedarfssatz ganz Schluss ist. Der Rest wird auf die Sozialleistungen angerechnet. Klar, es mögen Situationen vorstellbar sein, wo jemand tatsächlich eine Riesterrente von 500 € monatlich ausgezahlt bekommt und sich daraus über 220 € zusätzlich zur Stütze freut. Aber dafür hätte der hilfebedürftige Rentner davor auch zeitlebens den Maximalbetrag von 2100 € jährlich einzahlen müssen um irgendwie auf 170.000 € Riester-Guthaben zu kommen (gerechnet mit Faktor 30 und in der Hoffnung, dass der Vertrag in der Sparphase Rendite erwirtschaftet).

    Das Argument Unpfändbarkeit/Verschonung/Anrechnungsfreiheit klingt gut, funktioniert aber nur solange, bis man versucht, es mit konkreten Zahlen zu hinterlegen.

  • Wow! Wo bleibt denn da die Sicherheit? Hast Du schon genug gespart, um die Zeit bis zur Rente finanziell zu überbrücken? Wenn nicht, spielst Du in meinen Augen deutlich mehr Hasard, als wenn Du Dein Notebook weiterbetreibst, obwohl der "Service" von Windows 10 ausgelaufen ist.

    Eine Berufsunfähigkeit hat auf Dein Leben eine erheblich größere Auswirkung als jeder Malwarebefall Deines privaten Computers.

    Ich bin höchst erstaunt darüber, daß Du dieses Scheunentor offenstehen läßt, wo Du doch mit Deinem Computer so pingelig bist.

    Sind wir noch beim Thema?

  • Wow! Wo bleibt denn da die Sicherheit? Hast Du schon genug gespart, um die Zeit bis zur Rente finanziell zu überbrücken? Wenn nicht, spielst Du in meinen Augen deutlich mehr Hasard, als wenn Du Dein Notebook weiterbetreibst, obwohl der "Service" von Windows 10 ausgelaufen ist.

    Eine Berufsunfähigkeit hat auf Dein Leben eine erheblich größere Auswirkung als jeder Malwarebefall Deines privaten Computers.

    Ich bin höchst erstaunt darüber, daß Du dieses Scheunentor offenstehen läßt, wo Du doch mit Deinem Computer so pingelig bist.

    Es nervt. Nutz doch nicht jeden Thread, um deine Glaubenssätze wieder und wieder zu predigen. Thema verfehlt.

  • Sind wir noch beim Thema?

    Na klar.

    Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist bekanntlich ein wichtiges Finanzthema.

    Ich darf mich wohl schon wundern, daß ein Mensch, der das Zittern bekommt, wenn er keine Sicherheitsupdates mehr für Windows bekommt (was für sein wirtschaftliches Überleben ein absolutes Randthema ist) offensichtlich mit großem Gottvertrauen auf eine BU verzichtet.

    Mag natürlich sein, daß sein Depot bereits so dick ist, daß er die Jahre bis zur Rente daraus überbrücken kann (und dazu noch soviel übrig hat, daß er auch die Rente aufpeppen kann).

  • Wow! Wo bleibt denn da die Sicherheit? Hast Du schon genug gespart, um die Zeit bis zur Rente finanziell zu überbrücken? Wenn nicht, spielst Du in meinen Augen deutlich mehr Hasard, als wenn Du Dein Notebook weiterbetreibst, obwohl der "Service" von Windows 10 ausgelaufen ist.

    Och, so schlecht wäre meine gesetzlich Rente bei voller Erwerbsunfähigkeit nicht mal. Reicht dann immer noch für das nächste gebrauchte Windows 11 fähige Notebook.;)

    PS: Bin auch noch Motorradfahrer und habe einen Organspenderausweiß bei mir. Gehe also volles Risiko ein.:P

  • Ich habe keine BU und bespare sehr aggressiv mein ETF-Depot.

    Wow! Wo bleibt denn da die Sicherheit? Hast Du schon genug gespart, um die Zeit bis zur Rente finanziell zu überbrücken?

    Och, so schlecht wäre meine gesetzliche Rente bei voller Erwerbsunfähigkeit nicht mal.

    Du Glücklicher!

    Wie hoch (oder besser: niedrig) gesetzliche Renten sind, kann man leicht abschätzen. Wenn Dir das zum ordentlichen Leben reicht, reicht Dir vermutlich jetzt ein entsprechender Teil Deines Gehalts, sprich: Du hast eine ordentliche Sparrate, und Dein Depot ist tatsächlich dick. Dann kann man das natürlich machen: Wenn man weiß, daß man mit dem Ersparten die Zeit zur Rente überbrücken könnte, kann man sich in der Tat den nicht unerheblichen Beitrag zur BU sparen (und das gesparte Geld zusätzlich ins Depot stecken).

    Nur wenige Leute sind allerdings in dieser günstigen Situation.

  • @Achim Weiss

    Um das Thema hier im Fred abzuschließen.

    Ich lebe in Deutschland. Allein schon dadurch bin ich deutlich besser abgesichert als 99% der Weltbevölkerung. Eine Berufsunfähigkeit würde bei mir wohl nur auf Grund körperlicher Einschränkungen in Frage kommen. Und ob ich dann noch Spaß am zukünftigen Leben hätte, könnte ich erst im konkreten Eintrittsfall beurteilen. Was nutzt Geld, wenn man auf Grund körperlicher Einschränkungen nicht mehr richtig am gewohnten Leben teilnehmen kann?:/

    Da ich in meinem engeren Bekanntenkreis Jemanden habe, der auf Grund schwerer Depressionen immer wieder längere Therapiezeiten benötigt, bin ich heilfroh, dass ich keine solchen Probleme habe.

  • Direkt zu den Fragen von haze:

    • Das Riester-Produkt ist ungünstig. Ohne Kinder macht es auch keinen Sinn, nach Riester-Alternativen zu suchen. Der Schaden ist noch gering. Es sollte einfach gekündigt werden.
    • Eine bezahlbare und sinnvolle BU gibt es für den Fragesteller wahrscheinlich nicht. Es sollte darüber aber ruhig mit einem auf das Thema spezialisierten Versicherungsmakler oder Honorarberater gesprochen werden. Vielleicht ist es ja ganz anders als wir alle denken. Lass Dir auf keinen Fall eine halbgare Lösung wie eine Unfallversicherung andrehen.
    • Sparsam leben, Geld verdienen, einen guten Teil davon sparen und kostengünstig und rentierlich anlegen ist das beste Vorsorgepaket für die Wechselfälle des Lebens. Die gemachten Angaben könnten darauf deuten, dass beim Sparen deutlich mehr passieren dürfte. Ist es schon sinnvoll, die Rentenlücke zu berechnen?
    • Kostengünstig und rentierlich anlegen geht nicht über Versicherungsprodukte. Für mittlere und lange Anlagezeiträume wird hier regelmäßig ein selbst aufgesetzter Sparplan auf einen weltweit breit streuenden ETF empfohlen.
  • Depressionen sind allerdings eine Volkskrankheit und können potenziell jeden treffen und auch - Gott sei Dank - auch wieder vorübergehen oder behandelt werden, genauso wie viele andere Krankheiten oder Unfallfolgen, die zu einer BU führen können.

    Eine Berufsunfähigkeitsrente bedeutet m.E. nicht, dass das Leben nicht mehr lebenswert wäre, sondern nur, dass ich nicht gezwungen werde, auch noch von Sozialhilfe oder Almosen zu leben.

    Wenn man so eine Versicherung (noch) abschließen kann, wäre sie m.E. durchaus sehr sinnvoll.

  • Wie hoch (oder besser: niedrig) gesetzliche Renten sind, kann man leicht abschätzen.

    Kann man sich sogar ausrechnen (lassen).

    Klar kann man das, wenn man den Versicherungsverlauf kennt. In der jährlichen Rentenversicherung sind die entsprechenden Prognosewerte ja angegeben.

    Ohne solche Information: Normale Altersrente brutto etwas weniger als die Hälfte des Bruttoeinkommens (einigermaßen kontinuierliche Erwerbsbiographie unterstellt), Erwerbsunfähigkeitsrente schätzungsweise 80 bis 90 % davon.

    https://www.finanztip.de/berufsunfaehig…inderungsrente/

    Im allgemeinen tut sich zwischen Einkommen und Altersrenten- / Erwerbsunfähigkeitstrentenerwartung eine nennenswerte Lücke auf, die man mit einer privaten Berufsunfähigkeitsrente schließen könnte oder aber auch mit dem eigenen Ersparten. Wer genug gespart hat, braucht keine BU.

    "Genug" ist in diesem Zusammenhang allerdings eine ganze Menge. Die meisten Leute unterschätzen, wieviel Kapital für eine lebenslange Zahlung von z.B. 1000 Euro nötig ist.

  • Wow!

    Ich bin beeindruckt von den vielen informativen, hilfreichen und auch freundlichen Antworten.
    Das macht Mut weiterzumachen.
    Zunächst mal danke ich allen für die rege Beteiligung und Hilfe.
    Ich nehme einen großen Teil davon mit und werde mich, wie von vielen hier empfohlen, weiter in die Materie einlesen und bestimmt auch noch die ein oder andere Frage stellen.
    An eine "unabhängige" Beratung habe ich schon gedacht, bisher aber doch gezögert, weil ich mir das ganze "Thema" nicht zugetraut habe.
    Das werde ich mit dem jetzigen Wissen allerdings in die Tat umsetzen und mich darum kümmern, gerade was die BU bzw. Alternativen angeht.
    Durch die einzelnen Tipps, Meinungen und Ratschläge komme ich auf jeden Fall erstmal wieder weiter, denn ich stand nun doch etwas auf dem Schlauch.
    Vielen Dank dafür an alle!

    Eine Frage hätte ich in diesem Zusammenhang hier allerdings noch.
    Wie finde ich einen seriösen, unabhängigen Honorarberater?
    Worauf muss ich achten oder kann ich hier prinzipiell nicht viel falsch machen?
    Ich möchte das Riester-Debakel von damals möglichst nicht wiederholen (auch wenn das natürlich alles andere als eine unabhängige Beratung war).
    Vielleicht gibt es ja auch hier bereits Erfahrungen, die gemacht wurden.

  • Dr. Schlemann (tummelt sich auch schon einmal hier im Forum) hat da einen gewissen Grad an Erfahrung. Vielleicht hat er auch einen Internet-Auftritt. ;)