Wie stehst Du zur elektr. Patientenakte?

  • Es geht um Haftungsfragen. Wenn ein Arzt beispielsweise eine Medikation verordnet aber anhand eines jahrzehntelangen Eintrages in der ePA hätte ableiten können dass der Patient möglicherweise allergisch reagiert dann dauert es nicht lange und die Rechtsanwälte werden aktiv.
    Ebenso bei den Heilungsaussichten. Wenn da ein Versicherer tiefer einsteigt und argumentieren kann dass der Arzt eine zu teure Therapie verordnet hat die aufgrund eines jahrzehntelangen Eintrages in der ePA als weniger erfolgversprechend hätte bewertet werden können...
    Aufgrund des steigenden Kostendrucks werden auch Versicherer überlegen, wie sie die ePA für sich nutzen können- das tun sie ja heute bereits mit den ihnen über die eingereichten Rechnungen vorliegenden Diagnosen und Behandlungsverläufe.
    Ob KI den Ärzten bei der Auswertung der ePA-Einträge helfen kann weiß ich nicht- einfach nach Schlagworten suchen wird nicht funktionieren -so einfach ist Medizin nicht.

  • Und wenn ein Arzt sich zur Beurteilung dieser Kontraindikationen oder Erfolgsaussichten alleine auf das von Oma Erna im Untersuchungsgespräch oder auf dem lustigen Ankreuzbogen erinnerte verlässt, ist das die bessere Alternative?

  • Veränderung macht mir Angst. Ich will das alles so bleibt wie immer. Nein Spaß, ePa ist ne gute Sache. Rechtliche und technische Herausforderungen müssen weiter verbessert werden. Und natürlich Augen auf im Wahllokal damit das auch dem Patienten nutzt und nicht nur der Gesundheitswirtschaft und allen die sich auf kosten unserer Gesundheit bereichern

  • Dass die Daten bei geeigneter Nutzung einen Mehrwert für alle Beteiligten sind steht für mich außer Frage. Die ePA wird kommen ist auch klar. Die Frage ist nur wie was wer womit wann (w-Probleme).
    Früher oder später wird die Zustimmung zur ePA ganz stumpf finanziell incentiviert werden - und Schwupps machen viele mit. Damit ist zwar keines der w-Probleme gelöst aber dann geht es los.

    Und by the way: Wenigstens einen zentralen Datensammler gibt es ja heute bereits: Die Versicherer. Vielleicht sollte man bei denen nachfragen wie die mit dem Datenberg umgehen? Vielleicht tatsächlich mit einer "Suchfunktion"? Mit KI? Ich behaupte die Versicherer haben da einen beträchtlichen Erfahrungsvorsprung.

  • Im Kundenmagazin der Hallesche Krankenversicherung gibt es einen Ausblick auf die nächsten Funktionen der Patientenakte. All denen, die digital fit sind im Umgang mit der ePA, kann das eine Hilfe sein.

    Text:

    Die elektronische Patientenakte (ePA) ist Ihr persönliches, digitales Gesundheitsarchiv. Über die Hallesche4u ePA-App haben Sie direkten Zugang dazu: Sie können Ihre Gesundheitsdokumente sicher speichern, jederzeit abrufen und mit Ärzten oder Kliniken teilen.

    Als erster privater Krankenversicherer gehen wir noch einen Schritt weiter. In den kommenden Monaten werden wir nach und nach exklusive Zusatzfunktionen für Sie freischalten, die Ihren Alltag spürbar erleichtern:

    ✓ Vorsorgemanager: Persönliche Empfehlungen und Erinnerungen zu wichtigen Untersuchungen

    ✓ Impfempfehlungen: Impfstatus jederzeit im Überblick, Hinweise zu fehlenden Impfungen und Abgleich mit RKI-Standards

    ✓ Kopfschmerztagebuch: Häufigkeit, Auslöser und Medikamente dokumentieren – inklusive Erinnerungsfunktion

    ✓ Dokumentenliste: Dokumente mit Stichwörtern versehen und noch schneller wiederfinden

  • Ja, schade drum. An sich eine gute Idee, z.B. es sind 250k, die durch Medikamentationsfehler sterben. Auch Einsparen von Doppeluntersuchungen, gut wäre die schnelle Information für Befugte. Aber spätestens als Hacker auf Mängel hingewiesen haben, die nicht behoben wurden und Lauterbach den wertvollen Datenschatz gelobt hat, war die Erlaubnis zurückgenommen.

  • Baut jede Krankenkasse sich eigentlich seine eigenen Oberflächen und Funktionen der ePA selbst zusammen, oder ist nur der Zugang unterschiedlich und der Inhalt der ePA selbst bei allen Krankenkassen gleich?

    So, das habe ich jetzt selbst heraus bekommen.
    Die ePA ist, laut TK, überall gleich. Der Zugang ist ggf Krankenkassenspezifisch, aber alles was da drin und "organisiert" ist, ist von der Gematik vorgegeben und darf NICHT von den Krankenkassen modifiziert werden.
    Es gibt von der TK eine anscheinend schöne und toll funktionierende Handy-App, wo alles viel besser funktionieren soll, aber auf dem PC nur die "grund-funktionelle" ePA mit allen Defiziten. (Jeder Versicherte braucht sein separates Handy,...)
    Ein Vorteil der ePA ist es, dass man Vertretungen einrichten kann. Es ist also nach entsprechenden Genehmigungen möglich, auch die ePA des Partners oder Verwandten komplett einzusehen und zu bearbeiten.

    Die Grundidee der ePA ist gut, aber der Ausführungsstand ist "mager" und stark verbesserungsfähig.

  • Ja, schade drum. An sich eine gute Idee, z.B. es sind 250k, die durch Medikamentationsfehler sterben.

    Zum Thema Medikationsliste auch noch so Macken:

    In der Bildschirmanzeige lassen sich nur max. 25 Positionen anzeigen. Weitere bzw. ältere Positionen können nicht mehr angezeigt werden, egal wie man den Zeitrahmen einstellt.
    Und im Download (pdf oder html) werden nur maximal die verschriebenen Medikamente der letzten 365 Tage angezeigt (keine Beschränkung auf 25 Positionen). Weiter zurück liegende Verschreibungen werden vom Programm für den Ausdruck ignoriert. (Auch wenn sie in der Bildschirmansicht, wenn es weniger als 25 Positionen/Verschreibungen her ist, angezeigt worden sind.)
    Ärzte kommen auch nur an dieses 1 Jahr Verordnungen. Eine Historie der Medikamentation ist damit nicht unbedingt umfänglich gegeben.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen