ETF Portfolio als Reaktion zu Trumps Währungspolitik

  • Schade... Es scheint dem aktuellen Zeitgeist geschuldet, dass die Ideen von Non-Konformisten heutzutage so geringgeschätzt werden. Das war zu meiner Zeit noch ganz anders!

    Den Befund teile ich weitgehend.

    Zumindest zeigt es mir, dass dieses Forum keine Platform für Freigeister ist.

    Diesen Befund ebenfalls.

    In Sachen private Finanzen zeigt sich das - nach meinem Dafürhalten - in einer starken Tendenz zu einer "One size fits all" Denkweise - als die Lösung für alles und jeden.

    Wohl denn mein Herz, nimm Abschied und gesunde...

    Vielleicht könnte der Gesundung auch ein anderer Standort dienlich und förderlich sein ...?

    Ohne mich jetzt in den Feinheiten der Abgrenzung "Freigeist" und "Freisinnigkeit" zu verlieren - aber beispielsweise in der Schweiz ist das noch etwas anders - was auch meinen langjährigen Erfahrungen mit und in der Schweiz entspricht; siehe hier:

    Dazu kommt noch eine gewisse (historisch gewachsene) Freisinnigkeit viele Schweizer - die sich aus meiner Sicht wohltuend von dem hierzulande nicht selten anzutreffenden überzogenem Staatsvertrauen (bei manchen muß man fast von Staatsgläubigkeit sprechen) abhebt.

    Der Schweiz und ihren Bürgern hat das jedenfalls nicht geschadet - im Gegenteil.


    PS: Eine wie auch immer geartete Bewertung Deines "ETF-Portfolios als Reaktion auf Trumps Währungspolitik" (Nr. 1) ist mit diesem meinem Beitrag nicht verbunden.

  • ...aber offensichtlich in Wirklichkeit Zustimmung erhofft.

    Ehrlich gesagt hatte ich mir eine differenziertere Diskussion erhofft, in der Für und Wider nach den angegebenen Prämissen (relativ kurze Haltedauer, eher durchschnittliche Performance Erwartung, ...) mit ins Kalkül gezogen werden.

    Auch wenn du es nicht wissen willst:

    Branchenspezifisches Risiko: Mit den oben genannten ETFs investierst Du in nur wenige Branchen. Performt z. B. der Bankensektor in Zukunft schlechter, bekommst Du das direkt mit Kursrückgängen zu spüren. Sie können nicht durch steigende Kurse aus anderen Branchen abgefedert werden, wie z. B. bei den weltweit gestreuten Indizes MSCI World oder FTSE All World
    Länderspezifisches Risiko: Zudem bist Du stark vom entsprechenden Land abhängig. Läuft z. B. die Wirtschaft in Spanien oder in Deutschland schlecht, spürst Du das bei diesen ETFs ebenfalls besonders heftig. Gerät gar ein Land über viele Jahre und Jahrzehnte unter Druck, hat ein länderspezifischer ETF keine Möglichkeit, die Unternehmen dieses Landes auszutauschen und welche aus besser laufenden Ländern hineinzunehmen. Auch das ist bei nicht-branchen und -länderspezifischen ETFs für Dich besser gelöst

    britty Herzlichen Dank für diese ehrliche Einschätzung!

    Und das wollte ich auch tatsächlich wissen, denn dafür wurde dieses Forum doch geschaffen: Für den wohlmeinenden Gedankenaustausch.
    Ich werde daher meinen Sparplan dahingehend überprüfen inwiefern ich durch einen zusätzlichen FTSE All World bzw. MSCI World oder dergleichen das Risiko auf breitere Schultern verteilen kann. Allerdings stört mich bei den besagten ETFs der US-Schwerpunkt schon arg, aber ich glaube es gibt da auch einen ETF "ex USA" oder so...?

    In Sachen private Finanzen zeigt sich das - nach meinem Dafürhalten - in einer starken Tendenz zu einer "One size fits all" Denkweise - als die Lösung für alles und jeden.

    Ja, das habe ich auch bemerkt und das ist ein wirklich störender Faktor hier im Forum, denn Geldanlage ist so individuell wie ein Fingerabdruck - da gibt es keine Lösung für alle. Es gibt Strategien die unter bestimmten Voraussetzungen gleichermaßen passen, wie wenn bspw. jemand noch sehr jung ist und noch 40 Jahre bis zur Rente hat. Da mag der Rat "Breit gestreut investieren und einfach bis zur Rente (durch)halten" durchaus korrekt sein, aber bei Leuten die bereits die 50 überschritten haben oder die nicht für die Rente Kapital bilden, passt diese Strategie dann halt nicht.

  • Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

    Die großen Wirtschaften sind weltweit so verzahnt, dass es in den letzten Jahren/Jahrzehnten immer kräftige Auswirkungen gibt, wenn nur Einzelne das System stören.
    War das Sommer 2024: In Japan ruckelt es etwas mit dem Zins => weltweit Auswirkungen
    Jetzt im April: Dem (temporären) US-Präsident fallen weltweite Schikanen ein => weltweit auswirkungen.
    usw.

    Ich bleibe dabei weltweit und gut diversifiziert.
    Bin seit Kurzem in der Entnahmephase, will aber nichts daran ändern, das nächste Jahrzehnt.

    Die viel Glück mit deiner neuen Allokation.
    Ob deine Aufstellung besser/ertragreicher ist sehen wir in den nächsten Jahren/Jahrzehnten.

  • Ja, das habe ich auch bemerkt und das ist ein wirklich störender Faktor hier im Forum, denn Geldanlage ist so individuell wie ein Fingerabdruck

    Ich finde es seltsam, wie du das beurteilst.

    Im Finanztip.de Forum gibt es eben nicht eine große Anzahl von Menschen, die an der Anlage in Einzeltitel und individuell zusammengestellte ETF-Mixes interessiert sind.

    Das musst du akzeptieren oder du wirst dich frustrierend daran abarbeiten.

  • Die großen Wirtschaften sind weltweit so verzahnt, dass es in den letzten Jahren/Jahrzehnten immer kräftige Auswirkungen gibt, wenn nur Einzelne das System stören.

    Dem kann ich vollumfänglich zustimmen! Daher versuche ich auf Währungen (Euro) Märkte (Europa, Emerging Markets,...) und Branchen (Finanzwesen, Bergbau und Metalle, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, ...) auszuweichen, die nach meiner Analyse geringeren Schaden nehmen, wenn der orangene Mann im weißen Haus mal wieder rumspinnt. Weiter ist es das erklärte Ziel meiner Allokation, der mutmaßlich fortgeführten Entwertung des US-Dollars entgegenzuwirken. Daher der Währungsschwerpunkt in Euro.

  • Ich finde es seltsam, wie du das beurteilst.

    Wieso seltsam? Das ist doch ein offenes Forum und daher sind neben der "Mainstream-Ansicht" auch andere Meinungen erlaubt, oder?

    Denn wenn es nur eine einzige "korrekte" Antwort gibt, egal welche Frage hier gestellt wird, dann braucht es kein Forum sondern einfach nur eine einzelne Webseite mit dem entsprechendem Statement, oder?

    Das erinnert mich irgendwie an das Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams als der unendlich weise Computer nach Jahrhunderten des Nachdenkens über die Frage nach dem Sinn vom Allem auf die eine Antwort kam: "42".

  • Und der US-Dollar ist immer noch die Währung auf dem Weltmarkt.

    Die Betonung liegt auf noch...

    Wenn man sich ansieht, mit welcher Geschwindigkeit Trump und seine Mischpoke, Amerika von einem Staat mit demokratischen Grundwerten, Menschenrechten, Meinungsfreiheit und (Schutz) Partner Europas zu einem autokratisch evangelikal geführten rechtsnationalistischen Gegner von allen Grundwerten gewandelt hat, wofür die europ. Gemeinschaft steht, so ist zu befürchten, dass diese Leute ihre verschrobenen Ziele auch weiter mit Nachdruck und Eifer verfolgen werden.

  • Die 33% Banks würde ich komplett sein lassen. Sonst eine klare Strategie. Gefällt mir.

    Brasilien würde ich übergewichten.

    Bitte keine Politikwissenschaftler, Volkswirte, Kommunikationswissenschaftler, Soziologen, Journalisten, Versicherungsvermittler oder Juristen mehr als Finanzexperten.

  • Andreas H. Der Standort USA oder Deutschland oder Europa sagt nichts darüber, wo das Geld verdient wird. Für etliche der Großen ist die Antwort: weltweit. Und damit relativiert sich das Rusiko USA. Gibt dazu auch einen aktuellen Finanz-Tip-Artikel.

    Du könntest z. B. zu 80-90 % einen Invesco oder Vanguard FTSE besparen. Und dazu 10-20 % von deinem bisherigen Plan. Wenn es dich nicht nervt, zuzuschauen, wenn die "Satelliten" zeitweilig zulegen.

    Auf Jahrzehnte gesehen sind die globalen ETF im Vorteil, weil sich alles nach 15-25 Jahren ausgleicht.

  • aber ich glaube es gibt da auch einen ETF "ex USA" oder so...?



    wenn bspw. jemand noch sehr jung ist und noch 40 Jahre bis zur Rente hat. Da mag der Rat "Breit gestreut investieren und einfach bis zur Rente (durch)halten" durchaus korrekt sein, aber bei Leuten die bereits die 50 überschritten haben oder die nicht für die Rente Kapital bilden, passt diese Strategie dann halt nicht.


    da du keinen langen anlagehorizont angibst, würde man hier im Allgemeinen die Aktien Etf Strategie kritisch hinterfragen.

    Ebenso wie grundsätzlich Themen und Branchenwetten.

    Du hast dich schon beim Anlagehorizont gegen die allgemeine Tendenz gestellt und tust es auch bei der Auswahl. Ist ok, weil deine Entscheidung für dein Geld.

    Drine Begründung lautet, du hast keine 40 Jahre Zeit.

    Was genau das für deine Erwartung an deine Anlage bedeutet ist nicht ganz klar, das kann ja vieles bedeuten: mehr Rendite in kürzerer Zeit? Das bedeutet dann mehr Risiko —>mit deiner Aufstellung hast du das Risiko wohl erreicht, ob die Rendite mitgeht wird die Zukunft zeigen.

    Wenn du aber meinst, dass du etwas sichereres brauchst weil du nicht mehr soviel Zeit hast Verluste auszusitzen —> das hast du mit Deiner Aufstellung nach allgemeiner Ansicht/Lehrmeinung nicht erreicht.

    Dein Ziel den Dollar zu meiden erreichst du mit dem ex world nicht (den Einfluss der USA zu vermeiden sowieso nicht)

    Ein Euro Hedging bspw auf den world wird bei diesem Ziel zwar auch oft überlegt, gelingt damit aber nicht und bringt nach allg. Meinung/Erfahrung für Langzeitanleger nix, kann aber trotzdem zu manchen Zeiten mehr Rendite bringen (zu anderen dafür weniger)
    Wenn du den gehedgten world in jüngerer Vergangenheit mit einem unhedged vergleichst, brachte er teilweise deutlich mehr Rendite. Aber auch heuer nicht in jedem Monat.

    Bei allem was du jenseits eines Welt etf machst musst du dir jdf permanent überlegen wann du aussteigst weil plötzlich irgendwo im Thema und Land was kracht und alles im ETF mitreißt. Dass du da den richtigen Zeitpunkt zum Absprung findest der dir die beste Rendite bringst ist nicht möglich.
    Wenn du Glück hast findest du nicht den allerschlechtesten.
    Da ist dann aber nix mit entspannt laufen lassen, sondern ständig wachsam sein und hoffen dass du nicht zu wachsam oder zu wenig wachsam warst.


    Summasummarum: Dein Kapital ist auch bei deiner Allokation ebenso in einem Risiko wie bei einem Welt etf, das Risiko ist bloß nicht ident sondern sondern anders.

  • Andreas, was hättest Du denn von einem ex-USA-Fonds? Abgesehen von den bereits genannten Argumenten: wenn plötzlich USA abkracht und Europa oder wasweißichweroderwas ganz groß wird, wird ein All-world-ETF das doch mit nur geringer zeitlicher Verzögerung abbilden => Du hättest auch dann weniger USA dabei.

  • Es ist aber auch Unsinn, jetzt nur Festgeld oder Geldmarktfonds, wenn das Ziel mit den 5 Jahren nicht wirklich feststeht, dass ein Betrag X gebraucht wird.

    Dann seh ich eher einen Topf mit Tages- und/oder Festgeldhopping (Raisin) für 5 Jahre und einen Topf mit einem globalen ETF für die Altersvorsorge.

  • Die Betonung liegt auf noch...

    Wenn man sich ansieht, mit welcher Geschwindigkeit Trump und seine Mischpoke, Amerika von einem Staat mit demokratischen Grundwerten, Menschenrechten, Meinungsfreiheit und (Schutz) Partner Europas zu einem autokratisch evangelikal geführten rechtsnationalistischen Gegner von allen Grundwerten gewandelt hat, wofür die europ. Gemeinschaft steht, so ist zu befürchten, dass diese Leute ihre verschrobenen Ziele auch weiter mit Nachdruck und Eifer verfolgen werden.

    Dass sie ihre Ziele weiterhin verfolgen werden kann als sicher angesehen werden. Wie weit sie kommen ist weniger sicher. Und die Auswirkung noch unsicherer.

    Selbst eine Diktatur bringt nicht unbedingt schlechte Rendite mit sich. China lohnte sich - zum richtigen 😉 Zeitpunkt

  • Dem kann ich vollumfänglich zustimmen! Daher versuche ich auf Währungen (Euro) Märkte (Europa, Emerging Markets,...) und Branchen (Finanzwesen, Bergbau und Metalle, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, ...) auszuweichen, die nach meiner Analyse geringeren Schaden nehmen, wenn der orangene Mann im weißen Haus mal wieder rumspinnt. Weiter ist es das erklärte Ziel meiner Allokation, der mutmaßlich fortgeführten Entwertung des US-Dollars entgegenzuwirken. Daher der Währungsschwerpunkt in Euro.

    Währungsschwankungen gleichen sich über längere Zeitspannen aus, Währungsabsicherung kostet unverhältnismäßig viel und nützt nicht in jedem Fall.

    Friedensgespräche führen zu Korrekturen bei Rüstung. Regionalbanken in den USA haben dies Jahr Mist gemacht. Regulierungen in den USA wurden abgeschafft. Bergbau kann irgendwann mit Klimaschutznotwendigkeiten kollidieren. Du baust auf deine Überzeugung Schwacher Dollar und baust dir damit ein Klumpenrisiko EUR(opa).

    Ein FTSE ETF enthält Tausende Aktien, zig Währungen, incl. Schwellenländern.

  • Im Finanztip.de Forum gibt es eben nicht eine große Anzahl von Menschen, die an der Anlage in Einzeltitel und individuell zusammengestellte ETF-Mixes interessiert sind.

    Ob jemand nun "ETF-Sparbüchse" mit weltweitem Aktien-ETF ist oder Direktanleger in Aktien (via Einzelwerten) - in beiden Fällen geht es (nur oder einzig) um die Anlageklasse Aktien.

    Es gibt aber neben Aktien auch noch andere Anlageklasse wie Anleihen (in allen möglichen Varianten), Immobilien (in allen möglichen Formen), Edelmetalle (in diversen Varianten) oder auch Tangible Assets (in allen möglichen Formen) beispielsweise. So wie es auch nicht nur die europäische Einheitswährung (Euro) gibt, sondern noch andere Währungen (Stichwort: Schweizer Franken - um nur ein Beispiel zu nennen), die jemand für sein Portfolio in Betracht ziehen kann (sei es als Buchgeld/Giralgeld und/oder als Bargeld - in Form fremder Sorten).

    Geldanlage ist so individuell wie ein Fingerabdruck - da gibt es keine Lösung für alle.

    :thumbup:

    Entspricht meinen langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen - und genau so verfahre ich auch mit meinen eigenen Mitteln (und deren Bewirtschaftung) seit Jahrzehnten.

    Neben Selbstverständlichkeiten bei der Wahl der individuell-adäquaten (sprich passenden) Asset-Allocation - wie der objektiven Risikotragfähigkeit und der subjektiven Risikobereitschaft (Risikotoleranz) - spielt dabei auch das eigene Bild bzw. der eigene Blick eine wichtige Rolle (auf das Fiat-Money-System im Allgemeinen, auf das Experiment einer Einheitswährung (Euro) im Speziellen, auf den Umgang der Staaten auf der assoziierten Notenbank (EZB) damit, auf politische Risiken, auf Risiken des eigenen Standort betreffend usw.).


    Nicht alle aber diverse Wege führen nach Rom

    Paragraph Eins - jeder macht Seins.

  • Andreas H

    vergangene Toprenditen Bankaktien gefallen dir, aber wird das so weitergehen?

    EZB warnt Banken vor beispiellosen Schocks
    Eine Lehre der Finanzkrise war die Bankenaufsicht durch die EZB. Die Zentralbank hebt nun mahnende den Finger. Zwar stünden die Geldhäuser derzeit gut da. Doch…
    www.n-tv.de

    https://www.blick.ch/wirtschaft/schweizer-banken-stuerzen-ab-experte-warnt-vor-finanzkrise-was-steckt-hinter-den-faulen-krediten-in-amerika-id21333794.html

    https://www.focus.de/finanzen/faule-kredite-gier-betrug-die-weltwirtschaft-steht-kurz-vor-der-naechsten-krise_60f0872b-8a7e-41a9-9e3e-7032d3e0f9f1.html

  • Mir fällt auf, dass die Region Pazifik komplett fehlt (Australien, Singapur, Neuseeland). Daneben fällt auf, dass Du von EM nur Südamerika abbildest. Auch wenn ich nachvollziehe, dass man um China einen Bogen machen will aus verschiedenen Gründen, kann ich das bei Indien nicht so ganz nachvollziehen.

    Daneben fällt die starke Gewichtung von Banken aus dem STOXX Europe auf. Der ETF wird synthetisch abgebildet und das Volumen ist recht niedrig. Ob es den in zehn Jahren noch geben wird?

    Ich frage mich wie man auf diese Gewichtung kommt.