Steuerprogramm

Mit der richtigen Software holen Sie Ihre Steuern zurück

Das Wichtigste in Kürze

  • Elster-Formular ist das kostenlose Programm der Finanzverwaltung, Laien tun sich damit jedoch schwer. Und im Gegensatz zu den Kaufprogrammen bietet es keine Steuertipps.
  • Für die meisten Bürger lohnt sich der Kauf einer Software, um die Steuererklärung zu erstellen. Empfehlenswerte Programme kosten regulär zwischen 15 und 35 Euro.
  • Es gibt kommerzielle Desktop-Programme, die Sie jährlich neu auf Ihrem Rechner installieren müssen, und Online-Software, die im Browser läuft. Ihre Daten liegen dann auf Servern des Anbieters.
  • Die drei großen Anbieter Buhl Data, Wolters Kluwer und Haufe-Lexware bieten jeweils eine Linie für einfache und eine für kompliziertere Steuerfälle an. Zudem gibt es Versionen für bestimmte Zielgruppen wie Rentner, Vermieter und Selbstständige.
  • Wenn Sie zu einem anderen Anbieter wechseln wollen, bedenken Sie, dass Sie Ihre Vorjahresdaten womöglich nicht mitnehmen können. Das ist eines von mehreren Argumenten dafür, bei einer Software, mit der Sie gut zurechtkommen, zu bleiben.

So gehen Sie vor

  • Fragen Sie sich: Kennen Sie sich mit Steuern so gut aus, dass Sie allein mit den Papier-Formularen oder Elster klarkommen? Falls nicht, sollten Sie eine Steuersoftware kaufen.
  • Achten Sie bei Ihrer Wahl auf die benötigten Funktionen und ob Sie mit der Bedienung zurechtkommen. Sie benötigen jedes Jahr die richtige Version; für die Steuererklärung 2017 achten Sie darauf, dass 2018 draufsteht.
  • Für die meisten Arbeitnehmer und Rentner empfehlen wir die günstigen Programme Tax 2018 und Quicksteuer 2018 für die Steuererklärung 2017.
  • Etwas mehr ausgeben sollten Selbstständige, Vermieter und Arbeitnehmer mit komplizierteren Fällen. Sie nutzen am besten Wiso Steuer-Sparbuch 2018 oder Steuersparerklärung für die Steuererklärung 2017.
  • Unter den Online-Lösungen empfehlen wir Wiso Steuer-Web für kompliziertere Fälle sowie Smartsteuer und Steuergo Plus für eher einfache Fälle.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Das komplizierte Steuerrecht, schwer verständliche Formulare und ungeordnete Belege schrecken so manchen davon ab, eine Steuererklärung auszufüllen. Geschätzt jeder Vierte von über 40 Millionen Arbeitnehmern gibt keine Erklärung ab. Falls Sie dazugehören, verschenken Sie eine Menge Geld. Denn im Durchschnitt gibt es eine Rückerstattung um die 935 Euro.

Zunehmende Digitalisierung erleichtert das Ausfüllen

Es kann also ein ordentlicher Stundenlohn herausspringen – besonders, wenn Sie beim Ausfüllen der lästigen Formulare zügig vorankommen. Schneller kann es gehen, wenn Sie Ihre Angaben nicht von Hand in Papierformulare eintragen, sondern Ihre Steuerdaten am Computer eingeben und elektronisch ans Finanzamt übermitteln.

2017 erhielten die Finanzämter bereits 22 Millionen private Einkommensteuererklärungen übers Internet, heißt es auf elster.de.

Für manche ist die elektronische Abgabe verpflichtend: Selbstständige, kleinere Unternehmen und auch Privatleute, die gewerbliche Einnahmen aus dem Stromverkauf von Ihrer Photovoltaik-Anlage haben, müssen ihre unternehmerischen Steuererklärungen für 2017 zwingend elektronisch mit einem Elster-Zertifikat übermitteln. Hierzu zählen die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und die Umsatzsteuererklärung, die authentifiziert übermittelt werden müssen. Steuersoftware hilft sowohl bei der Erstellung als auch bei der elektronischen Übermittlung der Steuererklärung.

Erfahrene Anwender wissen, dass sie mit der aktuellen Version ihrer Software auch Daten ihrer Vorjahreserklärung übernehmen und überschreiben können und so eine Menge Zeit sparen. Das funktioniert auf jeden Fall, wenn man seinem Programm treu bleibt. Wer hingegen den Anbieter wechselt, muss sich darauf einstellen, dass er viele Daten neu eingeben muss. Dies kann sogar dann passieren, wenn Sie ein günstigeres Programm desselben Anbieters nutzen möchten.

Dabei wird das Ausfüllen zunehmend einfacher: Mit mancher Steuersoftware können Nutzer Belege einscannen und verwalten. Mit der Steuersparerklärung klappt dies komfortabel auf dem iPhone. Die Unterlagen lassen sich dann bereits während des Jahres speichern. Beim Erstellen der Steuererklärung können die Anwender die Belegwerte übernehmen. Dies ist sehr hilfreich, denn gerade das Suchen und Verwalten von Quittungen ist ein großer Zeitfresser beim Ausfüllen der Einkommensteuererklärung.

Und es geht noch mehr: Mit der sogenannten vorausgefüllten Steuererklärung (das Finanzamt nennt den Service Belegabruf) können Steuerzahler bereits elektronisch gemeldete Daten mit einem Klick in die eigene Steuererklärung übernehmen. Neben den Stammdaten wie Adresse und Geburtsdaten sind dies beispielsweise die vom Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug gemeldeten Gehälter, die ans Finanzamt abgeführte Lohnsteuer, die einbehaltene Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag. Auch die überwiesenen Sozialversicherungsbeiträge (aufgesplittet nach Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteilen), erhaltene Renten und Lohnersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld lassen sich per Klick übernehmen. 

Immer mehr Programme vereinfachen die mühselige Anmeldung für den Belegabruf, weil sich diese innerhalb des Programms starten lässt. Die Finanzverwaltung schickt dann einen Zugangscode, den Sie im Programm eingeben müssen. Einen Tag später können Sie dann die beim Finanzamt gemeldeten Belegdaten abrufen und für die Erklärung übernehmen.

Nach Angaben des hessischen Finanzministeriums reichen bereits rund 60 Prozent der Steuerbürger ihre Erklärung auf elektronischem Weg ein. Auch die Finanzverwaltung setzt auf die elektronische Erklärung. Das Steuermodernisierungsgesetz erlaubt nun sogar offiziell eine vollautomatische Bearbeitung – der Bescheid kann also rein maschinell erstellt werden. Zudem können die Steuerzahler ihren Bescheid elektronisch im Elster-Portal abholen. Ein Einspruch ist ebenfalls elektronisch möglich.

Elster überfordert die meisten

Wer sich schon in den vergangenen Jahren intensiv mit seiner eigenen Steuererklärung beschäftigt hat, sich mit den grundlegenden steuerrechtlichen Begriffen auskennt und sich bereits selbst durch die schwer verständlichen Formulare vom Finanzamt gequält hat, der kommt als Windows-Nutzer möglicherweise auch gut zurecht mit dem kostenlosen Steuerprogramm der Finanzverwaltung: Elster-Formular.

Sie können es von der Elster-Website herunterladen oder im Finanzamt als Gratis-CD-Rom abholen. Damit können Sie Ihre Steuererklärung offline am PC bearbeiten und dann anschließend verschlüsselt über das Internet an die Finanzverwaltung übermitteln. Im Grunde genommen füllen Sie dort auch nichts anderes als Formulare aus. Doch anders als bei kostenpflichtiger Software bekommen Sie keine Tipps zum Steuersparen. Lediglich Berechnungen und Plausibilitätsprüfungen helfen Ihnen bei der Erstellung.

Ende Juli 2017 wurde die Elster-Homepage umfassend überarbeitet und benutzerfreundlicher gestaltet. Die Seite versteht sich als zentrales Online-Finanzamt, über das Sie viele Steuerformulare und Online-Leistungen der Finanzverwaltung wie den Bescheid oder Ihre Daten auf der elektronischen Lohnsteuerkarte (ELStAM) abrufen können.

Das bisherige Elster-Online-Portal wurde durch „Mein Elster“ abgelöst. Auch damit können Sie eine Online-Steuererklärung ausfüllen und übermitteln – und zwar im Browser. Sie sparen sich also den Software-Download. Außerdem ist dieser unabhängig vom Betriebssystem auf Ihrem Rechner. Sie müssen jedoch zuvor ein Benutzerkonto erstellen und sich registrieren. Neu ist, dass Sie bei Elster jetzt vorab erfahren, wie die elektronische Steuererklärung abläuft. Eine Fortschrittsanzeige zeigt Ihnen den gerade bearbeiteten Prozessschritt. Außerdem ist jetzt ein Zugriff mittels Tablet und Smartphone möglich.

Auf der Elster-Website können Sie zudem nach Software für Ihre persönlichen Zwecke suchen. Sie können dort gezielt Lösungen für Ihr Betriebssystem oder bestimmte Formulare recherchieren. Die Ergebnisse speisen sich aus zwei Listen: eine mit kostenloser Software (Freeware) und eine mit rund 500 kommerziellen Lösungen samt Links zu den Herstellern.

Tipp

Kostenloses Steuer-Booklet von Finanztip

Das Steuerrecht ändert sich ständig. Speziell für die Steuererklärung 2017 hat Finanztip ein 21-seitiges kostenloses Steuer-Booklet erstellt. Es enthält Tipps, was Sie absetzen können und wo Sie diese Angaben in den Formularen eintragen. 

Kommerzielle Software für Laien oft besser
Laien dagegen verschenken oft Geld, wenn sie das Elster-Formular nutzen, weil sie nicht wissen, was sie wo eintragen können und sollten. 

Die meisten sind daher besser beraten, wenn sie für ihre Steuererklärung eine kommerzielle Software verwenden. Diese bietet umfangreiche Informationen zum Steuerrecht, Steuer-Spar-Tipps, Musterbriefe und manchmal sogar umfassende Bücher.

Die Steuererklärung wird im Hintergrund erstellt, indem der Nutzer eine Reihe von Fragen zu seiner individuellen Situation beantwortet. Die Eingaben prüft das Programm automatisch und berechnet die Steuer vor Abgabe der Erklärung. Dafür ist jedes Jahr die aktuelle Software erforderlich. Für die Steuererklärung 2017 trägt diese die Jahreszahl 2018 im Namen. Wer bereits Ende des Jahres beispielsweise in einem Elektronikmarkt eine Box gekauft und das Programm installiert hat, muss wissen, dass es meist noch nicht darin berücksichtigte Steuerrechtsänderungen gibt. Deshalb muss der Nutzer die Software registrieren und dann oft noch aktualisieren. Diese Updates sind kostenlos.

Doch auch gekaufte Steuersoftware setzt ein Mindestmaß an Wissen über steuerliche Angelegenheiten voraus. So werden Arbeitnehmer in aller Regel gefragt, ob sie mehr als 1.000 Euro an Werbungskosten haben, weil nur beim Überschreiten der Arbeitnehmerpauschale weitere Einträge bei den Werbungskosten in der Anlage N erforderlich sind. Dabei wissen die wenigsten, dass dies ausschließlich beruflich bedingte Ausgaben sind – und was alles darunter fallen kann. Schließlich gibt es Positionen, die zumindest anteilig Werbungskosten sein können. In unserem Ratgeber Werbungskosten finden Sie ein laufend aktualisiertes A bis Z an absetzbaren Werbungskosten.

Fristverlängerung bei Abgabe mit Elster-Zertifikat

Als privater Nutzer ohne unternehmerische Einkünfte können Sie die Steuererklärung auf folgenden Wegen abgeben:

  • Sie können die Erklärung auf Papier ausdrucken und beim Finanzamt abgeben.
  • Sie können die Steuererklärung elektronisch erstellen und über das Internet an Ihr Finanzamt übertragen – ohne Registrierung bei Elster. Dann müssen Sie jedoch eine komprimierte Steuererklärung ausdrucken, unterschreiben und beim Finanzamt abgeben
  • Sie registrieren sich einmalig bei Elster und nutzen für die Abgabe ein Elster-Zertifikat; dann ist die Erklärung vollelektronisch und Sie müssen überhaupt kein Papierstück abgeben (authentifizierte Übermittlung).

Wer die elektronische Steuererklärung 2017 authentifiziert übermittelt, bekommt in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zwei Monate mehr Zeit. Die Abgabefrist endet dann erst am 31. Juli 2018.

Was bieten installierte Programme, was Online-Software?

Bei Steuersoftware gibt es zwei Typen: zum einen Desktop-Programme, zum anderen Cloud-Lösungen, die im Browser laufen. Zu ersteren zählt Software, die Sie entweder als Download oder CD beziehungsweise DVD kaufen und auf Ihrem Rechner installieren müssen. Bei Online-Lösungen brauchen Sie keine Software zu installieren. Sie machen Ihre gesamten Eingaben im Browser. Der Anteil an Online-Programmen ist zwar deutlich niedriger, wächst jedoch stark.

Nutzer solcher Lösungen sollten sich aber bewusst machen, dass sensible Steuerdaten wie das Arbeitseinkommen in der Cloud gespeichert sind. Sie müssen sich auf die datenschutzrechtlichen Versprechen der Anbieter verlassen – sicherlich nicht jedermanns Sache. Dafür sparen sie Zeit und Geld. Installation und Updates sind nicht erforderlich. Das Programm nimmt auch keine Festplattenkapazität weg. Es läuft im Internetbrowser und ist daher auf unterschiedlichen internetfähigen Geräten – auch auf dem Tablet – nutzbar.

Etliche Programme können Sie zunächst kostenfrei testen, indem Sie Ihre Daten eingeben und eine mögliche Steuererstattung berechnen lassen. Erst wenn Sie Ihre Erklärung ans Finanzamt übermitteln wollen, müssen Sie dafür zahlen. Und das ist im Vergleich zu den stationären Programmen oft günstiger. Allerdings müssen Sie jede einzelne Steuererklärung bezahlen, bei Desktop-Programmen sind meistens mehrere Erklärungen für dasselbe Steuerjahr möglich. Diese sind zudem üppiger ausgestattet etwa mit Videos oder Steuerinfos, doch die Cloud-Lösungen holen auch dort auf.

Eine gute Alternative ist die Online-Steuererklärung, wenn Sie auf Ihrem Computer nicht Windows, sondern beispielsweise Linux als Betriebssystem haben. Denn die meisten Desktop-Programme setzen Windows voraus. Einige Anbieter bieten auch eine Mac-Version an, zum Beispiel Wiso Steuer-Sparbuch und Steuersparerklärung.

Jeweils zwei Programmlinien bei den großen Anbietern

Wer in einem größeren Elektronikmarkt oder im Internet gezielt nach Steuerprogrammen Ausschau hält, staunt über die Vielfalt. Tatsächlich ist das Angebot genau betrachtet doch kleiner – trotz etlicher spezieller Varianten ein- und desselben Programms. Drei Anbieter beherrschen den Markt:

  • Buhl Data mit seiner Linie Wiso und der abgespeckten Variante Tax – dort gibt es nur wenige Erklärvideos;
  • die Akademische Arbeitsgemeinschaft, die zum Medienkonzern Wolters Kluwer Deutschland gehört,mit der Steuersparerklärung (trägt das Logo „Steuertipps“) und dem Einsteigerprogramm Steuereasy;
  • Haufe-Lexware mit der Online-Lösung Smartsteuer und den Desktop-Programmen Taxman und Quicksteuer.

Neben den drei großen Steuersoftware-Anbietern gibt es noch weitere kleine, die sich auf Online-Programme beschränken: Forium – gilt als Pionier bei der Online-Steuererklärung – mit Lohnsteuer kompakt, Steuergo und die auf Studenten abzielende Software Steuererklärung-Student sowie Hartwerk mit Steuerfuchs. Bei Tests in Fachzeitschriften bleiben die kleinen Anbieter oft unerwähnt. Falls sie doch untersucht werden – wie im Mai 2017 in der Zeitschrift „Finanztest“ –, schneiden sie meist schlechter ab als die Programme der drei großen Anbieter. 

Seit Oktober 2016 bietet Taxbutler als neuer Anbieter eine Steuererklärung per mobiler App. Damit fotografiert der Nutzer seine Belege mit seinem Smartphone. Die App soll sich via Texterkennung die nötigen Daten ziehen und daraus eigenständig die Steuererklärung erstellen. Eine Elster-Registrierung ist nicht erforderlich, weil die App ein zentrales Zertifikat hat.

Die weitgehend automatisch erstellte Steuererklärung wird aus der App heraus an das Finanzamt gesendet. Die Lösung richtet sich in erster Linie an Studenten und Berufsanfänger mit einfachen steuerlichen Sachverhalten. Sie kostet 29 Euro. Ein Redakteur der „Wirtschaftswoche“ bezeichnet die App als bequem und zeitsparend, weist jedoch darauf hin, dass der Nutzer die erstellte Erklärung auf Richtigkeit sehr genau kontrollieren sollte.

Hinter Taxbutler steckt ein Start-up namens Pareton. Für dieses wurde Ende Juni 2018 ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet.

Seit 2017 neu auf dem Markt ist Taxfix. Diese App für das Smartphone richtet sich vor allem an die rund 6 Millionen steuerpflichtigen Arbeitnehmer, deren Steuer relativ einfach zu machen wäre, die aber trotzdem keine Steuererklärung abgeben. Die Erklärung wird nach dem Beantworten einfacher Fragen per App erstellt und kann direkt an das Finanzamt gesendet werden. Der Pauschalpreis liegt bei 35 Euro und entfällt komplett, falls der Nutzer weniger als 50 Euro Steuererstattung erhält. Es gibt jedoch derzeit noch viele Einschränkungen. So funktioniert die App noch nicht für die Zusammenveranlagung, Rentenbesteuerung, Vermietung oder bei Einkünften aus einer selbstständigen Tätigkeit. Sowohl Taxbutler als auch Taxfix eignen sich daher derzeit nur für einfache Fälle.

Beide Apps zeigen einen Trend bei den Entwicklern von Steuersoftware auf: Immer stärker setzen die Anbieter künstliche Intelligenz ein. Vorhandene Daten und das Auslesen von Belegen sollen helfen, dass die Steuererklärung zunehmend automatisch erstellt wird.

Eine dritte App für die Steuererklärung per Smartphone ist Steuerbot. Das Start-up wurde 2017 gegründet und im September 2018 von Smartsteuer übernommen. Steuerbot richtet sich insbesondere an Auszubildende, Studenten und Berufseinsteiger. Der Nutzer beantwortet Fragen zur persönlichen Situation im Chat; die Antworten befüllen im Hintergrund die entsprechenden Felder in den Steuerformularen. Steuerbot ist derzeit kostenlos und für einfache Steuerfälle geeignet. Beispielsweise können Sie damit keine Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit bearbeiten. Wenn es komplexer wird, eignet sich die kostenpflichtige Online-Lösung Smartsteuer besser.

Ein wenig länger im Geschäft ist das Berliner Start-up Wundertax, das Ende 2015 mit der Studentensteuererklärung startete. Mittlerweile adressiert es unter steuererklaerung.de weitere Zielgruppen mit einer Online-Steuererklärung für 35 Euro. Tatsächlich könnte sich für Studenten eine Steuererklärung lohnen. Denn es besteht Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht Studenten im Erststudium einen deutlich größeren Steuervorteil zugestehen wird als nach aktueller Rechtslage. Im Moment können Erststudenten Ausbildungskosten nur als Sonderausgaben bis 6.000 Euro absetzen, was in der Praxis häufig in die Leere geht.

Dies wäre anders, würden Ausgaben etwa für die Fahrten zur Bibliothek als vorweggenommene Werbungskosten beziehungsweise vorweggenommene Betriebsausgaben bei späterer Selbstständigkeit anerkannt. Dann wäre ein Verlustvortrag möglich. Dieser würde den Berufseinsteigern eine Verrechnung der früheren Verluste mit den Einkünften ermöglichen. Folge: niedrigere oder eventuell sogar überhaupt keine Einkommensteuer. Allerdings ist derzeit offen, ob sich die Verfassungsrichter zu dieser Sichtweise durchringen können. Möglicherweise werden Sie darüber im Lauf des Jahres 2018 entscheiden. 

Wir empfehlen, dass Studenten bereits jetzt für jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben. Das geht unter Umständen bis zu sieben Jahre rückwirkend.

Tipp: Auszubildende, Studenten und Berufseinsteiger bis 28 Jahre können unter steuerhelden.de das Programm Steuersparerklärung für Studenten oder Steuersparerklärung für Berufseinsteiger (von Wolters Kluwer) herunterladen und damit ihre Steuererklärung sogar kostenlos erstellen.

Programm-Varianten für verschiedene Zielgruppen

Von den meisten Programmen der großen Anbieter existieren unterschiedliche Versionen. Von Taxman gibt es beispielsweise neben der Basisversion ab 29,90 Euro noch drei spezielle Varianten: für Rentner und Pensionäre, für Selbstständige und – als teuerste Version – eine für Vermieter (39,90 Euro). Diese umfasst sogar ein Hausverwaltungsprogramm. Die Programmpakete enthalten auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmte Bücher als PDF-Datei. Wer den Steuerratgeber zusätzlich gedruckt haben möchte, kann ihn kostenlos anfordern.

Der Rechenkern der Haufe-Lexware-Software stammt vom Konkurrenten Wolters Kluwer. Und dieser wiederum bietet von seiner Lösung Steuersparerklärung spezielle Varianten für Lehrer, Rentner und Selbstständige an. Lehrer weisen bis auf ein mögliches Arbeitszimmer und selbst getragener Kosten bei Klassenfahrten meist keine steuerrechtlichen Besonderheiten gegenüber sonstigen Arbeitnehmern auf. Daher benötigen sie nicht unbedingt ein spezielles Programm. Für andere Zielgruppen kann eine Spezialversion durchaus sinnvoll sein, etwa für Vermieter.

Für die meisten Arbeitnehmer, Pensionäre und Rentner reicht allerdings die günstigere Software-Linie – es sei denn, der individuelle Steuerfall ist kompliziert, weil der Steuerpflichtige beispielsweise Auslandseinkünfte oder andere zusätzliche Einnahmen erzielt.

Bei gewerblichen Einkünften auch Umsatzsteuererklärung

Selbstständige und Gewerbetreibende sollten auf jeden Fall zu einer höherwertigen Software greifen. Sie müssen darauf achten, dass das gewählte Programm alle benötigten Anlagen für die Einkommensteuererklärung verarbeiten kann. Freiberufler müssen die Anlage S und eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen und auch elektronisch übermitteln. Gewerbetreibende müssen die Anlage G ausfüllen und zusätzlich eine Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung ausfüllen. Höherwertige Software hilft außerdem dabei, die Umsatzsteuer-Voranmeldungen zu erstellen.

Auch Hausbesitzer, die mit ihrer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Strom produzieren und diesen gegen Bezahlung ins Netz einspeisen, sind gewerblich tätig und müssen für die Einkommensteuer die Anlagen G und EÜR ausfüllen und eine Umsatzsteuererklärung abgeben, wenn sie nicht wegen der Kleinunternehmerregelung davon befreit sind; dies geht bei einem Jahresumsatz bis 17.500 Euro. Bei einem Gewinn über 24.500 Euro wäre auch Gewerbesteuer fällig. Bei dem Programm Steuersparerklärung ist dies mit dem Modul Photovoltaik gut zu bewältigen. Doch dieses ist nur in den höherwertigeren Versionen „für Selbstständige“ oder „plus“ enthalten.

Vermieter sollten ebenfalls genau auf den Funktionsumfang des Programms schauen, damit sie die Anlage V bearbeiten können.

Erbengemeinschaften müssen eine einheitliche und gesonderte Feststellungserklärung beim Finanzamt abgeben. Dies kann beispielsweise erstmals Smartsteuer ab 2017. Und wer als Steuersparerklärung-Nutzer Kapitalerträge erklären will oder als Geschiedener Unterhaltsleistungen gezahlt oder eine Immobilie gekauft hat, der ist mit der Variante „Plus“ besser bedient – die kostet aber 20 Euro mehr. Dafür hat der Anwender dann einen direkten Zugriff auf die umfassende Online-Steuerdatenbank.

Wie finde ich das richtige Programm?

Neben der Komplexität des eigenen Steuerfalls spielt ein weiterer Punkt für die Auswahl der passenden Software eine wichtige Rolle: Wie gut kommen Sie mit der Bedienung und Benutzerführung zurecht? Die meisten Desktop-Programme bieten zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Bearbeitung an: die Interview-Form (zum Beispiel: Roter Faden bei Wolters-Kluwer-Lösungen) auf der einen Seite, die sich insbesondere für Laien eignet, oder die zeitsparendere Variante einer direkten Formularbearbeitung. Diese eignet sich eher für Nutzer mit Steuererklärungserfahrung. 

Doch welche Software ist für die Steuererklärung 2017 die beste? Der Aufwand, der für einen gründlichen Softwaretest nötig ist, ist extrem hoch. Zunächst müssen verschiedene Programme installiert werden. Idealerweise erstellt die fachkundige Redaktion zusammen mit einem Steuer-Experten mindestens einen anspruchsvolleren Steuerfall und gibt diesen in den diversen Programmen ein. Daraus lässt sich am besten schlussfolgern, ob die Nutzerführung zielführend ist und die Software korrekt rechnet. Abweichungen müssen daraufhin auf ihre Ursache analysiert werden. Computer- und Wirtschaftsmagazine veröffentlichen regelmäßig Tests des aktuellen Steuersoftware-Jahrgangs. Allerdings betreiben die Redaktionen hierfür unterschiedlich viel Aufwand.

Überzeugend fanden wir die Vorgehensweise von „Computer Bild“: Ein Steuerberater hat drei knifflige Musterfälle erstellt: für einen Single, ein Rentner-Ehepaar und eine vierköpfige Familie. Damit haben fünf Mitarbeiter sieben Wochen lang sechs Programme getestet. Bewertet hat die Redaktion die Berechnungsqualität, Plausibilität, Bedienung, Beratung, die Geeignetheit für unterschiedliche Zielgruppen sowie den Datenschutz.

Nicht alle Medien sind transparent bezüglich der Test-Vorgehensweise und Beurteilung. Für den Software-Jahrgang 2018, also für die Steuererklärung 2017, haben wir Tests in fünf vertrauenswürdigen Fachzeitschriften analysiert und daraus Empfehlungen entwickelt. Mehr über unser Vorgehen erfahren Sie am Ende dieses Textes.

Die Programme haben wir in diesem Jahr in vier Gruppen eingeteilt:

  • Software für die Erstellung einfacher und durchschnittlich schwerer Steuerfälle, also relevant für die meisten Arbeitnehmer und Rentner, manchmal auch passend für Kleinunternehmer (Produktkategorie Standard);
  • zu installierende Programme für kompliziertere Sachverhalte, zum Beispiel für Selbstständige und Gewerbetreibende inklusive Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung, Vermieter und Anleger mit komplexeren Kapitaleinkünften (Produktkategorie Premium);
  • Online-Programme für einfachere Sachverhalte (Online Standard) und
  • Online-Programme für komplexere Fälle (Online Premium).

Die Ergebnisse zeigen gegenüber unserem Vergleich von 2017 für die Steuererklärung 2016 wenige Veränderungen. Entwicklern, die im Vorjahr gute Software produziert haben und diese immer weiterentwickeln, kann man eine gewisse Kontinuität in ihrer Leistung unterstellen. Eine mehrjährige Betrachtung von Testergebnissen ist außerdem sinnvoll, weil wir empfehlen, der einmal gewählten Software, die gute Dienste leistet und mit der man sich auskennt, in aller Regel treu zu bleiben. Das spart auf Dauer Zeit und Geld. Deshalb haben wir neben den fünf im Jahr 2018 publizierten Tests auch das Finanztip-Vorjahresergebnis für unsere diesjährige Bewertung berücksichtigt.

Unser Rat: Investieren Sie etwas Zeit, um herauszufinden, mit welcher Benutzeroberfläche Sie am besten klarkommen und entscheiden sich dann endgültig für die Software Ihrer Wahl. Diese können Sie abonnieren, dann sparen Sie über die Jahre ebenfalls Zeit und Geld. Denn die meisten Programme erlauben es nicht, Daten aus einem Konkurrenzprodukt zu übernehmen. Treue zahlt sich auch preislich aus. Buhl Data beispielsweise offeriert seinen Abonnenten einen Rabatt.

Unsere Empfehlungen für einfache Steuerfälle

Für die meisten Arbeitnehmer und Rentner genügt eine Standard-Lösung wie Tax 2018 – ein Programm, das wir Ihnen uneingeschränkt empfehlen können. Insbesondere diejenigen, die sich erstmals eine Steuersoftware kaufen wollen, können getrost zugreifen. Die zweite Empfehlung lautet Quicksteuer 2018. Beide Produkte kosten regulär 15 Euro.

Überblick Finanztip-Empfehlungen Standard-Programme 2018

ProduktFinanztip-ScorePreisAnbieter
Tax 201897 %14,99 €Buhl Data
Quicksteuer 201893 %14,99 € Haufe-Lexware

Tax ist für Arbeitnehmer, Rentner, Pensionäre, Vermieter und Kapitalanleger geeignet und lässt sich für bis zu fünf Steuererklärungen innerhalb eines Haushalts nutzen. Es ist für alle Einkunftsarten geeignet und einfach zu bedienen. Vorjahresdaten kann das Programm übernehmen. Zudem kann der Nutzer die Steuererklärung komplett papierlos abgeben, weil die Software die Elster-Authentifizierung für den Belegabruf (vorausgefüllte Steuererklärung) beherrscht. Damit ist Tax von Buhl Data der Preis-Leistungs-Sieger für die Masse der nicht so komplizierten Steuerfälle.

Tax 2018
Software für einfache Steuererklärungen

  • hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • komplett papierlose Abgabe möglich
  • für bis 5 Steuererklärungen
  • wenige Videos

Laien kommen auch mit Quicksteuer ganz gut zurecht. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig. Bei steuerrechtlichen Fragen hilft die umfassende Wissens-Datenbank. Für Arbeitnehmer und Rentner ist das Programm für rund 15 Euro eine solide Lösung – insbesondere aufgrund der Ausfüllhilfe, die falsche oder unvollständige Einträge verhindern soll.

In der aktuellen Fassung lassen sich Belege individuell filtern und kategorisieren („Belegmanager“). Auch die Plausibilitätsprüfung, die auf Fehler aufmerksam macht, wurde verbessert. Außerdem können Nutzer jetzt die Schriftgröße individuell einstellen. In der „Deluxe“-Version ist das Buch „1.000 ganz legale Steuertricks“ enthalten. Ein Muss ist das Buch aber nicht, vor allem, weil viele der Steuertricks nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren.

Quicksteuer 2018
Software für einfache Steuererklärungen

  • prüft, ob Eingaben unvollständig oder fehlerhaft sind
  • umfangreiches Steuerwissen
  • neuer Belegmanager
  • keine Videos

Unsere Empfehlungen für aufwendigere Steuerfälle

Selbstständige und Gewerbetreibende sowie Arbeitnehmer mit komplexeren Steuerfällen sind in aller Regel mit einem etwas besser ausgestatteten (Premium-)Programm besser bedient. 

Klarer Spitzenreiter ist das Wiso Steuer-Sparbuch 2018, das bei allen ausgewerteten Tests den ersten Platz belegt hat. 

Überblick Finanztip-Empfehlungen Premium-Programme 2018

ProduktFinanztip-ScorePreisAnbieter
Wiso Steuer-Sparbuch 2018100 %34,95 €Buhl Data
Steuersparerklärung96 %29,95 €Wolters Kluwer

Das Wiso Steuer-Sparbuch ergattert Jahr für Jahr einen Spitzenplatz in diversen Tests – zum Beispiel bei „Computer Bild“ zum sechsten Mal in Folge. Das Programm enthält zahlreiche Videos und umfassende Fachinformationen, sodass sich Nutzer bei den häufig vorkommenden Ungewissheiten, die das Steuerrecht mit sich bringen, innerhalb der Software schlaumachen können. Sie können ihre Erklärung auf dem Desktop bearbeiten, auf dem Tablet oder im Browser. Wer im Laden die Software in der Box kauft, erhält dazu auch einen gedruckten, umfassenden Steuerratgeber. In PDF-Form ist es auch in der Download-Version integriert.

Das Programm kürzt die umständliche Prozedur bei der Authentifizierung für den Belegabruf ab, sodass es möglich ist, die Steuererklärung komplett papierlos zu erstellen. Nutzer müssen kein unterschriebenes Formular beim Finanzamt einreichen. Daten etwa von der Lohnsteuer-Bescheinigung lassen sich recht einfach für die Steuererklärung übernehmen. Assistenten unterstützen beim Erstellen der Umsatz- und Gewerbesteuererklärung.

Neu in der aktuellen Software ist die innovative Verknüpfung mit dem Online-Banking. Hierfür bietet Buhl mit finanzblick.de eine geräteübergreifende – auf dem Smartphone, Tablet oder im Browser – Kontenverwaltung, die für über 4.000 Banken funktioniert. Mit einem Buhl-Benutzerkonto und den dort angelegten Girokonten können steuerlich relevante Buchungen erkannt und für die Steuererklärung übernommen werden. So sortiert finanzblick.de bereits während des Jahres etwa Versicherungsbeiträge, Spenden oder Kita-Gebühren in die passende Steuer-Kategorie – und lernt automatisch dazu. Die vorsortierten Buchungen stehen online, also in Wiso Steuer-Web, an der passenden Stelle zur Verfügung. Mit einem Klick lassen sich die Daten für die Steuererklärung direkt übernehmen.

Das Besondere an den Wiso-Programmen ist das Prinzip „einmal zahlen, alles nutzen.“ Das bedeutet, dass Sie immer alle drei Wege der Steuererklärung nutzen können: Browser-App, Tablet-App und Desktop-Anwendung für PC und Mac. Unabhängig davon, welches Produkt Sie zuerst freischalten (Desktop, Browser oder App), gilt Ihre Lizenz auch für die beiden anderen Nutzungsformen. Eine Erklärung können Sie auf einem Gerät beginnen und an einem anderen weiterbearbeiten.

Das Programm lässt sich auch auf einem USB-Stick einrichten, sodass Sie es überhaupt nicht auf dem lokalen Rechner installieren müssen. Wiso-Programme sind somit besonders interessant für diejenigen, die ihre Erklärungen auf verschiedenen Geräten bearbeiten – und für Mac-User, für die es eine spezielle Version gibt: Wiso Steuer-Mac.

Beim Erstkauf kostet das Wiso Steuer-Sparbuch regulär 35 Euro, für Abonnenten ist es 5 Euro günstiger. Als Download bekommen Sie das Steuer-Sparbuch oft billiger – beispielsweise bei den Download-Plattformen Softwareload oder Mysoftware. Das günstigste Angebot finden Sie mit Vergleichsseiten wie Idealo.

Wiso Steuer-Sparbuch 2018
Software für komplexere Steuererklärungen

  • mehrfacher Testsieger – auch mit dem Jahrgang 2018
  • mehr als 150 Erklärvideos und Steuerratgeber
  • Steuererklärung lässt sich auf PC, Tablet oder im Browser erstellen
  • Verknüpfung mit Online-Banking möglich
  • komplett papierlose Abgabe möglich
  • mit Steuerbescheid-Prüfer und Einspruchshilfen

Als zweite Premium-Software empfehlen wir die Steuersparerklärung. Erfahrene schätzen den „roten Faden“. Damit kommen sie schneller durch die Steuererklärung als mit einem Interview, das alle möglichen steuerlich relevanten Sachverhalte abfragt. Der sehr umfassende und kompetente Steuerratgeber lässt sich digital herunterladen. Nutzer können das gedruckte Buch kostenlos anfordern. 

Mit der kostenlosen Belegmanager-App können Anwender unterwegs Quittungen erfassen. Wer hingegen die Belege einscannen lassen möchte, muss für die Funktion mindestens 20 Euro extra zahlen.

Die Basisversion der Steuerklärung ist in vielen Fällen völlig ausreichend. Photovoltaik-Besitzer und Selbstständige sollten jedoch einer höherwertigeren, etwas teureren Version („für Selbstständige“ oder „plus“) den Vorzug geben.

Steuersparerklärung (für Erklärung 2017)
Software für komplexere Steuererklärungen

  • „Roter Faden“ beschleunigt die Erklärung
  • alternativ Frage-Antwort-Vorgehensweise
  • mit Belegmanager lassen sich Rechnungen digitalisieren und verwalten
  • Musterbriefe, Videos und Ratgeber für spezielle Steuerfälle

Unsere Empfehlungen für Online-Steuerprogramme

Bei den Browser-Anwendungen überzeugt wie im Vorjahr am meisten Wiso Steuer-Web.

Überblick Finanztip-Empfehlungen Online-Programme 2018

ProduktFinanztip-ScorePreisAnbieter
Wiso Steuer-Web98 %34,95 €Buhl Data
Smartsteuer89 %24,99 €Haufe-Lexware
Steuergo Plus89 %24,95 €Forium

Wer sich für eine Online-Steuererklärung begeistern kann, dessen erste Wahl sollte Wiso Steuer-Web sein, dies ist die Cloud-Lösung von Buhl Data. Faktisch steckt das Wiso Steuer-Sparbuch drin – die Onlinefassung kostet genauso viel.

2017 hat „Finanztest“ Browser-Lösungen getestet. Da hat Wiso Steuer-Web ein ganzes Stück besser abgeschnitten als Smartsteuer (Note 2,45 versus 3,2). Die neue Online-Banking-Funktion verbessert aus unserer Sicht die führende Position. Wiso Steuer-Web empfehlen wir für alle Fälle – auch für komplexere Steuersachverhalte.

Um die Wiso-Lösung nutzen zu können, benötigen Sie einen gültigen Lizenzschlüssel für ein Wiso-Steuerprogramm. Beim Anbieter Buhl Data müssen Sie daher ein Konto einrichten. Anschließend können Sie Ihre Daten in der Cloud von Buhl ablegen. So lässt sich die Steuererklärung auch auf unterschiedlichen Geräten – auf dem Computer, Tablet und Handy – bearbeiten.

Ein anonymer Test der Funktionen ist möglich. Bis zur Abgabe der Steuererklärung können Sie das Programm grundsätzlich kostenlos testen; erst wenn Sie die Daten übermitteln, brauchen Sie den gültigen Lizenzschlüssel. Falls Sie diesen erst dann kaufen, müssen Sie mindestens 30 Euro dafür zahlen, ohne Abo-Verpflichtung sogar 5 Euro mehr.

Spartipp: Kaufen Sie sich zuvor – beispielsweise bei Softwareload – einen günstigeren Lizenzschlüssel, den Sie dafür nutzen können.

Wiso Steuer-Web
Online-Software für alle Fälle

  • vielfacher Testsieger
  • gut geeignet auch für komplizierte Fälle
  • umfassende Steuerhilfen
  • kann Buchungen aus Online-Banking übernehmen
  • kostet regulär 35 Euro beim Einzelkauf

Cloud-Lösungen sind vor allem für Nutzer interessant, die nicht Windows als Betriebssystem haben. Apple-Nutzer, die ein Desktop-Programm nutzen möchten, haben die Wahl zwischen Wiso Steuer-Mac und der Steuersparerklärung für Mac. Beide Programme sowie fünf Cloud-Lösungen hat Macwelt getestet: Am besten abgeschnitten haben Wiso Steuer-Mac 2018 bei den Offline-Anwendungen und Lohnsteuer kompakt knapp vor Smartsteuer bei den Browser-Lösungen.

Wem 35 Euro zu viel sind, der kann sich für Smartsteuer entscheiden. Die aktuelle Browser-Lösung kann auch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Umsatz- und Gewerbesteuererklärung. Sie beinhaltet unter anderem die Steuerbescheidprüfung und kostet mittlerweile pro Abgabe 25 Euro; zuvor gab es eine Basisversion bereits für 15 Euro. Eine praktische Funktionalität ist das Einscannen und Verwalten von Belegen. Mittlerweile unterstützt Smartsteuer auch den Belegabruf. Von Jahr zu Jahr kann die Lösung mehr. Derzeit empfehlen wir Smartsteuer vor allem für nicht so komplexe Steuererklärungen.

Smartsteuer
Online-Software insbesondere für einfache Steuererklärungen

  • intuitiv bedienbar
  • unterstützt den Belegabruf
  • kostenloser telefonischer Technik-Service rund um die Uhr
  • keine preisgünstige Basisversion mehr

Eine Alternative zu Smartsteuer ist Steuergo Plus, das wir erstmals empfehlen (Preis: 24,95 Euro). Beide Programme wirken klar strukturiert und aufgeräumt, sodass insbesondere Steuerpflichtige mit eher einfachen Sachverhalten ihre Steuererklärung damit schnell und zielführend erstellen können. Sie werden per Interview navigiert. Haben Sie im letzten Jahr die Steuererklärung mit Elster-Formular erstellt? Dann sollten Sie die Daten aus der komprimierten Steuererklärung importieren. Erzeugen Sie davon eine PDF-Datei. Steuergo Plus kann die Daten dann auslesen und für die aktuelle Steuererklärung übernehmen. Nutzer, die vorher eine andere Software genutzt haben, können die Daten aus einer früheren Steuererklärung importieren.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Mehrsprachigkeit. Die Software steht in den Sprachversionen englisch, polnisch, kroatisch, serbisch und bosnisch zur Verfügung – türkisch ist geplant. Die Formulare, Ratgeber und Steuertipps sind dementsprechend übersetzt worden. Und der Kundenservice beantwortet Anfragen per E-Mail in diesen Sprachen. Deshalb ist die Lösung vor allem denjenigen zu empfehlen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Gegenüber den Konkurrenzprodukten fallen aber die Hilfestellungen weniger üppig aus; etwas umfangreicher sind sie beim anderen Forium-Online-Programm Lohnsteuer kompakt.

Steuergo Plus
Online-Software für einfache Steuererklärungen

  • Mehrsprachigkeit
  • Import von Vorjahresdaten
  • relativ wenige Steuerhilfen

Steuerbescheid-Prüfer sinnvoll

Mit der Abgabe der Erklärung ist es allerdings noch nicht getan. Entscheidend ist vielmehr, welche Ausgaben das Finanzamt akzeptiert. Hilfreich ist in diesem Fall der Steuerbescheid-Prüfer, den etliche Programme enthalten. Wählen Sie die Funktion, die etwa „Bescheidrückübermittlung und automatische Bescheidprüfung“ heißt. Über die Elster-Schnittstelle gleicht die Software dann die abgegebene Erklärung mit dem Steuerbescheid ab. Das Programm zeigt Abweichungen bei den verschiedenen Ausgabekategorien an, beispielsweise bei den Fahrtkosten.

Sie können dann entscheiden, ob Sie die Abweichung akzeptieren oder dagegen Einspruch einlegen. Dafür haben Sie einen Monat Zeit. Einige Programme stellen Musterschreiben zur Verfügung, die Sie individuell anpassen können.

Auf Schnäppchenjagd gehen

Die neuen Steuerprogramme liegen überwiegend schon ab Ende November in den Läden. In der Regel sind zu Jahresanfang noch einige Aktualisierungen nötig, sodass ein Update eingespielt werden muss. Das ist aber im Preis drin. Der unverbindliche Verkaufspreis von einfacheren Programmen wie Tax, Steuereasy oder Quicksteuer liegt bei 15 Euro, höherwertigere wie die Steuersparerklärung gibt es ab 25 Euro. Manche Anbieter wie Haufe-Lexware verlangen fürs Verschicken der DVD eine Versandpauschale. Die Versandkosten entfallen, wenn der Käufer sich für den Download von der Website des Herstellers entscheidet.

Je näher der für viele Steuererklärungen geltende Abgabetermin 31. Mai rückt, desto eher lässt sich ein Schnäppchen machen. Auf Amazon, Idealo, Softwareload oder auch für Kunden von GMX oder web.de gibt es immer wieder Sonderangebote. Hinzukommen umetikettierte Versionen: Hinter der möglicherweise etwas abgespeckten Steuersoftware, die etwa Tchibo, Aldi oder Lidl verkaufen, stecken die drei großen Anbieter. Die von Tchibo oder von Penny stammt beispielsweise von Wolters Kluwer. Solche Aktions-Software wird meistens im Januar oder Februar zwischen 5 und 10 Euro angeboten – sie ist aber oft nach wenigen Tagen ausverkauft.

Tipp

Sparen im Abo

Kommen Sie mit der Bedienungsoberfläche gut zurecht, dann spricht nichts dagegen, dass Sie das entsprechende Programm abonnieren. So bekommen Sie die Folgeversion automatisch zugeschickt – bei Buhl Data und Wolters Kluwer zahlen Sie dafür ein paar Euro weniger. Bei Buhl Data heißt das Abo „Steuer-Spar-Vertrag“. Darin enthalten ist unter anderem die versandkostenfreie Lieferung, die kostenlose Zeitschrift „Steuer-Spar-Magazin“ und ein frei auswählbares Online-Seminar. Noch wichtiger ist jedoch die Zeitersparnis. Denn Sie können Ihre Vorjahresdaten überschreiben.

Kosten für Steuersoftware absetzbar

Die durchaus überschaubaren Kosten für eine Steuersoftware dürfen Sie übrigens als Steuerberatungskosten komplett absetzen. Denn obwohl der Aufwand sowohl den beruflichen als auch den privaten Bereich berührt, akzeptiert das Finanzamt Mischkosten bis zu 100 Euro in vollem Umfang. Sind die Kosten höher, so akzeptiert das Finanzamt pauschal die Hälfte als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Heben Sie den Kaufbeleg auf und geben Sie den Betrag bei den Werbungskosten an.

Einen kritischen Blick auf die von der Software vorgeschlagenen Formularangaben sollten Sie dennoch haben, denn Fehler sind nie ausgeschlossen. Haben Sie beispielsweise einen Laptop privat gekauft, den Sie zur Hälfte als Arbeitsmittel beruflich nutzen, dann können Sie die Hälfte der Anschaffungskosten als Werbungskosten absetzen. Dafür müssen Sie jedoch selbst den beruflichen Anteil eintragen. In den Programmen voreingestellt sind 100 Prozent, doch dies geht beim Finanzamt in aller Regel nicht durch.

Zudem gibt es immer wieder aktuelle Urteile, von denen Sie schon bei der nächsten Steuererklärung profitieren können. Nutzen Sie daher auch die kostenlosen Serviceangebote rund um das Thema Steuern von Finanztip.

So haben wir ausgewählt

Vergleich Steuersoftware 2018

Wir haben Steuerprogramme für die Steuererklärung 2017 betrachtet. Diese haben wir nicht selbst getestet, sondern seriöse Testberichte ausgewertet und aggregiert. Um zu Empfehlungen zu kommen, benötigen wir nachvollziehbare und mathematisch verwertbare Testergebnisse. Rein verbale Beschreibungen von Funktionalitäten und Benutzer(un)freundlichkeit sind kaum mathematisch abbildbar.

Aus unserer Sicht haben folgende Medien diesbezüglich verwertbare Daten veröffentlicht:

  • „Computer Bild“ (Heft 7/2018)
  • „Focus Money“ (Heft 8/2018)
  • „Chip“ (3/2018)
  • „Euro“ (2/2018) und
  • „Macwelt“ (Online-Artikel vom 10. April 2018).

Diese fünf Tests haben wir berücksichtigt. Als sechste Wertung floss unser Vorjahresergebnis ein.

Alle sechs Werte haben wir gleich gewichtet. Um die unterschiedlichen Notenskalen der einzelnen Tests zu nivellieren, haben wir dem jeweiligen Testsieger einen Score von 100 Prozent vergeben. Somit stellt die Prozentzahl „Finanztip-Score“ unser Ergebnis für jede Lösung dar.

Wir haben wie im Vorjahr zunächst unterschieden zwischen den zu installierenden Desktop-Programmen und Cloud-Lösungen. Auch in der Kategorie Cloud-Lösungen unterscheiden wir zwischen anspruchsvolleren und einfacheren Steuerfällen. Im Premium-Segment sehen wir Wiso Steuer-Web; Smartsteuer und Steuergo Plus im Standard-Segment. In jeder Kategorie haben wir grundsätzlich die beiden Programme, die über alle ausgewählten Untersuchungen insgesamt am besten abgeschnitten haben, als Empfehlung ausgewiesen.

Bei unseren Recherchen haben wir insbesondere im Internet weitere Veröffentlichungen gefunden, die vermeintliche Testsieger küren. Wir haben uns auf die Publikationen konzentriert, die uns seriös erscheinen und deren Ergebnis nachvollziehbar dargestellt ist. Nicht einbezogen haben wir Seiten wie steuern.de. Dabei handelt es sich unserer Einschätzung nach um Werbung, die nicht neutral sein kann. Mathematisch nicht verwertbare Auswertungen, beispielsweise in der „Wirtschaftswoche“, blieben ebenfalls unberücksichtigt. Einen Test, der in verschiedenen Medien veröffentlicht wurde, haben wir nur einmal für unsere Wertung einbezogen.

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Finanztip-Chefredakteur
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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.